13 Ausstellungen in München: meine Highlights ab Frühjahr 2020 | #MusTipp

Meine Ausstellungen in München gehen teilweise bis Dezember 2020. Die Highlights ab Frühjahr 2020 sind divers und hängen wiederum zusammen. Mich bewegen vor allem die Präsentationen rund um den Kampf für Demokratie und gegen den Nationalsozialismus. Etwas, was nach Hanau, Thüringen und rechter Bedrohungen aktueller denn je ist. Daneben berühren mich Ausstellungen zu Emotionen im Porträt, in der Kunst und in der Mode. Ich denke, ich dürfte für jeden Faszinierendes in München zusammengetragen haben. Happy Kultur-Genuss!

Wilhelm Heise Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Wilhelm Heise bzw. Rechtsnachfolge
Ausstellung „Radio-Aktivität“ im Lenbachhaus. Hier Wilhelm Heise Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Wilhelm Heise bzw. Rechtsnachfolge

Übersicht der (Sonder-)Ausstellungen in München ab Frühjahr 2020

  1. Gegenüber. Porträts von August Sander bis Rineke Dijkstra – Pinakothek der Moderne (01. Februar 2020 ‐ 05. Juli 2020)
  2. Unsterbliche Götter und Helden. Barocke Ölskizzen der Sammlung Reuschel – Bayerisches Nationalmuseum (18.02.2020 – 06.09.2020)
  3. Treue Freunde. Hunde und Menschen – Bayerisches Nationalmuseum (bis 19. April 2020)
  4. Radio-Aktivität – Lenbachhaus (18. Februar 2020 – 23. August 2020)
  5. Das Malerische – Lenbachhaus (bis 19. November 2020)
  6. Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives (#franzerhardwaltherHDK) – Haus der Kunst (06. März 2020 — 02. August 2020)
  7. Von der Isar nach Jerusalem Gabriella Rosenthal (1913-1975) — Zeichnungen – Jüdisches Museum München (18. März 2020 – 02. August 2020)
  8. Literaturhaus München: Thomas Mann: »DEMOCRACY WILL WIN!« – Literaturhaus München (28. März 2020 – 30. August 2020)
  9. Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – politische Rednerin – Monacensia im Hildebrandhaus (bis 30. Juni 2020)
  10. Nationalsozialismus in München – Münchner Stadtmuseum (bis Dezember 2020)
  11. Ready to go! Schuhe bewegen – Münchner Stadtmuseum (bis 21. Juni 2020)
  12. Thierry Mugler. Couturissime – Kunsthalle München (3. April 2020 – 30. August 2020)
  13. Feelings. Kunst und Emotion #PinaFeelings – Sammlung Moderne Kunst / Pinakothek der Moderne (bis 4. Oktober 2020)

Jetzt auch mit Ergänzungen weiterer Ausstellungen am Ende des Artikel:

  • Swoon im MUCA – bis Mai 2020

Ausstellungen ab Februar 2020

1 Gegenüber. Porträts von August Sander bis Rineke Dijkstra – Pinakothek der Moderne (01. Februar 2020 ‐ 05. Juli 2020)

Was bedeutet der Mensch in der Fotografie? Wie ist das Verhältnis von scheinbar objektivem Auge der Kamera und dem subjektiven Blick des Fotografierenden. Die Pinakothek der Moderne vereint eigene Porträtdarstellungen aus den letzten 100 Jahren. Während August Sander die Menschen in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen typologisch festhält, bilden jüngere Fotografengenerationen eine andere Wirklichkeit ab. So wollen Rineke Dijkstra oder Wolfgang Tillmans im Porträt ein individuelles Lebensgefühl fassen. Spannend sind Arbeiten von Sybille Bergemann, Ian Wallace, Judith Joy Ross, Michael Schmidt, Marie-Jo Lafontaine u. a.

Aus der Serie: Clärchens Ballhaus, 1976 Auguststraße, Berlin-Mitte, Januar 1976, DDR Silbergelatineabzug Inv. Nr. GV 334 16,3 x 24,2 cm 2015 erworben durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V, für die Sammlung Moderne Kunst © Nachlass Sibylle Bergemann, OSTKREUZ; Courtesy Loock Galerie, Berlin
Aus der Serie: Clärchens Ballhaus, 1976 Auguststraße, Berlin-Mitte, Januar 1976, DDR Silbergelatineabzug Inv. Nr. GV 334 16,3 x 24,2 cm 2015 erworben durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V, für die Sammlung Moderne Kunst © Nachlass Sibylle Bergemann, OSTKREUZ; Courtesy Loock Galerie, Berlin

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40
80333 München
www.pinakothek-der-moderne.de

Öffnungszeiten: Täglich 10.00 – 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 – 20.00 Uhr
Montags geschlossen
Eintrittspreise: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro
Sonntagseintritt 1 Euro
Audioguide 4,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
Sonderausstellungen können gesonderte Eintrittspreise haben.

