Digitale Kulturvermittlung & Community-Aufbau: Austausch und Partizipation – Teil 1 | #Maitagung

Warum lohnt sich die digitale Kulturvermittlung? Was leistet ein kluger Community-Aufbau? Welche Formen des Community-Managements gibt es? Für Museen, Kulturhäuser, Kulturtourismus, Kunst- und Kulturschaffende bieten sich über die digitale Kulturvermittlung vielfältige Chancen. Schöpfen sie dabei noch das Potential von Kooperationen aus, können sie gemeinschaftlich viel erreichen, auch bei personellen und finanziellen Engpässen. Über den Erfolg entscheidet ein ernst gemeinter Community-Aufbau. Dieser basiert auf Austausch und Partizipation. Wie geht das?

Ansicht auf NRW-Forum Düsseldorf. Zusammenfassung Vortrag von Tanja Praske gehalten auf der Maitagung 2019. 1. Teil.

Digitale Kulturvermittlung und Community-Aufbau – mein Vortrag im NRW-Forum zur MAITagung 2019. Eine kleine Serie zu #digKV entsteht.

Darüber sprach ich zuletzt auf der Maitagung 2019. Für alle, die nicht dabei sein konnten, das Thema aber interessiert, fasse ich den Vortrag in zwei Teilen zusammen. Zudem ergänze ich ihn mit Ausblick und weiteren Fallbeispielen. Im ersten Teil  geht es um Flashmob, Insta-Challenges und Museum als Dritter Ort. Mit dabei: Zwei kleine Interviews von Museen zu faszinierenden Aktionen. Grundsätzlich ist mir die Verschränkung von Analog und Digital wichtig. Das setzt vernetztes Denken voraus. Ihre Wirkmacht ist enorm für die digitale Kulturvermittlung.

Wie immer nahm mein Artikel während des Schreibprozesses eine ganz andere Richtung ein als angedacht. Kurzerhand entsteht eine Serie zur digitalen Kulturvermittlung. Im zweiten Teil gehe ich auf digitale Kulturvermittlung und Community-Aufbau via SocialWalks, BloggerWalks und Blogparaden ein. Der Vortrag diente mir als Ausgangspunkt die digitale Kunst- und Kulturvermittlung mit weiteren Entwicklungen und Fundstücken zu unterfüttern.

Was dich im zweiten Teil erwartet, teasere ich im Interview zur Maitagung an:

 

Alles Digital, oder was? Ist das das neue Mantra: Digital über alles? Blödsinn. Oder anders: Heilsbringer ist und kann nur das Analoge sein wegen der Aura des Originals? Doppelter Blödsinn! Mich langweilt diese Diskussion, doch leider besitzt sie noch immer Relevanz, wie zuletzt der Podcast auf Deutschlandfunk Kultur „Zukunft der Museen. Analoge Kunst in der digitalen Welt“ zeigte.

Leidet die Aura des Originals durch seine digitale Verfügbarkeit? Wird der Museumsbesuch obsolet, weil die Menschen sich im Netz über die Werke informieren und diese dort gar anschauen können? Wäre dem so, dann machten Louvre, Metropolitan Museum, British Museum und andere Kunstmuseen mit starker digitaler Präsenz einiges verkehrt, oder? Sie zählen nicht nur zu den am meisten besuchten Museen, sondern steigerten darüber hinaus die Besucherzahlen (siehe Statista-Auswertung für 2017 und 2018).

Statt über die Aura des Originals als Flucht vor dem Digitalen zu sprechen, ist es sinniger, sich kluge Vermittlungsformate zu überlegen, die berühren und zum Teilnehmen motivieren. Eine gesunde Mischung muss her. Die Verschränkung von Analog und Digital funktioniert aus meiner Erfahrung mit der digitalen Kulturvermittlung sehr gut. Im Podcast von Deutschlandfunk Kultur gibt es übrigens zwei Aussagen in O-Ton von mir (Minute 2:38 und 3:45, werde das Interview noch verbloggen).

Es wird viel über digitale Strategien gesprochen. Doch verbergen sich dahinter im Museumskontext und in anderen Branchen unterschiedliche Auffassungen, was genau damit gemeint ist. Darauf ging zuletzt Christian Gries auf der Tagung des Bayerischen Museumstages 2019 in seinem Vortrag „Von neuen Räumen und digitaler Reife“ ein. Begriffliche Unschärfen bei den Buzzwords Digitalisierung, digitale Transformation und Digitalität bestehen.

Lektüretipps:

  1. Stephan Büttner, „Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses„, 2019. Merci @cvila_museum für den Tipp, Buch ist bestellt!
  2. Regina Franken-Wendelstorf, Sybille Greisinger, Christian Gries, Astrid Pellengahr (Herausgeber), „Das erweiterte Museum.Medien, Technologien und Internet„, 2019. (Buch ist bestellt, bin gespannt).

Aus Zeitgründen verzichtete ich auf der Maitagung auf die Definition der Begriffe. Noch am Morgen vor dem Vortrag entfernte ich folgende Folie dazu:

Für beide Begriffe „Digitalisierung – Digitale Kulturvermittlung“ ist in der Umsetzung die Fähigkeit „digital literacy“ des Mitarbeiters gefragt. Was genau das ist, definiert Christian Gries in „Handlungsfelder der Digitalisierung“.

Für beide Begriffe „Digitalisierung – Digitale Kulturvermittlung“ ist in der Umsetzung die Fähigkeit „digital literacy“ des Mitarbeiters gefragt. Was genau das ist, definiert Christian Gries in „Handlungsfelder der Digitalisierung“.

Die Kulturszene ist im Umbruch. Die Notwendigkeit des Digitalen ist spürbar, die Schmerzgrenze bei allen, hier aktiv zu werden, noch nicht erreicht. Am 24. Juli 2019 findet in der Bayerische Akademie der Wissenschaften ein runder Tisch zur Digitalen Kulturvermittlung mit geladenen Gästen aus Museen, Archiven, Bibliotheken und Theatern in Bayern sowie Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kultur statt. Mal schaun‘, was darüber vom Zentrum-Digitalisierung.Bayern berichtet wird. Bayern zieht damit endlich mit anderen Bundesländern nach, die spezielle Förderprogramme für mehr Digitalisierung von Kulturhäusern vorantreiben.

Ziele und Zielgruppen: Community-Aufbau

Bei allem, was die Kulturinstitution plant, sollten die Ziele und Zielgruppen definiert sein. Warum macht es was? Wer ist überhaupt die Zielgruppe? Welchen konkreten Nutzen biete ich dieser? Wie tickt sie? Was erwünscht sie sich? Erfolgreich wird das Haus, wenn es seine Brille ab- und die des Besuchers aufsetzt. Das fordert aktives Zuhören ein und den Mut, sich auf neue Vermittlungsformate einzulassen. Den Impuls dazu können die Besucher geben. Passiert das, bietet das Museum unmittelbare Berührungspunkte, die eine Bindung ans Haus fördern. Meint es das Museum mit Austausch und Beziehungsaufbau ernst, dann können dauerhaft wichtige Fürsprecher gewonnen werden.

