Museen braucht das Land! Was können sie für uns tun? | @DHMBerlin

Wozu sind Museen überhaupt gut? Was tun sie für uns, für unsere Gesellschaft? „Schreiben Sie doch bitte mal einen Artikel zum Museums(nicht)besuch, gerne auch provokativ, für unsere Blog-Kolumne“, so die Bitte des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Luftsprung, Händereib und mit Wonne die Teufelchen hervorgeholt – et voilà – gefragt und getan: „Braucht es das Museum oder kann es weg?“ Die Meinungen zum Artikel im Social Web stimmen mich froh und nachdenklich – warum?

Blick in die Ausstellung Hans Purrmann im Buchheim Museum am Starnberger See. Fahrbare Bank faszinierte. Sofas und Museen braucht das Land.

Museen brauchen Sofas, so jüngst Anke Gröner im Montagsinterview. Diese fahrbare Bank in der Hans Purrmann-Ausstellung im Buchheim Museum am Starnberger See war der Hit für Groß und Klein.

Froh, weil sich so viele Menschen pro Museum aussprachen. Nachdenklich, weil Museumsnichtbesucher stumm blieben. Aber dazu hätte ich die Frage anders stellen müssen, oder?

Sinn und Zweck des Artikels

Als Museumsfrau, Kulturvermittlerin im Digital-Analogen sowie Mutter bin ich mehrfach vorbelastet. Ich kenne die Sorgen, Nöte und Wünsche von Museen, weiß um die Probleme der Kulturvermittler, hier vor allem die der Social-Web-Worker und verstehe die Gründe für den Museums(nicht)besuch von Jugendlichen. Drei Parteien mit drei oft sehr gegensätzlichen Erwartungshaltungen.

Das alles zusammengemixt, gut gerührt und geschüttelt führte zur grundsätzlichen Frage: Welche Rolle nehmen Museen in einer digitalisierten Welt ein? Und weiter: Ist es erforderlich, dass sie Stellung zu politisch-gesellschaftlichen Verwicklungen beziehen? Wenn ja, warum und wie? Auf den Einzelnen bezogen wäre es wünschenswert gewesen zu erfahren, warum er/sie nicht ins Museum geht. Dazu kam wenig.

Wie formt das Museum Relevanz für die Gesellschaft?

Der Artikel für das @DHMBerlin-Blog gliedert sich in vier Abschnitte:

  1. Museen braucht keiner! Eine Polemik (für den Museumsnichtbesuch)
  2. Kultur – eine Frage des Geldes?
  3. #DayofFacts – alternative Fakten und Fake News
  4. Wir brauchen Museen und sie brauchen uns!

Diskussion im Social Web: Museen braucht das Land!

Yes! Das Kunsthistorikerherz hüpfte: Museen braucht das Land, so der Grundtenor der zahlreichen Kommentare zum Artikel auf Facebook. Mein polemischer Titel „Brauchen wir Museen oder können sie weg?“ erfuhr teils Entrüstung, aber auch Parteinahme für das Museum, wie

„keine Frage, wir brauchen sie! Was für eine dumme Frage! Geht`s noch? Klingt nach einer Fangfrage, natürlich brauchen wir Museen“

Die Meinungen entzündeten sich, wenn überhaupt, einzig am ersten Abschnitt. Es ist famos, dass Museen als selbstverständlich angesehen werden. Gerade das sollte sich die Kulturpolitik zu Herzen nehmen: Die Gesellschaft braucht Museen! Und die Museen brauchen die Wertschätzung sowie vor allem die Mittel ihren Bildungsauftrag zu erfüllen.

Einige genießen das Museum als Lernort, fernab von Smartphone und Co, andere betonen die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart sowie ihre Auswirkung auf die Zukunft – im Sinne von ohne Vergangenheit keine Zukunft. Politisch-gesellschaftliche Verwerfungen spielen keine Rolle. Dafür war meine Frage wohl zu polemisch und die Antwort vorwegnehmend gestellt.

Blick aus dem Buchheim Museum auf den Starnberger See. Kunstwerke dabei im Vordergrund. Museen braucht das Land!

Verweilen, träumen, nachdenken – dafür sollte es in Museen auch die Möglichkeit geben. Buchheim Museum mit Blick auf den Starnberger See.

