Kommentierst du schon oder bloggst du noch? Kommentare in Blogs

Sind Kommentare in Blogs wichtig? Mir ja, für mich sind sie das Salz in der Suppe. Warum? Weil ich mitunter neue, faszinierende Blogger so kennenlerne, mich mit ihnen vernetze und austausche. Weil Kommentare Gedanken weiterweben, die gar zu anderen, bereichernden Diskussionen führen. Sie können Ideenlieferanten für neue Artikel wie diesen hier sein. Er erwuchs aus der Diskussion zu „Was gefällt dir an Museen? Was nicht? – Museum analog und digital“. Was kannst du für mehr Kommentare im Blog tun? Welche Tipps hast du für uns?

Runde Plakette mit französischer Aufschrift: zwischen Menschen ist es nicht leicht. So treffend zum Thema des Blogposts: Mehr Kommentare im Blog.

Wie funktioniert das genau: mehr Kommentare im Blog? Gibt es den Leitfaden dazu? Das Motiv fand ich im Buchheim Museum. Muss mal nachhaken, wer es geschaffen hat. Trage ich hier noch nach.

Was erwartet dich?

Zunächst einmal stelle ich die unterschiedlichen Positionen zum Thema vor. Wie verhält es sich mit Corporate Blogs, hier im Museumskontext? Hängen Kommentare mit dem Bloggergenre zusammen? Wie schaut’s diesbezüglich in Journal-, Eltern-, Kultur- sowie Wissenschaftsblogs aus. Denkstoff für dich und für mich. Auch bei mir sind Kommentare im Blog rückläufig. Sag du mir warum! Was kann ich tun, wenn ich dem entgegenwirken möchte? Ganz am Ende des Artikels werde ich ein paar Tipps mit Links für mehr Kommentare geben.

Sind Kommentare in Blogs wichtig?

Das ist eine gute Frage, die nicht für jeden relevant ist. Anke Groener hat die Kommentarfunktion schon lange abgestellt (Montagsinterview, Frage 7). Sie sind ihr nicht wichtig, da das Blog ihr persönliches Journal ist, wenngleich sie natürlich auch für ihre Leser schreibt. O-Ton:

„Trotzdem brauche ich nicht unter jedem Eintrag Beifall (oder auch Schulterzucken oder Kritik), gerade wenn ich über sehr persönliche Dinge schreibe. Menschen, die mir daraufhin etwas mitteilen möchten, schreiben mir Mails oder sprechen mich auf Twitter an, und das sind meistens sehr sinnvolle oder hilfreiche Anmerkungen.“

Ist das typisch für Journalblogger der ersten Stunde? Kaltmamsell von Vorspeisenplatte fragte ich nicht danach. Sie ist eine Bloggerin der ersten Stunde. Vermutlich legt sie darauf keinen Wert. Darauf deutet zumindest ihre Antwort zur Frage 2 des Montagsinterviews hin – O-Ton:

„Mit der Zeit ist mein Blog auch zu einer Chronik geworden, in der ich mein eigenes Leben nachschlagen kann: Habe ich vor fünf Jahren den ersten Morgenkaffee auf dem Balkon schon im April getrunken? Wie hieß nochmal diese Bodega in Ávila auf dem Spanienurlaub vor zehn Jahren? Woher hatte ich nochmal das Rezept für die Aprikosentarte?“

Kea bloggt seit 2014. Sie veränderte die Blog-URL, weil sich die Inhalte ihre Blogs drastisch veränderten. Ihre Artikel werden rege kommentiert, außer wenn es um Sex geht. Das nimmt sie bewusst in Kauf, denn sie schreibt über das, was ihr wichtig ist (Montagsinterview, Frage 6).

Auch das Landlebenblog wird gut kommentiert. Friederikes humorvolle Art scharfsinnig ihre Umwelt im Odenwald zu beschreiben, fordert dazu raus. Sie zeichnet Bilder und kitzelt Emotionen heraus. Astrid von Le Monde de kitchi habe ich noch nicht interviewt, ihr Blog lebt von Interaktion. Eltern- und DIY-Blogger weisen zahlreiche Kommentare auf. Auch Marlene von Museum Burg Posterstein stellte diese rege Diskussionskultur bei Themen rund um DIY und Nachhaltigkeit fest (Kommentar vom 12.7.17).

Ist das Kommentieren eine Frage der Bloggergenres?

Kulturblogger unter sich

In Blogs von Kulturbloggern und in Museumsblogs sieht es dann wiederum mau aus – woran liegt das? Ist unsere Community zu klein oder eher zu konsumierend und weniger diskussionswillig? Oder liegt es eher an uns? Sind wir Kulturblogger zu bierernst? Zu sachlich und wenig unterhaltend? Zu sophisticated? Zu sehr verharrend in unserer eingeengten Filterblase? Diskutieren wir zu sehr woanders und zu wenig in Blogs? *packandieNase*. Oder bleiben wir zu unverbindlich, offenbaren zu wenig Persönliches über uns?

Emotionalisierung – Problemlösung – Suchverhalten

Eines ist auffällig: Alle weiter oben vorangestellten Beispiele sind sehr individuell und vor allem persönlich: Die Bloggerinnen offenbaren ihre Gedanken- und Gefühlswelt, werden stärker als Personen aus Fleisch und Blut fassbar, vor allem aber emotionalisieren sie, weil sie auch die Gefühlswelt des Lesers berühren und bei ihnen Gedankenspielereien auslösen.

Wir Kulturblogger emotionalisieren nicht. Wir provozieren kein „genau! So erging es mir auch“, „ich fühle mit dir“, „fühle dich gedrückt“. Wir geben keine Lebenshilfe, lösen keine Probleme der Menschen. Gut. Schreiben wir über Probleme bei der Nutzung von Social Media, dann werden wir viel gelesen und kommentiert. Aber damit lösen wir Probleme, geben Hilfestellung und Ratschläge. Denken wir zu wenig SEO-mäßig für die Menschen da draußen, die via Google ihre dringlichen und weniger dringlichen Probleme lösen wollen und sei es, um den ultimativen Tipp für eine Städtereise zu erhalten! Nachtigall ich höre dich trapsen. Vielleicht müssen wir einfach nur ein bisschen anders unsere Artikel aufbauen.

