Viele Grüße aus der Filterblase … (Kultur-Museum-Talk)

Jeder kennt den Effekt der Filterblase: Gleich und gleich gesellt sich gern und so bleibt man oft nur unter sich – ob unter Wissenschaftlern, Reisebloggern oder im Kulturbereich. Manchmal konzentriert sich der eigene Filter sogar nur auf bestimmte Social Media Plattformen und blendet andere Netzwerke aus. Viel zu schnell gerät man in den Sog der Blase, tauscht sich immer mit denselben Menschen und Institutionen aus und bleibt am Tellerrand kleben.

Viele Blogger bleiben zu stark in ihrer Filterblase. Es wird Zeit, diese Filterbubble zu erweitern.

Grüße aus der Filterblase. Dieser Beitrag war ursprünglich ein Blog-übergreifendes Projekt, teils publiziert bei MusErMeKu und teils publiziert bei Kultur-Museum-Talk. Er wurde am 20.11.2018 durch Angelika Schoder aktualisiert – aufgrund technischer Gründe erscheint jetzt der gesamte Beitrag hier bei mir, vielen lieben Dank dafür!

Die digitale Filterblase ist ein Problem. Meist befindet man sich ausschließlich mit seiner unmittelbaren Peer Group im aktiven Austausch (bestenfalls), oder man folgt einfach passiv anderen Blogs, Twitter-Accounts oder Facebook-Seiten mit ähnlichen Themen, mit denen man sich auch selbst auseinandersetzt. Das macht  in gewisser Weise Sinn, schließlich kann man so auf relevante Inhalte stoßen, die Anknüpfungspunkte und Inspiration für die eigene Arbeit liefern. Doch was, wenn man durch diese Filterblase gebremst wird? Was, wenn man dadurch die Chance verpasst, eigene Interessenfelder zu erweitern – und damit auch seine Zielgruppe?

Informationsflut vs. Scheuklappen

Der Begriff Filterblase (engl. filter bubble) geht auf den Internetaktivisten Eli Pariser und sein Buch “Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden” zurück. Eigentlich bezieht sich der Begriff auf die Verwendung von Algorithmen (z.B. bei der Google Suche oder bei Facebook), wodurch bestimmt wird, was ein Nutzer zu sehen bekommt. Ziel der Algorithmen ist es, für den Nutzer eine besonders angenehme Erfahrung zu gewährleisten – und dadurch eine besonders lange Verweildauer zu erzielen. Dem Nutzer werden nur Informationen angezeigt, die zu dessen bisherigem Nutzungsverhalten passen. Die Algorithmen sorgen so dafür, dass sich Internetnutzer in einer Blase bewegen, die andersartige Informationen ausschließt.

Einerseits werden wir also durch Algorithmen in eine Blase gezwungen, andererseits erschaffen wir uns die Blase aber auch selbst. Dies schützt uns einerseits vor der digitalen Informationsflut und hilft dabei, den Überblick zu behalten im Medien-, Account- und Themen-Chaos von Texten, Bildern, Videos und Podcasts. Auch wenn viele über mehrere Social Media Accounts verfügen – wer nutzt schon Twitter, Facebook, Instagram, WhatsApp und Co. gleichstark?

Meist vernetzt man sich zudem eher in dem Bereich, in dem auch der eigene Interessenschwerpunkt liegt. Die Filterblase erfüllt so eine wichtige Funktion darin, die Informationsflut zu bewältigen. Gleichzeitig bringt sie aber auch ein Problem mit sich: man bewegt sich im digitalen Raum mit Scheuklappen. Doch das muss nicht sein…

