Warum ist Content-Marketing für die Kultur wichtig? #cmcb15

Welche Content-Strategie verfolge ich mit meinem Blog? Oder einfacher ausgedrückt: Warum blogge ich überhaupt? Genau das möchte Klaus Eck von PR-Blogger in seiner Blogparade Content-Marketing und Corporate Blogs 2015 #cmcb15 erfahren. Als Corporate Blogger ist es essentiell zu wissen, was das Blog wie erreichen soll. Als Kulturbloggerin verhält es sich genauso: das Blog will gelesen werden! Bestimmte Ziele sind angestrebt. Zugleich geht es bei mir um Museumsblogs, am Rande um #gdm15, #museumDigitale und #wbhyp. Warum?

Treffend für den Umgang mit dem Digitalen, oder? Nicht nur für #MueumDigitale, #gdm15, #wbhyp oder #cmcb15 - Baustelle überall!

Treffend für den Umgang mit dem Digitalen, oder? Nicht nur für #MuseumDigitale, #gdm15, #wbhyp oder #cmcb15 – Baustelle und Chancen überall!

Das Blog: Berufsperspektive, Weiterbildung und Branding

Erst Robert Wellers Beitrag zur Blogparade #cmcb15 überzeugte mich, die Fragen vom Corporate-Bereich auf den persönlichen Blog zu übertragen. Denn bei mir ist, ähnlich wie bei Robert und Meike Leopold, das Bloggen eng mit der eigenen Berufsperspektive, der Weiterbildung sowie dem „Branding“ verknüpft.

Weiterbildung insofern, als dass das Schreiben mir bei meiner museologischen Tätigkeit hilft. Texte zu einer App kann ich besser schreiben, wenn ich dauerhaft im Schreibmodus bin, den Stil schleife. Ob ich für eine App (siehe die Texte zur #NymApp), eine Zeitschrift, eine wissenschaftliche Abhandlung (meine Doktorarbeit ) oder Ausstellungstexte schreibe, wirkt sich auf meinen Schreib-Duktus aus, da unterschiedliche Adressaten anvisiert sind mit unterschiedlichen Ansprüchen.

Hier im Blog bin ich lax. Duze, fühle mich manchmal nach Siezen, bin oft unentschieden. Das trifft vor allem jetzt zu, da #cmbc15 für mich anders als meine bisherigen Artikel ist (#Zielpublikum). Fakt ist, dass meine Blogbeiträge, der flockige Umgangston, mir dabei helfen, mich besser auf andere Textarten einzustellen.

Was ist mein Antrieb?

Ich möchte nach Ablauf meines bisherigen Arbeitsvertrags weiterhin als „Geschichtenerzählerin“ im Digitalen tätig sein. Das Blog dient mir diesbezüglich als Web-Visitenkarte. Punktum! #KlappdasNetbookzu, #allesistgesagt – nein, nicht alles! Ein Fass ist geöffnet und das ist tief, denn ich habe mich irrwitziger Weise der Kultur verschrieben. Genau deshalb zäume ich das Pferd von hinten auf. Bevor ich ein persönliches Blog aufsetzte, baute ich das Blog des Residenzmuseums mit auf.

Museumsblogs sind Corporate Blogs und haben Ziele

Klar sind Museumsblogs Corporate Blogs. Klar können sie von der Wirtschaft lernen im Positiven wie im Negativen. Genau deshalb dürfte Klaus Ecks Blogparade für sie anregend sein. Warum bloggt ein Museum bzw. warum sollte es das tun? Vielfältig und zwingend sind die Gründe.

Grundsätzlich geht es darum, die Sichtbarkeit des Museums in unserer Informationsgesellschaft zu gewähren, eine vertrauensvolle und nachhaltige Bindung zum Leser und Besucher aufzubauen. Das geschieht über emotionalisierende Geschichten, über den Blick hinter die Kulisse, über einen informellen Zugang zum Museum. Dazu eignet sich ein Blog als Herzstück der Social Media-Maßnahmen hervorragend. Content, Social Media Kampagnen für unterschiedliche Zielgruppen gehen von hier aus und werden hierhin für alle sichtbar zurückgebunden. Vorteil: Der Content bleibt auf der eigenen Plattform dauerhaft für alle erhalten.

Die Sichtbarkeit der Museen ist wichtig, da sie in Konkurrenz zu anderen Freizeitangeboten UND in Konkurrenz zueinander stehen. „First come, first get“, vorausgesetzt der Netz-Auftritt, das Programm, die Geschichten des Museums faszinieren.

ROI für Museumsblogs?

Durch die Digitalisierung der Gesellschaft erweitern sich die Aufgaben des Museums. Es ist als besonderer Erlebnisraum im Analogen sowie Digitalen zu verorten, wenn es eine nachhaltige Wirkung in der Gesellschaft ausüben und nicht dem Rotstift der nächsten Haushaltssperre anheim fallen möchte. Dazu bedarf es einer sichtbaren Community, Zahlen und Fakten, aber auch Visionen, was das Museum warum erreichen möchte, wofür es steht. ROI (= return of investment) ist ein Thema, wenn nicht bei uns, dann zumindest anderswo.

Vorbildhaft agieren die amerikanischen, angelsächsischen und manche europäischen Museen.