Denn, warum um Himmels willen sollte eine Ausstellungsbesprechung zu Kommentaren anregen, wenn sie eh weniger gelesen wird als ein Social-Media-Artikel? Wenn wir aktiv unsere Leserschaft weniger aufbauen, uns mit anderen, auch fachfremden Bloggern weniger vernetzen? Fetter Denkstoff (*Notizanmich*)!!!

Wie sieht es in Wissenschaftsblogs aus – hier auf hypotheses.org?

Gibt es eine Diskussionskultur auf hypotheses.org – der Bogging Plattform für Wissenschaftler? Ich denke, das hängt wiederum von den Blogs und ihrer gelebten Diskussionskultur ab. Hypotheses.org ist definitiv auch eine Vernetzungsplattform.

Nicht kommentiert zu werden, heißt nicht, nicht gelesen zu werden. Das trifft übrigens auch auf Museumsblogs zu. Auf Tagungen begegnete mir immer wieder das Vorurteil, „wer liest denn Blogs überhaupt?“ Ja. Der Schein trügt. Wird etwas angenommen, dann erkenne ich das daran, ob die Leserzahlen steigen, an der Verweildauer und dem Folgen der Verlinkungen, nicht aber unbedingt an den Kommentaren. Denn die Diskussionen verlagern sich nicht selten auch im Social Web, in Facebook-Gruppen, auf Twitter und Co.

Wissenschaftskommunikation – Social Media als Chance?

Die Wissenschaft liegt mir am Herzen, vor allem auch die Wissenschaftskommunikation, die über das Digitale profitieren kann. Raus aus dem Elfenbeinturm, hinein in die Diskussion, in die Ideenfindung, -bestätigung, aber auch ihrer Verwerfung aufgrund von konstruktiver Kritik. Wie das Digitale in der Wissenschaftskommunikation aussieht, das beschreibt zuletzt Kristin Oswald in: „Wenig Social, viel Media. Neue Stellungnahme zu digitaler Wissenschaftskommunikation“.

Warum gehe ich nun auch auf hypotheses.org ein? Mein Artikel „Was gefällt dir an Museen? Was nicht? – Museum analog und digital“ löste dazu auf Twitter eine Diskussion aus.

Ergänzung:

Karoline Döring diskutierte mit mir auf Twitter (siehe weiter unten das Storify) zum Thema wissenschaftliches Bloggen. Jetzt ist ihr Artikel „Wissenschaftsblogs als Publikationsorte – Ein von den Geisteswissenschaften noch zu wenig genutztes Potential?“ dazu online – so wichtige Impulse stecken darin: Liebe angehende Wissenschaftler, werdet autonomer von etablierten Mustern, schafft euch eure eigenen Chancen, bloggt wissenschaftlich, haltet dazu gewisse Standards ein, verbloggt mal erste Erkenntnisse und überführt diese in nachhaltige online-Artikel. Ihr werdet sichtbarer, verschafft euch Reputation und habt keine Angst vor Fehlern. Sie sind in meinen Augen heilsam und führen am Ende zu guten Ergebnissen. Ich war während des Doktorats zu lange im wissenschaftlichen Elfenbeinturm, mir hätte es besser getan, früher diesen zu verlassen, den Diskurs zu suchen und darüber schneller voranzukommen.

Kommentare verlagern sich auf Facebook, Twitter und Co

Das ist Fakt: die Blogposts werden nicht selten auf Facebook, dort in speziellen Gruppen sowie auf Twitter kommentiert. Flüchtig ist die Diskussion hier, nichts ist wiederauffindbar. Der Stream walzt sich in einer wahnsinnigen Informationsflut voran. Unsere Meinung verschwindet, ist nicht nachhaltig. Es sei denn, wir wirken dem entgegen. Aber wie?

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Kommunikation – Interaktion – Vernetzung – Beziehungsaufbau – Authentizität

Was für eine Keyword-Buzz-Dichte, gell? Warum willst du eigentlich Kommentare haben? Brauchst du das Schulterklopfen? Oder gibt es da eine weitere Ebene, die mit Beziehungsaufbau und authentischem Austausch zusammenhängt? Wem Kommentare wichtig sind, der muss dafür etwas tun. Warum sollte ein Blogger bei dir kommentieren, wenn du nicht auch bei ihm kommentierst? Das betrifft übrigens auch institutionelle Kulturblogs, wie Museumsblogs: von nix kommt nix!

Wenn mir am Austausch etwas liegt, dann muss ich das aktiv angehen. Bei Astrid und den „alten“ Bloggerhasen (ist nicht negativ gemeint, gell!) merkt man das: Es wird aus Überzeugung und Willen bei anderen mitgemacht, sei es bei Blogparaden, bestimmten Thementagen o. ä.

12 von 12

Ich habe bei 12 von 12 im Juli das erste Mal mitgemacht – und ja, ich wurde für meine Verhältnisse sehr persönlich. Nun, ich enthielt euch das Foto von mir vor, das mich schweißgebadet und rot wie eine Tomate nach dem Sporteln zeigt – das war mir dann doch too much. Zugleich stöberte ich bei den anderen Teilnehmern, genau wie von Caros Sammlung aus bei mir gestöbert wurde. Der Artikel wurde nicht kommentiert, warum auch? Er steht isoliert bei mir im Blog, bis auf „#webseidank“ gibt es keine so persönlichen Artikel bei mir im Blog und damit fehlt die entsprechende Leserschaft. Tatsächlich schrieb ich für mich und es bereitete mir ungeheuren Spaß, so zu schreiben. Es war befreiend und eine Spielerei für mich. Gleichzeitig lerne ich über 12 von 12 neue Blogs kennen und zwar jenseits meiner Kultur-Filterblase (die liebe ich übrigens sehr und gebe sie auch nicht her, gleichwohl bin ich neugierig auf neues, mir fremdes Gedankengut).

Aber ehrlich, liebe Museen oder Theater, mich würde es sehr interessieren, wie euer Tagesablauf war, mit welchen Problemen ihr euch herumgeschlagen habt, ob es Adrenalinschübe etc. gab. *WinkmitdemZaunpfahl*.

Muss jetzt jeder bei 12 von 12 mitmachen? Nee. Ein Müssen gibt es nicht, sondern nur ein Wollen, wenn man sich auf andere Gedanken einlassen möchte, aber nicht, weil man das strategisch machen will. Der Schuss kann nach hinten losgehen, vor allem dann, wenn es nicht zu einem passt.