2. Unsterbliche Götter und Helden. Barocke Ölskizzen der Sammlung Reuschel – Bayerisches Nationalmuseum (18.02.2020 – 06.09.2020)

Antike Heldensagen inspirieren die Kunst seit jeher. Ob Merkur und Apoll, Odysseus und Bacchus oder die Berichte von Gelagen im Olymp, sie beflügeln die Fantasie bildender Künstler. Das Bayerische Nationalmuseum präsentiert Ölskizzen namhafter barocker Maler aus der Sammlung Reuschel. Die Szenen aus Mythos und Geschichte faszinieren. Neben 45 Werke aus der Abteilung Barock und Rokoko vereint die Studioausstellung weitere, erstmals gezeigte Meisterwerke aus dem Bestand dieser Sammlung.

Was reizvoll für mich ist, sind die ergänzenden Einzeldarstellungen wichtiger Figuren des antiken Mythos in Bronze, Elfenbein und Keramik. Sie illustrieren die Ölskizzen und veranschaulichen die spannende Rezeption antiker Stoffe vom ausgehenden 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert.

Gemälde (Skizze) von Die Aufnahme des Aeneas in den Olymp. Studioausstellung im Bayerischen Nationalmuseum ab Frühjahr 2020
Ausstellungen in München gehen führen auch 2020 auf den Olymp. Gemälde (Skizze): Die Aufnahme des Aeneas in den Olymp. Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krach.

3. Treue Freunde. Hunde und Menschen – Bayerisches Nationalmuseum (bis 19. April 2020)

Der Hund – ein treuer Freund und Begleiter des Menschen, im Positiven wie im Negativen. Diese besondere Beziehung zeichnet das Bayerische Nationalmuseum in einer umfassenden Ausstellung von der Antike bis zur Gegenwart nach. „Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Arbeiten der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen.

Der BloggerWalk #BNMArtDogs im Februar brachte wunderbare Impressionen und Sichtweisen auf die Ausstellung, aufgeführt unter dem Artikel „Hunde – treue Freunde des Menschen“. Was an dem Tag passierte mit fettem Augenschmaus erfährst du in der Collection zum BloggerWalk #BNMArtDogs. Dazu hier auch im Blog „Parforcejagd als Desserttafel – kriminalistische Ermittlungsarbeit im Bayerischen Nationalmuseum“ – Klarer Besuchstipp!

Hund mit Textilpanzer fuer Jagdhunde mit schutzhalsband in der Ausstellung "Treue Freunde. Hunde und Menschen" im Bayerischen Nationalmuseum. Was es damit auf sich hat, verraten wir beim BloggerWalk #BNMArtDogs.
Bis zum 19. April läuft die Ausstellung #BNMArtDogs im Bayerischen Nationalmuseum zur Ausstellung „Treue Freunde. Hunde und Menschen“ zeigt unerwartetes. Was es hiermit auf sich hat, verraten wir am 7. Februar 2020.

Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
www.bayerisches-nationalmuseum.de

Öffnungszeiten: Di–So 10–17:00, Do 10– 20:00
Eintrittspreis: Erw. 7 Euro | sonntags 1 Euro | freier Eintritt für Mitglieder und Besucher bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.
Für Sonderausstellung, Museum und Sammlung Bollert Erw. 12 Euro.

4. Radio-Aktivität – Lenbachhaus (18. Februar 2020 – 23. August 2020)

Das Lenbachhaus widmet Bertolt Brechts Radiotheorie eine Ausstellung. So sagte Brecht 1932 über den Zustand des Mediums Radio „Es ist eine sehr schlechte Sache. Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.“ Brecht war desillusioniert. Nach ihm sollte der Rundfunk von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat verwandelt werden. Im Prinzip fordert er damit das, was heute in Social Media Usus ist, der Nutzer wandelt sich vom Zuhörer zum Produzenten. Das ist jetzt meine Übertragung der Brechtschen Forderung. Er stellte sie „zu der Zeit auf, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend als Propagandainstrument instrumentalisiert wurde“.