Erfolgsmessung ist wichtig, um nachzujustieren. Was die Erfolgsfaktoren sind, gilt es zu definieren. Das können reine Zahlen bzw. quantitative Kriterien sein, wie Ausbau der Reichweite, Followerzahl, Anzahl der Interaktionen etc. Zahlen sind kaum Allheilbringer, es geht um mehr.

Für mich wird es spannend, wenn Social-Media-Aktionen über den Marketing-Aspekt hinaus als Medium der Kulturvermittlung und des Austausches begriffen werden. Eine Chance mit überraschenden Wendungen. Die von mir angeführten Beispiele zeigen ganz verschiedene Ansätze. Sie funktionieren am besten, wenn die Community im Fokus steht. Aktionen, die für die Besucher, digital wie analog, gedacht sind.

Verschränkung analog mit digital in der Kulturvermittlung

Anhand von drei Beispielen verdeutlichte ich auf der Maitagung die verschiedenen Facetten analog-digitaler Kulturvermittlung:

  1. Flashmob zur Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ (bis 21. Juli 2019) der Pinakotheken
  2. Instagram-Aktion #Hamburgscapes zur Ausstellung „Alt-Hamburg – Ecke Neustadt. Ansichten einer Stadt um 1900“ (7. Juni 2017 bis 21. Januar 2018)
  3. Museum als 3. Ort: Museum für Naturkunde in Berlin

1 „Die Spieler“ in Münchens Innenstadt | Flashmob | #PinaCaravaggisti

Im April fand guerilla-mäßig auf dem Odeonsplatz der Flashmob zur aktuellen Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ (nur noch bis 21.7.2019) statt. Darüber informierten die Pinakotheken kurzfristig vorher via Social Web. Der Überraschungseffekt war Teil des Konzeptes.

Ausgangspunkt der Aktion bildete Hendrick ter Brugghens Gemälde „Die Spieler“. Bunt kostümierte Schauspieler spielten Szenen der Ausstellung mit Spielern, Trickbetrügern, Trinkern und Soldaten nach. Sie stritten und duellierten sich. Erst ein großer Chor aus Studierenden der Hochschule für Musik und Theater München und weitere Eingeweihte führten zur Versöhnung der Kartenspieler mit Beethovens „Ode an die Freude“. Seit 1985 ist diese offizielle Europahymne und unterstreicht somit perfekt das europäische Projekt der Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“. Diese entstand in Kooperation mit dem Centraal Museum Utrecht. Zur Zielsetzung der Aktion schreibt Max Westphal im Museumsblog.

Gänsehautfeeling ist garantiert. Der Flashmob fand zuletzt anlässlich des Kunstareal-Festes am 14. Juli ab 15:00 statt.

 

Was ist ein Flashmob?Die Definition von Flashmob auf Wikipedia lautet:

„(englisch flash mob; flash „Blitz“, mob [von lateinisch mobile vulgus „reizbare Volksmenge“) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei dem sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der Cybergesellschaft (virtual community, Online-Community), die neuen Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.“

So viel zur Begriffsklärung. Das Phänomen Flashmob kam in den 1990er auf, potenzierte sich ab 2003, schwappte von Amerika nach Europa und etablierte sich mit dem Aufkommen des Smartphones.

Flashmobs in und von Museen

Meinen ersten Flashmob erlebte ich im Web am 6. November 2011 zu 100-Jahre Lehmbruck. An dem Tag knieten sich um 14:30 200 Personen für drei Minuten auf dem König-Heinrich-Platz in Duisburg hin. Sie nahmen die Haltung der „Knienden“ von Lehmbruck ein.

Spektakulär war 2013 der Flashmob des Rijksmuseum anlässlich der Wiedereröffnung. Er erinnert an den Flashmob der Pinakotheken. Stand dieser Pate für die Aktion in München? Das Rijksmuseum inszenierte in einem Kaufhaus Rembrandts Gemälde „Die Nachtwache“ – der Hype darum und die mediale Berichterstattung waren phänomenal und global. Aber seht selbst!

 

Damals war es der Flashmob, der einen Hype auslöste, aktuell geschieht das über die Liveübertragung der aktuellen Restaurierung des Gemäldes – wiederum ein neuer und spannender Blick hinter die Kulissen. Er verschränkt digital mit analog und ist ein wirkmächtiges Instrument der Kulturvermittlung.

Was bedeutet der Flashmob #PinaCaravaggisti für die digitale Kulturvermittlung?

Der Flashmob fand analog statt, während das Museum sowie die Teilnehmer vor Ort die Aktion ins Social Web in Echtzeit teilten. Ein Artikel mit YouTube-Video im Museumsblog überführte den Flashmob in die Nachhaltigkeit, d. h. er ist für jeden dauerhaft wiederauffind- und -erlebbar. Vor Ort irritierte #PinaCaravaggisti die Nicht-Eingeweihten, löste Nachdenken aus, verband die Aktion ganz klar mit der Ausstellung, auf die sie sich inhaltlich bezog. Ein analoges Event brennt durch die digitale Aufbereitung nach und bietet Verknüpfungen für und über den Museumsbesuch hinaus. Sie nimmt den digitalen Besucher ins Visier.

Der Ausstellungshashtag #PinaCaravaggisti ermöglicht weitere Berührungspunkte für den analogen und digitalen Besucher. Das Digitale funktioniert als Katalysator für die Kulturvermittlung.

Stichwort: Kooperation – ein wichtiger Aspekt für die Kulturvermittlung. Wer kann mir (dem Museum) helfen, die Inhalte emotional und nachhaltig bekannt zu machen bzw. mit zu gestalten? Das Museum muss nicht immer allein alles stemmen. Der Flashmob lebte von der Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München und anderen.

2. Instagram-Aktion #Hamburgscapes des Museums für Hamburgische Geschichte

Die Ausstellung „Alt-Hamburg – Ecke Neustadt. Ansichten einer Stadt um 1900“ (7. Juni 2017 bis 21. Januar 2018) zeigte Stadtansichten. Diese flankierte die Insta-Aktion #Hamburgscapes, d. h. Instagramer konnten Bilder ihrer Stadt Hamburg zeigen. Das Museum kuratierte diese via Flypsite im Web. Sie nahmen ausgewählte Fotos auf, die sich mit der Ausstellung verbanden, und integrierten das Angebot in der Ausstellung über einen großen Screen. In einem Raum konnten sich die Besucher vor Ort diese Hamburger Netz-Perspektiven anschauen, Querbezüge zur Ausstellung ziehen und miteinander oder im Rahmen von Führungen vor Ort diskutieren.

#Hamburgscapes – eine via Flypsite kuratierte, in die Ausstellung geholte Instagram-Aktion. Foto: Ausstellungsansicht, Alt-Hamburg –Ecke Neustadt, Museum für Hamburgische Geschichte.

Analog und digital verwoben und im Vermittlungsprogramm integriert – das war #hamburgscapes. Statt aber ein abgeschlossenes Projekt zu sein, passierte mehr: Das Hashtag, das eigens zur Ausstellung entwickelt wurde, verselbstständigte sich. Es etablierte sich dauerhaft für Stadtansichten Hamburgs. Gab es mit Ausstellungsende ca. 3.000 Fotos, so sind es aktuell weit über 5.000. Kreiert von einem Museum, angenommen von der Instagram-Community, lebt #hamburgscapes weiter und ist dabei immer mit dem Museum verbunden.