Tipps für mehr Kommentare im Blog

Das betrifft mich jetzt persönlich. Ich möchte einiges verändern, denn mir sind Kommentare wichtig. Was früher als Wissenschaftlerin die Fußnoten waren, sind heute für mich die Kommentare, wenn sie bei mir Gedankenprozesse auslösen. Ja, liebe Marlene und Angelika oder auch Peter und Corpus Deckenmalerei, dank eurer Kommentare in meinem Museumsblogpost bzw. auf Twitter gibt es jetzt diesen Artikel. Ihr habt mich zum Weiterdenken motiviert. Dabei vergaß ich, den älteren Artikel in bestimmte diskussionsfreudige Facebookgruppen zu posten. Werde ich noch nachholen und mal schaun‘, ob es da weitere Impulse gibt, die ich ins Blog holen werde.

Was versuche ich also zukünftig zu verändern, nicht nur um Kommentare zu erhalten, sondern einfach um neue Ideen zu entwickeln und mich vor allem zu vernetzen?

789 Tipps für mehr Kommentare im Blog bzw. Vernetzung und Austausch

1. Feedly nutzen

Ja. Ich werde verstärkt wieder mehr mein Feedly nutzen, dort die Blogs thematisch eingeordnet haben, die mir wichtig sind, die irgendwie auch schon einmal mit mir interagiert haben. Ich möchte mich nicht auf Facebooks Algorithmus mehr verlassen, aus Versehen spannende Artikel zu lesen.

2. Morgens eine Stunde Blogs lesen

Das möchte ich mir einrichten, zumindest versuche ich es. Stärker Blogs lesen, die mich interessieren und entsprechend kommentieren, wenn ich etwas dazu sagen möchte und zwar nur dann. Dafür lege ich mir morgens eine Uhrzeit fest, bevor die Arbeit für mich losgeht. Denn tatsächlich ist es auch Lesevergnügen und manches Mal gar Weiterbildung.

3. Diskussionen aus Social Media ins Blog zurückholen

Damit eine Diskussion nicht zerfasert und vor allem wieder nachhaltig wird, hole ich sie mir ins Blog zurück. Entweder als Nachtrag zum Artikel oder aber es entsteht daraus ein neuer Artikel. So verfuhr ich übrigens mit „Museen braucht das Land! Was können sie für uns tun?“ – spannender Artikel, oder?

4. Mitmachen bei Blog-Formaten

Wie 12 von 12, Blogparaden oder anderen Thementagen, auch die eigenen, wie die Montagsinterviews fortführen. Sie bereichern meine Welt. Ich denke so über Themen nach, auf die ich vermutlich nicht alleine gekommen wäre. Das tut auch gut, wenn man mal seiner regulären Gedankenwelt so entflieht und sich auf Neues einlässt. Bei Astrid und auch Sylvia von jaellekatz erhältst du dazu spannende Anregungen.

5. Keine Erwartungen an andere haben

Nur weil ich woanders kommentiere, heißt das nicht zwangsläufig, dass ich Gleiches von ihnen erwarte. Ich lasse mich von meinen Interessen, Neigungen und meinem Spieltrieb leiten.

6. Artikel in den Freundeskreis hineinteilen

Das habe ich tatsächlich kaum gemacht. Kürzlich aber zeigte ich einer Freundin den Artikel „Die Cadolzburg – eine Burg der Hohenzollern & ein neues Erlebnismuseum“ – wider Erwarten fand sie ihn klasse und war interessiert. Sie dachte nämlich bislang, dass ich nur so hochtrabend daherschreibe. Also, hin und wieder werde ich das tun. Die Kommentare erhalte ich dann mündlich. Das ist mir auch wichtig, paradox aber wahr.

7. Emotionalisieren

Sachtexte provozieren dann Kommentare, wenn sie Probleme lösen oder zu Diskussionen animieren. Will ich mich als Person zeigen? Vielleicht mache ich das hin und wieder, denn manches Mal ist es befreiend und tut gut. Emotionalisieren kann man aber auch, wenn man provoziert, auch mal einen Rant schreibt. Das geschah bei „14 Gründe, warum Museen kein Social Media brauchen„. Die 56 Kommentare bieten extrem viele Impulse und nach wie vor, Stoff zum Weiterspinnen.

8. Verlinken auf andere Blogs

Verlinke ich auf andere Blogposts, weil sie das Thema voranbringen, vernetze ich sogleich und werde bemerkt. Dadurch kann es auch Kommentare geben, so wie Frank aufmerksam auf mich wurde und hier kommentierte und dadurch die Tipps um den 8. Punkt bereicherte.

9. Sich analog auf Bloggerevents treffen

Analog und digital sind keine zwei Paar Schuhe, sondern gehören für mich zusammen. Treffe ich jemanden auf Bloggerevents, -stammtischen, dann verbinde ich zum Blog ein Gesicht und habe das Blog präsenter, nehme Tweets und Facebookpostings eher wahr, als wenn ich die Person noch nie getroffen habe. Im Idealfall habe ich über unsere Themen eine Beziehung aufgebaut, lese und helfe gerne zur Verbreitung der Ideen weiter. Und ja, tatsächlich möchte ich diese Blogs dann mehr kommentieren.

Linktipps zu „Mehr Kommentare im Blog“:

Die Tipps wiederholen sich alle irgendwie, deshalb reichen hier drei Verweise. Es entbindet dich nicht, dir zu überlegen, was dir wichtig ist. Bleibe dabei authentisch!

  1. Blogs und Kommentare: Pro und Contra“ Nachtrag durch Christians Kommentar, sein Artikel von 2011 zum Thema.
  2. Wie du mehr Kommentare 💬 ins Blog bekommst
  3. „Blog-Kommentare — das unterschätzte Marketing- & Networking-Tool [SichtbarkeitsTipp#001]“ – Podcast.
  4. Mehr Kommentare auf deinem Blog – so geht’s!
  5. Kommentieren lohnt sich nicht, so Robert: „Selbstversuch: Was bringen Blog-Kommentare wirklich? (Statistiken inside)

So, mehr fällt mir nicht ein, aber vielleicht hast du noch Ideen? Sind dir Kommentare überhaupt wichtig? Was zählt für dich?