In der Rezeption seiner Forderung geht es um Deutungshoheit. Zudem elektrisierte „die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation.“ Gezeigt werden Projekte der 1920-30er und 1960-70er Jahre. In der Zeit wandelt sich die Sprache, sie wird neu gedacht, neue Formen antinationaler und internationaler Kommunikation entstehen.

5. Das Malerische – Lenbachhaus (bis 19. November 2020)

Der Satz, dass die gutgemalte Rübe besser sei, als die schlechtgemalte Madonna, gehört bereits zum eisernen Bestand der modernen Ästhetik. Aber der Satz ist falsch; er müsste lauten: Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna.“ Dieses Zitat von Max Liebermann (1916) liegt der Ausstellung im Lenbachhaus zugrunde. Sie nimmt die Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhundert unter die Lupe. Was bedeutet das Urteil „gut gemalt“.

Betrachtet wird das „Tempo beim Malen, das Glück des Anfängers, Zuschreibungsfragen, Farbverbote und die Suche nach einer reinen Malerei.“ Franz von Stuck notierte er auf der Vorderseite eines gelungenen Bildes stolz „mein erstes Ölgemälde“ – für sich wie für die Nachwelt. Das scheinbare Faible für die Farbe „Grün“ bei Landschaftsmaler wurde mitunter als „Spinat“ verspottet, wenn es aus der Tube kam. Schon einmal vom „Renmalerischen“ bei Leibls gehört? Sein Kollegen Carl Schuch schuf, inspiriert davon, ein radikal vereinfachtes Stillleben mit Lauch.

Die Ankündigung der Ausstellung weckt meine Neugier.

Gemälde Max Slevogt von Danae, Ausstellung im Lenbachhaus 2020
Facettenreiche Ausstellungen in München erwarten die Besucher. Hier: Max Slevogt, Danae, 1895, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. Foto: Lenbachhaus

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
www.lenbachhaus.de

Öffnungszeiten: Di 10–20:00 | Mi–So 10–18:00
Eintrittspreise – Tickets: Regulär: 10 Euro | Ermäßigt: 5 Euro | freier Eintritt für Kinder/Jugendliche unter 18 J. | Weitere Vergünstigungen gemäß Preisliste
Feines Restaurant, Mini war angetan.

Ausstellungen ab März 2020

6. Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives (#franzerhardwaltherHDK) – Haus der Kunst (06. März 2020 — 02. August 2020)

Die Retrospektive zu Franz Erhard Walther (geb. 1939 in Fulda) im Haus der Kunst präsentiert über 250 Arbeiten aus seinen wichtigen Kreativphasen und zeigt elementare Werkgruppen von ihm. Er ist wegweisend für die konzeptuelle Abkehr vom Bild in den europäischen Nachkriegsavantgarden und für einen offenen Werkbegriff. Walther beteiligte das Publikum als Akteur. Insofern er Ort, Zeit, Raum, Körper oder Sprache auflöste, führte er eine radikale Erweiterung und Verknüpfung bildkünstlerischer Mittel herbei. Sie zielt auf die Revision der Erzählstrategien der Moderne ab.

Was zeichnet sein Frühwerk aus? Er experimentiert mit einer Vielzahl von Bildbegriffen und Ieen zum Prozessualen. Stofflichkeit löst Walther über die Verwendung von Kaffee, Pflanzenöl oder Sojasoße auf Papier als Bildträger auf. Das Bild wandelt er zum Objekt.  Er kritisiert das Kunstsystem über seine Wortbilder wie museum, ich bin draußen, SAMMLUNG oder NEW YORK.

Im weiteren Verlauf rückte Walther „das menschliche Maß und den Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens, die Interaktion mit der Umgebung, der Architektur und Geschichte. Seine textilen Materialen werden zunehmend farbiger und leuchtender. Mit ihnen kreiert er verschiedene Werkgruppen, die den Bildbegriff erweitern.

Facettenreich erscheint seine Kunst. Ich denke, jetzt schaffe ich es mal wieder ins Haus der Kunst!

