Kea schreibt über Poesie im Blog & auf Instagram – ein Lebenselixier | #Interview

Poesie im Blog und auf Instagram sind für Kea von Kea schreibt ein Lebenselixier. Mutig und konsequent setzte sie ihren Bloggerweg um. Sie wandelte ihren Blog von einem Interior Design Blog in einen reinen Textblog um. Mit ihrer Poesie möchte sie „alle Farben des Lebens“ abbilden, die guten und weniger guten. Es geht ihr um ein achtsames Leben in allen Schattierungen. Was sie von sich und ihren Lesern erwartet, erfährst du im Montagsinterview. Vielfältig sind ihre Themen und erstaunlich die #femaleempowermentchallengeDE – Poesie funktioniert auf Instagram.

Kea schreibt – Poesie im Blog. Auf dem Boden aufgeschlagene Bücher

Kea schreibt – Poesie im Blog. Foto: Kea von Garnier.


Nachgefragt bei Kea schreibt über Poesie im Blog und auf Instagram

Liebe Kea,
wir sind uns virtuell in der Facebookgruppe Bloggeria über deinen Artikel „Ist die Blogosphäre wirklich so apolitisch?“ begegnet. Mich erwischte deine Aussage „
Jede Portion Liebe, jedes Gramm Zuversicht haben wir VERDAMMT nötig. Es gibt kein „zuviel“davon.“ Ein Posting, das eher ungewöhnlich für die Gruppe ist (Backen, Lifestyle, Kosmetik, Reisen). Seither lese ich dich. Im Blog, auf Facebook und Instagram. Du hast mich in deiner Blogroll aufgenommen, danke für die liebe Art und Weise – so macht das Bloggen und noch mehr das Austauschen viel Spaß. Es bietet Inspiration. Deine Schreibe, deine Gedankenwelt fasziniert und bereichert mich, deshalb heute also meine Fragen an dich!

1. Stell dich doch bitte mal kurz vor: Wer bist du? Was machst du beruflich? Als Bloggerin beschreibst du dich als Poetin, Essayistin und Feministin. Gibt es zwischen beidem Wechselwirkungen – Berufs- und Bloggerleben?

Ich bin Kea, Jahrgang 85, und bald-wieder-Berlinerin. Direkt nach meinem Studium habe ich mich als Grafikdesignerin selbstständig gemacht und arbeite nun seit fünf Jahren freiberuflich als kreativer Kopf mit dem Schwerpunkt Corporate Design, mein täglich Brot ist also die Gestaltung von Logos, Websites, Visitenkarten, Flyern usw. Bisher waren Blog und Beruf eher zwei verschiedene Paar Schuhe. Aktuell tüftele ich an einem Konzept für eigene Kurse im kreativen Schreiben und Schreiben als Selbstfindungs-Tool. Dabei schwebt mir eine Mischung aus Meditation, Natur-Erlebnissen und Schreibübungen vor – eine Kombination, die mich selbst im Leben vorangebracht hat, mir geholfen hat, Krisen zu überstehen und die ich gerne auch anderen Menschen an die Hand geben möchte. Hoffentlich wachsen so Beruf und Blog zukünftig enger zusammen!

Durch meinen Blog ergaben sich im Netz so viele spannende Begegnungen mit Menschen, die sich ebenfalls einen ganz eigenen Beruf aufbauen, abseits der klassischen Wege, die man bisher kannte – sie haben mir den Mut und die Inspiration gegeben, nach einem eigenen Konzept Ausschau zu halten, das alle meine Leidenschaften und Kompetenzen so zusammen bringt, dass ich Anderen damit helfen kann.

2. Woher beziehst du deine Inspiration für deine Texte? Was erwartet den Leser bei dir im Blog und im Umkehrschluss: Was erwartest du von deinen Lesern? Hast du Wünsche an sie?

Inspiration für meine Texte kommt aus allen Ecken – oft natürlich aus meinem eigenen Leben, sie entwickelt sich aus den Fragen, mit denen ich selbst konfrontiert bin: wie lebt und liebt man so, dass es sich am Ende nach einer gelungenen Reise anfühlt? Dabei bestehe ich unbedingt darauf, alle Farben des Lebens abzubilden. Auf meinem Blog und in meiner Poesie ist auch Platz für Schmerz, Traurigkeit und echte Tiefpunkte – sie gehören dazu. Es ist mir ein großes Anliegen, für ein achtsames Leben zu „werben“ und alles anzunehmen, das uns begegnet, nicht nur nach ewiger Glückseligkeit zu streben. Ich möchte außerdem Impulse geben, Althergebrachtes in Frage zu stellen: ob Rollenklischees, Alltagsgewohnheiten oder gesellschaftliche Normen über die Liebe, Sex oder den Tod.