Kultur trifft auf Genuss

Die Sphäre der Kulturblogger ist im deutschsprachigen Raum inhaltlich überschaubar. Meist dreht sich vieles um Museen und Ausstellungen, um Social Media im Kulturbereich oder um die Auseinandersetzung mit Künstlern und ihren Werken. Diese thematische Spezialisierung ermöglicht qualitativ hochwertige Inhalte, gebündeltes Fachwissen trifft häufig auf fachkundige Leser. Es lohnt sich jedoch, seine Fühler auch in andere Themenbereiche auszustrecken, will man eine größere Leserschaft erreichen. Ein gutes Beispiel ist die wunderbare Vivi D’Angelo, die früher mit den Münchner Kultkonsorten häufig Kulturluft schnupperte und diese in ihrem Blog Vivi Deliriums in Worte packte, etwa bei der Kultur-Bloggerreise #kbreise14. Doch bei Vivi geht es nicht nur um intellektuellen Genuss. Eine gänzlich andere Zielgruppe erreicht sie mit ihrer Leidenschaft für den kulinarischen Genuss – mit ihrem zweiten Blog Vivi’s Deli, in dem es um Rezepte, aber vor allem um Food-Fotografie geht.

Im Gespräch mit Ute Vogel, einer anderen Bloggerin, die sich ebenfalls neben Kunst und Kultur auch mir dem Thema „Food“ beschäftigt, ergab sich folgende Frage an Vivi:

„Ja, was ist denn nun der Sinn von dieser ganzen Essen-Fotografiererei? Ich meine, is’ ja schön und gut, die ganzen hübschen Bilder, das schön angerichtete Essen, die Blümchen auf dem Tisch und die Vogelperspektive. Aber ist das denn nicht alles nur noch dasselbe, überall? Was bringt das denn?“

Für Vivi ist die Food-Fotografie eine Möglichkeit, ihre Umwelt zu gestalten, wie sie in ihrem Blog betont:

„Denn da habe ich sie, diese Welt, so wie sie mir gefällt, gleich auf der anderen Seite der Kameralinse. Dort wartet sie darauf, dass ich sie anpacke und neu zeichne. Eine Welt, in der im Handumdrehen ein riesiges Fest steigen kann, mit neonfarbenen Donuts, Luftballons und Glitzersprenkel in allen Farben des Regenbogens. Oder in der es ganz still ist und eine dampfende Tasse voll Punsch das Herz wärmt. Eine Welt in der Kinderstimmen lachen, in der die Sonne scheint und wir picknicken gehen. In der Geborgenheit herrscht oder kreatives Chaos scheppert. Ich bestimme.“

Aus Vivis Liebe zur Fotografie – und zum Genuss – wurde schließlich ihr Beruf.

Eine zweite Identität

Brauchen wir eine zweite Identität, um unsere Filzerblase zu verlassen? Es gibt einige Beispiele von Bloggern, die an mehreren Blogs schreiben und sich damit in ganz unterschiedlichen Filterblasen bewegen. Einer dieser Blogger zwischen zwei Welten ist Steffen Jost. Er ist Historiker und schreibt im Gedenkstättenpädagogik-Blog bei hypotheses.org über digitale Aspekte in der Gedenkstättenarbeit. Er ist mit anderen Gedenkstättenmitarbeitern und Historikern vernetzt und bewegt sich in der “Erinnerungskultur-Filterblase”. So weit, so wissenschaftlich.

Doch was vielleicht eher wenige Menschen aus seiner “Wissenschafts-Filterblase” wissen: Steffen ist in einer anderen Welt sehr bekannt – als Food-Blogger. Mit “feed me up before you go-go” ist er – gemeinsam mit seiner Partnerin Sabrina – sogar so erfolgreich, dass er regelmäßig als begehrter Influencer für Blogger Relations angefragt wird. Er ist Experte für Burger und Tapas, für Drinks und natürlich für Donuts. Aber er ist eben auch Experte für Gedenkstättenpädagogik. Eigentlich ist es also keine zweite Identität, die man braucht, sondern eher weiter gefasste Interessen, die es ermöglichen, aus einer Filterblase auszubrechen.