Erneut kein Montagsinterview, dafür aber von ihnen Impulse erhalten. Fakt: Montags wird gebloggt!


Diskussion auf Facebook und Co

Facebook

Und Kea schreibt, auf Facebook als hello mrs eve unterwegs, gibt einigen Denkstoff:

Friederike von Hundelshausen antwortete im FB-Posting:

„es ist oft eine Zeitfrage, aber wenn man den Artikel auch gelesen hat, dann könnte man wirklich noch 3 min. ranhängen und kommentieren. Aber bestimmt kommt auch dazu, dass man nicht so gerne kritisiert, wenn man den Autor auch kennt, denn eine wirkliche konstruktive Auseinandersetzung und evtl. auch Kritik an einem Thema braucht einfach Zeit. Loben geht schnell, argumentativ gestützte Kritik muss oft sehr ausholen…“

Angelika diskutiert auf der Facebook-Seite von MusErMeKu über das erwünschte und weniger erwünschte Kommentierverhalten:

Für die Diskussion auf Twitter legte ich ein Storify an. Es gibt hier zwei Stränge: a) allgemein, warum weniger diskutiert wird, b) Diskurs zum wissenschaftlichen Bloggen.

 
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31 Kommentare

  1. Pingback: Bloggererkenntnis, Kutschengala, Weiterbildung | #WMDEDGT

  2. Pingback: Kultur-News KW 29-2017 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

  3. Hallo Tanja,

    über Deinen Kommentar im Artikel von Robert bin ich nun in Dein Blog gekommen.
    Interessierte Blogger schauen auch schon über den Tellerrand und sind neugierig.

    Denn Diskussionen in Blogs sind auch für mich ….

    Ideenlieferanten für neue Artikel

    Treffen auf Bloggerevents und Stammtischen ist aber nicht jeder Bloggers Sache. Ich kenne Blogger die trauen sich kaum aus dem Haus.
    Ob das schon krankhaft ist?

    Verlinken auf andere Blogs sollte selbstverständlich sein. Wenn man dort gelesen hat und sich Ideen für neue Artikel geholt hat dann ist ein Quellverweis in Form eine Links auch aus Seosicht nützlich. Sagt zumindest Matt Cutts in einer Video Botschaft vom 01.07.2013
    Quelle: Matt Cutts – Verlinkt Eure Quellen

    Grüße Lothar

    • Tanja Praske

      Danke Lothar! Ja, verlinken sollte selbstverständlich sein. Ich mache das auch gerne, da der Leser so, wenn er mag, zusätzliche Infos oder andere Argumentationsmuster erhalten kann. Als ehemalige Fußnotenfetischisten passt das zu mir.

      Warum Blogger nicht zu Stammtischen oder Treffen gehen, ist mir unverständlich. Ich habe in meiner Anfangszeit in München alles aufgesucht, was Sinn machte. Tatsächlich sind mir die Ironblogger am liebsten, aber auch die Treffen des Bloggerclub e. V. werden immer spannender, gerade aufgrund des Netzwerkgedankens. Hier der Link, falls sie für dich interessant sind. Vielleicht magst du ja bei dir Bloggerclub-Treffen in die Wege leiten, wenn du dich schon über dein Bloggerforum so engagierst. Hier der Link zum Bloggerclub: http://www.bloggerclub.de/

      Danke für deinen Besuch bei mir und eine schöne Woche!

      Verregnete Grüße
      Tanja

    • Tanja Praske

      Lieber Robert,

      danke dir für den Hinweis! Ich habe dazu bei dir kommentiert und werde deinen Artikel noch unter den Linktipps setzen, da du noch einmal andere Aspekte aufzeigst, wenn es darum geht, Blog-Marketing-Tools zu testen.

      Traurig, dass einige Kommentare von dir von Bloggern nicht freigeschaltet wurden, nicht gut, wenn Kommentare nicht beantwortet werden. Und da bekomme ich jetzt ein ganz schlechtes Gewissen, denn vor ein paar Tagen schaltete ich einen sehr umfänglichen Kommentar frei und habe ihn bislang noch nicht beantworter – ein Unding, denn mir ist der Austausch wichtig und über Kommentare entdecke ich manches Mal spannende Blogger. Denn die Blogs meiner Kommentatoren schaue ich mir alle an.

      Merci dir!
      Herzlich,
      Tanja

  4. Liebe Tanja,
    seit gestern diskutieren wir auf Twitter über Kommentare pro und contra. Nun, nachdem ich Deinen Artikel hier gelesen habe, gehen mir zahlreiche Gedanken durch den Kopf. Er regt also definitiv zum Nachdenken und auch zum kommentiere an ;-)
    Angelika schrieb, dass ihr die Kommentare, zumindest die, die reines Bauchpinseln sind, egal seien. Ganz so möchte ich das nicht sehen, denn solche Kommentare tun der Bloggerseele einfach gut, das ist ähnlich wie mit dem Sänger, der vom Applaus lebt.
    Ich denke auch, dass das veränderte Kommentarverhalten mit allgemeinen Verhaltensänderungen einher geht: Als ich vor über 10 Jahren begann im Internetbereich zu arbeiten und wir die ersten Corporate Blogs aufsetzten, da erzählte noch jeder SEO, der etwas auf sich hielt, dass das kommentieren anderer Blogs unglaublich wichtig sei für das Linkbuildung. Also wurde kommentiert (auf Teufel komm raus, zum Teil zumindest). Beide Begriffe lese ich heute kaum mehr – andere SEO-Ansätze werden verfolgt, die schneller mit weniger Aufwand zum Ziel führen sollen, denn inzwischen sind die meisten Kommentarfunktionen moderiert, so dass „Standardlobhudeleien“ vielfach eh nicht durchgehen, schon gar nicht, wenn bestimmte Webadressen dahinterstehen.
    Auch der „Umstieg“ von PC/Notebook auf mobile Endgeräte ist, denke ich, ein sehr wichtiger Faktor. Auch ich sitze im Moment am Notebook und tippe. Einen solchen Kommentar via Smartphone oder auch Tablet zu schreiben … vergiss es, da machen schon meine alten Augen nicht mit ;-)
    Und ja, auch das Metier ist sicherlich ein Grund für (im Verhältnis) wenig Kommentare. DIY oder Lifestyle-Blogs haben es da leichter. Allerdings beschränken sich die Kommentare bei ihnen auch meist auf „wundervoll“ und „fabelhaft“. Anders sieht es, meiner Erfahrung nach, bei Blogs aus, die auf der WordPress-Plattform selbst liegen, aber das liegt auch viel an der ganz anderen Tradition dieser Plattform und an den vielfach ganz anders ausgerichteten Blogs, die sich dort tummeln.
    Ich betreue ja durchaus noch Blogs in anderen Bereichen (vor allem Food, Wein) und kann nur sagen, dass es auch da inzwischen nicht mehr anders aussieht als im Kulturbereich. Eher ist es schon so, dass ich auf meinem Kulturblog mehr Kommentare bekomme als auf einem Foodblog, obwohl der deutlich höhere Zugriffszahlen hat.
    To cut a long story short: Ich bewundere das Problem, aber ich weiß keine Lösung; außer vielleicht der auch ein wenig an meiner eigenen Einstellung zu arbeiten.
    Danke Dir auf jeden Fall für diesen zum Nachdenken anregenden Artikel

