Das TECHNOSEUM – Herzblut, Tomaten und Ohrenspitzer (6)

Es muss einfach sein: Im heutigen Blog-Steckbrief geht es um das TECHOSEUM in Mannheim. Warum? Erstens fehlt in der Steckbrief-Reihe das Blog eines naturwissenschaftlichen bzw. technischen Museums und zweitens verbindet uns eine schon länger andauernde „Blog-Freundschaft„, vergleichbar mit dem Blog des Stadtmuseums Stuttgarts. Höchste Zeit also, das Blog des TECHNOSEUMS – kurz TECHNOBlog endlich vorzustellen. Digital sind sie ordentlich auf Zack und runden damit ein feines analoges Programm vor Ort ab – Technik kann so prickelnd sein!

Fortbildungen im TECHNOBlog des TECHNOSEUMS angeschlagen - ein Feuilleton der besonderen Art!

Fortbildungen im TECHNOBlog des TECHNOSEUMS angeschlagen – ein Feuilleton der besonderen Art!


Und das sagt eine, die in der Schule einen eher schweren Zugang zur Technik hatte. Vielleicht fehlte mir dabei einfach nur die einhergehende Geschichtsvermittlung, damit erhascht man mich nämlich immer. Was mir damals definitiv fehlte, war ein Museum in der Nähe wie das TECHNOSEUM. Ein Technikmuseum, das Technik so erfrischend unmittelbar und leicht zugänglich aufbereitet. Dafür steht das TECHNOBlog!

Seit wann und wie oft bloggt das TECHNOSEUM?

Seit April 2011 bloggt das TECHNOSEUM. Es ist damit eines der ersten Museumsblogs. Es gibt zwar Museumsblogs, die bereits seit 2009 bloggen, wie das Städelblog oder das Blog des Museums Burg Posterstein, gleichwohl bloggten 2011 extrem wenige Museen. Nun, wenn man die aktuell 88 Museumsblogs den 6.000 deutschen Museen gegenüberstellt, kann man kaum von „vielen“ bloggenden Häusern sprechen, dennoch hat sich hier einiges getan (die Statistik zur Museumsblogroll belegt das). Das ist gut und richtig!

134 Blogposts schrieb das Blog-Team des Museums bislang: 2-4 Beiträge im Monat stehen im Schnitt zu Buche. Zumeist schreibt das „TECHNOSEUM“, d.h. die Autoren sind selten angegeben, was schade ist. Ich fände eine Autorennennung sowie eine Kurzbiografie der Schreiberlinge sehr fein. Letzteres gerne auf einer Autorenseite oder unter den Beiträgen. Damit erhielte das Blog für mich Gesichter. Hm … vielleicht schreibt am Ende Ljerka Pap (Online-Redaktion) alle Beiträge allein. Liebes TECHNOSEUM, gibt es weitere Autoren für das TECHNOBlog? Und welche Funktion haben sie innerhalb des Hauses? Wenn du, liebe Ljerka, alle Beiträge schreibst, wie organisierst du dich? Bekommst du Material seitens der Kuratoren zur Hand, schreiben sie etwas vor und du machst es blogtauglich? Das wäre klasse, wenn du uns die Fragen hier beantwortest!

Worüber bloggt das TECHNOBlog?

Technik ist, oh Wunder, das Thema. Sie schreiben über den Sammlungsbestand, Sonderausstellungen, Kooperationen, Kampagnen, Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer und andere Veranstaltungen u.v.m. Möchte man sich im Blog orientieren, dann funktioniert das noch am besten über die Tags. Die Programme vor Ort faszinieren. Gerade die besondere Veranstaltungsreihe zu #myCollection am Internationalen Museumstag (#IMT14) ist klasse, oder hast du dir schon einmal mit Radiomoderatoren und Haushaltsgeräten den Gang ins Fitness-Center erspart? Und was ist ein „Hausfrauenhorrortango“ – genial sage ich dazu! Ich bin gespannt, was sie zum #IMT15 machen (17.5.15), wenn es heißt #MuseumSound – wie genau das funktioniert erklären die Kulturkonsorten – langweilig wird es im TECHNOSEUM garantiert nicht.