Querschnitt der Kommentare – Denkstoff

Damit die spannende Diskussion auf Facebook zur Frage „Museen ja oder nein?“ nicht im Facebook-Stream-Nirwana verschwindet, halte ich sie hier fest. Du kannst alles im Facebook-Posting des Deutschen Historischen Museums nachlesen. Ein ganz herzliches Dankeschön an alle fürs Mitmachen. Ihr bietet viel Denkstoff und Inspiration für alle, egal ob für Museums(nicht)besucher, Museen oder Kulturpolitik.

Museum – die Bildungsfunktion

„Es bräuchte nicht weniger, sondern viel mehr Museen zu Geschichte und Politik, und viel mehr Zugangsmöglichkeiten, und Einbettungen von Museumsbesuche in die Unterrichte!“

„Wie immer mein trauriges Paradebeispiel: In meinem Einflussbereich (östliches Münchner Umland), kann ich froh sein, wenn von 25 Vorschulkindern schon mal eines in einem Museum war (inkl. Naturkunde), im Grundschulbereich gehen mit etwas Glück pro Klasse 3-4 Hände hoch.
Und warum ist diese Bilanz so erschreckend? Meist zeigt sich, dass schon die Eltern keinen inhaltlichen Zugang zu Museen haben und daher dies auch für ihre Kinder nicht für wichtig erachten. Da kann ein Teufelskreis daraus werden, den es zu durchbrechen gilt.“ (Carmen von ErlebnisArchäologie)

„Noch wichtiger als Museen wären Menschen, die Spaß an Bildung haben. Wie viel gefährliches Halbwissen zum Beispiel über das Mittelalter kursiert, weil die Leute alles glauben, was Hollywood und pseudohistorische Romane ihnen vorsetzen…“

„Woher soll denn die Bildung – oder die Freude an der Bildung – kommen, wenn nicht auch durch Museumsbesuche? Als Kind war ich oft in der Wilhelma und dem Schloss Rosenstein. Da habe ich für einen 10-jährigen recht viel gelernt und gesehen. Und es ist spannender, ein Walskelett zu sehen und von der schieren Größe beeindruckt zu sein, als wenn ich den Eintrag in der (damals nicht vorhandenen) Wikipedia gelesen hätte.“

„Wie sollen die bildungsscheuen Menschen – oder ihre Kinder – ins Museum kommen? Klar, auf Schulausflügen. Aber sonst?“

Relevanz von Museen für die Gesellschaft

„…überhaupt die Frage zustellen! 😲Wie kann man das überhaupt in Erwägung ziehen?! Was der Krieg an historischen Gebäuden nicht platt gemacht hat darf nun auch nicht mehr stehen bleiben, oder wie???“

„Museen sind genauso wichtig wie die Biblotheken, welche das Wissen der Menschheit zusammengetragen wurde und das Wissen von Generation zu Generation weitergetragen werden. Museen sind Schätze der Menschheit, sei es Naturwissenschaften, Geschichte, Kunst oder Technik, sie gehören eben im städtischen Leben einfach dazu.“

„Wenn Museen so sind wie das waldgeschichtliche Museum St. Oswald im Bayerischen Wald, dann ist das etwas für die ganze Familie. Das beste Museumskonzept, das mir bisher untergekommen ist, ohne die oft einschüchternde „weihevolle“ Anmutung solcher Stätten. Eintritt übrigens auch umsonst. Hab noch nie so viel gespendet wie dort.“

„Wer nun das Museum als Steuerverschwendung hinstellt, weil man es nicht besucht und ohnehin nichts lernt, vermag nicht Fragen zu stellen; Fragen nach Vergangenheit und eigener Identifikation. Wer ich bin, erklärt sich vornehmlich aus Geschichte.“ (zitiert nach: Geschichtsphilosophie und Festungsforschung, 22.5.17)

Zugang zur Kultur – eine Geldfrage?

„Es wäre schön, wie in Frankreich, den Museen Besuchern bis zum 27.Lebenjahr, komplett kostenfrei Zugang zu gewähren.“

„Museumsbesuche sind spottbillig, gemessen an den anfallenden Kosten. Die Eintrittskarten machen doch sowieso keine 30 Prozent vom Umsatz aus. Und sogar dieser kleine Anteil soll den Menschen geschenkt werden? Wieso?“

„Ich arbeite in einem Museum, das keinerlei Eintritt verlangt – es gibt eine Spendenbox und wird gestützt durch einen „Verein der Freunde“ des Museums…“

