Bayern und die Welt: Farbkraft, Wollfäden, Theaterwelten, Schießpulver – #KultTipp 2

Bayern und die Welt – ein passender Auftakt für die inhaltliche Überschau der Blogparade #KultTipp. Die Liste Farbkraft, Wollfäden, Theaterwelten … ist wunderbar fortzuführen mit: Brot backen, Künstlerinnen, provokante Perspektiven, Strümpfe, jüdische Kultur, Kelten, Crowdfunding, Gauchos, Designhauptstadt … Das erwartet euch heute. Mir hat es viel Freude bereitet, die ersten 19 von 76 Beiträgen zu #KultTipp erneut zu lesen. Vielleicht ist für euch etwas dabei – heute geht es nach Bayern, Uruguay, Shanghai und Kapstadt – viel Spaß!

Blogparade #KultTipp Fazit 2

Kulturtipps in Bayern

1. „Sich an das andere Ende der Welt wegträumen“ – Mit Georg Baselitz im Haus der Kunst
Iliou melathron – München, Haus der Kunst
Christian Gries führt uns sehr plastisch in die aktuelle Ausstellung „Georg Baselitz“ im Haus der Kunst (19.9.-1.2.2015) ein. Es ist keine Werkschau, sondern die Ausstellung zeigt Werke des Künstlers von den 60er Jahren bis jetzt. Offenbar wird darin die kritische Reflexion und den Remix seiner Gestaltungsprinzipien. Baselitz setzt sich in seinen aktuellen Werken selbstkritisch mit seinem Werk auseinander. Es geht um die Befreiung von Inhalt und Bedeutung, mitunter wird es schwarz-zärtlich – klarer Tipp!

2. „Lichtgeflechte im Maximiliansforum: Jeongmoon Chois Installat. In. Visible“
Vivisdeliriums, @vivi_dangelo – München, Platform, zeitgenössische Kunst
Diese besondere Installation von der koreanischen Künstlerin in der Maximiliansunterführung ist leider schon beendet (bis 14.11.14). Begeistert und bildreich gibt uns Vivi einen wunderbaren Eindruck der Arbeit Jeongmoons wieder. Wollfäden und Licht bringen den Betrachter an die Grenzen der Wahrnehmung von Raum und Zeit. Illusion und Realität formen das „disegno“, das freie Schweifen der kreativen Phantasie. Die Initiativen der Platform in München faszinieren!

3. „Florentine Stettheimer – Florentine wer?“
Blog des Lenbachhauses – München, Ausstellung, Museum
Trang Vu Thuy führt uns in das figurative, narrativ amüsante und witzige Werk der amerikanischen Künstlerin Florentine Stettheimer (1871-1941) ein. Die Malerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin sowie Salonière vermittelt uns einen Eindruck der mondänen New Yorker Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie gewährt uns intime Einblicke in ihre Lebenswelt. Ihre Werke zeigte sie auf ihren „birthday parties“ – ein beliebter Treffpunkt für Intellektuelle. Bis zum 4.01.2015 lockt dieser Geheimtipp im Lenbachhaus!

4. „Orte der Inspiration“
Michael Stacheder – Theater, Museum
Michael Stacheder müssen wir häufiger auf Bahnfahrt schicken – wir erhalten grandiose Reiseberichte. Wo erhält er Inspiration für seine aufreibenden „Theaterwelten“. Im Museum. Genauer im Lenbachhaus. Joseph Beuys Werk „zeig deine Wunde“ inspirierte ihn für das Stück „Judenbank“. Wollte er auf lichtere Gedanken kommen, ging er zu August Macke. Damit nicht genug, Tipps für einen „Saltimbocca Toasti“, eine Buchhandlung oder ein Weltheater erwarten uns – toll!

5. „Prominente Begegnungen“ – Kunst im Dialog“
Blog Villa Stuck – Museum, Ausstellung, Diskurs
Marco stellt uns ein spannendes Programm in der Villa Stuck vor. Drei prominente Begegnungen garantieren provokant subtile Perspektiven auf die Sammlungspräsentation „Der Prozess – wie Moderne entsteht“. Ein Architekt, ein Journalist und eine Fashion-Kritikerin führen mit der Kuratorin durch die Villa Stuck. Ein kontroverser Dialog soll dabei entstehen. Am 17.12. findet die letzte Führung dieses Programms statt – es geht um den Kampf der Geschlechter – spannend!

