Kulturverrückt: 5 Jahre bloggen pro Kultur – Chancen und Bereicherung

Kulturverrückt und bloggen pro Kultur? Ja und ja. Und das nicht erst seit fünf Jahren, aber seit fünf Jahren gibt es KULTUR-MUSEUM-TALK. Kaum zu glauben, aber wahr. Als ich im Oktober 2012 anfing zu bloggen, ahnte ich nicht, wohin mich das führen würde. Ich ahnte nicht, dass mich der Furor, die Leidenschaft pro Kultur zu bloggen, so packt und gar manches Mal mit mir davon galoppiert. Ich ahnte nicht, was alles möglich ist, welche Optionen sich über das Bloggen auftun. Und weißt du was? Ich bin happy darüber, aber sowas von! Warum?

Die Kunsthistorikerin und Kulturbloggerin Tanja Praske bei der Arbeit am Schreibtisch mit Katalog, Büchern und Tablet.

Tanja bei der Arbeit. Am liebsten umgeben mit ganz vielen Büchern, dazwischen Tablet und Smartphone, könnte ja urplötzlich etwas verzwitschert werden müssen, gell? Bloggen pro Kultur. Foto: Thomas Bichl.

Weil ich…

  • mich als Kunsthistorikerin im Digitalen und Analogen austoben darf,
  • Geschichten erzähle, meine eigenen, aber auch die von Kulturhäusern und Künstlern,
  • anderen helfe, ihre Geschichten zu erzählen,
  • Kultur mitgestalte,
  • hier spiele und teste, was geht und was nicht und diese Erfahrung weiterreiche,
  • darüber so viel Neues lerne; ich konnte mir als Kind nie vorstellen, wie es mal sein wird, nicht mehr zu lernen, ja, ich bin extrem wissensdurstig,
  • über das Bloggen tolle Menschen im Social Web kennen lerne,
  • die Vielfalt und Leidenschaften der Blogosphäre liebe,
  • wieder an der UNI zurück bin, dieses Mal als Lehrbeauftragte, die jungen Kunsthistorikern den strategischen Umgang mit dem Digitalen für Kultur nahebringt, sie dabei spielen lässt à la #BronzeBreak und #impressMUC
  • und weil sich berufliche Optionen auftun, die einfach nur spannend und vielseitig sind. Schau dazu einfach mal in Projekte und Kooperationen nach.

Warum und worüber blogge ich?

Gerade erst überarbeitete ich meine „Über mich“-Seite. Da kannst du prima ablesen, warum ich anfing zu bloggen und wie sich das Blog entwickelte. My blog, my home and castle oder anders: mein Themenbauchladen, der schon ein Relaunch einforderte, vom chronologischen Tagebuchblog ging es zum minimalistischen Magazin-Style über. Somit kannst du gemäß deinen Interessen zugreifen. Mal schreibe ich als Ratgeberin, mal ganz persönlich, mal bespreche ich Kulturerlebnisse, mal schreiben Gastautoren zu meinen Themen. Grundsätzlich verblogge ich das, was mich bewegt. So wird es auch in Zukunft sein, wenngleich ich schon jetzt wieder merke, dass ich bald am Blog wieder rumschrauben werde. Ideen formieren sich.

Pläne und Strategie fürs Blog

Der Plan fürs Blog? Die Strategie? Wer schreibt, der bleibt – das war der ursprüngliche Beweggrund für mein Blog. Daraus entwickelte sich sehr schnell mehr, mehr als ich mir zu Beginn vorgestellt hatte. Es bestätigt sich immer wieder: Einfach machen! Gut. Einen Plan zu haben, ist schon mal wichtig und richtig. Aber wozu sind Pläne da, wenn sie nicht auch mal umgeschmissen werden dürfen und zwar mit Wonne? Das schrieb ich in meinem ersten Blogpost „Hürdenlauf zum eigenen Blog“:

“…mein Blog entwickelt sich weiter, wohin das weiß ich noch nicht – Strategie eben!“

Blogger vor blauer Glaswand, dahinter Bilder von Kerstin Brätsch. Installationsansicht Illuminations im Museum Brandhorst. #openbrandhorst17

#openbrandhorst17-Teilnehmer in Action, Installationsansicht Illuminations von Kerstin Brätsch im Museum Brandhorst.

6 Hürden zum eigenen Blog

Die Hürden von damals stellen sich jedem angehenden Blogger, bevor er den Schritt wagt, oder? Welche sind es?

