Vom Bauernhof nach München zur NaturTalentStiftung und Pressekonferenz | #WMDEDGT

Urlaub … yeah … Bauernhof … yeah … Idylle … yeah, dann Arbeitseinsatz … ups, bevor es wieder zurück zum Bauernhof ging … yeah! Es ist der 5. April und Frau Brüllen ruft zum #WMDEDGT, dem Tagebuchbloggen, auf. Was machte ich heute? Ganz einfach. Es ging vom Bauernhof nach München zur Pressekonferenz und digitalen Pressemappe – was für eine ereignisreiche Kombi?!

Brombergalm, Hütten und Spielplatz

6:00 morgens auf der Brombergalm aufstehen ist schon verdammt früh, aber nötig, wenn eine Pressekonferenz in München ruft

5:30 war die Nacht vorbei. Meine innere Uhr brachte mich um eine halbe Stunde Schlaf. Warum auch immer. Junior wollte ich nicht wecken, also auf Zehenspitzen mit Elan … krawumms … Junior verschlafen und ungläubig „Bist du etwa gegen die Wand gelaufen?“ … brüll … Ja, die Methode war erfolgreich, definitiv hellwach zu werden … grrr …

Rumdaddeln, Kaffee kochen, Junior erneut wecken, frühstücken und um 7:10 gen München düsen, jedoch ohne Brotzeit für Junior. Zwar organisierte er am Tag zuvor drei extra Semmeln, vergaß aber zu erwähnen, dass wir diese noch vor 7 Uhr benötigten #Lerneffekt.

In München standen für uns zwei Programmpunkte an:

  1. für Junior ging es zur NaturTalentStiftung nach München – Workshop-Tag. Basierend auf seinen Stärken und Talenten geht es für ihn am Ende mit 4-5 Berufsvorschlägen zurück zum Bauernhof – coole Sache!
  2. für mich ging es zur Pressekonferenz „60 Jahre Evangelisches Beratungszentrum München e. V. (ebz)“ um 11:00 mit digitaler Pressemappe, die wir um 14:00 freischalteten. Die PK organisierten wir von der Journalistenakademie im Zuge des 1. Moduls: Klassische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Pressekonferenz ebz: Menschen helfen Menschen in Notlage

Um 8:30 erhielt ich eine Kamera-Einweisung. Mein Job bei der PK: Kamerafrau, oh Wunder! Alles keine Hexerei, auch wenn ich ungern mit der Digi-Cam arbeite. Tatsächlich filme ich lieber mit dem Smartphone. 9.30 dann Aufbau im ebz und ja, wir hatten sehr viel Zeit bis zur PK um 11:00. Unser Team von der Journalistenakademie stemmte die Veranstaltung. Die Mitarbeiter des ebz sind einfach klasse, supersympathisch und sehr leidenschaftlich, nah an den Menschen und deren Sorgen dran. Hut ab! Wer jetzt glaubt, dass nur Menschen aus sozialer Schieflage hierher kommen, der ist auf dem Holzweg. Der Druck auf die Gesellschaft wächst immer mehr. In der Tat mag Gerborg Drescher bei dieser Geschwindigkeit nicht darüber nachdenken, wie es bei uns in zehn Jahren ausschaut. Sie ist seit elf Jahren Vorstand beim ebz, seither hat sich der Beratungsbedarf um 20 Prozent gesteigert und klettert weiter.

Podium zur Pressekonferenz des ebz.

Mein Platz war hinter der Kamera, während sich das Team des ebz auf der Pressekonferenz zum 60jährigen Bestehen vorstellte.

Bedrückend empfand ich die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft. Eigen- und Fremddruck begünstigen das Gefühl des Zerrissenseins, immer zwischen den Stühlen stehend. Die Mutter, die daheim bleibt und dafür unter Rechtfertigungsdruck steht, oder die vollzeitarbeitende Mutter mit vollzeitarbeitendem Partner, deren Partnerschaft vor einem Trümmerhaufen steht. Da doch die eierlegende-Wollmilch-Mutter eher im Reich der Utopie angesiedelt ist als in der realen Welt. Nachtigall ich hör dich trapsen …

Die Themen des ebz sind vielfältig und berührend. Ich verweise hier auf die Interviews der fünf Podiumsmitglieder.