In die Herzblut-Ausstellung muss ich unbedingt – Medizintechnik leicht verdaulich vermittelt. Sie läuft nur noch bis zum 7. Juni, wird sehr knapp für mich. Der Beitrag zu #KultTipp nahm mich dazu ein, aber das zweite Tweetup (#Herzblut) im Museum machte sowas von Lust darauf. Die Performance von Dr. von Hirschhausen, der humorvoll das Gesundheitswesen auseinandernahm, flankierte #Herzblut. Das Tweetup hatte das TECHNOSEUM in Eigenregie organisiert, ebenso wie das erste Tweetup „#Sammlung2: Der elektrische Haushalt„. Hier erhielten die Twitterer zwei Tage vor Ausstellungseröffnung exklusive Einblicke – prima. Digital ist das TECHNOSEUM gut aufgestellt. Schon zweimal machten sie bei meinen Blogparaden mit, sie greifen die angebotenen Themen für das Haus auf. Und jetzt bin ich schon direkt beim nächsten Punkt:

Was gefällt mir am TECHNOblog?

Das TECHNOSEUM zeichnet sich durch eine gehörige Portion Mut und Experimentierwillen im Analogen und Digitalen aus. Die Aktion „Goethe goes Guerilla“ steht exemplarisch dafür. In 91 Städten in Baden-Württemberg fand eine Nacht und Nebel Plakatierung mit Goethe und Laptop statt. Wie hätten nur technische Errungenschaften historische Ereignisse beeinflusst? Ausreichend Stoff zum Nachdenken. Ziel war es, über die Kampagne die Jugend für Technik zu sensibilisieren:

Denn wer sich früh genug für Naturwissenschaften und Technik begeistert, ergreift später vielleicht eher einen Beruf in diesen Bereichen.

Und das ist nötig, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen, so das Selbstverständnis des Museums. Für diese Aktion erhielten sie den Econ Awards 2014: Gold in der Kategorie PR-Aktivitäten. Die Auswertung und Begründung für den Award sollte sich jede Kulturinstitution genaustens anschauen: Die Guerilla-Aktion war eine unglaublich erfolgreiche Crossmedia-Kampagne mit 27 Millionen Kontakten – Analog und Digital entfalten zusammen unschlagbare Wucht – ausgezeichnet!!!

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Gerade für Kinder und Jugendliche bietet das TECHNOSEUM ein weitgefächertes Programm. „Zukunftsdetektive“ – ein Projekt im Rahmen der Museobilbox – finde ich klasse: Museum, Polizei und Schule arbeiten zusammen, Schüler werden zu CSI-Profis im Sinne von „Mit Logik und Spürsinn oder: Auch Tomaten haben eine DNA„. Ein klarer Hörtipp ist „Ohrenspitzer„, oder was sagst du?

Spannend finde ich die Kategorie: „Im Technoseum entdeckt„, wie beispielsweise der Beitrag zum Arbeiter-Chronometer, bei dem anhand eines Objektes der historische Kampf um den 8-Stunden Arbeitstag dargelegt wird. Den „Storchenschnabel“ musste ich auch unbedingt lesen. Was mag das wohl sein? „Anleitung zur Amputation“ ist genauso makaber wie fesselnd. Die knackigen, teils irritierenden Titel wecken meine Neugier.

Mein Artikel-Favorit

Eine schwere Wahl – zu stöbern im Blog lohnt sich definitiv! Mein Favorit ist: „Auf der Suche nach der verlorenen Rede“ – warum? Das TECHNOSEUM half den Kollegen aus dem Universitätsarchiv Heidelberg, die fünf Schallplatten mit einer Rede von Ernst Krieck entdeckten. Es ging ihnen darum, die Universitätsgeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus zu erarbeiten. Das TECHNOSEUM half dabei, Zeitpunkt und Örtlichkeit festzulegen – klasse. Internationale Unterstützung strebt das Museum erfolgreich an bei „Internationale Sammlungsarbeit: Aus Frankreich gibt’s was auf die Ohren“ – toll! Ich liebe diese museologische Detektivarbeit!

O-Ton des TECHNOSEUMS

Was passiert hinter den Kulissen des TECHNOSEUM? Und wer ist alles beteiligt an der nächsten großen Ausstellung, die gerade vorbereitet wird? In diesem Blog werden wir die TECHNOSEUM-Geschichten erzählen und alle Interessierten auf dem Laufenden halten, was aktuell geschieht. Wer also dranbleiben möchte, ist herzlich eingeladen, uns auch hier zu besuchen, eigene Wünsche zu äußern und in die Diskussion einzusteigen. Und jetzt geht´s los!

Was sagst du zum TECHNOBlog? Hast du Lust, mehr von Ihnen zu erfahren? Wie gefällt dir die Blogsteckbrief-Reihe?

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