[Update vom 24.7.19] Auf der Facebookseite der Historischen Museen Hamburg entfachte sich nach anfänglicher Irritation über meinen Artikel eine impulsstiftende Diskussion. Hier ein Zitat:

„Clara Hasen: „ich habe allerdings schon gespürt, dass man von alten Systemen der Bereitstellung irgendwie wegkommen möchte, alte Zöpfe abschneiden möchte, oder die Präsentationen verändern möchte. So als Muss-Spass-Seher oder Informant.

Wenn ich doch noch eine Meinung dazu loswerden möchte – Ich bin eher eine Person, die selbst etwas entdecken möchte – und wenn ich die ganzen Bilder aus Urlaubsorten, besonderen Stätten schon gesehen habe, hab ich kaum noch Lust auch dahin zu gehen.

Das andere ist, war man ausserhalb seines Dunst-und Lebenskreises eben da auch im Urlaub wird man so schnell nicht wieder zu einem Museum kommen und Nachinformationen zu bekommen. Da wäre eine Digitale Präsentation oder Fragenkatalog für Besucher! natürlich toll. *
Und dann sind da noch die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die in den meist dunklen Stuben sich einen Kopf machen, wie Thema aufbereiten, Fakten suchen und finden – wenn die miteinander vernetzt wären mittels Social Media könnte das einerseits Zeiten udn Wege verkürzen, Wissen gemeinsam erstellt werden – wegen der Überprüfbarkeit der Fakten muss man sehen. Einerseits evlt eine Erleichterung, aber das das Digitiale auch Zeit beansprucht, die man vielleicht zum tüfteln braucht.. Muss man sehen.
Ich bin nur nutzer habe keinen blassen Schimmer wie es in der Jetztzeit geht.“

#Lustwandeln – flanieren in wunderbarer Umgebung

Ähnliches passiert mit dem Tweetwalk #Lustwandeln in Nymphenburg 2015 – eine spezielle Führung für digital affines Volk im Schlosspark; sie begleitete die App „Schlosspark Nymphenburg. Lustwandeln im Garten“ der Bayerischen Schlösserverwaltung und war ein voller Erfolg mit Gewinn des Virenschleuderpreises in der Kategorie „ansteckendste Kampagne“. Das Hashtag war omnipräsent im Web. Anders als #Hamburgscapes war die Aktion nicht speziell für Instagram konzipiert, sondern für „Digitalos“ mit Fokus auf Blogger. Natürlich prüften wir zuvor, ob das Hashtag ausreichend exklusiv auf allen Social-Media-Plattformen war: Tatsächlich war es jungfräulich und damit bestens monitorbar (= beobachtbar und messbar).

Unser Gartenfachmann führt zum ersten Landschaftsgemälde im Park, zur Sichtachse der Amalienburg, #NymApp

Unser Gartenfachmann führt zum ersten Landschaftsgemälde im Park, zur Sichtachse der Amalienburg, #NymApp

Nachdem eine Neuauflage des #Lustwandelns im Schlosspark Schleißheim 2016 erfolgte, etablierte sich das Hashtag auf Instagram bis heute. Geht der User im Stream zu #Lustwandeln auf Instagram zurück, landet er automatisch auf die Tweet- bzw. SocialWalks der Schlösserverwaltung. Lustwandeln bezeichnet heuer das Flanieren in wunderbarer Umgebung, zumeist in (herrschaftlichen) Gartenanlagen.

Hashtags gehören zur digitalen Kommunikation

Hashtags verbinden Themen, während @ (mentioning) Menschen verbinden. Hashtags sind elementar für Kulturhäuser, Ausstellungen, Events und digitale Aktionen. Offen kommuniziert, bieten sie den Nutzern die Möglichkeit, sich darüber im Web auszutauschen. Das Museum erfährt darüber, was über sie gesprochen wird und kann die Diskussion moderieren. Es kann sich mit den Menschen darüber austauschen und verbinden.

Wer mehr über die Funktionsweise von Hashtags erfahren möchte, der liest „Hashtags und Twitter – wie funktionieren sie in der Kultur?„.

Was leisten Instagram-Aktionen für Kulturhäuser?

Haus, Inhalte und Ausstellungen werden auf Instagram bekannt, Aufmerksamkeit so geschürt und die Lust auf den Ausstellungsbesuch analog wie digital im Idealfall geweckt. Das Haus konzipiert und setzt diese Aktion entweder allein mit Aktivierung der eigenen Community um oder es holt sich professionelle Hilfe mit Netzwerk. Für letztere sind die assignements von @thisaintartschool spannend, wie beispielsweise #storyoffoodassignement fürs @coberlin (bis 23.7.19). Digitale Kulturvermittlung, klug aufgebaut, dabei die Community angetriggert, funktioniert hervorragend.

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, im Kleinen wie im Großen. Es ist immer eine Frage der Ziele, Zielgruppen, Ressourcen und des klugen Geschichtenerzählens.

Verschränkung der Kanäle und Rückbindung an die eigene Plattform

Große Wirkmacht digitaler Aktionen erfolgt bei einer Verschränkung der Kanäle. Dadurch werden Besucher unterschiedliche Berührungspunkte geboten. Daraus mag eine Erinnerungsfunktion enstehen. Nochmals auf die Aktion aufmerksam geworden, schaut er genauer hin, wird im Idealfall darüber aktiviert.

Beispiel: Etwas ist für Instagram angedacht, wird im Blog wider- und andersgespiegelt, während weitere Kanäle einbezogen sind. Aktionen im Social Web werden über die Rückbindung an die eigene Plattform, Website oder/und Blog, in die Nachhaltigkeit überführt. Sie sind damit stets wieder auffindbar. Das ist eine Frage der Zielsetzung, Community und Präferenz.

Infopoint Bayern: Aktion #15shadesofgreen – kooperative Action

Der Infopoint Museen & Schlösser in Bayern feierte sein 15-jähriges Bestehen mit der Instagram-Aktion #15shadesofgreen. Sie fragten nach Grünem aus bayerischen Museen (15. Juni bis 15. Juli 2019). Artikel im eigenen Blog flankieren die Aktion. Schielt man auf die reinen Zahlen auf Instagram (100+ Fotos), so gibt es größere Aktionen. Was ist aber wichtig? Was ist die Messlatte für den Erfolg? Schaue ich mir die Fotos an, gefällt mir die Ästhetik und die Vielfalt. Ob Raumeindrücke, Objekte, Natur- oder Detailaufnahmen, sie verdeutlichen eine große Bandbreite der Museen.

#15shadesofgreen ist die Geburtstagsaktion zum 15-jährigen Bestehen des Infopoint Bayerns - bitte weitermachen! Screenshot der Instagram-Aktion.

#15shadesofgreen ist die Geburtstagsaktion zum 15-jährigen Bestehen des Infopoint Bayerns – bitte weitermachen!

Die Aktion richtete sich vor allem an bayerische Museen. Von 1.350 Museen in Bayern machten wenige mit, spielerisch die eigene Sammlung, das Haus bzw. die museologische Arbeit aus anderer Perspektive anzugehen. Mit offiziellem Start am 15. Juni weitete der Infopoint die Aktion offiziell auf Besucher aus und sprach im Hintergrund gezielt Personen an, mitzuwirken.

