Zwischen Vernetzungsaktion #ErikaMann, Emotionen im Museum und Küche | #WMDEDGT

Wieder fluffig bloggen und mehr bloggen, das habe ich mir vorgenommen. Zugleich eine neue Blog-Kategorie einführen: Gedankenspiele für Persönlich-Berufliches, fest verbunden mit Kultur und nun ab rüber zu Frau Brüllens #WMDEDGT geworfen. Was ich mache, ist aktuell eng verwoben mit Erika Mann, Vernetzungen und digitaler Kulturvermittlung mit Emotionen. Persönliches gibt es auch – schon sehr bald backe ich wie eine Weltmeisterin.  

Venezianische Gondeln in Schleißheim passen zu WMDEDGT
Gondeln in Schleißheim aus dem Fotoarchiv beschäftigten mich heute auf Instagram – sehr passend zu #WMDEDGT von Frau Brüllen, die an jedem 5. des Monats wissen möchte, was wir machen.

Emotionen im Museum

Erste Tätigkeit am Schreibtisch, Eingänge der Newsletter checken – könnte ja Spannendes dabei sein und siehe da – ein Artikel bei MuseumNext von Rebecca Carlsson fesselt mich: „How to get an emotional response from museum goers“. Titel mit Emotionen triggern mich stets, hängt mit einem ehemaligen Forschungsprojekt von mir zusammen. Da untersuchte ich die Darstellung von Emotionen im Antlitz der Skulpturen von Claus Sluter in Dijon – ich sage nur Puits de Moise (=Mosesbrunnen) – diesen erwähnte ich in: Wenn Wissen verschwindet – Schätze im Museumsdepot.

Aber zurück zu den Emotionen im Museum. Warum sind diese wichtig? Sie können den Besucher ans Museum binden. Dabei gibt es mehr als einen Weg. Wichtig sei es, das Herz und den Kopf des Besuchers zu berühren. Gelingt das, bereichern wir das Kulturerlebnis und ermutigen Museumsbesucher dazu, das Museum Freunden und Familie weiterzuempfehlen. Dabei gilt es die Balance zu wahren, kein leichtes Unterfangen.

Emotionale Antworten sind nichts Neues für Kunst. Kunst ist darauf mit angelegt. Sie kann uns eine Geschichte erzählen und Gefühle provozieren, wie Freude, Traurigkeit, Unwohlsein oder uns einfach überwältigen. Studien belegen, dass das Schauen ästhetisch gefälliger Kunst Gehirnregionen, die mit Erfahrungen verbunden sind, aktiviert und dabei Emotionen auslöst.

Welche Ansätze gibt es, um Emotionen im Museum auszulösen?

Carlsson bringt mehrere Beispiele, wie Emotionen hervorgerufen werden. Das kann das Zurückwerfen auf Kunst sein, wie es der Kurator im Video zur Francis Bacon-Ausstellung im Centre Pompidou unternimmt. Er geht durch die Ausstellung, teils mit wackeliger Kameraführung, führt Aspekte der Kunst Bacons vor den Werken aus, gestikuliert lebhaft, aber angenehm, während er sehr dynamisch ist.

Ich wünschte mir auch solche Videos von deutschen Museen. Dort stehen die Kuratoren oft steif im Museum, manches Mal gar mit unglücklicher Perspektive, nichts Fesselndes zu sehen, zu wenig Einblendungen der Kunst en detail, einfach nur langweilig – Talking Heads können dröge sein. Sehe ich dann noch, dass eine Agentur das Video anfertigte, frage ich mich schon, warum das Museum nicht auf Ästhetik pocht, denn tatsächlich ist diese normalerweise Teil ihrer Arbeit.

Schaut euch das Video an und sagt mir, wie es euch gefällt, aber Achtung: Es ist auf Französisch.

Ich habe mir ein Osmo Mobile 2 mal angeschafft, wenn ich mein iPhone 8+ noch mit besseren Ton versorgen kann, dann teste ich das Format mal.

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Kunst auf sich selbst zurück geworfen: Francis Bacon im Centre Pompidou

Eine andere Möglichkeit emotionale Reaktionen beim Besucher zu provozieren, sei es, Erlebnisräume zu schaffen, die mit Gefühlen arbeiten und die Sinne aktivieren, wie Riechen, Fühlen, Sehen. Dazu geht sie auf das Museum of Feelings ein, ein pop-up museum, das 2015 behauptete das „erste Museum zu sein, das auf Emotionen reagiert und diese zu Kunst wandelt“. Wie das kannst du im Video nachschauen.

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Burg Cadolzburg – ein Burg Erlebnismuseum

Mir fällt dazu die Cadolzburg ein – ein Burg Erlebnismuseum. Hier werden auch die Sinne angesprochen über Gerüche, Sehen und Geräusche. Ertasten und Ausprobieren von Rüstungen im Vergleich zur Polizei-Ausrüstung, spielen und mehr. Erlebte das im Zuge des #Hohenzollernwalk|s, den ich für die Bayerische Schlösserverwaltung 2017 organisiert – wow, wie lange das schon her ist!

Sicht auf die Cadolzburg, davor die Skulptur von Jonatan Rhem und Jonathan Themm.
Die Cadolzburg von der Vorburg aus betrachtet, davor die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ von Jonatan Rhem und Jonathan Thimm.