    Herzliche Grüße
    Anja

    • Tanja Praske

      Liebe Anaj,

      „ich bewundere das Problem, aber ich weiß keine Lösung“ – finde ich witzig, zeigt aber, wie unentschieden wir dazu stehen.

      Vielleicht hast du im Facebook-Posting die Kommentare von Kea gelesen – da steckt einiges Wahres drin. Ich stimme mit dir überein: Ich mag Lob, ich mag aber vor allem den Austausch und ja, dafür muss man sich Zeit nehmen, und die hat man oft nicht bzw. nimmt sie sich nicht.

      Wenn im Museumsartikel nicht so eifrig diskutiert worden wäre, dann gebe es diesen Artikel nicht, dann hätte ich euch nicht herausgefordert zum Nachdenken und uns allen wäre etwas entgangen, gell?

      Wichtig ist der Aspekt mit dem mobilen Zugriff, er befördert die Diskussion auf Twitter und Co – dort war ja die Diskussion sehr rege, verhindert aber das Kommentieren, wie ich schon zum Kommentar von Daniela schrieb. Wurstlfinger und sinnfreie Handykorrektur passen nicht zum Kommentieren in Blogs.

      Ich glaube, ich muss noch einen 10. Punkt ergänzen und zwar: berührende Themen verbloggen, die zum Nachdenken anregen.

      Was ich beachtlich finde ist, dass dein Kullturblog mehr Kommentare einführt als die Bloggenres, die eine größere Zielgruppe haben. Hier finde ich Danielas Anmerkung wiederum wichtig, festzuhalten, wie groß die Zielgruppe überhaupt ist.

      Wie ich es schon auf Twitter sagte, deine sonntäglichen Linktipps sind eine Bereicherung für mich. Schon zwei oder drei Mal entdeckte ich ein neues Museumsblog, was ich in meiner Blogroll nachtrug – danke dafür! Danke auch für die stete Aufnahme meiner Artikel bei dir – das ist Lob und Wertschätzung meiner Arbeit und für mich mit einem Kommentar gleichgestellt!

      Herzlich,
      Tanja

  5. Ich finde, Kommentare gehören zu einem Blog irgendwie dazu, wobei es früher mehr war. Ich blogge seit 2004 und damals waren alle neu, alle wollten sich vernetzen, Blogger/innen waren/sind neugierig, wenn da jemand kommentiert hat, schauten andere Blogger/innen sich den Link, der sich hinter dem Namen versteckt, an – heute ist alles etwas schnelllebiger, was auch ok ist, aber manchmal sollte man sich die Zeit für einen Kommentar nehmen. Dank Facebook, Twitter und Instagram vernetzt sich das ganze einfach und wird hier und da ausgegliedert. Trotzdem freut sich jeder Blogger / jede Bloggerin über Kommentare – ist einfach so! :-)

    • Tanja Praske

      Lieber Markus,

      yes, da stimme ich dir zu! Ich freue mich über jeden Kommentar. Die Bloggeraufbruchphase kenne ich leider nicht, da schlug ich mich noch in Bibliotheken herum und verfasste ein fettes, wissenschaftliches Pamphlet. Bloggen wäre mir da nie in den Sinn gekommen, zumal ich 2007 meine Doktorarbeit noch mit Dias verteidigte :-)

      Was ich neben den Kommentaren sehr schätze, ist der direkte Austausch auf Bloggertreffen in welcher Form das auch immer statt findet. Am Anfang und bis jetzt standen die Ironblogger als fette Austauschpartner da, mit viel Leidenschaft ging und geht es jetzt immer übers Bloggen. Seit 2016 gibt es dann den Bloggerclub (da sind übrigens viele Ironblogger dabei), der einiges bewegen möchte, aber auf die Bereitschaft zum Mitwirken der Mitglieder angewiesen ist. Gestern verpasste ich leider den Bloggerclub Connect – feine Sache.

      Was habt ihr in Münster an realen Blogger-Treffen? Komme übrigens ganz aus der Nähe „wech“ (Rheda). Ging in Münster auf mein erstes Konzert „Level 42“, lang ist es her und vor Ewigkeiten hatten mein Vater und ich dort einen Antiquitätenladen *Erinnerungenwerdenwach*.

      Bei euch gibt es das Bibelmuseum, dass sehr aktiv in Social Media ist, tatsächlich auch einen Blick sich lohnt. Gib mir Bescheid, wenn du es mal wagst.

      Mir gefällt deine Autoren-Legende sehr: „alles etwas autodidaktisch, dafür alles mit viel Leidenschaft“. Das Blog-Design, die Themen finde ich auch sehr ansprechend. Wieder einmal lernte ich über einen Kommentar ein feines Blog kennen. Merci dir!

      herzlich,
      Tanja

      • Wir haben hier in MS eine schnell wachsende Bloggerszene und hatten vor kurzem ein Bloggertreffen mit dem MS-Stadtmarketing – dazu gibts immer wieder Minimeetings – da kommt auf jeden Fall noch was. :-)

        • Tanja Praske

          Das klingt prima – die Bloggertreffen untereinander, aber auch der Beziehungsaufbau zum Stadtmarketing! Einen ähnlichen Weg gingen wir für den #HohenzollernWalk, hier brachten wird das Stadtmarketing Nürnbergs mit den regionalen Bloggern zusammen erweitert um den Frankentourismus – sehr bereichernd für alle Seiten!