Klasse, dass das Museumsblog Zinkfabrikaltenberg in Nordrhein-Westfalen dem Ruf folgte. Es steuerte einen faszinierenden Bericht „Die Pflanzen-Versuchsstation und #15shadesofgreen“ bei. Das ist gelebte Vernetzung und steht für sich gegenseitiges Helfen ein – etwas, was Kulturhäuser per se stärker ins Auge fassen könnten, sich gegenseitig zu unterstützen, Synergien zu finden, um gemeinschaftlich Kultur voranzubringen und gesellschaftliche Relevanz zu erzeugen. Die Freizeitkonkurrenz  ist groß und Museen bzw. Kulturhäuser stehen hier nicht zwangsläufig an erster Stelle.

Wie bewertet der Infopoint die Aktion #15shadesofgreen und welche Erfahrungen machte die Zinkfabrikaltenberg mit ihrer Teilnahme? Es wäre grandios, wenn hier Initiator und Teilnehmende kommentierten.

Sabine Wieshuber und Anna Blenninger beantworteten mir drei Fragen zu ihrer Aktion – vielen herzlichen Dank dafür! (Stand: 24.7.19)

Ziele der Aktion #15shadesofgreen

Sabine Wieshuber: „Ein Ziel der Aktion #15shadesofgreen war es, die erstaunliche (Themen)Vielfalt der Museen zum Schillern zu bringen. Wir wollten „unseren“ Museen und Kulturinteressierten einen leichten Einstieg geben, Sammlungsobjekte kreativ in den Blick zu nehmen und digital sichtbar zu machen. Besucher zu inspirieren und Museen zu vernetzen, sind weitere Ziele des Infopoint Museen & Schlösser in Bayern. Dabei verstehen wir unsere eigenen Kanäle dezidiert als Plattform für alle Museen, auch solche die selbst (noch?) keine Accounts haben. Anlass war unser 15-jähriges Jubiläum, Aufhänger das Grün unseres Logos.“

Wie habt ihr im Hintergrund vernetzt, um Museen und andere zum Mitmachen zu motivieren?

„Die Museen haben wir im Vorfeld über mehrere Wege mobilisiert: den Newsletter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (zu der wir gehören), E-Mails, Telefonate, sowie bei persönlichen Begegnungen. Wir luden Kulturblogger ein und sprachen Kolleg*innen auf Veranstaltungen an. Nicht zuletzt – zur Halbzeit der laufenden Aktion – beim Slambeitrag zum kooperativen Bloggen von Anna Blenninger auf dem Bayerischen Museumstag. Analog wurde der Hashtag im Infopoint beworben.“

Wie bewertet ihr das Ergebnis? Was waren eure Learnings?

Anna Blenninger: „Wir werden uns urlaubsbedingt etwas Zeit lassen mit Analyse, Bewertung und Learnings und kommentieren bei Dir erneut sobald wir so weit sind. Hoffentlich erfreuen sich die Leser*innen der Museumsperlen derweil an 15 knall- über käfer- bis zu drachengrünen Blogbeiträgen, die Kern der #15shadesofgreen waren, und im letzten (15.) Beitrag unten alle verlinkt sind. Um sie herum entstanden auf unseren Accounts 17 Facebookposts und tägliche Instagram- und Twitterposts über die vier Wochen. Wir haben uns sehr gefreut, dass Museen parallel ihre Accounts bespielt haben und darüber, dass der Funke auf Kulturblogger übergesprungen ist. An dieser Stelle ein herzlicher Dank auch an Dich, Tanja, dass Du mitgemacht, weitere angesteckt hast und uns in diese Betrachtungen einbeziehst.“

Insta-Challenge #strangethingschallenge mit Interview

Das Potential von kooperativen Social-Media-Maßnahmen ist mehr als ausbaufähig. Es gibt Ansätze dazu, wie #15shadesofgreen oder die erfolgreiche Insta-Aktion #strangethingschallenge des Historischen Museums der Pfalz Speyer. Die Maßnahme richtete sich exklusiv an Museen, ihre seltsamen Objekte aus den Museumsdepots auf Instagram zu zeigen.

Mittlerweile gibt es 700+ Photos von mehr als 100 Museen bundesweit  und aus dem Ausland. Die Medien berichteten darüber, pushten die Sichtbarkeit der Aktion nochmals, während die User neue Museen und verrückte Gegenstände faszinierten. Verzahnung von digital und analog funktionierte hier hervorragend. Das Museum überlegt, aufgrund der außerordentlichen Resonanz darauf basierend eine Ausstellung zu konzipieren – eine digitale Idee wirkt sich auf die museologische Arbeit aus, großartigst!

Aus dem Bauch heraus mit Ziel geplant , brachte die Instagram-Aktion #strangethingschallenge Museen und digitale Besucher näher.

Aus dem Bauch heraus mit Ziel geplant , brachte die Instagram-Aktion #strangethingschallenge Museen und digitale Besucher näher.

Spontan beantwortete mir das Historisches Museum der Pfalz Speyer Fragen zur Insta-Challenge nachdem es eine ausgiebe Diskussion zur Aktion auf meiner KulturTalk-Facebook-Seite gab – vielen herzlichen Dank dafür!

Was war das Ziel?

Susanne Schilz: „Die Challenge hatte für uns mehrere Teilziele: unser Instagram-Account war, als wir das Projekt starteten, gerade mal ein paar Monate alt. Aufmerksamkeit zu generieren und damit weitere Follower, war natürlich ein Ziel von mehreren. Darüber hinaus wollten wir mit der Challenge andere Häuser dazu animieren, auch mal Exponate auf Instagram zu zeigen, die ansonsten vermutlich nicht für den Account eingeplant worden wären. Unsere fünf Exponate beispielsweise waren an sich relativ unscheinbar, die Geschichten und Hintergründe haben sie interessant und „strange“ gemacht. Das fanden wir spannend und davon wollten wir mehr sehen.

Den potentiellen Museumsbesucher hatten wir dabei nicht in erster Linie als aktiven Teilnehmer im Blick, sondern wollten ihm Inhalte bieten, die witzig, unterhaltsam oder ungewöhnlich sein konnten. Viele Privatpersonen haben sich aber tatsächlich eingeklinkt und verschiedene Häuser wurden sogar explizit von Instagram-Nutzern dazu aufgefordert, sich an der Challenge zu beteiligen.

An genau diesen Stellen fanden wir, war unsere Challenge am erfolgreichsten, wo sich rege Diskussionen zwischen Museen und Instagram-Nutzern entspannt haben. Viele Dinge waren einfach so schräg, dass man noch ganz viele Fragen zu ihnen stellen konnte :-) Das war letztendlich gar nicht so selten der Fall und hat uns ungemein gefallen. Außerdem haben Leute explizit geschrieben, dass sie durch die Challenge auf Museen aufmerksam wurden, von denen sie noch nie gehört hatten. Das ging uns übrigens auch so und wir freuen uns über die Vernetzung, die an vielen Stellen seitdem bereits nachhaltig war. Das war ein weiterer Nutzen, den die Challenge für uns gebracht hat.“

Wie war die Resonanz?