Den Kulturbegriff weiter fassen – das gelingt auch den beiden Autorinnen des Blogs In Arcadia Ego. Alexandra Pfeffer und Eva Mazur sind eigentlich für das kunstwissenschaftliche E-Journal NEUE kunstwissenschaftliche forschung verantwortlich (unter Beteiligung von Maria Männig). Die wissenschaftlichen Beiträge werden im Journal komplettiert durch praxisorientierte Kolumnen zu Themen wie Ausstellungspraxis und Kunstrecht sowie durch ein Künstler-Feature in jeder Ausgabe. Der wissenschaftlichen Tätigkeit stellen Alexandra und Eva ihren Blog entgegen, der sich mit seinen Themen zwischen “Kunst – Kultur – Kunstgeschichte – für Kleinkinder, Kinder und Erwachsene rund um Wien und Bratislava” einem völlig anderen Leserkreis öffnet.

In Arcadia Ego vermag durch eine Vielfalt angesprochener Themen ganz verschiedene Zielgruppen zu erreichen. Kulturbegeisterte Eltern finden in der Serie “Baby im Museum” Orientierungshilfen zur Kinderfreundlichkeit von Kulturinstitutionen, juristische Aspekte der Kunstwelt werden im Themenbereich “Kunstrecht” angesprochen und Fashionistas erhalten in der Rubrik “Kunst & Mode”  einen Einblick in die Berührungspunkte zwischen Bildender Kunst und der Modewelt.

Zwischen Musentempel und Laufsteg

Wera Wecker und Michelle van der Veen zählen im deutschsprachigen Raum mit zu den bekanntesten Kulturbloggerinnen. Fast jeder aus der „Museums-Filterblase“ kennt ihre Blogs „MuseumsGlück“ und „kultur und kunst„. Während Wera über Ausstellungen, Theaterbesuche, Kunst und vieles mehr aus der Kulturwelt bloggt, hat sich Michelle einen Namen damit gemacht, dass sie sich mit den Themen Social Media und Digitale Entwicklung im Museumsbereich auseinandersetzte. Viele der deutschsprachigen „Kulturschnuppis“, wie Mark Lippuner sie in seinem Blogbeitrag „Reizblase Twitter“ nennt, kennen die beiden. Doch wie sieht es außerhalb dieser Filterblase aus?

Wera und Michelle haben sich schließlich dazu entschlossen, die „Museums-Filterblase“ mit einem gemeinsamen Projekt zu verlassen. Ihre beiden Kultur-Blogs laufen weiter, bekommen jedoch Zuwachs. Und „verlassen“ stimmt eigentlich auch nicht, denn ein Bein bleibt im Museum. Das andere Bein zieht sich allerdings einen hübschen Schuh an und stöckelt davon. Mit MuseumLifestyle haben die beiden einen Blog gegründet, in dem es um Mode und Beauty geht, um Nagellack und High Heels – und um eine Verbindung zu Ausstellungen und Museen. Weiter kann man die oft etwas zu seriöse Museumskultur eigentlich nicht verlassen, denn wo auf der einen Seite oft trocken angestaubte Wissenschaft und Forschung hocken, lauern auf der anderen Seite verführerische Oberflächlichkeiten und die Welt des Konsums. Man könne aber auch sagen, dass Angestaubtheit und Langeweile auf Spaß und Leichtigkeit treffen. Und vielleicht erreichen die beiden auf ihrem Weg in die Filterblase der „Lifestyle-Blogger“ auch, dass ihnen einige Leser aus der „Kultur-Filterblase“ folgen und damit ihren Horizont erweitern.

Die Filterblase zum Platzen bringen

Welche Schlussfolgerung kann man als Bewohner einer Filterblase daraus ziehen? Sollen Literatur-Blogger jetzt zu Fashion-Bloggern werden und damit anfangen, über ihr Outfit of the day zu schreiben? Sollen Museen damit anfangen, in ihren Blogs das Frühstück im Café für Fotos zu inszenieren und selbst einen Kamillentee für einen neuen Food-Blog so zu beschreiben, als sei dessen Zubereitung der Gipfel des kulinarischen Genusses? Müssen Wissenschaftler die Diskussion ihrer aktuellen Forschungsfortschritte mit einer Prise Zimt und einem halben Little Black Dress garnieren, nur um ihre Filterblase zu verlassen und neue Lesergruppen für ihre Blogs zu begeistern? Was so polemisch daher kommt, ist weniger unsinnig, als es zunächst klingt. An dieser Stelle sei auf eine Aussage von Eric Jarosinski verwiesen, bei Twitter bekannt als @NeinQuarterly. ) In seinem Interview mit MusErMeKu sagte er: „Es ist wichtig, dass man sehr spezifische Einsichten übersetzen kann und dass man eine Sprache findet, die nicht unbedingt die Fachsprache ist.