  1. Zeit
  2. Themen
  3. Perfektionismus
  4. Reife
  5. Strategie
  6. technische Umsetzung

Daneben gibt es weitere. Welche Hürden hindern oder hinderten dich daran zu bloggen? Und wie denkst du jetzt darüber?

Das Blog als Chance

Die Chancen eines Blogs für eine Kunsthistorikerin habe ich oben aufgeführt. Als Mediävistin, Mittelalterspezialistin, war ich sehr eingeschränkt in meinen beruflichen Möglichkeiten, als Mutter dann nochmals mehr. Mein Dilemma, bevor ich die Chancen des Digitalen für mich be- und ergriff, beschreibe ich in: „#webseidank – weil es als Mutter und Kunsthistorikerin weitergeht“.

Kreidemalerei auf Fußboden mit Zettel übers Bloggen - eine der am häufigsten gelesenen Artikel bei mir: 7 Tipps für den erfolgreichen Blogartikel: Struktur und Leserlichkeit

Einer der am meisten zugegriffenen Artikel bei mir: 7 Tipps für den erfolgreichen Blogartikel: Struktur und Leserlichkeit!

Wissenschaft und Vitamin B gingen Hand in Hand … früher. Das wandelte sich. Dank meines Blogs und meiner Projekte ist das kein Thema für mich. Darüber bin ich sehr froh! Ich bin mein eigener Publisher. Ich entscheide über die Themen, nehme Projekte an oder nicht, spiele, teste. Taten und Aktionen sprechen für sich! Manches Mal erwächst etwas völlig Unerwartetes daraus – und das schätze ich sehr!

Kultur-Blogparaden: Bloggen pro Kultur

Die Blogparade #KultBlick des Archäologischen Museums Hamburg, die ich begleitete, ist gerade zu Ende gegangen mit sagenhaften 83 Beiträgen, einer grandioser als der andere. Unglaublich wie viele Teilnehmer über ihren Zugang zu Kultur nachdachten. Es ist damit die bislang erfolgreichste Museumsblogparade. Wunderbare Blogs entdeckte ich darüber. Das ist für mich am wichtigsten mit dem facettenreichen Denkstoff. Er bietet viele Diskussionen, die erst am Anfang stehen. Es lohnt sich, auch viel später die Beiträge (erneut) zu lesen. Das ist der Vorteil des Bloggens, alles bleibt erhalten, ist nachhaltig abrufbar.

Mich persönlich freut es sehr, dass ich die Blogparade #KultBlick mitgestalten durfte. Ein Kreis schließt sich wieder, nachdem ich schon die erste Blogparade eines Museums im deutschsprachigen Raum überhaupt konzipierte – die MUSEO-Blogparade 2012 des Residenzmuseums. Blogparaden sind ein ganz hervorragendes Medium sich zu vernetzen und Diskussionen anzustoßen. Das taten meine Kultur-Blogparaden bereits (siehe hier auch Tipps zur Durchführung und Teilnahme an einer Blogparade). Das werde ich fortsetzen, denn ich entwickle sehr gerne Blogparaden pro Kultur! Projekte für 2018 kündigen sich da bereits an. Mal schaun!

SocialWalks: #Lustwandeln und #HohenzollernWalk

Als ich anfing zu bloggen hätte ich mir nie erträumt, jemals so coole Projekte wie das #Lustwandeln in Nymphenburg und Schleißheim sowie den #HohenzollernWalk für die Bayerische Schlösserverwaltung zu organisieren. Der Lernfaktor bei diesen drei SocialWalks war enorm. Vor allem der #HohenzollernWalk sprengte da einiges. Hier zu überlegen, welche Geschichten sinnvoll sind zu erzählen, wie das umgesetzt wird, wo die Kuratoren was wie erzählen, fesseln mich, kitzeln die Kunsthistorikerin in mir raus.

Eine wunderbare LIebeserklärung an Schloss Nymphenburg - dramatisch und schön! Die Schlösserverwaltung brachte mich zum Bloggen!

Eine wunderbare LIebeserklärung an Schloss Nymphenburg – dramatisch und schön! Die Schlösserverwaltung brachte mich zum Bloggen!

Alleine lässt sich so ein Walk wie den #HohenzollernWalk keineswegs stemmen. Es ist eine Teamarbeit hoch zehn zwischen Schlösserverwaltung, Kuratoren und mir gefordert. Das allein reicht nicht aus. Kooperationen mit den @igers_nuernberg, der Stadt Nürnberg, Tourismusverbänden sowie Kulturinstitutionen deutschlandweit verhalfen zum Erfolg. Das sind nur die Rahmenbedingungen, die wir bieten für die Teilnehmer. Gerade sie sind das Salz in der Suppe. Ohne sie geht nichts, ohne sie wäre vieles einfach nur langweilig. Sie helfen, den Tunnelblick zu vergessen und Altbekanntes neu zu erleben. Viele gestalten Kultur, dadurch wird sie kraftvoller und nachhaltiger! Es ist ein Geben und Nehmen. Dazu aber ein andermal ausführlicher.

