Jahresrückblick 2015: Kultur und Neustart

Jahresrückblick 2015 – warum? Weil so viel geschah, beruflich wie privat. Das Jahr war einschneidend, verändernd und phänomenal. Beschleunigt-entschleunigt, immer in Bewegung. Rastlos? Vielleicht. Lustwandeln pro Kultur mit und ohne App. Virenschleuderpreis 2015. Vernetzung und neue Autoren für das Blog – klasse! In-between-jobs gleich Neustart. Experimente. Entscheidungen. Innehalten. Wie geht es weiter?

#Lustwandeln; Lustwandeln; Tweetwalk; Schlosspark Nymphenburg

Treffender könnte das Bild für meinen Jahresrückblick 2015 gar nicht sein – in der Menge ganz analog im Digitalen: der Tweetwalk #Lustwandeln.

Gute Frage. Die Antwort vertage ich vorerst auf 2016. Was beschäftigte mich dieses Jahr nachhaltig? Wie geht es mit dem Blog weiter? Fragen über Fragen.

1. Tanja, die Schlösserfrau und App-Projektlerin

Optimierung fürs Tablet

Das war die Erkenntnis aus unserer Aktion „Nymphenburg zu Gast in der Alten Pinakothek“ im Dezember 2014. Drei Schlössermenschen gestalteten den Tag anlässlich der Ausstellung „Canaletto„. Am Monitor erklärte ich unsere App „Schlosspark Nymphenburg“. Das gesetztere Publikum war neugierig und aufgeschlossen. Einige besaßen Smartphones, viele nicht, manche dafür ein Tablet. Bis Ostern hieß es dann die App für Tablets optimieren zu lassen. Klingt einfach, war es aber nicht. Ich sage nur: die liebe Technik.

Marketing-Kampagne

Eine Kultur-App muss bekannt gemacht werden, damit sie aus den Stores heruntergeladen wird – eine Binsenwahrheit, trotzdem wird dieser Punkt von vielen Kulturinstitutionen vernachlässigt. Von nichts kommt nichts. Kurzerhand verlängerte mein Arbeitgeber – die Bayerische Schlösserverwaltung – meinen Vertrag um weitere drei Monate, damit ich mich genau darum kümmern konnte. Das hieß:

  • Vorträge halten (Augsburg, Eichstätt und LMU)
  • Artikel für Fachzeitschriften verfassen (Gartenfachzeitschriften; der Artikel über das App-Projektmanagement erscheint noch)
  • Entwicklung und Durchführung analoger und digitaler Marketing-Maßnahmen
  • Mitarbeiter schulen.

Tweetwalk #Lustwandeln

Über den Tweetwalk #Lustwandeln schrieb ich schon so viel. Die Frage nach Sinn oder Unsinn der Maßnahme stellt sich nicht: Zahlen und Fakten sprechen für sich. Das Schönste daran für mich: Lustwandeln entwickelte sich im Netz zum geflügelten Wort. Eine sehr intensive Erfahrung und eine bundesweit erfolgreiche Kampagne dank der Teilnahme vieler Enthusiasten im Netz und vor Ort.

Gewinn des Virenschleuderpreises 2015

Schon längst nicht mehr bei der Schlösserverwaltung tätig, reichte ich für diese den Tweetwalk #Lustwandeln als ansteckende Kampagne für den Virenschleuderpreis 2015 ein, trommelte dafür im Netz. Am Ende gewannen wir tatsächlich den Preis. Top Abschluss für ein Top-Projekt.

Anke von Heyl; @Kulturtussi; Virenschleuderpreis 2015; #vsp15; Frankfurter Buchmesse; Tweetwalk Lustwandeln; #Lustwandeln

Die liebe Anke von Heyl aka @Kulturtussi findet in ihrer Laudatio treffende Worte zum Lustwandeln – ein herzliches Merci dafür!

2. Tanja, die Freelancerin und Kulturmanagerin

Seit Juni gibt es Tanja, die Freelancerin und Kulturmanagerin, offen für Aufträge rund um Online-Kommunikation und digitale Kulturvermittlung. Konzepterin, Geschichtenerzählerin, Dozentin sowie Social Media Impulsgeberin und -Begleiterin.

Workshops, Vorträge, InstaWalk

Tatsächlich brannte die Nymphenburg-App gewaltig nach. Sie beschäftigt mich noch jetzt: Vorträge in Theuern und Abensberg plus App-Workshop für den Landesverband Museumspädagogik Bayern e.V.

#InstaWalk im Cuvilliés-Theater, unerwartet und spannend. Hashtags festlegen, Mini-Führung konzipieren, Ansprechpartnerin für die Instagrammer sein, Monitoring der Maßnahme. Aufträge wie diese gehe ich sehr gerne ein. Die digital-analoge Kulturvermittlerin jubiliert.

3. Tanja, die Kulturbloggerin und Netzwerkerin

Mit Leidenschaft blogge ich pro Kultur, ganz flauschig und voller Inbrunst. Erstmals nahm ich an Bloggerreisen teil. Im Winter die #bsgauguinreise15, im Sommer die Caritas-Reise. Tolle Ausstellungen, sympathische Blogger und Museumsmenschen lernte ich kennen. Ein schönes Format der Vernetzung.

