Erika Mann Digital: neue Wege der Monacensia im digitalen Raum | #ErikaMann

Was verbirgt sich hinter Erika Mann Digital? Die Monacensia im Hildebrandhaus zeigt die erste Einzelausstellung zu Erika Mann, flankiert von einem fantastisches Rahmenprogramm. Es schlägt die Brücke zwischen Damals und Heute. Genau hier knüpft die digitale Adaption der Ausstellung an. Darin begleite ich die Monacensia. Wir haben einiges vor und gehen neue Wege im digitalen Raum!

Blick in die Erika Mann-Ausstellung in der Monacensia im Hildebrandhaus. 1932 ist ein einschneidendes Jahr für sie - sie wird durch die Agression von Nationalsozialisten politisiert.
Erika Mann wird ab 1932 zur leidenschaftlichen Kämpferin für Freiheit und Demokratie.

Am 11. Oktober eröffnete die Ausstellung „Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin“ in der Monacensia (Laufzeit bis 30. Juni 2020). Im Fokus steht Erika Mann (1905-1969) als politische Stimme der Familie Mann. Wie es zur Ausstellung kam, was ihre Ziele sind und wie die Verschränkung analoger und digitaler Kulturvermittlung gedacht ist, das verrät der Blogpost: „Beteiligt Euch, es geht um Eure Erde!“. Die Erika Mann-Ausstellung“.

Dass sich Erika Mann einst leidenschaftlich für Freiheit und Demokratie einsetzen würde, war für sie zunächst unvorhersehbar:

„Man lebte in Deutschland, während der Republik, man interessierte sich glühend für Dinge der Kunst, für Menschen und fremde Länder, – „Politik“ das war etwas für die Fachleute … So dachte ich und so dachten die meisten meiner Freunde und Altersgenossen.“ Erika Mann, Peace, 1937

Erika Mann als politische Stimme der Familie Mann

Genau das sollte sich 1932 ändern, als ein erschütterndes Ereignis hervorgerufen durch die Aggression von Nationalsozialisten Erika Mann politisierte. In der Folge gründete sie die Pfeffermühle, ein politisches Kabarett, das „indirekt immer völlig eindeutig“ war, so Erika Mann im Gespräch mit Fritz J. Raddatz, 25. März 1968.

Erika Mann als Kriegskorrespondentin der US-Armee
Foto: Ernest E. Gottlieb
Quelle: Münchner Stadtbibliothek / Monacensia
Erika Mann als Kriegskorrespondentin der US-Armee
Foto: Ernest E. Gottlieb
Quelle: Münchner Stadtbibliothek / Monacensia

Fortan setzte sie sich vehement und kämpferisch für „Wahrheit, Ehre, Anstand, Freiheit und Toleranz (Erika Mann) ein, ungeachtet der Gefahr für ihr Leben in der Nazi-Zeit. Eine Haltung, die sie schließlich ins Exil nach Europa und bald nach Amerika trieb. Hier entdeckte sie für sich den Beruf der Lecturer, der politischen Rednerin, von dem sie gut leben konnte. Ihre Reden über Nazi-Deutschland und hiesigen Verhältnissen lebten von ihren unmittelbaren Eindrücken, die sie als Kriegsreporterin in den Krisenregionen Europas erlebte.

Die Ausstellung zeigt in sieben Stationen, wie sich ihr Weg von der behüteten, ältesten Tochter von Thomas und Katia Mann, der Vertreterin der Neuen Frau, über ihre Politisierung bis hin zur Nachlassverwalterin ihres Vaters und Bruders Klaus Mann entwickelte. Das Bild einer beeindruckenden, faszinierenden Frau entsteht. Die Aktualität ihrer Aussagen fürs Hier und Heute erschrecken.

„Die Botschaft, die ich vermitteln wollte, war immer ein direkter, ungeschminkter Appell an die menschliche Solidarität gegen die unmenschlichen Mächte der Dunkelheit und der Zerstörung.“ Erika Mann, Ausgerechnet Ich, 1943.