          Wäre der Bloggerclub etwas für euch in Münster? Das ihr eine eigene Städtegruppe aufbaut? Schau mal hier: http://www.bloggerclub.de/
          Wir haben auch einen Bloggerkodex erarbeitet, der für Transparenz sorgt. Wir sind zwar noch verortet in München, langfristig angedacht ist es, den „Dunstkreis“ durch engagierte Mitglieder, die sich für das Bloggen einsetzen, zu erweitern. Falls dich das interessiert und du andere engagierte Blogger kennst, die da gern mitwirken würden, dann schreibe mir doch einfach mal eine E-Mail – würde mich sehr freuen!

          Ansonsten euch viel, viel Erfolg im schönen Münsterland!
          Herzlich,
          Tanja

  6. Liebe Tanja,

    manchmal fehlt mit halt die Zeit, ich würde gerne öfters kommentieren. Vielleicht erliege ich einer Fehleinschätzung: unbewusst gehe ich davon aus, ich sollte innerhalb von 48 Stunden nach der Freischaltung kommentieren, sonst ‚hat jeder den Post schon gelesen‘. Was sagen Deine Statistiken dazu?

    Ansonsten ist mir jedoch klar, dass Du über Social Media neue Entwicklungen bei Deinen Posts immer wieder hervorhebst – das macht nicht jeder! Es darf als prima Einbindung des Blogs in der Gesamtstrategie der Internetpräsenz verstanden werden.

    Liebe Grüsse!
    Peter

    • Tanja Praske

      Lieber Peter,

      hm … klar, der Peak eines Artikels liegt zwischen 1-3 Tagen, wenn nichts weiter geschieht. Dadurch dass ich in Social Media zeitverzögert poste, kann ich wieder für ein Aufflammen sorgen. Entsteht eine Diskussion, dann habe ich wieder Stoff, dass in Social Media hineinzuteilen und Aufmerksamkeit für den Artikel zu generieren.

      Sinnig wäre es auch, regelmäßig Grundlagenartikel oder die Evergreens zu überarbeiten mit neuen Impulsen. Das ist wiederum Stoff zum Hinausposaunen.

      Mir bedeuten ältere Artikel einiges, denn sie wurden irgendwann einmal mit viel Gehirnschmalz und Einsatz geschrieben und weil das so ist, verlinke ich sehr viel intern. Wer mehr erfahren möchte, kann so durch das Blog flanieren und Ideen gewinnen. Dadurch bleiben Artikel aktuell, auch wenn sie schon vor längerer Zeit verfasst wurden.

      War ich gar mit der Keyword-Geschichte pfiffig, dann werden diese Artikel auch viel später gut zugegriffen. Interessierte können also die Kommentare später noch erfassen. Nur reduzieren sich natürlich diese Zugriffe, nicht jeder fasst nach. Da spielt dann die Web-Regel wieder mit ein: Von 100 Lesern, Liken 9 und einer kommentiert.

      Ein herzliches Dankeschön für dein Nachfassen hier!
      Herzlich,
      Tanja

      • Vielleicht lassen wir uns zu sehr von ‚dem Sturm der Zeit‘ mitreissen und bewerten wir Posts und Kommentare von 2 Jahren her als ‚alt = überholt = nicht mehr relevant‘ – irrtümlicherweise!
        Dein Gedanke, „regelmäßig Grundlagenartikel oder die Evergreens zu überarbeiten mit neuen Impulsen“ gefällt mir sehr. Ich hätte da auch noch einen älteren Gastbeitrag, den es zu ergänzen/überarbeiten gäbe … Möge die Zeit dazu uns geschenkt werden, wenn wir es mit Anstrengung alleine nicht schaffen.

        Danke für Deinen bewunderenswerten Einsatz!

        • Tanja Praske

          Ja, nur zu – das Blog und die Artikel laufen nicht davon und gerne kannst du aktualisieren und so die Diskussion erneut anheizen. Es stecken in Artikeln so viele Ideen, Gedanken und Zeit. Gerade letztere mussten wir uns ganz schön abknapsen. Mir sind die älteren Artikel alle wichtig und ich bin sehr erfreut, wenn ein alter Artikel angeklickt wird. Manchmal entwickelt sich ein älterer Artikel zum Evergreen und das auch noch nach längerer Zeit, da er plötzlich Relevanz besitzt. Auch ein gewichtiger Aspekt!

          Herzlich,
          Tanja

  7. Liebe Tanja, viel Stoff zum nachdenken regst Du da an. Kommentare sind m.E. ein vertrauenswürdiger Bestandteil, um mit den Lesern aktiv in Kontakt zu treten. Genau wie das Kommentieren selbst, das die Sichtbarkeit weiterer Leserschaft erhöht. Durch Kommentare kommen oft Anregungen, die zum Thema ergänzen und bestenfalls weiterführen. Genau das beschreibst Du ja auch, in Deinen Ausführungen. Manchmal gibt es auch nur ein kurzes Danke. So banal das klingen mag, ich freue mich immer sehr über ein aktives Dankeschön. Auch wenn ich über Auswertungssysteme sehe, wieviel Reichweite ich erhalte, kann ich über Kommentarfelder als Leser und/ oder mit den Lesern in einen Dialog treten. Die Gründe warum viel oder wenig kommentiert wird, stecken im Detail der einzelnen Blogs bzw. Artikel. Werden überhaupt Fragen gestellt? Am besten natürlich offene und die Leserschaft aktiv eingebunden? Wie groß ist eigentlich die Zielgruppe? Und erreiche ich sie überhaupt? Oder geht die lieber mit einem Begleitheft durchs Museum, anstatt sich in den digitalisierten Medien zu bewegen? Die Reichweite von Kunst- und Kulturblogs verhält sich ansprechend niedriger, als die der Mode- und Lifestyleblogs. Das ist kein Geheimnis. Jeder der Suchmaschinen bedienen kann, kann sich das auf diversen Auswertungen direkt vor Augen führen. Auch die Verlagerung auf die Social Media Kanäle kann ich absolut bestätigen und selber gut nachvollziehen. Die sofortige Verfügbarkeit und je nach Kanal gewohnte Nutzeroberfläche ist wahrscheinlich eine der Antworten darauf. Wer die Klaviatur eines guten Onlinemarketings bedienen kann und will, ist vielleicht -was die Anzahl der Kommentare angeht- im Vorteil. Ob das wirklich das Ziel sein sollte, finde ich fragwürdig. Eins ist sicher: die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen. Herzliche Grüße, Daniela

    • Tanja Praske

      Liebe Daniela,

      wunderbar – merci für die wichtigen Punkte hier. Du bist jetzt auch dafür verantwortlich, dass es einen 9 Punkt gibt: Vernetzung via Bloggertreffen. Wir kennen uns aus dem Netz und erlebten gemeinsam den #HohenzollernWalk, tauschten uns real intensiv aus – ist dadurch die Bereitschaft mitzudenken erhöht? Für mich ist es so.