Im Frühsommer vereinnahmte mich meine Blogparade „Kultur ist für mich …“. 74 fantastische Beiträge kamen zusammen. Teil 1 und 2 der Analyse sind da. Die Zusammenfassung der letzten 25 Posts steht aus, kommt noch, versprochen!

Gastautoren

2015 ist tatsächlich das Jahr der Gastautoren. Unverhoffte Gastbeiträge gingen ein, zur Blogparade und einfach so (siehe Artikel zu Google Ad Grants). Einige sprach ich gezielt an. Angelika von MusErMeKu experimentierte bei mir mit zwei Filterblasen und zwei Blogs – ein herzliches Dankeschön dafür. Sehr gerne können wir das wiederholen. Die liebe Anke aka Kulturtussi tobte sich erneut bei mir aus. Ich freue mich über jeden Beitrag von dir bei mir, besonders deine kunsthistorischen Spaziergänge haben es mir angetan. Als digitale Sparringpartnerin bist du mir unverzichtbar.

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an Peter Soemers aka @PSoemers für seine grandiosen Blogposts. Auch Sebastian Karnatz entschied sich dafür, offiziell Autor bei mir zu werden. Froh bin ich darüber und gespannt, was du noch ausheckst!

Die Top 5 Artikel

  1. Disputatio ein Erfahrungsbericht – Vortrag und Ablauf“ (6.8.2014)
  2. Kunstvermittlung: schuldig pro Banalisierung der Kunst?“ (12.4.2015)
  3. Blogparade „Kultur ist für mich … – Aufruf zu #KultDef“ (29.5.2015)
  4. 11 Tipps für die Disputatio: Vortrag und Diskussion“ (3.4.2015)
  5. Wie das? Vom anonymen Museumsbesucher zur Partizipation“ (2015) – herzlichen Glückwunsch dafür, Peter!

Das war mein Jahresrückblick 2015 für dich. Jetzt heißt es vorwärts schauen, neu sondieren und ran an die Buletten.

Ausblick auf das Blogger-Jahr 2016

Die Entscheidung für einen Blog-Relaunch ist gefallen. Im Frühjahr ist es dann so weit, hoffentlich: KULTUR-MUSEUM-TALK erscheint im Magazin-Style – warum? Weil ich dir meinen Themen-Bauchladen leichter verdaulich darbieten möchte. Wer gerne etwas über Ausstellungen oder Kinder im Museum liest, der interessiert sich weniger für die ultimativen Blogger- oder Social Media Tipps zur digitalen Kulturvermittlung und andersherum. Viel Arbeit steht dazu an, konzeptionell und technisch. Wunderbare Menschen begleiten mich dabei: Das betrifft die Programmierung bzw. Anpassungen des WordPress-Themes, Entwicklung eines Logos, neue Fotos (mit mir) sowie strategische Ausrichtung. Keine Bange, Tanja bleibt Tanja, die Bloggerin und Netzwerkerin.

Im Blog wird diskutiert. Das ist mir wichtig und das fördere ich, wo es geht. Das Blog als Magazin ist für mich eine Plattform für den Austausch, unabhängig davon, wie es mit mir beruflich weitergeht. Zudem gibt es den Gastautoren mehr Raum für ihre Themen und ja, darauf lege ich Wert!

Ich gehe gerne Experimente ein, wie du weißt, werde also bald einige Blogger-Tipps geben können, wenn nicht noch so viel auf dem Tisch läge *seufz*.

Wunderbare Nachrichten gesellten sich dazu. Liebes Historische Museum Basel mit Daniele Turini voran, liebe Angelika aka @mus_er_me_ku und liebe Alexandra von in-arcadia-ego, merci für eure Weihnachtskarten und Wünsche fürs Neue Jahr. Lieber Herr Nachtigäller, ein dickes Dankeschön für die Erwähnung im Jahresrückblick 2015 des Martamuseums. Wenn ich Zeilen wie die nachfolgenden über die Sinnhaftigkeit von Museumsblogs lese, dann hat sich das Bloggen und Netzwerken für mich gelohnt!

„Aber hinter marta-blog.de verbirgt sich weder die Jugendwelle des Museums noch ein weiteres Marketing-Instrument. Vielmehr ist das Blog ein wichtiger Schritt hin zu einer eigenen, unabhängigen Öffentlichkeit. Die allgemeine Zeitungskrise beschreibt nicht nur ein fortschreitendes Sterben einst einflussreicher und bedeutender Blätter, sondern auch die Bündelung und damit Verkleinerung der Redaktionen zu Nachrichtenzentralen, was zu einer immer eingeschränkterer Berichterstattung über immer wieder die gleichen Großveranstaltungen führt. Und so gibt es jetzt im Grunde eine eigene Marta-Zeitung im Netz, …“. Roland Nachtigäller, in: „Marta wird dann mal 20„, Marta-Blog, 17.12.15.(letzter Zugriff: 30.12.15)

Und sonst so: Nun. Ich muss meinen Lehrauftrag für das Sommersemester 2016 in der Digitalen Kunstgeschichte an der LMU vorbereiten, Thema: „Digitale Kulturvermittlung – Strategie und Umsetzung“. Tanja, back to the roots! Freue mich auf die Studenten und jetzt heißt es einfach …

Happy New Year!!!

Noch eines: Bitte teile mir mit, was ich verbessern kann. Welche Themen interessieren dich besonders? Worüber möchtest du in 2016 mehr erfahren?

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