Max Beckmann gemeinsam und doch anders erlebt

Im März musste ich leider eine Einladung zur Bloggerreise nach Potsdam zur Max Beckmann-Ausstellung im Museum Barberini absagen. Zurück in der Journalistenakademie blieb mir die Zeit zwischendurch zwei Nachlesen zum Event zu lesen. Ein gemeinsames und doch verschiedenes Erlebnis. Das finde ich an Bloggerevents immer spannend, wie wer was wahrnimmt.

  • Kulturtussi: „Max Beckmann. Welttheater. Ein Besuch im Museum Barberini
    Ich liebe die kunsthistorischen Artikel von Kulturtussi, nicht abgehoben im Fachjargon schwadronierend, sondern einfühlsam, teilweise aus Künstlerperspektive. Sie schrieb als Gastautorin schon häufiger bei mir. Jetzt zur Beckmann-Ausstellung und dem Gedankengut des Welttheaters streicht sie die biographische Verquickung des Künstlers in seinem Werk heraus. Das Düstere der 1930er Jahre erfasst sie und mich. Als Kunstvermittlerin im Digitalen wirft Anke natürlich einen Blick auf die Ausstellungsapp mit klarer Vorliebe für die Kinderversion. Anke, du machst mir Appetit. Ich werde mir die App auf dem Sofa antun und vielleicht mal Mini ranlassen. Sie liebt Geschichten. Und ja, ich gehe sehr gerne mit dir zum „Einsteinturm“. Im 2. Studiensemester schrieb ich darüber eine Hausarbeit. Habe dafür unseren Institutspreis abgestaubt *räusper*. Unglaublich, wie viele Jahre das jetzt her ist – danke für die Erinnerung! Wir sehen uns auf der Mai-Tagung – ich freue mich darauf!
  • retrospektiven: „‚Max Beckmann. Welttheater‘ im Museum Barberini Potsdam
    Kai Eric Schwichtenberg katapultiert uns subito in die Zeit Beckmanns, den politischen Wirren und menschlichen Irren in stakkato Manier, die mitnimmt und wie! Er spürt Beckmanns mahnende Einstellung nach.

    „Beckmann scheint aber sagen zu wollen: wer sich in seine Rolle fügt, und nicht erkennt, dass ihm auch jede andere möglich wäre, der macht sich im schlimmsten Fall der selbstgewählten Ahnungslosigkeit, der angstvollen verharrenden Hand vor den eigenen Augen, schuldig.“

Gemahnt uns das heute nicht auch? Sollte es zumindest! Beide Blogs sind absolute Lesetipps!

Noch immer sitze ich in der Journalistenakademie. Um 17:15 hole ich Junior ab. Bin absolut gespannt, was es bei ihm ergab. Wenn dich das interessiert, hinterlasse mir einen Kommentar und sofern er einwilligt, erzähle ich mehr. Meinen Kids versprach ich, sie weder hier noch überhaupt im Web zu zeigen. Als Junior kürzlich in Houston war, irritierten er und seine deutschen Mitschüler die Amerikaner. Junior und friends wollten nicht im Youtube-Video der amerikanischen Schule erkennbar sein, trotzdem die deutschen Lehrer sie dazu überreden wollten(!). Interviewen ließen sie sich, im Video erscheinen nur ihre Silhouetten. Da sage noch einer, die Jugend gehe sorglos mit den sozialen Medien um. Junior und seine Freunde beziehen dazu klare Gegenposition.

Und jetzt bin ich mal wieder ganz woanders gelandet als ich wollte. Tagebuchbloggen bedeutet für mich, meine Gedankenwelt zu reflektieren. Ich laufe nicht nur gegen Wände, sondern beschäftige mich auch noch anders *räusper*. Happy Ferienzeit dir!

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1 Kommentare

  1. Klasse Bericht, liebe Tanja,

    das macht Freude, dir zu folgen. Und Respekt, das klingt anstrengend aber auch toll mit der Fortbildung!

    Mensch, du hast was zum Einsteinturm geschrieben … Kann ich das lesen?

    Sehen wir uns denn in Potsdam?

    Herzlichst
    Anke