6. „Nipple Jesus“ in der Galerie Renate Bender #KultTipp“
Gastbeitrag der Galerie – Galerie, Theater
Kathi stellt uns eine faszinierende, jetzt vergangene Veranstaltung der Galerie vor. Sie verbindet zeitgenössische Kunst mit Literatur und Theater. In der Galerie wird ein One-Man-Stück nach einer Erzählung von Nick Hornby aufgeführt. Dave, ein Museumswärter, muss zeitgenössische Kunst (Werke von Regine Schumann) bewachen. Dabei konfrontiert ihn eine Gefühlsachterbahn der Kunstbetrachtung mit Zwiebel, Ekel und Ärger. Eine tolle Idee der Galerie – hoffentlich mit Fortsetzung!

Carlos Garcia Piedra alias Museumswärter Dave.  Foto: Pamela Maieli © Galerie Renate Bender

Carlos Garcia Piedra alias Museumswärter Dave.
Foto: Pamela Maieli © Galerie Renate Bender

7. „Kulturtipp Augsburg – Das TIM“
Claudia plaudert – Augsburg, Museum, Strümpfe
Claudia berichtet über die vergangene Sonderausstellung „Maschen machen Mode“ im Staatlichen Textil-und Industriemuseum in Augsburg. Ihr Artikel liest sich prima und ist vor allem reich bebildert. Das TIM lohnt sich auf jeden Fall, die Dauerausstellung belebt Augsburg als einstige Textilhochburg wieder. Die Architektur und Pracht des Augsburger Textilviertels begeistert. Auf der Sonnenterrasse des Lokal nuno lässt sich das prima genießen – klarer Tipp!

8. „Mein Kulturtipp: Dachau!“
Computerspiel und Ästhetik – Museum, Künstlerstadt
Sabine zeigt uns, dass Dachau mehr ist als das KZ. Als ehemalige Künstlerstadt, die Lovis Corinth, Max Slevogt und Carl Spitzweg anlockte, gibt es auch heute noch eine rege künstlerische Szene. In der Neuen Galerie besuchte sie die Ausstellung „ausaltmachkunst“. Sie nimmt uns auf ihren Spaziergang durch die Altstadt hinauf zum Wittelsbacher Schloss mit. Die Dachauer Lange Nacht der offenen Türen reizt mich!

9. „Museumstipp: Das Jüdische Museum Franken“
MusErMeKu – Museum, Fürth, Schnaittach, Schwalbach
Angelika stellt uns ein „Leuchtturmprojekt des Bayerischen Kulturkonzepts“ von 2013/14 vor: das Jüdische Museum Franken. Es setzt sich aus drei Dependancen zusammen. Die jüdische Alltagskultur wird uns in historischen Gebäuden vermittelt. Das Museum in Schnaittach ist in einer 1570 erbauten Synagoge unterbracht, in Schwabach befindet es sich in einem jüdischen Wohnhaus mit Laubhütte. Der Hauptsitz in Fürth bringt uns die frankisch-jüdische Kultur des Mittelalters bis heute näher – hingehen!

10. „Eröffnung des Kulturhaus Blaibach“
Ausflugsziele und Tipps für den bayer. Wald – Konzerthaus, Bayerische Wald
Unglaubliches berichtet uns Wolfgang. Ein 2.000 Seelen Dorf gönnt sich ein Konzerthaus. Es steht für bürgerliches Engagement. Ziel ist es, sich in der Region als Kulturhochburg zu etablieren. Bei der Einweihung wurde Haydns „Schöpfung“ gespielt. Auffällig ist die „tolle“ Akustik und minimalistische Architektur. Wolfgang gibt uns Veranstaltungstipp für Dezember. Ich wünsche dem Konzerthaus viel Erfolg!