Sabrina Albers: „Wir waren wirklich baff, wie wenig Zeit verging, bis das erste Museum aus dem Ausland einen Beitrag unter unserem Hashtag hochgeladen hat. Und auch deutschlandweit haben sich Häuser aus allen möglichen Sparten beteiligt. Viele sind dem Hashtag gefolgt und waren dann über Wochen und Monate mit dabei und haben mit uns jeden neuen Beitrag geliked und kommentiert.“

Wie bewertet Ihr die Aktion? Was beeindruckte?

Sabrina Albers: „Für uns war die Aktion ausgesprochen erfolgreich. Die Challenge in Gang zu halten war aufwändig, hat aber wahnsinnig viel Spaß gemacht. Viele hatten das Kettenbriefprinzip nicht wirklich verinnerlicht und vergessen, mit ihrem Beitrag ein anderes Haus zu nominieren. An diesen Stellen haben wir uns immer wieder eingeschaltet und nachgefragt, welches Museum denn noch zur Teilnahme aufgefordert werden soll.

Als die ersten 500 Beiträge online waren haben wir dann eine Pressemeldung rausgeschickt. Das hat uns eine ungeahnte, mediale Aufmerksamkeit beschert, Bento hat über uns geschrieben, das Neon-Magazin, das Fernsehen war da, Radio auch. Anfang Juli wurde uns für die Challenge der Marketingpreis Rhein-Neckar 2019 in der Kategorie „Kommunikation“ verliehen. Das war natürlich die absolute Krönung des Projekts.“

Ein faszinierendes Projekt und lehrreich!

Kooperative Social-Media-Aktionen für mehr Wucht im Web

Die teilnehmenden Museen von #strangethingschallenge und #15shadesofgreen ließen sich auf die Schlagkraft von Kooperationen ein. Sie halfen sich gegenseitig, ähnlich wie es verhalten auf Twitter am #depotdienstag passiert. Dennoch gibt es viel Luft nach oben, vor allem in der Ausführung, z. B. über Liken der Fotos, kommentieren und interagieren. Beherzigen das Initiatoren und Teilnehmer fördert es den Austausch und die Wertschätzung. Zugleich bedienen sie Kanal-Mechanismen, denn Interaktionen erhöht die Relevanz des einzelnen Postings für die Plattform. Diese hat ein massives Interesse daran, dass die Menschen sich in ihrem Mikrokosmos aufhalten. Relevanz bedeutet mehr Sichtbarkeit. Daraus wird ein Schuh, ein Aspekt, der ausbaufähig im Handeln der Häuser ist.

Wie eine digitale Idee zum viralen Hit werden kann, zeigte der Battle beim #AskACurator 2017, als sich, ausgelöst durch den Tweet eines Users, ein Battle zwischen dem Natural History Museum und dem Sciencemuseum entspannte. Zuletzt sorgte „Best Duck“ vom Museum of Rural Live (MERL) für einen Hype auf Twitter, welches Museum die beste Ente ins Rennen schickte. Anders als Instagram lebt Twitter von der Echtzeitkommunikation mit spontanen und witzigen Reaktionen.

Im Januar forderte The Museum of English Rural Live (TheMERL) Museen auf Twitter dazu auf, ihre

Im Januar forderte The Museum of English Rural Live (TheMERL) Museen auf Twitter dazu auf, ihre „Best duck“ zu zeigen. Ein globaler Hype entstand. Screenshot

Kooperationen untereinander können Wucht im Web entfalten. Der Infopoint bietet bayerischen Museen weitere Möglichkeiten dazu, wie Etablierung des Hashtag #MuseeninBayern, Gastbeiträge im Blog und auf dem Instagram-Kanal sowie Social-Media-Aktionen. Ein prima Angebot, die eigene Sichtbarkeit zu stärken und zu testen, was machbar ist, um die Web-Präsenz des Hauses zu stärken und Formate der digitalen Kulturvermittlung zu entwickeln. Der Infopoint leistet darüber Anschubhilfe zu ersten Gehversuchen im Social Web.

Museum Burg Posterstein: Community-Aufbau über #SchlösserSafari

Einen ganz anderen Weg schlug Museum Burg Posterstein ein. Die Ausstellung „Versteckte Orte – Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ (24. Februar bis 12. Mai 2019) entstand in Zusammenarbeit mit sieben Instagramern, die jeweils sieben Fotos zur Ausstellung beisteuerten. Im Netz begleitete die gleichnamige Instagram-Aktion #SchlösserSafari die Ausstellung. Aktuell gibt es mehr als 2.900 Fotos von und aus Burgen und Schlössern (Stand Juli 2019). Es etablierte sich erneut ein Hashtag.

„Das Museum Burg Posterstein ist seit 2016 auf Instagram aktiv und steht in regem Austausch mit einer kultur- und landschaftsinteressierten Community. Auswahlkriterien für die Ausstellung waren daher nicht nur Reichweite und Motivwahl, sondern auch die seit langem währende aktive Kommunikation auf Augenhöhe.“, so Burg Posterstein.

Die #Schlössersafari infizierte Instagramer, ob institutionell oder privat, gleichermaßen. Bald geht sie als Wanderausstellung weiter. Grandiose Verzahnung von analoger mit digitaler Kulturvermittlung. Museum Burg Posterstein ist eines der agilsten kleinen Museen im Social Web mit innovativen Ideen. Screenshot der Instagram-Aktion

Die #Schlössersafari infizierte Instagramer, ob institutionell oder privat, gleichermaßen. Bald geht sie als Wanderausstellung weiter. Grandiose Verzahnung von analoger mit digitaler Kulturvermittlung. Museum Burg Posterstein ist eines der agilsten kleinen Museen im Social Web mit innovativen Ideen.

Wunderbar, wie analog und digital hier Hand in Hand griffen. Grandios ist, dass die Ausstellung wandern soll. Eine Entwicklung, die sich vielleicht erst durch die positive Resonanz auf #SchlösserSafari ergeben hat. Das zeigt, wie digitale Aktionen für die Kulturvermittlung Impulse setzen können und sich im Verlauf der Dauer oder danach dynamisch weiterentwickeln.

Wichtig an #Schlössersafari: Alles was unter dem Hashtag passiert, ist mit dem Museum Burg Postertein, dem Initiator, verbunden, während Teilnehmer ihre versteckte, hochherrschaftlichen Orte vorstellen. Sie vernetzen sich. Andere Kulturhäuser bringen sich über ihre Teilnahme ins Gespräch, im Idealfall verfolgen sie Vermittlungsansätze. Damit setzt das Burg Posterstein einen Ansatz fort, den es schon mit #SalonEuropa beschritt. Darauf gehe ich im zweiten Teil meiner Serie zur Digitalen Kulturvermittlung ein.

Marlene Hofmann beantwortete mir kurzerhand Fragen zur #SchlösserSafari – Merci dafür!

Wie kam es zur Idee? Was wolltet ihr erreichen?

„Wir waren beeindruckt, wie viele Leute auf Instagram auf qualitativ hochwertige Weise kulturelle Sehenswürdigkeiten vorstellen und empfehlen; diese Art der Freizeitgestaltung wollten wir vorstellen und gleichzeitig die Region vorstellen und Lust auf eigene Kulturentdeckungen in der Region machen. Außerdem haben wir natürlich gehofft, dadurch ein instagramaffines, reiselustiges Publikum anzusprechen und uns noch stärker zu vernetzen.“

Was sind die Ergebnisse?