„Ein Museum wird von der Gesellschaft finanziell getragen und sollte daher auch eine gewisse gesellschaftliche Relevanz haben – woran auch immer genau man diese auch misst. Platt gesagt: Wenn ein Museum (oder sonst eine kulturelle Einrichtung) hohe Summen an Steuergeldern verschlingt, aber gleichzeitig von der Allgemeinheit weitestgehend ignoriert wird, läuft irgendetwas falsch. Das muss dann gar nicht unbedingt am Thema der Institution selbst liegen, sondern vielleicht auch einfach an der Art der Darbietung oder Vermittlung.“

„Museen sind für die geistige Bildung sehr wichtig aber die Eintrittspreise müßten unbedingt billiger werden denn Preise wie 13 – 15 Euro sind für viele Menschen viel zu teuer, auch wenn es bei der Nacht der Museen billiger ist, ist es für viele Menschen immer noch zu teuer und Bildungsfördernde Einrichtungen sollten für jeden zugänglich sein, auch für Hartz IV Empfänger, die sich oft auch die Ermäßigten Eintrittspreise nicht leisten können.“

„Die Glosse erinnert mich wieder schmerzhaft daran, dass es hier in „Düsseldoof“ eben kein Witz ist: Das Theatermuseum wird aufgelöst und der Verkauf des historischen Gebäudes, vielmehr des (wertvollen) Baugrundes („Filetstück“) steht obendrein auch noch zu befürchten. Und das alles trotz großer Unterschriftenaktion, die bewiesen hat, wie sehr wir Düsseldorfer an diesem schönen Museum hängen. Aber für die „Tour de France“ und eine sündhaft teure Bewerbung für die EM ist Geld da, es ist zum heulen… :-( “(zitiert nach Robert Ising)

Das „Musée des Tissus et des Arts decoratifs“ in Lyon, der französischen Stadt, die wie keine andere ihren Reichtum dem Seidenhandel und der Textilverarbeitung verdankt, beherbergt eine einzigartige Sammlung historischer Textilien. Es ist ein zauberhafter Ort unserer europäischen Textilkultur, unserer Traditionen und Geschichte und damit ein Quell der Inspiration, für alle, die dort hinkommen – gleich ob aus Neugierde, aus historischem oder kreativen Interesse. Dieses einzigartige Museum wird nun von der Schliessung bedroht!“ (zitiert nach Robert Ising)

Nachdem ich Robert Ising fragte, ob ich ihn zitieren darf antwortete er mir so:

“ Aber natürlich, gerne, Tanja Praske, das Thema ist zu wichtig! Man glaubt gerne, Museen, die gab es schon vorher und es wird sie immer geben. Von wegen! Das sie- die meist für eine Selbstverständlichkeit gehalten werden- neuerdings genauso bedroht sein könnten wie die von Fanatikern in fernen Ländern gesprengten Weltkulturerbestätten, wer hätte solche Zeiten für möglich gehalten?“

Aus der Museumswelt:

„Sehr viele beziehen sich nur auf den Titel, haben den Artikel sehr wahrscheinlich entweder gar nicht oder nur den Anfang gelesen. Jedenfalls ein toller Artikel, der die eigentliche Problematik aufzeigt. Wie auch schon auf der DMB-Tagung wird überwiegend (frech gesagt) fälschlicherweise die Museumsdefinition an sich in Frage gestellt bzw. diskutiert. Dabei brauchen wir keine neue Definition, denn Sammeln/Bewahren/Forschen/Ausstellen/Dokumentieren usw. bleiben weiterhin mit die Kernaufgaben. Es sollte eher mal erkannt werden, woran es derzeit scheitert…
Nochmal zum DHM-Facebook-Link: Sie sollten viel mehr kommentieren, wie es ihnen dabei geht und warum sie nicht ins Museum gehen “ (Marisa Schiele von Museumswissenschaft.de

So, deine Meinung? Oder anders gefragt: Warum gehst du nicht ins Museum? Was fehlt dir?

Noch in eigener Sache: Fortan werde ich meine Projekte im Blog festhalten. Ich schreibe noch weitere Artikel für die Blog-Kolumne des Deutschen Historischen Museums. Und am 31.5.2017 stelle ich ein weiteres Projekt im Blog vor: Ein Aufruf zum dritten Social Walk der Bayerischen Schlösserverwaltung – stay tuned!


Nachtrag – Diskussion

Auf Facebook erreichte mich dieser ausführliche und zu diskutierende Kommentar von Florian Sepp (30.5.17) – danke dafür!

„Ich gehe auch so gut wie nie ins Museum. Ich habe einen Beruf, eine Familie mit kleinen Kindern und ein zeitintensives Hobby. Da bleibt für Museen und andere Kulturinstitutionen keine Zeit. Vermutlich geht es mir da so wie vielen anderen Erwachsenen meiner Altersgruppe auch.