Das bedeutet, dass man erst seine eigene Filterblase verlassen kann, wenn man damit anfängt, seine Kommunikation zu erweitern. Für den eigenen Blog bedeutet das, dass man nicht nur für die eigene Peer Group schreiben sollte. Wer etwa als Wissenschaftler zu sehr an seiner Fachsprache klebt und auch behandelte Themen nicht auf ihre breitere Relevanz hin prüft und aufbereitet, darf sich nicht wundern, wenn der Blog nur von einer Hand voll anderer Wissenschaftler des gleichen Forschungsgebiets gelesen wird, die sich an der Fachsprache und dem beschränkten Thema nicht stören.

Das Gleiche gilt in der “Kultur-Filterblase” für Museen und andere Kulturinstitutionen, die oft nur für eine beschränkte Zielgruppe schreiben und sich dann über die geringen Blog-Zugriffe wundern. Aber natürlich gilt dies auch für jede andere Filterblase, wie etwa Reiseblog-Expertin Kristine Honig (@KristineHonig) in ihrem Beitrag “Warum eigentlich nur Reiseblogger als Reise-Blogger?” betont: “Reiseblogger lesen Reiseblogger, die Reiseblogger empfehlen, welche Reiseblogger lesen…”

Es zeigt sich: Vor dem Filterblasen-Effekt ist eigentlich keiner sicher. Doch die digitale Filterblase platzt noch lange nicht, nur wenn man beginnt sich sprachlich oder thematisch in seinem Blog zu öffnen. Wer nicht mehr nur Grüße aus seiner eigenen Filterblase senden möchte, sollte beginnen, auch in andere Filterblasen hineinzuschauen, sich in andere Themenwelten und Terminologien einzulesen und mit den Akteuren dort in Kontakt zu treten. Dies gelingt etwa, indem man in anderen Facebook- oder XING-Gruppen aktiv wird, indem man beginnt neuen Twitter-Accounts zu folgen, die nicht das eigene Schwerpunktthema besetzen, und natürlich indem man beginnt, auch in anderen Blogs zu lesen und zu kommentieren, als immer nur in den üblichen Lieblingsblogs. Persönlich kann ich außerdem empfehlen, nicht nur die üblichen BarCamps oder stARTcamps zu besuchen, sondern auch mal das WordCamp oder einen Hackathon.

Die Filterblase platzt in Wirklichkeit übrigens nie – aber sie wird immerhin im besten Fall größer und kommt einem am Ende nicht mehr so klein vor…

Foto: Angelika Schoder, 2015

-> Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn doch bitte gerne weiter. Für mehr Kulturpower folge KulturTalk auf Facebook und abonniere meinen monatlichen Newsletter – ich freue mich auf dich!

Kategorie Bloggen

Angelika Schoder studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Soziologie und Theaterwissenschaft an der Universität Bayreuth. Im Anschluss an ihr Magisterstudium promovierte sie an der Universität Bayreuth in der Graduate School „Mitteleuropa und angelsächsische Welt – 1300-2000“ und am Lehrstuhl für Politische Soziologie. | Website | Twitter | Facebook | Google+ |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