Deshalb „erwarte“ ich von meinen LeserInnen ganz schön viel: Dass sie mit mir tief tauchen, dass sie sich auch unangenehmen Fragen stellen und mit mir zusammen versuchen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dass sie MitstreiterInnen werden für eine freiere und offene Gesellschaft. Nicht grade wenig, wenn ich das selbst so lese :D

Blick in ein Café, daneben ein Gedicht über Kellner von Kea. Se findet überall ihre Poesie

Manche Orte erzählen mir einfach Geschichten, sagt Kea. Foto: Kea von Garnier.

3. Du bloggst seit 2014. Dein Blog wandelte sich von einem Interieur Design Blog – zu einem Textblog. Klingt sehr trocken. Ist es aber keineswegs. Lyrisch ist dein Blog geworden mit gewaltiger Wortakrobatik, Tiefe und einer ordentlichen Portion Humor. Ein zunächst wohl schleichender Prozess, oder? Wann setzte der ein und wie lange brauchte es, bevor du das Blog definitiv verändert hast? Deine Gedankenwelt dazu offenbarst du uns in „Poetische Zeiten“. Konntest du einen großen Teil deiner Leser mitnehmen? Den Kommentaren nach zu urteilen, kam es sehr gut an. Ist das so geblieben? Oder bemerkst du einen Lesereinbruch? Wie ist seither das Kommentarverhalten deiner Leser?

Wow! Vielen Dank für diese lobenden Worte! Ganz ehrlich, Komplimente für meine Texte lassen mein Herz leuchten.

Ja, es war ein schleichender Prozess – aber auch irgendwie eine Art, über Umwege nach Hause zu kommen. Schreiben war schließlich meine erste Liebe. Mit der Blogosphäre kam ich damals über meine Leidenschaft für Einrichtung in Kontakt – da lag es nahe, auch mit einem Lifestyle-Blog zu beginnen. Aber mehr und mehr schummelten sich meine eigenen Texte und Gedanken zwischen die Beiträge über Vasen und Kerzenhalter, bis sich die Gewichtung schließlich mehr und mehr verschob. Irgendwann war eigentlich kaum noch drin, was draufstand. Dazu bekam ich mehr und mehr Zweifel daran, ob ich mit dieser Art des Bloggens nicht an genau dem Konsumwahnsinn mitwirkte, den ich eigentlich als Tanz ums goldene Kalb enttarnt hatte. Ich versuchte es dann noch eine Zeit lang mit ausschließlich nachhaltig produzierten Produkten, aber das schlechte Gefühl blieb: Stundenlang Bilder meines Wohnzimmers zu inszenieren und mein Leben schön zu filtern – war ich dafür wirklich angetreten?

Weil ich diesen Prozess auch auf meinem Blog immer wieder thematisiert habe, sind mir die meisten meiner LeserInnen treu geblieben – einige habe ich sicher auch verloren, aber offene Kritik kam an diesem Schritt nicht, eher im Gegenteil.

Was die Seitenaufrufe betrifft, muss ich sagen, dass ich dank deiner Frage das erste Mal seit Wochen überhaupt in die Statistik geguckt habe – sie hat für mich einfach keine Bedeutung mehr. Und genau das wollte ich: Frei schreiben! Von innen nach außen bloggen, um der Welt etwas zu geben, nicht, um etwas (Kooperationen usw.) zu bekommen. Trotzdem habe ich mich eben gefreut, als ich gesehen habe, dass die Leserzahlen nach wie vor gut sind. Das ist natürlich eine schöne Sache und zeigt, dass man auch ohne Lifestyle-Orientierung in der Blogosphäre nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden muss.

Ein Zuhause, das von der Leidenschaft für Worte erzählt.

Ein Zuhause, das von der Leidenschaft für Worte erzählt. Foto: Kea von Garnier.