Nun bin ich natürlich auch Wissenschaftler (Historiker) und Angestellter einer Bibliothek. Aus dieser Perspektive stört mich an den Museen einiges. Das was Museen für ihre größte Stärke halten, das Kuratieren, die Vermittlung, ist ihre Achillesferse. Die Focussierung auf dieses Konzept ist ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert und einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nicht angemessen.

Damit will ich die Notwendigkeit, Kontexte herzustellen, keineswegs leugnen. Dies ist unbedingt erforderlich. Aber: Glaubwürdig ist dies nur, wenn es neben der kuratierten Vermittlung auch den individuellen Zugriff gibt. Den bieten Museen aber nicht. Der größte Teil ihrer Bestände ist nicht ausgestellt, sondern im Depot und unzugänglich, schlecht inventarisiert und weder in gedruckten noch digitalen Katalogen recherchierbar.

Wäre die Bibliothek eine Museum, gäbe es einen Lesesaal, in der eine Promillebestand der Bücher zugänglich ist (natürlich mit Eintritt). Der große Rest der Bücher stände im Magazin. Natürlich gäbe es dann weder einen OPAC noch gedruckte Kataloge noch einen alten Zettelkatalog. Nur gelegentlich würde ein Bruchteil der Bücher aus dem Magazin in Semesterapparaten zugänglich gemacht. Erhebliche Teile der Bücher im Depot wären gar nicht katalogisiert, so dass nicht einmal die Angestellten genau Bescheid wüssten, was eigentlich in den Magazinen steht.

Wäre das Museum eine Bibliothek würde eine Auswahl der Bestände in einem großen Ausstellungsbereich der Öffentlichkeit präsentiert. Der große Depotbestand wäre über einen Online-Katalog recherchierbar, urheberrechtsfreie Objekte wären mit einem Digitalisat unter CC-Lizenz verknüpft. Wenn ich doch das Original bräuchte, könnte ich es – je nach konservatorischem Zustand – in einen Lesesaal bestellen. Recherchierbar wären die Bestände nicht nur über den lokalen Katalog, sondern auch über den Bayerischen Museumsverbundkatalog oder den Museums-World-Cat.

Und um Polemik abzuschließen: Die beste Methode, Kulturgüter dauerhaft der Öffentlichkeit zu entziehen, ist es, sie in ein Museum zu geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einem Depot landen und dort verstauben, ist extrem hoch. Um es deutlicher zu machen:
– Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg verzeichnet von 1,3 Mio Objekten gerade 81.000 im Onlinekatalog.
– Das Bayerische Nationalmuseum verzeichnet knapp 7.000 Objekte in seiner Online-Datenbank.
– Viele andere Museen haben überhaupt keine Online-Datenbank ihrer Bestände.“

 
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7 Kommentare

  1. Pingback: Kommentierst du schon oder bloggst du noch? Kommentare in Blogs

  2. Hallo, finde den Artikel sehr interessant. Da ich Kunst leider nicht studiert habe, würde ich auch niemals in eine Ausstellung kommen und leider ist es so, dass man erst ab einer Ausstellung im Museum als Künstler angenommen wird. Mich irritieren auch diese ganzen Portale wie artfacts, bei denen man selbst mit Beleg eintragen kann, in welchem Museum man bereits vertreten ist/war. Danach wird eine Art Ranking erstellt, erinnert etwas an Videospiele. Wer es weiter nach oben schafft, dessen Wert steigt kontinuierlich an.

    Das bringt mich zur Überlegung, dass namhafte Galerien ihre Werke nur deswegen einem Museum überlassen, damit sich das Ranking des Künstlers erhöht. Ich habe einen herausgepickt und den Ausstellungsverlauf zurückberfolgt. Nach ca 4 Ausstellungen in verschiedenen Museen wurde das Werk anschließend via Christies für 240.000,- verkauft.
    Das bedeutet, dass Museen quasi dafür missbraucht werden, um den Marktwert zu steigern? Dreht sich dort alles nur noch um Geld und nicht mehr um die Kunst selbst?

    Aus dem Grund starte ich nun ein eigenes Projekt:
    Ich baue zur Zeit eine gelbe Telefonzelle um und möchte das kleinste begehbare Kunstmuseum inkl. Webseite, Programmplan starten. Viele jüngere Menschen haben noch nie einen Fuß in ein Museum gesetzt und sehen darin auch keine Notwendigkeit. Vielleicht kann ich mit dem Projekt das Interesse an Kunst wecken und auch Künstlern einen Ausstellungsplatz bieten, der etwas anders ist.