      Ja, du sprichst wichtige Punkte an – wie groß ist die Zielgruppe. Für mich als Kulturbloggerin ist da interessant zu erproben, testen, ob ich durch andere Themen mit der Hintertür nicht-Museumsaffine-Menschen für Kunst begeistern kann bzw. sie dazu anrege, einen Besuch zu erwägen.

      Dein Blog glänzt durch individuelle Kunsterfahrungen und wunderbaren Bildern, die so ästhetisch sind, dass sie verlocken. Deine Donnerstagserie vermag sicherlich auch Leser binden, oder? Vielleicht ist das auch ein Ansatz. Mein Ansatz sind die Montagsinterviews und das Mitmachen bei bestimmten Blogformaten. Hier werde ich in nächster Zeit mal einiges testen.

      Und ja, ich finde einen kurzen wertschätzenden Kommentar auch sehr gut. Vor allem liebe ich Diskussionen wie diese hier zum Artikel. Für mich sind sie bereichernd und vernetzend. Was in Social Media geschieht, werde ich auszugsweise definitiv hierher zurückholen. Die Medien dort laden zum schnellen kommentieren und weiterdenken ein. Ich muss keinen Namen, keine E-Mail, keine Web-Adresse hinterlegen.

      Zudem greife ich überwiegend mit dem Smartphone oder dem Tablet auf Artikel zu, hier dann darüber zu kommentieren, ist mühselig und stark fehlerbehaftet, weshalb ich das unterlasse. Und später bin ich eher bei anderen Artikeln und vergesse so, im Blog zu kommentieren. Ich denke, der mobile Zugriff ist auch ein Hinderungsgrund für Kommentare. Und ja, es gibt weitere Indikatoren für die Wertschätzung von Artikeln.

      Trotzdem möchte ich gerne Kommentare nachhaltig zurückführen. Die Blogposts sind nun mal auch nach längerer Zeit auffindbar. Aber vielleicht ist es allein schon eine gute Idee, aus Diskussionen, egal wo sie stattfanden, neue Artikel zu verfassen, so wie diesen hier.

      Einiges zum Nachdenken für mich!
      Herzlich,
      Tanja

  8. Liebe Tanja, das Thema taucht ja in regelmäßigen Abständen auf, ich glaube, ich habe auch schon mal darüber gebloggt. Du hast in Deinen Beitrag jede Menge gute Tipps verpackt, aber mir fehlt ein wichtiger Aspekt: die Frage, warum ich kommentieren soll bzw. möchte?

    Ich habe mir gerade den von Dir verlinkten Blogbeitrag „Wie Du mehr Kommentare… bekommst“, nachdem ich Deinen durchgelesen hatte. In beiden klingt durch, dass Kommentare wichtig sind, um so eine Art Bestätigung zu erhalten. Ich kommentiere aber nicht, weil Du Dich jetzt an die Regeln gehalten hast, sondern weil mich das Thema interessiert und ich einen anderen Standpunkt einnehme.

    Viele glauben, man müsse deshalb immer kontrovers schreiben und die LeserInnen zum Schreiben von Kommentaren provozieren. Das merkt man recht schnell, finde ich und hat dann einfach keine Lust dazu.

    Noch ein anderer Punkt scheint mir wichtig: Unsere Diskussionskultur hat sich verändert. Wir diskutieren weniger und oft tun wir nicht einmal das, sondern tauschen unsere Standpunkte aus und belassen es dann dabei. Auch das ist manchmal ok, es muss ja nicht immer darum gehen, andere zu überzeugen.

    • Tanja Praske

      Lieber Christian,

      das Thema kann nicht oft genug angesprochen werden, finde ich. Im Blog tat ich es glaube ich noch nicht. Reiche mir doch mal deinen Artikel hier nach, dann verlinke ich ihn. Jeder soll sich seine Meinung dazu bilden.

      Nun, im Artikel sprach ich schon an, was Blogkommentare mir bedeuten:

      „Weil ich mitunter neue, faszinierende Blogger so kennenlerne, mich mit ihnen vernetze und austausche. Weil Kommentare Gedanken weiterweben, die gar zu anderen, bereichernden Diskussionen führen. Sie können Ideenlieferanten für neue Artikel wie diesen hier sein.“

      Zu kommentieren nur des Kommentieren willens macht absolut keinen Sinn. Darauf verweist du zurecht. Ich wurde mal in einer Bloggergruppe dazu aufgefordert, wie die anderen auch, einen Monat lang, die anderen Blogger zu kommentieren. Davor verwahre ich mich, ich kommentiere nur dort, wo es sinnig ist, da ich etwas dazu zu sagen habe.

      Dadurch dass Stefan hier kommentiert hat, lernte ich sein Blog kennen und werde dort mal häufiger reinschauen. Also, das ist für mich auch ein Grund zu kommentieren. Wichtiger ist mir der Inhalt. Da stimmt es leider auch, dass unsere Zeit begrenzt ist, woanders zu kommentieren.

      Die Diskussionskultur, die du ansprichst, trifft teils schon zu, teils nicht, kenne da auch Gegenbeispiele. Rants zu schreiben langweilen, wenn sie gehäuft vorkommen, mache ich auch nicht. Selten platzt mir der Kragen, dann schreibe ich es auch nieder und publiziere ohne nachzudenken, denn denke ich darüber nach, verwerfe ich die Gedankengänge schnell wieder und sage mir so what…

      Danke dir!
      Herzlich,
      Tanja

  9. Tanja, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Ich selbst merke an meinem Blog, dass dort die Anzahl der abgegebenen Kommentare über die Jahre geringer geworden ist.