Mädchen betrachtet auf dem Tisch liegende Anweisungen, um mit Licht zu malen in der offenen Experimentierwerkstatt im Deutschen Museum. #Mustip Museum mit Kindern in München entdecken.

Ein Evergreen im Blog und gerne zur Ferienzeit gelesen: Museum mit Kindern in München erforschen setzten wir sofort um. Mini malte begeistert mit Licht in der offenen Experimentierwerkstatt im Deutschen Museum. #MusTipp!

Bloggerreisen und Gastartikel

Meine erste Bloggerreise ging zur Fondation Beyeler – die Gauguin-Ausstellung rief. Formidable war es, euphorisierend, klasse! Auch so ein Überraschungspaket für mich. Danach folgten die Caritas-Ausstellung in Paderborn sowie die Pressereise zum Jazz-Woche nach Burghausen. Letzteres erstaunt mich immer wieder. Wenn Les Lapins superstars in Deutschland auf Tournee unterwegs sind bzw. Konzerte geben, explodieren die Artikel-Zugriffszahlen – sehr spannend! Ein weiteres Thema mit Video- und Artikelmaterial steht noch aus – eine Hammerschmiede mit einem supersympathischen Schmied. Darüber werde ich noch bloggen.

Einige Anfragen zu Bloggerreisen muss ich terminlich- und familiärbedingt absagen. Trotzdem freut es mich immer wieder, wenn eine Einladung zur Bloggerreise bei mir reinflattert. Wenngleich, liebe Kulturverantwortliche, überlegt euch vorher, wen ihr warum einladet und wie ihr die Reisekosten übernehmt. Am besten hier noch mal in „Tipps für erfolgreiche Blogger Relations im Kultursektor“ reinlesen.

Dinosaurier; Dino; #MuseumBabel; Senckenbergmuseum; Frankfurt

Einer der reichweitenstärksten Artikel – Gründe, warum Museen kein Social Media brauchen: Trefflicher Ort für die #MuseumBabel-Tagung, Senckenberg Museum, Frankfurt.

Das Blog als Plattform zum Austausch

Als ich den heutigen Artikel schrieb, schaute ich auf die Startseite meines Blogs. Sechs Artikel werden angezeigt, sechs Artikel von Gastautoren. Also, Zeit mal wieder selber zu bloggen, gell? Was mich freut ist die Bereitschaft bei mir zu schreiben –

von Museen:

  1. (hier bspw. die „Kunstblick“e
  2. das Bayerische Nationalmuseum sollte einfach bloggen – siehe Armbrust, Brueghel oder Lustgarten – was meinst du?
  3. die Staatliche Kunsthalle macht das endlich in einem Ausstellungsblog zu Cézanne, nachdem sie vorher schon drei Artikel bei mir veröffentlichten, der letzte zum #KultBlick
  4. das Kölner Stadtmuseum mit dem #depotdienstag
  5. das Stadtmuseum Berlin mit Elternzeitkultur
  6. das Martin von Wagner Museum in Würzburg mit dem #KultTrip

Möchtest du mehr aus der Museumswelt erfahren, dann klicke dich durch die Museumsblogroll – hier sammle ich sämtliche deutschsprachigen Museumsblogs. Fehlt ein Museumsblog auf der Liste, dann bitte mir einreichen zur Einpflege – danke!

von Menschen aus meinem Netzwerk und Studenten:

  1. Julian Stalters Schreibtipps für Blogger,
  2. Maximilian Westphals Tagungsbesprechung „Digitale Revolution“,
  3. Claudie Payes Artikel zu Kindern mit Migrationshintergrund im Museum,
  4. die Artikel von Sebastian Karnatz zur Cadolzburg und zur Authentizität im Museum
  5. und vor allem Peter Soemers berührende Artikel und Einsatz pro Kultur, zuletzt mit #KultBlick

Also, wer mal gerne zu den Themen Kunst, Kultur, Social Media und Digitalisierung etwas schreiben möchte, kein eigenes Blog hat, der spricht mich gerne an. Ansonsten lies gerne meine Montagsinterviews , hier frage ich spannende Menschen über ihren digitalen Zugang aus. Zurzeit ruht die Serie, das ändert sich aber bald wieder – versprochen!