Erika Mann Digital

Erika Mann Digital ist vielfältig. An erster Stelle steht die Monacensia-Digital – die digitale Datenbank mit Nachlässen von den Mann-Geschwistern Klaus, Monika und Erika. Hieraus schöpft die digitale Adaption der Ausstellung. Via QR-Codes sind Digitalisate in der Ausstellung eingebunden. Besucherinnen und Besucher können sich in diese Schriften vor Ort versenken oder später daheim gemütlich nachlesen. Das ist auch unser Anliegen: Wir wollen die Forschungsdatenbank einem breiten Publikum bekannt machen.

Tagebuch des "Mimikbundes" - "Laienbunde deutscher Mimiker" - schauspielerischer Start Erika Manns. Aufnahme mit QR-Code
Tagebuch des „Mimikbundes“ – „Laienbunde deutscher Mimiker“ – schauspielerischer Start Erika Manns.

An zweiter Stelle bei Erika Mann Digital steht das Social Web und die Geschichten, die wir dort unter dem Hashtag #ErikaMann erzählen. Im Verlauf der digitalen Adaption der Ausstellung entwickeln wir eine digitale Strategie der Kulturvermittlung. Über den Blick hinter die Kulissen machen wir diesen Prozess transparent.

Die Monacensia und die Familie Mann

Eine Ausstellung über Erika Mann ist folgerichtig in Anbetracht des Sammlungsbestandes. Anke Buettner, Leiterin der Monacensia, stellt die Besonderheit des Literaturarchivs heraus:

Die Monacensia ermöglicht mit ihren Originalbeständen Grundlagenarbeit für kritische Editionen, wissenschaftliche fundierte Präsentationen, Buch- und Forschungsprojekte. Sie ist das Archiv mit den meisten Originalbeständen zu den Kindern von Thomas und Katia Mann. Diese Bestände bilden das Herzstück des Literaturarchivs. Sie sind für die internationale geiste- und literaturgeschichtliche Forschung des 20. Jahrhunderts von größter Wichtigkeit.

Erika Mann im Social Web: O-Töne und Geschichten

„Kinder wissen, was schwarz und was weiß ist; sie unterscheiden zwischen gut und böse. Kinder haben ein klareres ethisches Bewußtsein, und sie sind oft intelligenter als unsere hartgesottenen Skeptiker und „Realisten“. Erika Mann, Ausgerechnet Ich, 1943.

Zitate wie die vorangestellten berühren. Sie geben mehr als nur den Zeitgeist wieder, vielmehr regen sie zum Nachdenken über das Gegenwärtige an. Diese Verbindung – Vergangenes und Gegenwärtiges – spielt die Erweiterung der Erika Mann-Ausstellung im digitalen Raum. Im Social Web lassen wir Erika Mann direkt sprechen. Zudem erzählen wir weitere Geschichten aus der Zeit und ihrem Umfeld. Unter dem Hashtag #ErikaMann findest du das auf Twitter, Facebook und Instagram. Im Blog der Münchner Stadtbibliothek vertiefen wir monatlich Themen der Ausstellung.

Wir laden dich herzlich dazu ein, dich mit uns auszutauschen: knüpfe alte oder neue Stränge gemeinsam mit uns!

Eines der Ziele der Erika Mann-Ausstellung ist es, „den Bestand der Monacensia immer wieder aus anderen Blickwinkeln zu beleuchten und so das literarische Gedächtnis der Stadt lebendig zu halten und neue anzureichern und zu ergänzen.“, so Anke Buettner und weiter: „Wir betrachten es als unsere Aufgabe über unseren Bestand die Vergangenheit zu beleuchten und auf dieser Basis einen kritischen Blick in die Gegenwart zu werfen.