    Mir ist es wichtig, vor allem auch junge Menschen zu erreichen. Via soziale Medien gelingt es schon halbwegs. Mal sehen, wie es aufgenommen wird und ib sich eventuell „richtige“ Museen bei mir für eine Kooperation melden :)

    Viele Grüße,
    Alexander Deboir

    • Tanja Praske

      Lieber Alexander,

      pardon für meine verspätete Antwort, einige Projekte vereinnahmten mich gerade sehr, so dass ich erst jetzt dazu kommen, dir zu antworten – shame on me! Gerade vor dem Hintergrund, dass ich aktuell einen Artikel über das Kommentieren in Blogs veröffentlichte, der heftig diskutiert wird: https://www.tanjapraske.de/digitale-kommunikation/bloggen/kommentierst-du-schon-oder-bloggst-du-noch-kommentare-in-blogs/

      Ja, die Sache mit Ausstellungen von Künstlern in Museen und die Steigerung des Marktwertes darüber ist Thema, wenn auch ein anderes als hier das Thema des Blogartikels. Hier geht es ja tatsächlich darum, warum Menschen, auch nicht kulturaffine, ins Museum gehen oder nicht. Du schlägst da den Bogen über dein Projekt mit den Telefonzellen – sehr löblich. Dafür müsstest du natürlich auch dort präsent sein, wo sich die „jüngeren“ aufhalten, das kann im Social Web sein oder/und in analogen Orten, wie Jugendtreffs, Vereinen, Schulen etc.

      In München wäre eventuell das Kulturreferat Ansprechpartner für solche Projekte, die Unterstützung bedürfen. Vielleicht gibt es das in deiner Stadt auch, würde ich mal schauen und auch den Kontakt zu relevanten Museen aufbauen. Ideal wäre es natürlich auch, wenn du darüber bloggst, die Fortschritte festhälst etc., dir so einen eigene Leserschaft jenseits, nein, ergänzend zu Facebook aufbaust – ich drücke dir die Daumen!

      Schönen Tag!
      Tanja

  3. Pingback: Fundstücke KW 21 | blog.HistoFakt.de

  4. Pingback: Kultur-News KW 21-2017 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

  5. Liebe Tanja,

    großartig, wenn aus einem Blogartikel so viel Bewegung entsteht. Gut zu wissen, dass eigentlich alle fest hinter der Idee „Museum“ stehen. Natürlich sind die Nicht-Besucher hier nicht beteiligt. Aber die wird man ja auch nie mit solchen Beitragen erreichen. Es ist aber auch wichtig, dass sich diejenigen, die im Team „Museum“ mitspielen noch einmal über dessen Rolle Gedanken machen. Dazu regte dein Artikel an und gut, dass du das hier nochmal alles zusammengefasst hast.

    Herzliche Grüße von Anke

    • Tanja Praske

      Liebe Anke,

      ja, damit hast du Recht – mit dem Artikel sind die Museumsnichtbesucher schwer zu erreichen. Gut. In den Sozialen Medien hätte ich ihn schon anders anteasern können. Im Sinn von: „Museen verprassen unser Steuergeld, weg mit ihnen!“ – damit hätte ich vielleicht nur Zuspruch geerntet bei der Zielgruppe.

      Ja, der Artikel regt an, das eigene Handeln und Tun mal zu hinterfragen. In #digKV werden ich von meinen Student*innen auch immer wieder mal gefragt, wie weit darf man denn gehen bei Remixes oder Storytelling um die Werke herum, die zu fantasievoll sind, schließlich sind wir ja Kunsthistoriker. Ist gar nicht so einfach zu entscheiden… als Kunsthistoriker.

      Wenn ich mir da die Faceapp anschaue, die schon viel bewegt hat, dann sehe ich da eher die Möglichkeit darüber mehr zu erzählen, auch über das Werk an sich. Grundsätzlich finde ich Irritation gut, wenn es weitere Angebote gibt.

      Ja, wir sollten nicht alle so bierernst sein und auch mal spielerisch experimentieren … eine Aufgabe auch von Museen in meinen Augen!

      Danke dir für deinen Kommentar hier bei mir!

      Herzlich,
      Tanja

      p.s.: Und viel Spaß heute bei #Büdchenliebe – tolle Action mit dem @koeln_museum!