“ Wir haben die Ausstellung komplett gemeinsam mit den 7 Instagramern entwickelt. Dabei vernetzten wir uns richtig toll mit regionalen Instagramern, auch durch den Instawalk und die anderen Begleitveranstaltungen und damit über die Ausstellung hinaus. Es waren tatsächlich mehr Instagramer auf Burg Posterstein, es kommen auch weiterhin viele nach längerem Kontakt zu uns.“

Worüber freut ihr euch am meisten?

„Ganz toll finden wir natürlich, dass die Ausstellung wandern soll und dass weitere gemeinsame Aktionen wie die gemeinsame #Schlössersafari nach Potsdam geplant sind und dass der Hashtag weiter genutzt wird. Der Hashtag ist ein Ort zum Stöbern nach Schlössern und Ausflugszielen auch über die Region hinaus.“

Marlene stand mir bereits im Montagsinterview „Warum Social Media mit Bloggen im Museum?“ Rede und Antwort über die Netzaktivitäten des Museums – lesenswert und mit vielen Impulsen für den digitalen Auftritt von Kulturinstitutionen.

Fazit zur Nutzung von Instagram für die digitale Kulturvermittlung & Community-Aufbau

Die besprochenen Beispiele zeigen das Potential von Instagram an. Die Plattform eignet sich hervorragend, um eine Community für sein Haus aufzubauen. Dafür bietet der Kanal vielfältige Ansätze über Stream, Storys mit Live Videos und IGTV.

Beispiele zur Nutzung von Instagram mit Stream, Story und IGTV.

Beispiele zur Nutzung von Instagram mit Stream, Story und IGTV.

Wichtig ist, für den Stream eine zum Haus passende Bildsprache zu entwickeln, während Videos eine große Reichweite erhalten, wenn das Storytelling klug aufgebaut ist. Gebe ich einen Hashtag in der Suchfunktion ein, erscheinen Videos an prominenter Stelle.  Storys erzielen oft eine höhere Reichweite als der Stream. Aktionen können prima angeteasert werden, spontane Eindrücke und der Blick hinter die Kulissen wirken unmittelbar. Gleichwohl sollte sich das Haus vorher überlegen, was es warum vermitteln will. Die erste Einstellung muss ein Eyecatcher sein bzw. die Neugier schüren, sonst wischt der User weiter.

Die Anbindung von IGTV an den Stream führt zu mehr Sichtbarkeit von IGTV, was mit Einführung der Funktion anfänglich nicht der Fall war, jetzt dafür ein Bonuspunkt für die Nutzung ist. Einige Museen entdeckten das Feature für sich. In Deutschland fangen vereinzelt Museen an (@staedelmuseum, @schirn, @mdbkleipzig, @mfnberlin, @fussballmuseum), das für sich zu nutzen. Amerikanische und europäische Museen können hier inspirieren (@gettymuseum, @mymodernmet, @guggenheim, @Tate, @vamuseum, @rijksmuseum). Es gibt  unterschiedliche Formate.

Das Museum darf sehr wohl über Kulturvermittlungsansätze den User fordern. Dafür gibt es viele gute Beispiele, auch in Deutschland wie das @Maritimesmuseum und andere. Instagram ist weder Kanal für Pressearbeit in Form von Pushbenachrichtigungen mit  Veranstaltungshinweisen noch Kanal für reine Marketing-Ziele. Das wird von vielen Häusern  missverstanden. Es ist ein Medium der Kulturvermittlung, des Austausches, der Vernetzung und des Geschichtenerzählens. Geschichten, die emotionalisieren, darüber binden.

Eine Folie zur Bildsprache auf Instagram von Museen. Kleinen und großen aus meinem Workshop-Archiv 2018 genommen. Burg Posterstein, Maritimesmuseum, Bayerisches Nationalmuseum und Städelmuseum - spannende Unterschiede und Voraussetzungen der Häuser, zu denen es viel zu sagen gibt.

Eine Folie zur Bildsprache auf Instagram von Museen, kleinen wie großen aus meinem Workshop-Archiv 2018 genommen. Burg Posterstein, Maritimesmuseum, Bayerisches Nationalmuseum und Städelmuseum – spannende Unterschiede und Voraussetzungen der Häuser, zu denen es viel zu sagen gibt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Museum muss genau das befolgen, sich vernetzen, ins Gespräch kommen, zeigen, dass ihm seine Follower wichtig sind und dass es ernsthaft eine Beziehungen aufbauen möchte. Darüber gewinnt es Fürsprecher im Web.

Die von mir besprochenen Beispiele zeigten zudem, wie dynamisch sich Aktionen  verändern und zu neuen Ideen führen können, wenn das Haus dem gegenüber offen und experimentierfreudig ist. Etwas, was grundsätzlich auf den Social Web-Auftritt zutrifft. Von nichts kommt nichts, ohne Einsatz, ohne kluges Geschichtenerzählen, ohne Vernetzung und authentischer Austausch sind die Maßnahmen auf Instagram und den anderen Social-Media-Kanälen eine Einbahnstraße und erfolglos – zurecht!

Sollte eine Maßnahme nicht den erwünschten Erfolg bringen, wäre zu allererst bei sich zu schauen und zu analysieren, was schief lief und optimiert werden kann, bevor die Plattform an sich abgelehnt wird. Letztere Vorgehensweise ist ein fataler, aber weit verbreiteter Automatismus. Es ist zunehmend leichter auf andere zu zeigen, als die Fehlerquelle bei sich zu suchen. Also, packt euch an die eigene Nase, krempelt die Ärmel hoch und justiert sinnig nach!

3. Museum als Dritter Ort: Museum für Naturkunde in Berlin

Seit Dezember 2018 gibt es in der Ausstellung des Museums für Naturkunde in Berlin einen Bereich für Austausch und Mitgestaltung Interessierter mit dem Museum – ein Experimentierfeld für Partizipation und Offen Wissenschaft. Es wird so zum Dritten Ort, einem Ort der Begegnung, der ein außerschulischer Lernort sein kann, dabei den Fokus auf das Soziale setzt. Als Austauschforum für FridaysforFuture treffen sich im Museum für Naturkunde ab 14:00 nach der Demonstration SchülerInnen mit Wissenschaftlern des Museums, um über Klimafragen zu diskutieren. Zusätzlich erhalten SchülerInnen und LehrerInnen freitags ab 13:30 freien Eintritt ins Museum.

Das Museum für Naturkunde in Berlin geht neue Wege: Es versteht sich als Dritter Ort, Ort des Austausches und schafft dafür extra Räumlichkeiten. Kulturvermittlung mit dem Besucher - hervorragend!

Das Museum für Naturkunde in Berlin geht neue Wege: Es versteht sich als Dritter Ort, Ort des Austausches und schafft dafür extra Räumlichkeiten. Kulturvermittlung mit dem Besucher – hervorragend! Screenshot Webside.

Erstmals trat der Dritte Ort im Bibliothekskontext auf. Jetzt fangen Museen und Kulturhäuser an, diesen für sich zu entdecken. In Nordrhein-Westfalen gibt es dazu seit Januar 2019 das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen“. Das Historische Museum Frankfurt erforscht seit längerem über das Stadtlabor zusammen mit FrankfurterInnen die Stadt.

