Auf Reisen oder Hürdenlauf zum persönlichen Blog

Jetzt ist es soweit. Lange trug ich es mit mir herum. Jetzt setze ich es einfach um: Et voilà – mein „eigenes“ Blog samt ersten Post. Es ist ja nicht so, dass ich keine Erfahrung mit dem Medium hätte. Doch jedes Blog verlangt eine spezifische, themenabhängige Ansprache. Grundsätzlich ist es auch immer etwas anderes, ob für eine Kulturinstitution, für ein Netzwerk im Kultursektor oder aber für das eigene Blog geschrieben wird. Die Hemmschwelle für letzteres war für mich groß. Statt, wie es im Netz oftmals empfohlen wird, erst im Privaten Erfahrungen für die Nutzung von Social Media zu machen, wählte ich den umgekehrten Weg. Ich bloggte zuerst für ein Museum. Na klasse, warum denn das? Nun, ganz simpel – die Aufgabe stand gerade einfach an. Also baute ich mit anderen kurzerhand das Blog auf und sammelte erste Erfahrungen – eine spannende Zeit, die noch immer andauert.

Blick auf U-Bahn-Station in Garching. Das Bild soll den Weg zum eigenen Blog visualisieren. sechs Hürden mussten dazu übersprungen werden und es hat sich gelohnt zu bloggen!

Sechs Hürden zum eigenen Blog musste ich überspringen – und es hat sich gelohnt! Weg mit: Zeit, Perfektionismus, Reife, Themen, Reife, Strategie, Technik! Einfach machen!

Und wo bleibt das eigene Blog? Tja, da haben wir sie …

Hürde Nr. 1: die ZEIT

Sie spielte und wird immer eine Rolle für mich spielen. Neben Familie und Job kann sie sehr knapp werden. Der Zeitfaktor ist die erste zu überspringende Hürde ein eigenes Blog auch tatsächlich zu starten, vielleicht gar die Killerhürde: Finde ich die Zeit regelmäßig, mindestens aber einmal pro Woche einen Post zu veröffentlichen? Ich weiß es nicht. Manchmal ja, manchmal nein. Die Zeit wird es zeigen und … holla, mach es jetzt einfach – so meine Überlegung.

Hürde Nr. 2: die THEMEN

Den Zeitfaktor habe ich für mich soweit erst einmal geklärt, schon steht aber die nächste Hürde an: Gibt es für mich überhaupt Themen, über die ich privat schreiben möchte und die mich antreiben? Was für Fragen! Klar gibt es die und zwar nicht zu knapp. Kultur, Kunst und ihre Vermittlung via Social Media bieten ein breites Spektrum, das fasziniert. Hürde übersprungen, ja, aber Achtung …

Hürde Nr. 3: der PERFEKTIONISMUS

Muss ich alles bis ins letzte Detail durchdenken? Puh …, wünschenswert, keine Frage. Nur benötige ich Freiraum für Gedankengänge, für ihre Entwicklung, aber auch ihre Verwerfung. Dann muss mir aber eines klar sein: Mein Blog ist nicht im wissenschaftlichen Elfenbeinturm angesiedelt. Diesen habe ich glücklicherweise schon seit längerem verlassen – eine steinige, lange Treppe mit vielen Windungen. Noch während der Doktorarbeit habe ich kaum Teilergebnisse, Gedankenfetzen oder Eingebungen nach außen getragen, zur Diskussion gestellt, geschweige denn veröffentlicht. Alles sollte bis ins letzte Detail durchdacht, abgeklärt und einfach nur … perfekt sein. Dass aber Diskussionen mit anderen zu neuen Erkenntnissen, Bestätigungen oder heilsamen Verwerfungen führen können, war mir fremd. Darüber neue Ideen finden? Warum? Ich hab‘ doch mich – na wunderbar! Ich werde das hier nicht weiter vertiefen, die Thematik hat es in sich. Und dafür fehlt mir jetzt die ZEIT. Perfektionismus leitet in die Irre. Er blockiert zu schreiben. Ist er vorherrschend, beraubt man sich der Chance, Gedanken und Ideen schriftlich zu sortieren, zu strukturieren und dadurch zu schärfen. Also, einfach darauf los! Aber was benötigt man dazu?