Nikolaus steht vor der Dampflok 01 2066-7, die von Erwachsenen umlagert wird. Historische Dampfzugfahrten

Artikel wie diese über die Nikolausfahrten liebe ich zu schreiben. Und er vertrieb die Erwachsenen nicht von der Dampflok 01 2066-7. Den Kids war der Nikolaus eh wohlgesonnen.

Folgen des Blogs: Newsletter und Youtube-Kanal und was dann?

Newsletter pro Kultur

Seit 20 gibt es meinen monatlichen Newsletter. Dort führe ich eigene Artikel und viele Link- sowie Tagungstipps zum Digitalen auf. Über 320 Abonnenten folgen ihm mit einer Interaktionsrate von 40-60 Prozent. Ja, das schwankt. Aber es freut mich ungemein, dass der Newsletter gerne angenommen wird. Was sollte ich in deinen Augen darin noch aufnehmen? Was interessiert dich? Bitte her damit.

Gut. Manchmal fällt der Newsletter aus, wenn der Schreibtisch übervoll ist. Im Regelfall erscheint er am ersten Montag im Monat. Nun. Jetzt am Montag bin ich in Museumsblogfragen unterwegs. Das Outcome kommt bald. Vermutlich schaffe ich es nicht, den Newsletter rauszubringen bzw. erst mit Verspätung. Aber ich bin auch nicht Sklave meines Blogs. Es soll immer noch Spaß bereiten. Ich hechele also nicht auf Teufel komm raus meiner Strategie hinterher – diesen Luxus gönne ich mir. Brauche ich eine Verschnaufspause, dann nehme ich sie mir auch.

Ach, bevor ich es vergesse: Ich freue mich natürlich sehr, wenn du meinen Newsletter abonnierst #Blogwerbung muss auch sein, gell?

Youtube-Kanal pro Kultur

Ja, den Youtube-Kanal gibt es nur, weil es das Blog gibt! Hier experimentiere ich mit unterschiedlichen Formaten, in … ja, auch das gebe ich zu … in größeren Zeiträumen. Auch hier wird sich bald wieder einiges ergeben. Ich freue mich natürlich, wenn du mir folgst, wenn es dir gefällt gar einen Daumen hoch gibst bzw. Verbesserungsvorschläge machst.

YouTube

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Facebook-Seite KulturTalk

Die Facebook-Seite zum Blog gibt es noch nicht so lange. Hier poste ich zwar meine Artikel, ist ja klar, gell? Aber gleichzeitig findest du hier Aktionen von Museen, Büchereien, Theater und Performances – alles, das was ich spannend rund um Kultur finde. Kurzweilig sind diese Aktionen für Interessierte, aber auch für Kulturhäuser zur Inspiration für die eigene Aktivität im Social Web. Mir dort zu folgen, kann bereichernd sein.

Facebook-Gruppe pro Kultur – bringt’s das?

In letzter Zeit keimt der Wunsch bei mir auf, eine eigene Facebook-Gruppe zu gründen, die Kultur voranbringen soll, die Austausch für (Kultur)Blogger und Leser ist. Die Museums-, Theaterblogs und Co mit Interessierten zusammenbringt. Ich scheue mich noch etwas vor der Arbeit und mag auch keine Spamgruppe da großziehen. Wärst du an so etwas interessiert? Machst du mit? Was wäre für dich interessant daran? Hand hoch mitsamt Meinung zur Ausgestaltung – danke!

Dankeschön für Support an…

  1. Consulting und die technische Umsetzung an WebStolz – ohne dich, gäbe es das Blog und den Relaunch nicht – merci!
  2. Logo stammt aus der Feder von hanswernerbudt – ein ganz herzliches Dankeschön dafür!
  3. Blog-Strategie-Beratung: Thorsten Ising – auch dir MERCI – freue mich auf 2018 mit dir!
  4. aktuelle Portrait-Fotos von Thomas Bichl – danke dir für die Geduld einer Portraitunwilligen!

Tanja Praske, Kulturbloggerin und Kunsthistorikerin. Foto: Thomas Bichel - merci dafür - wird noch eingebunden.

So, jetzt ist es doch wieder ein langer Artikel geworden und immer noch habe ich nicht alles niedergeschrieben, was mich in den letzten fünf Jahren hier im Blog bewegte! Ich möchte dir ganz herzlich für deine Lesetreue und auch Mitmachen danken. Und bitte: Schreib mir hier gerne, worüber du mehr von mir erfahren möchtest! Gestalte das Blog mit und zwar pro Kultur!

 
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