Franz Erhard Walther Gelbe Skulptur, 1969/79 Baumwollstoff, Holz 305 x 800 x 60 cm, 16-teilig Franz Erhard Walther Foundation © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Franz Erhard Walther Gelbe Skulptur, 1969/79 Baumwollstoff, Holz 305 x 800 x 60 cm, 16-teilig Franz Erhard Walther Foundation © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München
www.hausderkunst.de

Öffnungszeiten: Mo–So: 10–20:00, Do 10–22:00
Eintrittspreis: 14 € | ermäßigt 12 € | Schüler und Jugendliche unter 18 J.: 5 € | Kinder unter 12 Jahren: frei | Jahreskarte: 50 €

7. Von der Isar nach Jerusalem Gabriella Rosenthal (1913-1975) — Zeichnungen – Jüdisches Museum München (18. März 2020 – 02. August 2020)

In München geboren, migrierte Gabriella Rosenthal 1935 mit ihrem damaligen Mann, dem Schriftsteller und Religionspublizisten Schalom Ben-Chorin, nach Jerusalem. Dort hielt sie ihren neuen Alltag künstlerisch fest in Zeichnungen sowie feuilletonistische Texten. Ihre Werke „zeugen von einem alltagsnahen, heiteren und liebevollen Blick auf das spannungsreiche und vielfältige Leben in Jerusalem.“ Humorvoll verweist sie auf ihre Münchner Vergangenheit. Damit verbindet sie die verschiedenen Kulturkreise miteinander. Die Ausstellung entstand für die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. Für das Jüdische Museum München wird sie umgearbeitet und adaptiert.

Bild "Von der Isar nach Jerusalem" – Watercolors, 1958 JPG: Bild "Von der Isar nach Jerusalem" – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen: Watercolors, 1958 © privat
Bild „Von der Isar nach Jerusalem“ – Watercolors, 1958 Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen: Watercolors, 1958 © privat

Jüdisches Museum München
Sankt-Jakobs-Platz 16
80331 München
www.juedisches-museum-muenchen.de

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr
Montag ist Ruhetag
Faschingsdienstag geschlossen
Eintrittspreis: Erwachsene: 6 €, ermäßigt 3 € | Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei

8. Literaturhaus München: Thomas Mann: »DEMOCRACY WILL WIN!« – Literaturhaus München (28. März 2020 – 30. August 2020)

Die Zukunft der Demokratie beginnt nicht damit, sie anderen zu erklären, sondern sie bei uns selbst zu erneuern“, so der Bundespräsident bei der Eröffnung des Thomas Mann House in Pacific Palisades im Juni 2018.

Die Grundwerte der Demokratie werden aktuell in Frage gestellt. Populismus und Nationalismus bedrohen demokratische Gesellschaften. Die Ausstellung des Literaturhauses München dient der »Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewusstmachung«, der »Erneuerung der Demokratie im Gedanken und im Gefühl«.

„Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen […] für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewusstmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.“

Thomas Mann: „Vom zukünftigen Sieg der Demokratie“, 1938.
Thomas Mann, Pacific Palisades, 1946 ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_2410 Ausstellung im Literaturhaus München. Thomas Mann Democracy will win
Ausstellung im Literaturhaus: Democracy will win. Thomas Mann, Pacific Palisades, 1946 ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv / Fotograf: Unbekannt / TMA_2410

Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
www.literaturhaus-muenchen.de

Öffnungszeiten: AUSSTELLUNGEN
MO-FR 10-19 Uhr
SA/SO/Feiertag 10-18 Uhr
Es gibt eine Tages- und Abendkasse für Veranstaltungen.

9.  Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – politische Rednerin – Monacensia im Hildebrandhaus (bis 30. Juni 2020)

Die Einzelausstellung zu Erika Mann (1905-1969), der ältesten Tochter von Katia und Thomas Mann – war eine faszinierende Frau des 20. Jahrhunderts. Sie läuft seit Oktober 2019, passt aber perfekt im Anschluss zu #democracywillwin – der Thomas Mann-Ausstellung im Literaturhaus. Erika Mann trat konsequent für Freiheit und Demokratie ein. Darauf fokussiert die Ausstellung. Die digitale Vermittlung setze ich für die Monacensia um. Was aktuell passiert, kannst du auf der Social Wall nachlesen. Was unsere Ziele sind erkläre ich in Erika Mann digital.

Der BloggerWalk #ErikaMann brachte großartige Artikel über diese kämpferische Frau hervor. Was an dem Abend geschah kannst du in der Collection zum Event nachlesen. Reinlesen und hingehen!