4. Tatsächlich frage ich mich, ob dir die Reichweite überhaupt wichtig ist. Klar, tut es der Bloggerseele gut, wenn viele die Gedankengänge lesen. Ist es aber das, worauf es ankommt? Vermittelt die Reichweite Zufriedenheit? Was macht dich zufrieden? Was bedeutete dir das Bloggen zu Anfang als Interieur Design Bloggerin und was bedeutet es dir jetzt nach dem Umzug?

Ein bißchen habe ich es ja eben schon beantwortet – als ich noch Geld übers Bloggen verdient habe, war der Kampf um mehr Reichweite für mich ein echter Stressfaktor. Ständig habe ich mich verglichen – warum hat XYZ so viel mehr LeserInnen, woher kam denn diese Kooperation, warum habe ich sowas nicht? Schrecklich war das. Ein immenser Druck, der mir die Freude am Bloggen fast geraubt hätte.

Heute macht es mich zufrieden, wenn mir jemand schreibt, dass einer meiner Texte sie oder ihn berührt hat, zum Nachdenken gebracht hat, ihr oder ihm geholfen hat.

Dann weiß ich, dass ich im Leben von einer Handvoll Menschen einen Unterschied machen kann und das ist ein wunderschönes Gefühl. Ich kann sagen, dass ich meinen Blog heute aus vollem Herzen liebe, während es früher eher eine Hass-Liebe war.

5. Folgerichtig und konsequent empfinde ich die neue Blog-URL von „hello mrs eve“ zu „Kea schreibt“, prima nachvollziehbar in „Blog-Umzug: „hello mrs eve“ wird zu „Kea schreibt“. Auch das klare, minimalistische Blogdesign gefällt mir ausnehmend gut! Was rätst du Bloggern, wenn sie merken, dass sich ihre Inhalte drastisch verändert haben und nicht mehr optimal zum Blog passen?

Habt keine Angst vor Veränderung! Ja, möglicher Weise kommen euch einige LeserInnen abhanden, aber dafür habt ihr mit der neuen Ausrichtung die Chance, euch genau mit den Menschen zu vernetzen, die zu euch passen. Und es wäre doch Schade, wenn ihr diese Tür zu den Dingen, die euch wirklich begeistern, verschlossen lasst, aus Angst, das Gewohnte zu verlieren.

6. Ich habe gerne „Das Jungsheft – eine Rezension.“ gelesen, das du im Zuge deiner #femaleempowermentchallengeDE entdeckt hast. Erotik für Frauen, Selbstverständnis und Scham. Fühlte mich da sofort an die abgelaufene Ausstellung „Die innere Haut. Kunst und Scham“ im Marta Herford Museum erinnert. Das Museumsblog ist übrigens sehr zu empfehlen. Irgendwie sehr bezeichnend, dass dein Artikel nicht kommentiert wurde, oder? Wie persönlich und einfühlsam du Rezensionen angehst, wie in „Wie der Tod mich lebendiger machte, als ich war“ berührt und fesselt mich sehr. Was darf der Leser hier zukünftig von dir erwarten? Wie müssen Bücher sein, dass sie den Weg ins Blog finden?

Ah, ich freue mich total, dass du das ansprichst! Als ich den Artikel online stellte, war mir klar, dass er keine oder nur wenige Kommentare erhalten würde – Sex ist ein heikles Thema. Auch mein Interview mit der Paar-Seminar-Leiterin Inge Ritter, in dem das Thema Sexualität im Prozess des Älterwerdens thematisiert wird, wurde oft gelesen, aber nie kommentiert.

Ich habe dafür auch Verständnis – die Leute sagen offen, ob sie ihr Steak medium haben wollen, aber niemand sagt öffentlich, wie er seine Pornos gerne hat ;) Dieses Bedürfnis nach Privatsphäre akzeptiere ich vollkommen. Und ich bin da mittlerweile sehr gelassen: Wenn mir ein Thema wichtig ist – und Sexualität und der Umgang mit ihr ist für uns alle sehr bedeutsam –, dann setze ich es. Was ich mir aber wünschen würde, ist, dass sich diese Zurückhaltung nur auf den öffentlichen Raum bezieht. Wir leben in einer Welt, in der wir ständig von sexuellen Botschaften und Inhalten umgeben sind, aber gleichzeitig immer noch erstaunlich verkrampft, teilweise fast prüde sind, wenn es um unsere eigene Sexualität geht. Jahrhundertelange, von der Religion eingeimpfte Sexualmoral lässt sich eben nicht so einfach durch ein wildes Jahrzehnt in den Sechzigern abstreifen. Da ist noch viel zu tun und ich versuche, meinen bescheidenen Beitrag dazu zu leisten.