15 Kommentare

  1. Pingback: Blogparaden in der Kultur – Chancen, Risiken und Learnings

  2. Pingback: 10 Fragen zu Social Media im Museum: Beziehungspflege & Kommunikation | #Interview

  3. Pingback: Montagsinterview: Digitales, bloggen, Kultur | #Interview - neue Blog-Serie

  4. Pingback: Drei Städte, drei Blogs - eine #kulttrip-Trilogie (Wien) » KULTUR - MUSEUM - TALK

  5. Pingback: Drei Städte, drei Blogs – eine #kulttrip-Trilogie (Graz) |

  6. Pingback: Storytelling - wie geht das? Nachlese zu #SMCMUC

  7. Pingback: Bloggen - warum mache ich das?

  8. Liebe Angelika,

    wie lustig, dass dein gewähltes Thema so schön zu unserem neuen Projekt passt und du es auch direkt aufgreifst. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass ich meine Blase verlassen habe. Es gibt eigentlich keine Frau, auch nicht im Museum, die sich nicht auch für Lifestyle etc. interessiert. Und auch all diejenigen, die jetzt aufschreien, sie hätten nichts mit Mode zu tun, haben damit nicht ganz recht. Bereits im Studium habe ich einige Seminare zum Thema Geschichte der Mode, Mode und Kunst etc. besucht und viel über die Zusammenhänge unserer Geschichte und unserer Kultur gelernt. Nun habe ich bloß endlich einen Ort gefunden, wo ich auch mal drüber schreiben kann. MuseumsGlück war immer eher meine Nische, ein kleiner Teil meines täglichen Arbeitsalltags. Letztendlich besteht doch auch die Identität jedes Museumsgängers, Kulturliebhabers, Historikers und und und aus vielen Facetten. Ich finde den Vorwurf der Blase deshalb immer etwas realitätsfern und auch etwas albern. Natürlich bin ich im Büro jemand anderes als abends auf der Couch. Natürlich tausche ich mich mit Bloggern aus, die ähnliche Themen haben wie ich, weil es um Erfahrungen geht. Gerne lese ich aber auch ganz andere Blogs und vernetze mich mit ihren Autoren. Genau wie ich gerne alte Klassiker, aber eben auch Stephen King lese. Wer sich ausschließlich in einer einzigen „Blase“ in seinem Leben bewegt, ist mir fast etwas suspekt, mag ich doch Menschen mit vielen Ecken und Kanten am liebsten. Deswegen fand ich unsere gemischte Bloggerreise nach Basel und Karlsruhe auch ganz wunderbar und anregend. Immerhin gäbe es ohne die dort anwesenden Lifestyle-Blogger heute kein MuseumLifestyle ;-) Auch wenn ich mir schon anhören müsste, dass das alles ziemlich banal wäre. Hauptsache man hat Spaß und die Leser im Idealfall natürlich auch. Und so werde ich wohl weiter durch meine vielen individuellen Blasen hüpfen und über das schreiben, was mir an jeder einzelnen am besten gefällt. Für mehr Vielfalt und so ;-)

    Liebe Grüße
    Michelle

    • Liebe Michelle,
      Inspiration für den Beitrag war tatsächlich euer Projekt mit MuseumLifestyle und rückblickend auch die Begegnung mit Steffen Jost beim stARTcamp in München. ;)
      In jedem Fall ein gutes Schluss-Statement, dem man nichts hinzufügen muss!
      Viele Grüße, Angelika