Hürde Nr. 4: die REIFE

Richtig. Reife ist das Stichwort. Ich musste erst reifen, um zu verstehen – Zeit – Themen – Perfektionswahn. Ich werde hier keine wissenschaftlichen Abhandlungen zum Besten geben – vorerst. Sicher, ich sollte niemals nie sagen. Kunsthistorische Themen bewegen mich stets, manche sind ungelöst und für mich nicht aus dem Sinn. Aber ich werde sie hier und jetzt nicht angehen … noch nicht …

Hürde Nr. 5: die STRATEGIE

Hm … was ist mein Plan? Denn wie wir ja immer wieder hören und lesen, steht und fällt alles mit einer gut durchdachten Strategie, gerade im Social Media Bereich. Und tatsächlich gibt es die: Mein Blog wird sich entwickeln! Wohin der Weg aber führt, bleibt offen und das ist von mir auch so gewollt – Strategie eben. Ich möchte mir kein Korsett anlegen, das mir irgendwann zu eng wird.  Ich gönne mir die Freiheit einfach los zu laufen. Kunst, Kultur und ihre Vermittlung via Social Media sind das Ziel. Den goldenen Weg dahin gibt es nicht, wohl aber ein verästeltes und facettenreiches Wegesystem. Und das möchte ich nun angehen. Vorher gilt es aber noch eine letzte Hürde zu nehmen.

Hürde Nr. 6: die TECHNISCHE UMSETZUNG

Nun, ich habe den vielleicht schwierigeren Weg gewählt: Ich habe das Blog selbst aufgesetzt – mit einigen Stolpersteinen, aber vielen Lerneffekten. Glücklicherweise bekam ich Hilfestellung von mehreren Seiten. Kaum war nun ein Problem gelöst, so klopfte das nächste an … zum Mäusemelken.Aber auch hier hilft nichts anderes als einfach machen. Lösungen ergeben sich, auch wenn es manches Mal recht anstrengend ist. Dank Andreas Kreuziger ist das Blog jetzt on – merci, Andreas! Am Design wird aber weiterhin geschraubt, wundert Euch also nicht über eventuell gefühlte Baustellen oder über ein Re-Design.

Noch eine Herzensangelegenheit: Ein dickes Dankeschön geht an das Team der Kulturkonsorten. Der I-Faktor (I = #Inspiration #Idee #Input …) mit Euch ist phänomenal … et

finalement geht die eigentliche Reise los …

Nachtrag

Kaum ist der Blogpost online, schon gibt es eine erste Analyse – merci, Frank Tentler! Wer stichhaltige, weitere Gründe PRO (Corporate-)Blog benötigt, der liest am besten diesen Blogpost: „Das eigene Blog: Eine Analyse und zwei Wege“, 1.10.2012.

Und es geht weiter – Steffen Peschel analysiert Franks und meinen Post und klar ist: Blogs sind eine Chance nicht nur für Privatpersonen, sondern vor allem für Unternehmen, respektive Kulturinstitutionen. Das Blog – die Base einer jeden Social Media Strategie . Prima, Steffen! Hier sein Post: „Bloggen, ja oder nein?„, 3.10.2012.

Es wird vermehrt über den Einsatz von Blogs nachgedacht. So verspricht Djure Meinen, angeregt von Frank Tentlers Blogpost, jetzt wieder vermehrt zu bloggen. Mögen viele seinem Beispiel folgen: „Social Media: Das Blog im Zentrum„, 4.10.2012.

Absolute Klasse ist die Initiative der diesjährigen Summer School Dresden, die den jungen ForscherInnen das Medium Blog praxisnah und nachhaltig vermittelt hat. Bitte mehr davon: „Auf die Plätze, fertig, Blog! Junge Forscherinnen und Forscher bloggen die Dresden Summer School 2012„, 3.10.2012.

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