Die Liebe und all ihre Facetten - für eine Poetin steter Quell der Inspiration.

Die Liebe und all ihre Facetten – für eine Poetin steter Quell der Inspiration. Foto: Kea von Garnier.

7. Ich las das Interview im Kokon Magazin mit dir „Alles im Leben ist zyklisch“ – Kea von Garnier schreibt auf 30+“ – du zeichnest hier ein wunderbares Bild von dir, deinen Wünschen, was dir wichtig ist und deiner Einstellung zum Bloggen. Darin gehst du auch auf dein Zweitstudium der Literaturwissenschaften und Gender Studies neben deiner Selbstständigkeit als Graphikerin ein. Mittlerweile hast du einen Schwenk getan – Selbstständigkeit und Zweitstudium – passen nicht wirklich zusammen, so beschreibst du es aufrüttelnd in „Ein Einhorn namens Edeka“ – Anke Gröner warf auch ihr Leben um und begann Kunstgeschichte zu studieren, verzichtete aber gänzlich darauf, es in Teilzeit parallel zur Arbeit umzusetzen. Zwischen den Stühlen zu sitzen ist schwierig, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Deine Offenheit mit deinen Entscheidungen finde ich sehr erfrischend. Gleichzeitig ergeben sich über deine Wandlungen neue Chancen, wie dein Artikel im Blonde-Magazin über Instagram-Poesie zeigt. Wie ausgeprägt ist und was zeichnet diese aus? Ich kenne mich da zu wenig aus. Mich fasziniert, was du dort tust. Kommen von Instagram Leser auf dein Blog?

Im jungen Erwachsenenalter stand ich Veränderungen gegenüber wesentlich skeptischer gegenüber – da waren noch jede Menge „was man anfängt, muss man auch zu Ende bringen“-Glaubenssätze in mir. Jetzt mir 32 habe ich genug Dinge beendet und muss weder mir, noch anderen irgendwas beweisen in dieser Hinsicht. Mittlerweile empfinde ich es als Qualität, Dinge auszuprobieren und auch wieder zu verwerfen – da hat Deutschland eine ganz ungesunde Fehlerkultur und wertet das Spiel, die Suche, das Abenteuer fast immer als Scheitern. Instagram habe ich als Medium für meine Poesie so richtig erst Anfang 2017 entdeckt. Im englischsprachigen Raum ist die Entwicklung schon viel weiter, da gibt es wirklich berühmte Poeten mit zigtausenden Followern, die regelmäßig eigene Bücher veröffentlichen. Ich sehe da aber auch in Deutschland noch viel Potential und habe das Gefühl, Poesie erlebt ein Comeback.

Aktuell arbeitet Kea an ihrem ersten Lyrikband. Kea hockt auf dem Boden, um sie herum fein säuberlich geordnet Papier mit ihrer Lyrik.

Aktuell arbeitet Kea an ihrem ersten Lyrikband. Foto: Kea von Garnier.

Natürlich ist Instagram in erster Linie eine Plattform der schönen und meist extrem gefilterten Bilder. Texte haben es da nicht immer leicht, denn sie fordern mehr und längere Aufmerksamkeit – trotzdem liebe ich die Plattform mittlerweile heiß und innig. Ob die Menschen, die mich auf Instagram finden und mir dort folgen, dann auch auf meinen Blog kommen, verfolge ich nicht gezielt. Ich freue mich, wenn es der Fall ist und da ich auf Instagram auch verkünde, welchen neuen Post es jetzt auf „Kea schreibt“ zu lesen gibt, wird es da sicher auch einen gewissen BesucherInnenfluss geben.

8. Der Aspekt führt mich direkt zu deiner #femaleempowermentchallengeDE – unglaubliche 1016 Beiträge kamen dazu zustande, eine äußerst erfolgreiche Aktion auf Instagram. Ich habe deinen Aufruf dazu gelesen, aber wegen des #HohenzollernWalks verlor ich die Challenge aus den Augen. Las jetzt deinen Post „Frauen und Selbstliebe – eine Beziehung mit Zukunft!“ – warum hast du die Challenge ersonnen? Was hast du damit noch vor, immerhin gibt es eine Facebook-Gruppe dazu?