11. „Keltendorf Gabreta im Bayerischen Wald“
Kult-Urzeit – Bayerische Wald, Freilichtmuseum
Rainer macht Lust auf das Keltendorf Gabreta. Häuser aus verschiedenen Epochen wurden hier wiederaufgebaut. Sogar den Nachbau eines Grabhügels mit „Opferplatz“ erwartet uns hier. Der archäologische Erlebnispark bietet täglich ein begeisterndes Programm an, wie das Brotbacken. Das Kelten-Leben wird uns nähergebracht – wunderbare Fotos!

12. Fränkisches Freilandmuseum Fladungen/Rhön“
mw gestaltung und kommunikation – Freilichtmuseum, Franken
Nostalgiefans kommen hier auf ihre Kosten. Historische Bauernhäuser und Höfe aus Unterfranken, der hessischen und thüringischen Rhön laden zum Besuch ein. In einem alten Forsthaus, das zur Schule umfunktioniert werden alten Drucktechniken mit Bleisetzen gezeigt. 3-D-Animationen dokumentieren, wie ein Fachwerkbau errichtet wurde. Zeitzeugen berichten über den Hunger und die Not im 2. Weltkrieg. Der Artikel macht neugierig!

13. „Große und kleine Kunst in Hotel Prinz Luitpold Bad“
redaktion 42‘ Weblog – Bad Hindelag, Welness und Kunst
Matthias stellt uns ein Spar Hotel vor, das für Entspannung in einer angenehmen, kunstvollen Einrichtung sorgt. Kunstgenuss gehört zum Hotel. Da gibt es eine Uhr aus dem 19. Jahrhundert im Boulle-Stil. Michael hat sich in Judith verliebt und erzählt uns ihre Geschichte. Das Hotel besitzt eine Kopie eines berühmten Gemäldes mit Judith, das sich heute in der Alten Pinakothek befindet – stilvoll!

14. „Das Quelle Areal Nürnberg in Geschichte und Architektur (1)“
Kunst Nürnberg – Bauhausarchitektur und Künstlerviertel
Alexander schickte ein Duo. Im ersten Teil schildert er uns die Hintergründe zum Quelle Areal in Nürnberg. Gustav Schickedanz gründete den Quelle Konzern 1927. In den 1950er Jahren erbaute der Architekt Ernst Neufert den Komplex – eine umstrittende Figur mit NSDAP-Vergangenheit. Der funktionalistische Entwurf verbindet die Klassische Moderne der Weimarer Rebuplik mit der Bauhausarchitektur.

15. „Das Quelle Areal Nürnberg. Heute und in der Zukunft (2)“
Nach dem Niedergang des Quelle Konzerns ist die Zukunft des Areals mehr als in Frage gestellt. Eine Initiative versucht mit einer groß angelegten „Crowdfunding“-Initiative, 25 Millionen Euro für den Kauf des Geländes aufzubringen. Ziel ist es, das Areal als Künstlerviertel zu etablieren. Alexander datiert uns über die Hintergründe und Verwicklungen auf – unsere Unterstützung ist gefragt!

Kulturtipps weltweit

16. „Kapstadt- Welt Design Hauptstadt 2014“
Genuss Touren – Südafrika, Künstler
Nirgendwo sonst in Südafrika vereint sich Postkartenidylle mit harscher Realität von Armut wie hier in Kapstadt. Design wird als Motor der Veränderung begriffen, positive Veränderungsprozesse sollen so ausgelöst werden. 460 Projekte thematisieren in vier Sparten afrikanischen Ideen, sollen verbinden, nachhaltige Lösungen bieten und widmen sich dem „Beautiful“. In der Maboneng Township Arts Experience werden Privathäuser zu Galerien und Aufführungsorte für neue Lebensperspektiven.

17. „Blogparade „Mein Kultur-Tipp für Euch: M50 Art District“
Traveling the World – Shanghai, Galerien, Street Art
Chinesische Avantgarde erobert eine alte Textilfabrik. Seit 2000 siedeln sich hier Shanghaier Künstler an. Mittlerweile vereint sich Kommerz, Erfolg und Einstieg hier mit einem Mix aus etablierten Künstlern und jungen Talenten. Lohnenswert ist auch der Besuch von Moganshu Lu, eine Mauer, die angeblich Ende 2014 abgerissen werden soll, die Projektionsfläche für Street Art geworden ist. Regelmäßig wird diese durch neue Werke erneuert.