Das Badische Landesmuseum setzt in seiner Restrukturierung auf Formate der Bürgerbeteiligung, wie ein MuseumsCamp – eine Unkonferenz ähnlich der Barcamps, ohne festgelegte Speaker, die Sessions werden nach einer Vorstellungsrunde mit Vorschlägen gewählt. Das Museumscamp vereinte Bürger und Fachleute, die über die Zukunft des Museums diskutierten. Bin gespannt, wohin sich das Haus entwickelt. Johannes Bernhardt stellte auf der Maitagung das Konzept „Creative Collections. Partizipation und Digitalität im Badischen Landesmuseum“ vor.

Das Konzept der Offenen Wissenschaft gibt es schon länger unter dem Begriff Citizen Science. Dass jetzt reale Räume der Begegnung im Museum geschaffen werden, ist verhältnismäßig neu. Vertiefend dazu ist der Tagungssammlungsband „Bürger Künste Wissenschaft. Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften„.

Sowohl auf der Republica 2019 als auch auf der Tagung des Museumsbundes 2019 wurde der Ruf nach Museen als Dritte Orte laut. Spannende Aspekte werden in der Nachlese der Republica vom Tagesspiegel in „Digitalisierung bietet Museen neue Chancen“ vom 8. Mai 2019 angesprochen. Es tut sich was, während die einen noch überlegen, ob sie überhaupt dieses „Neuland“ Social Web nutzen sollten, sind andere bereits Meilen voraus.

Die Aussage von Martin Schäfer von 2016 ist in 2019 genauso aktuell: die Forderung - Partizipation, Austausch und Vernetzen. Aufgaben der Digitalen Kulturvermittlung

Die Aussage von Martin Schäfer von 2016 ist in 2019 genauso aktuell: die Forderung – Partizipation, Austausch und Vernetzen.

Fazit und Ausblick zur digitalen Kulturvermittlung

Die vorangestellten Beispiele der digitalen Kulturvermittlung zeigen, wie wirkmächtig sie sein können, wenn sie auf Community-Aufbau setzen. Wichtig dabei, es gibt nicht die eine Community, sondern viele. Tatsächlich ist die Community fragmentiert und divers. Das ist die große Herausforderung, zu überlegen, an wen sich das Kulturhaus mit was richten möchte. Das definiert die Plattform, die Art des Geschichtenerzählens, die Form der Kooperation mit Multiplikatoren-Analyse, um sich gegenseitig zu stärken.

Das Museum nutzt die gesamte Palette der Kommunikation und des Austausches aus, analog wie digital. Das Community-Management ist intensiv, eine Auseinandersetzung und Austausch mit dem User ist gefordert. Aus digitalen Aktionen erwachsen Ideen für die museologische Arbeit. Das Museum erarbeitet sich gesellschaftliche Relevanz. Schon längst dehnt sich das Aufgabengebiet der Museen über das Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln hinaus aus.

Außer Acht ließ ich das digitale Museum mit digitalen Sammlungen, Open Access, Anwendungen, wie AR oder VR, Collection Walls, Medienstationen, Audioguides etc.

Wer sich die Präsentation zum Vortrag anschauen möchte, der klickt das Slideshare an. Bitte beachte dabei, dass Daten zum Dienst übertragen werden.

Digitale kulturvermittlung und Community-Aufbau im Museum: Geschichtenerzählen, Netzwerke und Kooperationen. Vortrag gehalten auf der Maitagung 2019 from Tanja Praske

Wie überführt ein Museum seine Social-Media-Aktion in die Nachhaltigkeit? Darauf gehe ich im zweiten Teil ein. Weiterhin zeige ich das Potential von SocialWalks und BloggerWalks sowie von Blogparaden als Formate des Community-Aufbaus mit Blogger Relations, Multiplikatoren-Analyse und Kooperationen auf.

Wie sind deine Erfahrungen mit der digitalen Kulturvermittlung als Initiator oder auch als Teilnehmer? Welche digitale Aktion blieb dir warum in Erinnerung?


 

Nachtrag – Leseempfehlung:

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10 Kommentare

  1. Liebe Tanja,
    Danke für den umfangreichen Bericht aus aktuellen digitalen Vorreiter-Projekten der Museumswelt. Ich freue mich auch, dass der Fokus langsam weggeht von kaufbarer Reichweite zu tatsächlicher, nachhaltiger Vernetzung und Interaktion. Nicht alle Ansätze werden für jedes Haus funktionieren, aber es zeigt, dass es sich 1) lohnt mit anderen Museen, mit Bloggern, Instagramern und anderen Einrichtungen zu kooperieren – alle profitieren davon und 2) dass man kreativ, flexibel und experimentierfreudig sein muss. Man kann nicht alles planen. Aber auf Burg Posterstein sehen wir die sozialen Netzwerke als große Chance, uns mit Besuchern und der Kulturszene auszutauschen und zu vernetzen. Mal sehen, wohin sich die #schlössersafari noch entwickelt! Aber auch andere Ausstellungen entwickeln ein digitales Eigenleben wie die aktuelle Kunstausstellung „Zum Wesen des Staubes“, die die Kölner @herbergsmuetter zum #staubrausch inspiriert hat!

    Ich bin gespannt auf Teil 2 :)

    Viele Grüße,
    Marlene Hofmann

    • Tanja Praske

      Liebe Marlene,

      vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldung hier und vor allem für das spontane Kurzinterview, was den Artikel extrem bereichert. Gerade heute fügte ich ein Interview zu #15shadesofgreen ein. Da hätten wir es wieder: Nachhaltigkeit über Blogs! Artikel vergehen nicht, sondern bleiben. Dienen im Idealfall zur Inspiration. Deshalb fügte ich deine Staub-Tipps im Nachtrag ein. Werde das kontinuierlich tun, da mir dieser Artikel zu mehr dienen wird. Dazu dann ein anderes Mal.

      Ja, die Beispiele sollen inspirieren und Mut machen, ruhig zu experimentieren und zwar spielerisch. Das Kulturhaus darf dabei auch Fehler machen, es braucht keine Angst haben, wie es mit Kritik umzugehen hat, wenn es diese als Chance für Nachjustieren und Selbstreflektion der Aktionen begreift.

      Richtig dein Punkt mit „Kaufen“ – gutes, spannendes Storytelling mit einem gescheiten Community Management funktioniert. Jetzt berühren wir einen wunden Punkt: dafür bedarf es Personal, Personal, das kompetent ist in digital literacy, das neugierig und mutig ist und auch strategisch vorangeht. Letzteres ist nicht mit Praktikanten und Volontären allein zu leisten, es ist auch keine Sacharbeiterposition in TöV 6-9, sondern hier fängt es bei 11 und 13 an. Gerade wenn es um Strategie, Kampagnen-Entwicklung und Umsetzung geht, dann ist eine 13er Stelle gerechtfertigt.