Die Idee zur Challenge war ein Geistesblitz an einem noch etwas verschlafenen Sonntagmorgen – ich hätte mir nie träumen lassen, dass so viele Frauen mitmachen werden!

Die Energie unter den TeilnehmerInnen war einfach wundervoll: Es sind rum um die Themen Selbstliebe, Feminismus, Berufsleben und Schönheitsideale so spannende Diskussionen entstanden, die immer wertschätzend und klug geführt wurden. So einen Umgang wünsche ich mir für die ganze Welt! Ich gedenke deshalb, die Challenge in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, natürlich jedes Mal mit neuen Fragen.

Ich will und wollte mit der Idee dazu anregen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich selbst und gesellschaftliche Regeln zu hinterfragen und natürlich auch, Frauen miteinander zu vernetzen. Alle diese Wünsche sind schon mit der Premiere in Erfüllung gegangen, die Facebook-Gruppe soll eine Art digitaler Treffpunkt auch abseits der laufenden Challenge sein. So gibt es auch die Möglichkeit, sich regional zu vernetzen oder aufkeimende Fragen breiter und länger zu diskutieren, als mühsam mit der Smartphone-Tastatur.

Katzen, Bücher, Sofa - Rezept für einen perfekten Sonntag. Foto: Kea von Garnier.

Katzen, Bücher, Sofa – Rezept für einen perfekten Sonntag. Foto: Kea von Garnier.

9. Kultur-Museums-Frage: Textkultur ist bei dir großgeschrieben. Wie verhält es sich mit Museen? Bist du eine Museumsgängerin? Was wünschst du dir von ihnen bzw. was müssten sie tun, dass du dich angesprochen fühlst und sie besuchst? Wie genießt du Kultur am liebsten?

Mit viel Zeit und Ruhe – ich gehe gerne zu Zeiten ins Museum, in denen nicht so viel los ist. Kunst-Ausstellungen sind mir das Liebste, gerne mit Werken aus Ex- und Impressionismus. Wenn ich jetzt in Berlin wieder heimisch werde, wird sich die Frequenz meiner Besuche mit Sicherheit erhöhen, hier gibt es einfach so viel zu sehen! Was ich besonders toll finde, sind Ausstellungen, die gesellschaftsrelevante Themen beleuchten und Arbeiten von verschiedenen KünstlerInnen zusammenbringen, wie zum Beispiel die Geschlechterkampf-Ausstellung im Städel in Frankfurt. Überhaupt, die ganze Website und Aufbereitung der Ausstellung im Netz war großartig – mit das Beste, was ich bisher in diesem Bereich gesehen habe. Ein interaktives Erlebnis mit toll aufbereiteten Hintergrundinformationen, ein echter Appetizer!

10. Dein Lebensmotto für die Leser: Was möchtest du uns mitgeben?

Das mag jetzt seltsam klingen, aber ich würde hier gern einen Satz zitieren, der kürzlich im Gespräch mit einer Freundin auftauchte: „Suche den Schmerz.“ Damit meine ich nicht, dass das Leben leidvoll sein soll, sondern, dass wir aufhören sollten, vor den eigenen, inneren Verletzungen davon zu laufen und uns zu betäuben. Das Leben ist kurz und ich denke, der Schlüssel zu einem erfüllten Leben liegt darin, sich selbst vollkommen annehmen und lieben zu können. Mit sich selbst die beste Zeit zu haben. Das ist nur möglich, wenn wir unsere Verletzungen aufarbeiten und uns unseren Ängsten stellen. Deshalb: suche den Schmerz, lauf nicht vor ihm davon, sonst verfolgt er dich dein ganzes Leben. Wenn du hindurchgehst, hast du die Chance, heil und ganz zu werden.

Denken, Schreiben und Reimen - das ist Keas Welt. Porträt von Kea von Garnier.

Denken, Schreiben und Reimen – das ist Keas Welt. Foto: Kea von Garnier.

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Liebe Kea,
ich bin geflasht von deinen Antworten auf meine Fragen. Kein Montagsinterview ist wie das andere. Du vermittelst wunderbare Impulse über Poesie, Bloggen und das Leben. Ich fange immer mehr an, meine Bloggerei zu überdenken – danke dir!

Wichtiges Bloggerelixier für mich ist dein Feedback zu den Artikeln. Frag Kea das, was sie für dich offenlässt. Ihr Blog ist ein absoluter Lesetipp, oder?

 
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