Content-Marketing und Museumsblogs

In Deutschland sind wir von amerikanischen Verhältnissen weit entfernt. Das erklärt, warum mein provokativer Blogpost „14 Gründe, warum Museen kein Social Media brauchen“ den bislang mit Abstand größten Leserzugriff erzielte. Er berührte einen Nerv. Die in den Kommentaren ausgelöste intensive Debatte bietet Stoff für weitere Blogposts. Gleichzeitig lassen sich „Museen“ im Titel durch Buchbranche, Bibliotheken, Archive, Theater, Schule und vielleicht auch Unternehmen ersetzen, oder?

Geht es nicht bei allen um eine Form von Content-Marketing? Nicht nur die Strategie ist wichtig, sondern auch die Art und Weise wie der Content vermarktet wird. Influencer müssen ins Boot geholt werden, Blogger Relations, wie es das Universalmuseum Joanneum betreibt, sind erforderlich (siehe auch Beitrag zu #bpbr13). Kultur-Bloggerreisen dienen ebenso dazu, wenngleich sie noch mehr Wucht entfalten, wenn Sie von der organisierenden Kulturinstitution via Blog begleitet werden. Beispielhaft dafür ist die #kbreise14 der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Vor allem muss miteinander ernsthaft kommuniziert werden, das schließt aktives Zuhören mit ein. Die Begrifflichkeit – Wirtschaft vs. Kultur – mag voneinander abweichen, die Struktur ist vergleichbar. Das Content-Marketing verfolgt bestimmte Ziele: Verkauf von Produkten, Reputationsaufbau, Branding, Service-Leistung, Autonomie durch Selfpublishing. Genau diese sind branchenübergreifend.

Wissenschaftsbloggen und #wbhyp

Überall wird um Content, um Strategie und um Medien gerungen, die diesen Content nachhaltig transportieren können. Nicht von ungefähr kommt es, dass auch der Wissenschaftsbetrieb darüber nachdenkt, warum Wissenschaftler bloggen sollten. Das zeigt die aktuelle Blogparade „Wissenschaftbloggen: zurück in die Zukunft – ein Aufruf zur Blogparade #wbhyp“ auf dem Redaktionsblog von hypotheses.org: eine Blogplattform für Wissenschaftler. Bloggen wird laut Mareike König von den Traditionalisten als „Basar“ eingestuft. Es hilft nicht bei Stellenausschreibungen. Sie betont die Andersartigkeit und die Chancen, die das bietet, bis hin zu „qualifizierten“ Themenartikeln – ein lesenswerter Beitrag. Wissenschaftliches Bloggen kann dem Reputationsaufbau dienen und autonom vom gängigen Forschungssystem machen. Dieses Feld ist komplex. Werdet autonomer durch Selfpublishing und vernetzt euch, das ist mein Credo! Und genau hier schlage ich den Bogen zu meinem Blog zurück.

Themen und Ziele von KULTUR-MUSEO-TALK

Mein Blog bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Museen, Kultur und Laien. Einerseits bespreche ich Ausstellungen, mitunter aus Kindersicht; anderseits lote ich die digitale Kulturvermittlung aus. Dazu zählen meine Blogging-, Schreib-Tipps sowie Besprechungen von Tagungen. Genau diese Mischung führt mich als Sprecherin auf Tagungen: Stichworte #Branding #Web-Visitenkarte.

Schlosspark Nymphenburg App

Das Blog als „Arbeitsmappe“, Inspiration für meine Herzblut-Projekte – wie die #NymApp

Das Blog als „Arbeitsmappe“ für Herzblut-Projekte à la #NymApp

Zugleich dient mir das Blog als „Arbeitsmappe“. Es hilft mir für die museologische Arbeit, phasenweise begleitet es diese. Für mein aktuelles App-Projekt: „Schlosspark Nymphenburg. Lustwandeln durch den Garten“(#NymApp) verarbeitete ich im Blog Themen, die mir bei der Struktur und inhaltlichen Gestaltung der App hilfreich waren. In der #NymApp profitierte die Station zum „Grünen Brunnhaus mit Dörfchen“ von meinem Biberpost.

Auf dem Residenzblog wird ab Frühjahr, wenn die Garten-Saison wieder startet, die Serie mit dem Blick hinter die Kulisse einer App-Produktion fortgeführt. Sie ist Bestandteil der Marketing-Kampagne zur App – genau dazu eignet sich ein Blog hervorragend! Verwandt damit sind die Artikel zu #Canaletto sowie zur Fasanenjagd, die auf die #NymApp eingehen.

Die App „Schlosspark Nymphenburg“ ist im Netz zwar virulent, genau das muss ausgebaut werden. Jetzt gilt es Lust auf das Lustwandeln durch den Garten zu vermitteln. Dann ergeht es euch vielleicht ähnlich, wie mir bei meinem Twitter Talk in Nymphenburg.

Einige Fragen von Klaus Eck bleiben unbeantwortet, andere schwirren mir im Kopf, trotzdem mache ich jetzt Schluss. Anders gemünzt könnte dies auch ein Beitrag zur Blogparade #wbhyp sein.

Mehr Infos zum Blogwerdegang, Content-Strategie und zur #NymApp gibt es im Podcast KK014 auf www.kulturkapital.org. Reinhören und mir ein Feedback geben – merci!

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