Erika Mann-Ausstellung in der Monacensia - läuft noch bis zum 15. Juli 2020
Die Erika Mann-Ausstellung in der Monacensia begleite ich bis Ende Juni 2020. Verfolge den Hashtag #ErikaMann

Monacensia im Hildebrandhaus
Maria-Theresia-Str. 23
81675 München

Öffnungszeiten: Mo–Mi, Fr 9:30– 17:30, Do 12–19:00 | Ausstellungen auch Sa, So 11–18:00 | Eintritt frei

10. Nationalsozialismus in München – Münchner Stadtmuseum (bis Dezember 2020)

Diese Ausstellung muss ich direkt nach Thomas und Erika Mann aufnehmen. Thematisch passen alle drei Ausstellungen perfekt zusammen.

In München gründete sich 1919/20 die NSDAP. Die Stadt war bis 1945 Sitz der Reichsleitung. Adolf Hitler sowie andere Akteure des NS-Regimes starteten hier ihre politische Laufbahn. Traurige Titel führte die Stadt, seit 1933, wie „Hauptstadt der Deutschen Kunst“ und seit 1935 „Hauptstadt der Bewegung“. Pläne für rassistische und militärische Angriffsprogramme wurden hier entworfen, die politische Opposition und unliebsame Kunstrichtungen angegangen. In Dachau entstand eines der ersten Konzentrationslager und von München aus begann die systematische Verfolgung des Judentums. „Wer Widerstand leistete, wurde verfolgt, gefoltert oder hingerichtet.

Die Ausstellung zeigt die dunklen Kapitel Münchens: Von hier ging die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus aus, hier war das Parteizentrum. Und doch gibt es weitere Facetten der Stadt: Sie war „Ausgangs- und Aktionsort von Verfolgung und Widerstand“. Eine Schau, die vor Hanau und den Rechtsruck aktueller denn je ist.

Ausstellungsansicht mit nationalsozialistischen Propagandaplakaten Ausstellung im Münchner Stadtmuseu 2020
Ausstellungsansicht mit nationalsozialistischen Propagandaplakaten im Münchner Stadtmuseu

11. Ready to go! Schuhe bewegen – Münchner Stadtmuseum (bis 21. Juni 2020)

Thematisch weicht sie von der ersten Ausstellung im Münchner Stadtmuseum ab. Ich füge sie hier ein, damit du an einem Ort beides erlebst.

Der Traum ein jeder Frau: ca. 500 Paar Schuhe zeigt das Münchner Stadtmuseum in seiner Ausstellung Ready to go! Schuhe lösen Emotionen aus, darauf fokussiert die Schau.

Vielfältige Bedeutungen verbinden sich mit dem Schuh, wie Statussymbol, Machtsymbol, Gruppenzugehörigkeit bei den Boots aus der Raver-Gothic-Szene, Gender-Thematik oder glücklich machende Designerschuhe von Dior, Ferragamo, Manolo Blahnik, Christian Louboutin oder Stuart Weitzmann. Es geht mitunter um den Voyeur, Fetisch und Verführung. Die Ausstellung berührt auch das Thema der Selbstverstümmlung im Namen der Erotik. Was bedeutet der Schuh kulturhistorisch und im Verlauf der Zeit, darauf fokussiert die Schau. Die Gegenüberstellung der hauseigenen Sammlung mit 35 herausragenden und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler fasziniert.

Was mir besonders gut gefällt sind die interaktiven Stationen. Besuchende hören, erstatten und erlaufen das Thema Schuhe. Die inklusiven Angebote bieten dem Publikum eine neue Sinnes-Erfahrung.

„Für gebundene und geschundene Füße" Damenschuh / Lotusschuh, Ende 19. Jahrhundert Länge: 10 cm © Münchner Stadtmuseum
„Für gebundene und geschundene Füße“ Damenschuh / Lotusschuh, Ende 19. Jahrhundert Länge: 10 cm © Münchner Stadtmuseum

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
www.muenchner-stadtmuseum.de

Öffnungszeiten: Di–So 10–18.00
Eintrittspreise: 3,50 – 7 Euro / Kinder und Jugendliche bis 18 J. freier Eintritt.

Ausstellungen ab April 2020

12. Thierry Mugler. Couturissime – Kunsthalle München (3. April 2020 – 30. August 2020)

Was gibt es Besseres als von den Schuhen im Münchner Stadtmuseum zur Ausstellung Thierry Muglers in der Kunsthalle München zu wandern: Couturissime zeigt „rund 150 Haute-Couture- und Prêt-à-porter-Outfits des visionären Couturiers, Regisseurs, Fotografen, Parfümeurs und Tänzers“. Die meisten Objekte werden erstmals ausgestellt.