      Museen sind hier oft die Hände gebunden. Entscheidungsträger in Behörden und der Politik sind gefordert, hier eine Basis zu legen und das besser nicht mit langen pdfs à la KKK. Das Digitale ist wirkmächtig. Es ist Teil der Gesellschaft, die damit umgeht. Kann sich die Politik da ausschließen? Warum nutzt sie nicht das Potential von Kulturhäusern, die selbstbestimmt und integrativ in die Gesellschaft einwirken können? Warum gibt sie diesen nicht das Rüstzeug an die Hand? Das wäre konsequent und richtig gedacht, um das Netz nicht nur den Obskuren, Rechten und orangenen Männchen jenseits und diesseits des großen Teiches zu überlassen. Diese bespielen das Netz leider zu gut.

      Hier wäre es etwas entgegenzusätzen und deshalb fand ich euren Mut mit #SalonEuropa 2018 genau richtig. Einen Ansatz, den das @DHMBerlin mit #DHMDemokratie weiterspielte. Et voilà – jetzt haben wir den Übergang zum Teil 2, den ich noch schreiben werde.

      Dir, Merci! Auch für die Impulse, ausgelöst durch deinen Kommentar hier!

      Sonnigen Gruß
      Tanja

  2. Vielen Dank, liebe Tanja, für diesen Artikel und die Einbeziehung unserer Aktion #15shadesofgreen! Die Aufgabe des Infopoint Museen & Schlösser in Bayern ist ja primär die Sichtbarmachung der bayerischen Museumsvielfalt von über 1.300 Museen (auch derjenigen die keinen Social Media Auftritt haben). Wir finden, dies konnte durch einen „witzigen“, spielerischen, neuen Blickwinkel, quasi durch die grüne Brille auf unserem Blog Museumsperlen und unserem grün schillerndem Insta feed, schön aufgezeigt werden. Vielen Dank nochmal an Alle, die sich beteiligt haben! Wir haben Dir unsere drei Antworten per Mail geschickt, analysieren die Aktion später gründlicher und geben hier Bescheid.

    • Tanja Praske

      Liebe Sabine,

      ich habe zu danken und zwar ganz fett! Eure Antworten zu meinen Fragen zu #15shadesofgreen sind erhellend und ich bin schon auf eure Auswertung der Aktion nach der Sommerpause neugierig.

      Ihr drei habt dem Artikel mehr Tiefe gegeben, vor allem als Input für bald mutig werdende Museen. Kooperationen sind sehr wichtig. Unter anderem führte ich so viele Beispiele der jüngsten Zeit an, so dass Museen, die etwas überlegen, sich auch an euch wenden können, um Erfahrungen auszutauschen.

      Danke auch für den Blick hinter die Kulissen, wie ihr versucht habt, andere Museen zu motivieren. Macht weiter so!

      Mich freut es enorm, wie ihr euch entwickelt habt und welch wichtigen Stellenwert Euer Blog in Eurem Kommunikationsmix erhalten hat!

      Herzlich,
      Tanja

  3. Das ist eine sehr gute Arbeit hier!
    3 Gedanken dazu:
    1. Der #hashtag ist sehr wichtig! Er sollte so gewählt sein, dass auch User aus der Ferne in benutzen können, auch wenn das zunächst nicht zu einem sofortigen Besuch beiträgt, aber langfristig wirkt und neugierig auf den Ursprung zielt, auch noch lange später. Bei #lustparken merke ich das im Blog.
    2. Die Vernetzung von Museen untereinander ist gut und wichtig, auch in SoMe. Es wäre noch besser, wenn sich andere Institutionen einbringen konnten. Theater, Oper, Bibliotheken…

    3. Traust du Dich eine Blogparade zu organisieren: #aurawatch ?
    Lade Blogger’Innen ein irgendeine Aura zu beschreiben. Kunst, Landschaften, Musik, Architektur. Im Hintergrund würde ich sogar mithelfen. Vielleicht in Kooperation der Museen, die ihre Werke digitalisiert haben? Die Aura vor Ort oder aus dem Netz? Wäre mir inneres Rasentennis.

    • Tanja Praske

      Lieber Mikel,

      Merci dir für diesen Input!

      1.) Hashtags sind die Basis für alles! Mich freut es sehr, dass dein #lustparken, das dem #lustwandeln zusammen mit #gruftwandeln entsprungen ist. Inwiefern merkst du das? Hast du noch immer Zugriffe auf den Artikel bzw. wie spielt Instagram da mit ein. Das hatten wir 2015 noch nicht so auf den Plan, bietet jetzt aber andere Möglichkeiten.

      2.) Das wäre ein superwichtiges Anliegen. Hin und wieder schalteten sich Bibliotheken und Archive ein, wie die Münchner Stadtbibliothek oder das Siwiarchiv. Theater sind aktuell leider spärlich dabei, wobei es spannend wäre. Bislang vertritt die @kulturfluesterin die Theatersphäre, Theater an sich bleiben da leider noch außen vor, aber das wäre eine fette Anregung. Auch der Orchesterbereich, bislang mit @sufloese vertreten, wäre klasse.

      3.) #aurawatch wäre cool und überfällig. Ich werfe das mal Museen zu. Vielleicht mögen hier welche kommentieren. Deine Hilfe wäre prima. Ich selbst muss gerade noch eine Entscheidung bzgl. eines Projektes abwarten, was mich komplett vereinnahmen würde, deshalb kann ich noch nicht sofort YES sagen. Eine Blitzparade mit Laufzeit von 3 Wochen ab Herbst irgendwann wäre spannend – bin bald mit der Familly für 4 Wochen auf Sendepause (so gut wie).
      Lass uns die Idee mal ins Netz schmeißen und es könnte ein „Rasentennis“ werden mit teilweisen Zuwurf.

      So liebe ich den Austausch! Bin gespannt, ob sich hier noch weitere versuchen. Im Web wird der Artikel gut angenommen, Kommentare und Impulse gibt es vereinzelt im Social Web. Hier im Blog wäre es dauerhaft. Eine Facebookdiskussion führte zum Interview um #strangethingschallenge. Die Pinakotheken wollen noch kommentieren, wenn es bei ihnen ruhiger wird. Ja. Perfekt wäre das.

      Dir nochmals Danke und einen schönen Abend!

      Herzlich,
      Tanja

      • Die Idee zu #aurawatch ist super Mikel!
        Wir würden uns gerne beteiligen und ich frag schonmal bei den Kolleg*Innen aus den anderen Häusern an. ;)

        Viele Grüße
        Christian
        (LVR-Industriemuseum, Zinkfabrik Altenberg)

    • Damian Mallepree

      Lieber Mikel,
      super Idee. Mich erinnert der Hashtag an sowas wie #abgeordnetenwatch. So verstanden, könnte #aurawatch doch auch in die Richtung gehen, die „Aura“ eines Exponats mit einem zwinkernden Auge zu hinterfragen. Was meinst Du? Also deskriptiv-kritisch. Und zwar genau in der Weise, wie Tanja es oben beschrieben hat. Vielleicht könnte so ein # dazu führen, dass dieses Argument „Aber das Digitale nimmt doch dem echten…“ nicht mehr zieht.
      Zweiter Return: lädt #aurawatch mit der Betonung auf „Aura“ nicht geradezu zu einem Spiel mit Bildbearbeitung ein?
      Werde es gerne weiter verfolgen..
      Besten Gruß aus dem Goethe-Museum Düsseldorf
      Damian