18. „Powerstation of Art – große Räume für große Kunst“
Pflugblatt * (beta) – Shanghai, zeitgenössische Kunst
Markus führt uns erneut nach Shanghai in die Powerstation of Art. Dieses Mal bespricht er die Kunst Cai Guo-Qiang. Der Künstler choreographierte bereits das Feuerwerk zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking 2008. Spektakulär und medial begleitet schießt er seine Gemälde in Wandgröße mit Schießpulver oder er lässt eine 20.000 Liter fassende Wanne mit Tinte von der Decke besprühen. Spektakulär ist seine Kunst, aber wieder: die Powerstation of Art fasziniert!

19. „Kulturtipp Uruguay – Gaucho Museum in Montevideo und Tacuarembo“
Reisemagazin Lateinamerika – Museum, Cowboyleben
Von Cowboys hatte ich schon gehört, dass sie in Uruguay Gauchos gerufen werden, war mir neu. 1941 gründete Washington Escobar das Gauchomuseum in Tacuarembo. Hier wird in einer Dauerausstellung ihr Leben von den Anfängen an bis heute vorgestellt. Einmal im Jahr findet für einen Woche das Fiesta de la Patria Gaucho statt. Der Gauchokult wird dann zelebiert, 4000 Pferde kommen zum Einsatz – wahnsinn!

Geschafft – Fazit Nr. 2 von #KultTipp mit Bayern und der Welt hat hoffentlich Appetit auf Kultur gemacht. Als Nächstes folgen die Kultur-Tipps für Baden-Württemberg und Österreich – bleibt dran!

Und? Habt ihr für euch einen Kultur-Tipp entdeckt? Wenn ja, wo wollt ihr hin? Oder ward ihr schon da, dann berichtet doch bitte hier oder tauscht euch in den Blogs der Teilnehmer mit ihnen aus – das wäre fein!

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8 Kommentare

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  3. vielen dank für die tolle zusammenstellung! es hat einen riesenspaß gemacht, bei der blogparade dabei zu sein. freue mich schon auf die nächste :-).

    liebe grüße,
    alexandra

    • Tanja Praske

      Liebe Alexandra,

      danke! Für mich war die Blogparade auch eine tolle Überraschung. Als ich diese 19 Beiträge erneut las, kam die Hochspannung aus der Zeit wieder auf – es sind allesamt tolle Kultur-Tipps!

      Herzlich,
      Tanja

      P.S.: Bis zur nächsten Blogparade von mir wird es wohl noch ein bisschen dauern :-)

    • Tanja Praske

      Liebe Friederike,

      merci! Ich freue mich schon auf die nächsten 20 Beiträge. Da es um Baden-Württemberg geht, ist dein herrlicher Bericht darunter. Ich freue mich schon darauf, alle Posts erneut zu lesen. Tatsächlich lese ich sie jetzt mit anderen Augen, weil ich die Gesamtpalette der facettenreichen Kulturtipps kenne.

      Dankeschön für deine Teilnahme – du hast die Blogparade bereichert!

      Schönen Abend!
      Tanja

  4. Ich danke dir Tanja für den informativen Bericht. Eingeladen nach Uruguay zu kommen hab ich dich ja – und wenn nicht, dann tue ich das hiermit.. Im Übrigen kann ich jedem das Gaucho Land am Rio de la Plata zeigen. Ist ja mein Beruf. Intensiver wie mit mir und meinem Team, das sich auch aus echten Chinas (so heissen die Gaucho-Frauen) zusammensetzt, werdet ihr Uruguay und seine Geheimisse nie mehr kennenlernen. Spanisch müsst ihr keines können. Schaut euch einfach mal an, was es so alles zu entdecken gibt bei http://www.uruguay-erleben.de

    • Tanja Praske

      Huch, lieber Martin, eine Einladung nach Uruguay – wow! Vor allem finde ich die Kultur spannend. Wenn ich Chinas höre, dann denke ich natürlich sofort an China, jetzt weiß ich es dank dir besser!

      Ein herzliches Dankeschön!
      Tanja