Eine Umgebung für Emotionserlebnisse

Carlsson führt ein White Paper „Developing a Toolkit for Emotion in Museums“ auf und zitiert danach:

„Humans are emotional animals. Whether exhibition developers plan for emotions or not, every visitor brings their feeling self to museum; it cannot be separated from the thinking self. Indeed, social science research suggests wie wouldn’t even want to try, that emotions actually help us learn more effectively.“

Also, Emotionen befördern das Lernen. Damit hätten wir wieder den Bildungsauftrag von Museen. Schön die Aussage, dass wir Menschen emotionale Tiere sind …

Was macht eine Ausstellung emotional?

Die Wege dazu sind verschieden. Mich berühren vor allem Carlssons Ausführungen zum Memorial and Museum Auschwitz-Birkenau. Hier am historischen Ort ist emotionale Resonanz von sich aus gegeben. Das Ziel des Museums sei es, nicht nur faktisch die Besucher über die Nazis weiterzubilden, vielmehr einen Raum zur Reflektion über die unaussprechlichen Gräueltaten, die auf dem Museumsgrund stattfanden, zu schaffen.

Vernetzungsaktion #ErikaMann – 16. – 27. März 2020

Auschwitz leitet direkt über zu Erika Mann. Wer mich schon länger liest, der weiß, dass ich für die digitale Adaption der Erika Mann-Ausstellung in der Monacensia zuständig bin. Seit Wochen hexe ich im Hintergrund, um Institutionen für die Vernetzungsaktion #ErikaMann im März (Laufzeit: 16. – 27.3.2020) zu gewinnen. So auch heute. Das heißt Mails schreiben, Impulse zum Mitmachen bieten und mit Museen telefonieren. Die Aktion soll nicht allein auf Erika Mann beschränkt bleiben, sondern ihre Ideale „Anstand, Freiheit, Toleranz und Demokratie“ aus verschiedener Perspektive beleuchten. Das Thema ist dehnbar.

Aufbau der Erika Mann-Ausstellung. #ErikaMann hat mich fest im Griff, auch beim Tagebuchbloggen zu #WMDEDGT
Aufbau der Erika Mann-Ausstellung. Seit dem 11. Oktober 2019 kümmere ich mich um die digitale Vermittlung. Dazu zählt auch die Organisation der Vernetzungsaktion #ErikaMann (16. – 27.3.2020) – viel Lesestoff für Euch!

Warum macht die Monacensia das?

Aussagen von Erika Mann sind vor Halle, Hanau und Thüringen, Populismus und Nationalsozialismus aktueller denn je. Mit Wucht sollen ihre Themen im Netz unter dem Hashtag #ErikaMann gespielt werden. Leser entdecken Museen, Forschungseinrichtungen, Theater und Verlage, die sich mit diesen Aspekten befassen. Angestrebt ist eine Vernetzung untereinander und mit Interessierten. Mal schaun‘, wie sich die Aktion entwickelt. Heute jedenfalls erreichte mich ein großartiger Gastbeitrag dazu. Auslöser war ein Ping Pong auf Instagram mit dem Erich Maria Remarque-Friedenszentrum – wie großartig, was das Social Web ganz aus Versehen bewirken kann – ich bin begeistert!

Gondeln in Schleißheim auf Instagram

Ich versuche aktuell wieder regelmäßiger auf Instagram Fotos zu bringen, immer mit einer kleinen Geschichte. Dazu plündere ich des Öfteren mein Foto-Archiv. Heute waren die venezianischen Gondeln in Schleißheim dran (siehe Artikelbild). Schleißheim ist mein Haus- und Hofschloss. Als wissenschaftliche Volontärin der Schlösserverwaltung erarbeitete ich unter Leitung der Museums-Referentin die Raumbeschriftungen sowie die Neugestaltung des Dokumentationsraumes im Neuen Schloss – lang ist es her. Das Fotomaterial geht mir so schnell nicht aus.

Bäckereimeisterin dank Susanne von ichlebejetzt

Ja, Susanne, du bist jetzt schuld, wenn ich in nächster Zeit viel backe. Auf deine Empfehlung hin habe ich mir die Kenwood-Maschine besorgt – ein Alleskönner. Nahm das Paket mit Fleischwolf, Smoothie-Behälter, Kräutermühle, Pasta-Aufsätzen etc. Nachdem Junior kürzlich meinte, er möchte gerne Brot backen und meine Projekte jetzt doch Semmeln bringen, bestellte ich mir kurzerhand dieses geniale Gerät. Heute kam es an, Mini und ich testeten es gleich, Pudding zusammenmixen, begeistert die dekadente Belichtungsfunktion entdecken und erstaunt über die einfache Bedienung sein. Krass. Jetzt bin ich nur neugierig, ob die Kids mich verwöhnen werden. Eigene Pasta werde ich mal testen. Auch die aß ich bei Susanne und war sofort entflammt für die Maschine.

So, jetzt reicht’s für heute, schnell einpflegen, dann Kameras für das Pressegespräch morgen früh in der Monacensia vorbereiten. Mal schaun‘, was ich daraus mache. Hach, tat jedenfalls mal gut, so eine Gedankenspielerei zu bloggen mit wunderbarer Musik von Ego-FM – wie klasse, mag noch gar nicht mein Sofa verlassen – hilft nichts!

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