    Die Interaktion ist, wie du auch schreibst, mehr in Richtung Social Media gewandert. Dort wird aufgegriffen, weiter geteilt und diskutiert. Ich bin noch am überlegen, ob die Entwicklung als schlecht einzustufen ist (dass Kommentare in SM wandern).

    Teilweise kann ich mehr auf meine Blog-Artikel z.B. bei Twitter aufmerksam machen, wenn ich im Titel Usernamen (@username) verwende, die mit dem Thema zu tun haben. Dadurch steigt bei RTs auf Twitter die Sichtbarkeit und auch die Interaktion mit meinem Artikel. Wiederum nicht zwangsweise im Kommentarfeld im Blog.

    Selbst mehr zu kommentieren in Blogs kann sicher helfen und ein gutes Beispiel sein. :)

    • Tanja Praske

      Hi Stefan,

      danke, dass du hier kommentiert hast, dadurch lernte ich dein Blog kennen. Deine Themen Internet, Blogging und IT sprechen mich sehr an und ich werde garantiert mal bei dir stöbern. Also, alles gut und richtig!

      Warum sollte die Verlagerung der Diskussion ins Social Web negativ sein? Abgesehen davon, dass sie nicht nachhaltig ist, es sei denn, der Diskussionsauslöser holt sie für alle sichtbar ins Blog zurück, knüpft dabei manchen losen Gedankengang weiter?

      Auf Twitter wird dieser Beitrag heftig diskutiert. Manche haben für sich entschieden, dass die Rückgänge der Kommentare für sie klargehen, da es andere Kriterien gibt, die zeigen, dass etwas gelesen wurde, eben weil sie ins Social Web in eventuell neue Filterblasen hineingeteilt werden oder aber die Leserzugriff konstant bleiben oder steigen.

      Irgendwie gebe ich Christian weiter oben Recht, der sagt, dass die Diskussionskultur sich verändert hat, wobei ich dafür auch Gegenbeispiele kenne. Aber gut, es gibt immer mehrere Seiten.

      Artikel via FB, Twitter und co zu kommentieren, geht schnell, die Zugänge sind leicht und schnell. Ein unmittelbares Feedback und weitere Gedanken zu einem Problem erfolgen. Für den Moment reichert das an. Jedoch verpufft es dauerhaft, wenn sie nicht auch ins Blog zurückfließen. Denn Artikel werden auch nach längerer Zeit wiedergefunden und eine Diskussion kann erneut starten. Das schätze ich persönlich sehr.

      Ich werde die Diskussionen auf Twitter hierher zurückholen. Das bedeutet mehr Aufwand, aber es lohnt sich, da spannende Positionen vorgelegt wurden. Wie mache ich das nun? Die Tweets hier einbinden? Ja, wenn es nicht so viele wären. Lohnt sich ein Storify? Eventuell, wenn weiter diskutiert wird.

      Aktualisiere ich einen Artikel, dann werfe ich ihn zurück ins Social Web mit der Aufforderung zu diskutieren. Manchmal wird darauf eingegangen, manchmal erreiche ich darüber Menschen, die mein Ursprungsposting nicht gesehen haben, da der Stream voranprescht.

      Und ja, ich liebe es Diskussionen anzustoßen.

      Merci dir!
      Herzlich
      Tanja

      • Großartig, das sind sehr gute Ideen und Hinweise. Danke dir.

        Und wie der Zufall es so will, habe ich gerade über ein Plugin im Blog versucht, die Twitter-Mentions bzw. Diskussionen „zurück“ in den Beitrag zu holen. Ein Beispiel ist zu sehen in meinem anchor-Artikel.

        Das Plugin nennt sich „Twitter Mentions as Comments“, ist allerdings schon etwas älter. Ich bin also noch am Testen, ob es das wirklich ist.

        Storify sagt mir bisher noch gar nichts, schaue ich mir mal an. Dein Vorgehen, einen älteren Artikel erneut zu teilen und hervorzuheben, das sollte ich häufiger tun.

        • Tanja Praske

          Hm … du nutzt extra ein plugin, um einen Tweet in den Blogpost einzubinden. Ich nutze dazu die twittereigene embedden-Funktion. Das wirkt sich m. E. dann nicht auf die Performance des Blogs aus – spricht die Laiin ;-)

          Storify ermöglicht dir Tweets, Instagram-, Facebookpostings einzubinden und eine Geschichte zu kreieren. Zuletzt nutzte ich es für den #HohenzollernWalk: https://storify.com/TanjaPraske/die-cadolzburg-burg-der-hohenzollern

          LG, Tanja

          • Nein, das wäre zu einfach. :)
            Es geht ja darum, Twitter-Erwähnungen automatisch! in die Blogkommentare einzubinden. Nicht einzelne Tweets in den Artikel selbst.

            Meine bisherigen Erfahrungen sind jedoch eher mau, weil die Koversation auf Twitter nicht eingebunden werden kann. Jedenfalls ist mir bisher kein Weg bekannt.

            Es ist ein Versuch. Ansonsten deaktiviere ich das Plugin wieder.

    • Tanja Praske

      Es gibt da diverse Plugins, um den eigenen Twitterstream ins Blog zu holen, oder aber Tweets zu bestimmten Hashtags. Ersteres hatte ich mal im Blog, jedoch wirkte sich das negativ auf die Performance aus, weshalb ich das Plugin wieder entfernte.

      Jedenfalls ein dickes Dankeschön für den Erfahrungsaustausch hier.

      Schönen Dienstag!
      Herzlich,
      Tanja

  10. Vielen lieben Dank fürs Verlinken meiner Podcastfolge, Tanja!
    Ja, das Kommentieren wird gerne vergessen aufgrund der kurzlebigen Socialmedia-Posts.

    Die Nachhaltigkeit „eigener“ Kommentare ist nicht zu unterschätzen.

    Viele Grüße!
    Frank

    • Tanja Praske

      Lieber Frank,

      yes, stimme dir darin zu! Über die Recherche bin ich auf dich aufmerksam geworden. Über die Verlinkung du auf mich. Zugleich ergänzte ich deshalb meine Tipps um den 8. Punkt: „Verlinkungen“ – absolut wichtig, wenn sie nicht wahllos sind, sondern ein Thema voranbringen.

      Danke dir!
      Herzlich,
      Tanja