  9. Liebe Angelika,

    herzlichen Dank für Deinen Beitrag, der über die Filterblase hinausgeht. Ja, es stimmt, man verhaftet sehr schnell in seinen Kreisen. Aber es ist schön zu sehen, wie einige andere Blogger Themen oder Medien aufgreifen. Ich finde z. B. Utes Vines absolut großartig!
    Um über den sogenannten Tellerrand zu schauen, finde ich die Hamburger Treffen der Blogger und Twitterati super. Ebenso habe ich Barcamps für mich entdeckt, dort tummeln sich auch viele Blogger mit ganz anderen Inhalten.
    Ich suche immer wieder gern den Bezug zur Kultur, weil es mir einfach Spaß macht, aber hin und wieder lese ich natürlich auch Blogs, die gar nichts mit Kultur am Hut haben. Ich schaue mir gern schöne Fotoblogs an, lerne gern via Social Media meine „Nachbarn“ in Hamburg kennen und versuche mich für neue Themen zu begeistern.
    Das Thema Lifestyle ist für mich ein völlig neues Terrain. Wenn man sich erstmal damit beschäftigt, dann gibt es zig Ausstellungen und Bezüge, die einem den Zugang über diesen Weg deutlich leichter machen. Ich würde mich darüber freuen, wenn es mehr Interessenten für Kultur gibt. Aber sind es wirklich andere Zielgruppe? Sind wir nicht einfach in der nächsten Filterblase? ;)
    Und so bewegen wir uns von Blase zu Blase, tauchen manchmal in sie ein, schnuppern, was bei den anderen so los ist, und kommen doch wieder zu dem zurück, was uns Spaß macht – so ist es zumindest bei mir und stets begrüße ich erneut die Kultur.
    Liebe Grüße,
    Wera

    • Liebe Wera,

      es stimmt dass Bloggertreffen hier eine gute Möglichkeit sind, sich auch über die eigene Filterblase hinaus auszutauschen. In vielen Städten sind es Ironblogger, die die Möglichkeit bieten. In Hamburg haben sich diese ja leider mittlerweile aufgelöst, aber der Bloggerstammtisch HH ist hier ein guter Ersatz. Mir haben die Treffen auf jeden Fall auch den Blick geöffnet auf andere Blogthemen, auf die ich (typisch Filterblase) sonst nie gestoßen wäre – z.B.http://eismacherin.de – super Entdeckung dank Bloggerstammtisch! ;)
      Was MuseumLifestyle angeht: Ich finde spannend, dass Michelle und du dieses Projekt ins Leben gerufen habt – wer weiß, was sich da noch entwickelt!? ;)

      Viele Grüße, Angelika

  10. Hallo Angelika,
    vielen Dank für diesen schönen und interessanten Text, der Freud und Leid der Filterblase treffend beschreibt und mich zu neuem virtuellen Stöbern einlädt.
    Ein wichtiges Thema, dessen man sich immer wieder aufs Neue bewußt werden sollte. Dann kann man auch ganz gut damit umgehen, finde ich. Ein paar Gedanken zum Thema habe ich hier aufgeschrieben: https://notizhefte.wordpress.com/2015/05/27/vernetzung-von-bloggern/
    Viele Grüße
    Norman

    • Hallo Norman,
      danke für dein Feedback. Du sprichst es in deinem Beitrag schon an: Blogparaden sind eine tolle Möglichkeit, sich in der Blogosphäre zu vernetzen und auch in andere Filterblasen hineinzuschauen. Tanja – die „Hausherrin“ dieses Blogs – leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem sie zu Blogparaden einlädt, die besonders die Kulturszene etwas aufwirbeln.
      Viele Grüße, Angelika

    • Tanja Praske

      Hallo Norman,

      jetzt auch endlich von mir mein Feedback zum Thema – bin also aus dem Urlaub zurück, auch wenn ich noch im Slow Motion Modus bin. Merci für deinen Kommentar hier und merci für den Link, habe just auch bei dir kommentiert und ja „virtuelles Stöbern“ ist bereichernd und für mich auch wichtig. Manchmal komme ich sogar aus meiner „üblichen“ Filterblase heraus und das ist gut so. Manchmal wird daraus sogar wieder eine neue Filterblase und ich blubbere gerne mit.

      Vielseitigkeit mag ich, auch wenn vermutlich jede scheinbar andere Filterblase bei mir doch noch einen mehr oder weniger schweren Kultur-Anker erhält. Aber das ist für mich gut so!

      Merci und bis bald!

      Ah und liebe @Angelika: Blogparaden funktionieren nur, wenn andere mitmachen. Davon leben sie und dabie habt ihr beide, auch hier bei mir, schon in der jüngsten Vergangenheit geholfen. Dank euch und den anderen Teilnehmern wird Kultur aufgewirbelt!

      Herzlich,
      Tanja