Köln oder Bremen – Hauptsache digitale Kultur | #KultBlick

Hauptsache digitale Kultur, meint Luca Jacobs. Ihr kennt ihn vom #depotdienstag bei mir. Dieses Mal lenkt er sich von der wissenschaftlichen Hausarbeit durch seinen #KultBlick ab. Für ihn führt viel, nicht alles über die digitale Kultur. Was meint er damit? Definitiv nimmt das Digitale ihm „nicht den Besuch in einer Kulturinstitution, sondern hat entscheidenden Einfluss darauf, es doch zu tun.“ Wie das?

Stühle im weißen Raum. Installation von John Cage – Writing through the Essay ‚On the Duty of Civil Disobedience‘ 1985/91, Kunsthalle Bremen. Foto: Luca Jacobs. Beitrag zur Blogparade #KultBlick - digitale Kultur

John Cage – Writing through the Essay ‚On the Duty of Civil Disobedience‘ 1985/91, Kunsthalle Bremen. Foto: Luca Jacobs, Beitrag zur Blogparade #KultBlick – digitale Kultur

Hauptsache digitale Kultur!

Da werde ich also nun gefragt wie ich auf Kultur blicke?

‚Luca schreibt…‘

Oh ein neuer Tweet zum #depotdienstag. Spannend! Noch schnell eine WhatsApp Nachricht an die SoMe Kollegen im Museum schreiben, dann geht’s weiter. Ich will doch noch die Instastory der Frankfurter Buchmesse von Wibke Ladwig ansehen. Ok, ganz schnell!
Willkommen zu meinem #Kultblick!

Dieser Blick auf meine Kultur ist eine gern genommene und erfrischende Abwechslung zur wissenschaftlichen Hausarbeit. Die eine Hausarbeit über 20 Seiten mit ohne vielen tausend Buchstaben –„and i ain’t got nothing to say“.

Was Bruce Springsteen hier so passend für mich in seinem Klassiker Dancing in The Dark besingt, trifft ganz bestimmt nicht auf die von Tanja und dem Archäologischen Museum Hamburg initiierte Blogparade #kultblick zu. Sage und schreibe sechsundfünfzig und mehr Kulturblicke sind bisher eingegangen. Einer spannender als der andere. Der eine Autor ist tiefgründiger, die andere Schreiberin ermunternder und doch alle in der Freude vereint, wenn wieder ein neuer #Kultblick hinzukommt. Eben eine echte BlogPARADE!

Und nun soll ich meinen Senf hinzugeben? Ok, überredet.

Kultur im Digitalen

Gerade habe ich Wibkes Story zur Frankfurter Buchmesse auf Instagram durchgesehen und freue mich des Lebens. Ich war zwar nicht dabei, aber durch Wibke aka @SinnundVerstand doch ein Wenig. Sie hat es geschafft die gegenwärtige Kultur zu filmen, es in ihr Narrativ zu verpacken und sogar noch mit Emojis zu bekleben. Schließlich lud sie es hoch – für alle, die nicht teilnahmen und es doch taten.


Was sagt mir das wieder einmal? Im 21. Jahrhundert findet Kultur im Digitalen statt. Auf diesem Weg erfahre ich Kultur, sehe und bewerte sie und komme schlussendlich nicht von ihr los. Da ist zum einen das persönliche Interesse an der digitalen Vermittlung von Kultur, zum anderen das berufliche: Als Teil des Studentischen Infoteams führe ich (so ganz analog, nur mit Sprechen und Zeigen) durch die Ausstellungen im Kölnischen Stadtmuseum und bespiele gleichzeitig den Twitter Account für das hiesige Museum. Und das als Imi.(Kölsch für Zugezogener.) Pssst.

Mein Kultblick hat somit den Anspruch, dass Kultur digital zugänglich sein muss. Sie sollte in den Alltag jeder Zielgruppe gelangen und nicht nur ein Erlebnis für einzelne Spezialisten sein. Kulturprogramme können dabei frohlocken, Instagram Beiträge eine Ausstellung sinnvoll ergänzen und Digitalisierungsprojekte die Wissenschaft weiter voranbringen – aha-Momente können in diesem Fall erstaunlicher sein als erwartet. Kultur digital zu teilen, so wie Du und ich es hier gerade tun, soll einen Austausch pflegen, der in hoher Nachhaltigkeit mündet. Dies erfuhr ich erst zuletzt, als ich mich in Tanjas Blog Ask A Curator – banalisiert digitale Kulturvermittlung Museen? | #AskACurator mit anderen Museen über unsere Erfahrungen zum #AskACurator austauschte – eine fruchtbare Angelegenheit. Schließlich sind wir doch alle irgendwie neu im Digitalen Kulturgeschäft. Einige mehr und andere weniger.

Am Wall, Bremen. Blick auf die Stadtbibliothek, links Kunsthalle Bremen. Foto: Luca Jacobs. digitale Kultur, Beitrag zur Blogparade #KultBlick

Am Wall, Bremen. Blick auf die Stadtbibliothek, links Kunsthalle Bremen. Foto: Luca Jacobs.

Der digitale Einfluss auf meine Kultur

Eines ist klar: Das Digitale nimmt mir nicht den Besuch in einer Kulturinstitution, sondern hat entscheidenden Einfluss darauf es doch zu tun. Ich für meinen Teil habe jüngst eine solche Erfahrung gemacht. Da lebte ich fast 25 Jahre im schönen Norden und ziehe erst nach Köln, um im September 2017 erstmals die Kunsthalle Bremen zu besuchen. Zum einen liegt es daran, dass mir nach wie vor das historisch im Wort kunsthistorisch besser gefällt, zum anderen hat mich die aktive Präsenz der Kunsthalle auf Twitter und Instagram überzeugt und neugierig gemacht. Was würde sich mir hier nun in Max Becksmanns Welttheater bieten? Nur kurz: Die Ausstellung war bunt und doch so traurig. Diesen Eindruck durfte ich erfreulicherweise teilen – Nicht über Facebook, sondern mit einem weiteren Individuum. Und damit komme ich auch schnell dazu, welche Kulturerlebnisse mir am liebsten sind: Nämlich solche mit Freunden.

Blick auf Bild von Max Beckmann, Ausstellung Welttheater in der Kunsthalle Bremen.  Foto: Luca Jacobs

Max Beckmann, Ausstellung Welttheater in der Kunsthalle Bremen.
Foto: Luca Jacobs.

Das Digitale in der Kultur bedarf noch einiges an Anstoß (Hallo Kölner Kultur!) und ich bin auch nur einer von Millionen Menschen, der sich beeinflussen lässt. Aber viele Wege führen nach Rom und meiner führt mich nun zurück zur Hausarbeit. Über Bremen nach Köln und weiter nach Rom – klingt doch verlockend? Und los!

Tschüß Kultblick!

Porträt junger Mann mit Cappi, Brille, weißes T-Shirt: Luca Sebastian Jacobs

Gastautor: Luca Sebastian Jacobs .

Autor: Luca Sebastian Jacobs
Ich mache meinen Master in Public History an der Universität zu Köln und koordiniere den Twitter-Account für das Kölnische Stadtmuseum. Als Teil des Studentischen Informationsteams führe ich Besucher durch die Ausstellung und betreue Veranstaltungen. Auf Twitter findest du mich unter @luk_jac.

Lieber Luca,
hach, was für eine erfrischende Art du an den Tag legst – ganz hervorragend! Du hast mich wunderbar an die Hand genommen und im Sauseschritt durch deinen Kulturblick geführt – ein fettes Merci dafür! Und bitte, sehr gerne mehr davon!

 
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