Das beabsichtigen wir mit der digitalen Adaption der Ausstellung. Es ist ein offener und dynamischer Prozess. Impulse und Ideen, die daraus und im Austausch mit den digitalen sowie analogen Besuchern entstehen, wirken sich direkt auf unser Vorgehen im Digitalen aus, Wandlungen oder Kehrtwenden eingeschlossen. Angestrebt ist eine vielfältige Vernetzung mit dem digitalen Besucher, den wir gleichwertig zum analogen Besucher sehen, mit Partnerinstitutionen sowie Netzwerken. Einiges davon passiert im Hintergrund, anderes machen wir offensichtlich, um den Austausch untereinander zu stärken.

Im Raum stehen auch folgende Fragen: Was können wir von Erika Mann lernen? „Wie wollen wir in Zukunft miteinander in unserer Gesellschaft umgehen? Wie wollen wir miteinander leben?“ Nach Anke Buettner bietet die Ausstellung viele Denkanreize, diese Fragen für sich zu beantworten.

Blick in die Ausstellung - Erika Mann war die einzige Frau, die von den Nürnberger Prozessen berichtete. Ausstellung Monacensia.
Erika Mann war die einzige Frau, die von den Nürnberger Prozessen berichtete. Blick in die Ausstellung, Monacensia.

Konkrete Maßnahmen im Social Web sind:

Dokumentation der digitalen Adaption der Erika Mann-Ausstellung

Dieser Blogpost entwickelt sich weiter. Ich werde hier unsere Schritte festhalten und dokumentieren. Dazu zählen die Blogposts, die wir veröffentlichen sowie die unserer Partner und Bloggerinnen und Blogger.

November 2019: Insta-Takeover und BloggerWalk #ErikaMann

Im November übernimmt die Monacensia den Instagram-Account der Münchner Stadtbibliothek. Wir stellen den Arbeitsalltag in der Monacensia vor, die Mitwirkenden an der Erika Mann-Ausstellungen und Hintergrundinformationen, den Blick hinter die Kulissen.

Der Takeover kommt gerade passend zu unserem anstehenden BloggerWalk #ErikaMann am 11. November 2019, ab 19:00. Es gibt noch freie Plätze – bitte gerne anmelden, wir haben uns Exklusives zu drei Themen überlegt:

  1. Making Of der Ausstellung
  2. Blick hinter die Kulissen des Archivs
  3. Lyrik-Performance

Was wir an dem Abend vorhaben und wie der Ablauf konkret ausschaut, das verraten wir in: „#ErikaMann – BloggerWalk in der Monacensia: Demokratie und Freiheit – eine Haltung“.

Wir freuen uns auf Dich! Ich werde hier sämtliche eingehenden Blogposts aufführen und verlinken. Bin wieder sehr neugierig, wie über Erika Mann geschrieben wird, denn erfahrungsgemäß gibt es verschiedene Zugänge zum Thema eines BloggerWalks – dafür schätze und liebe ich das Format sehr!


Nachlese BloggerWalk:

Den BloggerWalk gibt es zum Nachlesen in der Collection:
Erika mann – BloggerWalk in der Monacensia: Freiheit und Demokratie – eine Haltung.

Blogposts zum BloggerWalk

Wir haben auch eine Social Wall zu #ErikaMann eingerichtet. Erste Diskussionen finden bereits statt. Schaut rein und macht mit!

Monacensia im Hildebrandhaus
Maria-Theresia-Str. 23
81675 München

Öffnungszeiten: Mo–Mi, Fr 9:30– 17:30, Do 12–19:00 | Ausstellungen auch Sa, So 11–18:00 | Eintritt frei

Mich freut es, dass ich nach #SalonEuropa und #DHMDemokratie mit #ErikaMann erneut den Austausch um Freiheit und Demokratie begleite, dieses Mal von Beginn an und über die Dauer der Ausstellung. Mir fällt dazu einiges mit dem großartigen Team der Monacensia ein.

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