Mugler experimentierte mit Futuristischem. Dazu entwickelte er avantgardistischen Techniken mit ungewöhnlichen Materialien, wie (Plexi-)Glas, PVC, Kunstpelz, Vinyl, Latex und Chrom. „Mein einziges Maß ist die Maßlosigkeit“, so Mugler. Das Reich der Tiere und der Mythen inspirierte ihn. Superheldinnen im Look stärken die moderne Frau. Raffiniert mischt er Hoch- und Populärkultur. Haute Couture und Drag-Show-Drama formen bei ihm eine fesselnde Mode.

Stars wie Diana Ross, David Bowie, Lady Gaga, Céline Dion oder Beyoncé trugen seine Kreationen. Mugler liebte theatralische Performances, weshalb seine Modeschauen spektakulär waren. Die Ankündigung des Museums macht Lust auf die Schau.

Ellen von Unwerth, Eva Herzigová Vogue (Italien), 1992, Digitalprint Outfit: Thierry Mugler, Kollektion Les Cow-boys, Prêt-à-porter Frühjahr/Sommer 1992 Foto : © Ellen von Unwerth. Ausstellung in der Kunsthalle München
Ellen von Unwerth, Eva Herzigová Vogue (Italien), 1992, Digitalprint Outfit: Thierry Mugler, Kollektion Les Cow-boys, Prêt-à-porter Frühjahr/Sommer 1992 Foto : © Ellen von Unwerth. Ausstellung in der Kunsthalle München

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstr. 8 (in den fünf Höfen)
80333 München
www.kunsthalle-muc.de

Öffnungszeiten: täglich geöffnet 10–20:00

Eintrittspreise: Regulär: € 16 | Senioren (ab 60 Jahre): € 14 | Kinder und Jugendliche (6–18 Jahre): € 2 | Kinder bis 6 Jahre: frei | Schüler (>18), Studenten und Auszubildende (bis 30 Jahre) sowie Arbeitsuchende: € 8
Menschen mit Behinderung (50%–90%): € 8
Menschen mit Behinderung (100%): frei
Schulklassen (allgemeinbildende Schulen): € 2 pro Schüler
nur nach vorheriger Anmeldung: kontakt@kunsthalle-muc.de
Familienkarte: 2 Erwachsene mit ihren (Enkel-)Kindern (bis 18 Jahre): € 30
(Die Familienkarte wird nur ausgegeben, wenn die Kinder anwesend sind.)
NEU: Dienstags statt montags 50% Ermäßigung auf alle Eintrittspreise.

Ausstellung bis Oktober 2020

13. Feelings. Kunst und Emotion #PinaFeelings – Sammlung Moderne Kunst / Pinakothek der Moderne (bis 4. Oktober 2020)

Emotionen und Kunst – wie geht das? Die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne präsentiert  100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen zum Thema. Das Ziel: Sich intuitiv der Kunst anzunähern.

„Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet?“

Die Ausstellung FEELINGS motiviert zur intensiven emotionalen Auseinandersetzung. Die Werke lösen Freude, Begeisterung, Ärger, Abscheu, Traurigkeit sowie weitere emotionale Gefühlsregungen aus. Die Ausstellung muss ich empfehlen. Ich beschäftigte mich mal in einem Projekt mit der Historischen Emotionsforschung. Noch sah ich die Schau nicht, habe noch einige Schriften, die ich für mich zusammen mit #PinaFeelings für mich wieder aufdecken möchte. Mal schaun‘, was das gibt.

Blick in die Ausstellung Feelings der Pinakotheken der Moderne.
Ausstellungsansicht in der Pinakothek der Moderne Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Johannes Haslinger

Die Neue Sammlung | Design Museum
Prinzregentenstr. 3
80538 München
www.dnstdm.de

Öffnungszeiten: Di-So 10:00–18:00, Do 10:00–20:00
Eintrittspreise: Regulär 10 €, Ermäßigt 7 €, Sonntagseintritt 1 €

Ab Frühjahr bis zum Herbst 2020 dürften die Kulturverrückten unter Euch eine lange Besuchs-Agenda haben. Sag mir gerne, welche Ausstellungen du schon besucht hast, wie du sie fandest und was dir gegebenenfalls in meiner Auflistung fehlt – freue mich auf den Austausch mit dir!!!


Nachtrag – weitere Ausstellungsempfehlungen für München – Tipps aus dem Social Web:


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