Der Umgang mit Kunst: Anfassen, um zu begreifen?

Dieser Gastbeitrag von Katharina Schwinn von der Galerie Bender passt ganz hervorragend zur aktuellen Diskussion über die Banalisierung der Kunst, dieses Mal aus Galerie-Sicht. Darf der Besucher alles anfassen, um zu begreifen? Tut er das denn im Museum? Was ist Kunst?

Anfassen, um zu begreifen?
Über den Umgang mit Kunst im Ausstellungsraum

Oft werde ich scherzhaft von Besuchern gefragt, ob die weißen Eames Chairs in unserer Galerie zum Sitzen gedacht sind oder schon Kunst sind. Daraus könnte man einerseits eine hohe Wertschätzung dieser Designerstücke ableiten, andererseits weist die Frage aber auch auf eine gewisse Unsicherheit allen Objekten gegenüber hin, die sich in einer Galerie befinden. Schließlich gibt es nichts schlimmeres, als die Leute, die sich im Museum versehentlich auf den Kubus von Sol LeWitt setzen, über einen Schlitten von Beuys stolpern oder ein anderes modernes Kunstwerk nicht als solches erkennen und durch Betreten, Draufsetzen oder Umwerfen im schlimmsten Fall sogar beschädigen. Daher wird dem Designerstuhl in der Galerie auch mehr Ehrfurcht und Vorsicht entgegengebracht als im heimischen Wohnzimmer.

Jeremy Thomas, Stayr White

Bestand den “Klopftest” unbeschadet: Jeremy Thomas “Stayr White” – 2014, pulverbeschichteter Stahl, 64,8 x 73,7 x 78,7 cm. [Foto: Galerie Bender]


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Schloss Nymphenburg: #Lustwandeln und Geheimnisse im Park

Schloss Nymphenburg – mein Herzblut-Thema schreitet zum nächsten Höhepunkt: Der Tweetwalk #lustwandeln lüftet am 19.4.15 ab 11:00 Geheimnisse im Park – ein Frühlingserwachen der besonderen Art. Wunderbar dazu passt der Ausspruch von Joachim Ringelnatz, den Christian Gries aka @cogries von den Kulturkonsorten in seiner Ankündigung zum Tweetwalk brachte:

“Kinder weinen. Narren warten. Dumme wissen. Kleine meinen. Weise gehen in den Garten”.

Verrate ich euch, was am Sonntag passiert?

Der Nymphenburger Schlosspark ergrünt - aktuell sieht es ein bisserl kahler aus.

Der Nymphenburger Schlosspark ergrünt – aktuell sieht es ein bisserl kahler aus.


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Kunstvermittlung: schuldig pro Banalisierung der Kunst? #Lesetipp

#Lesetipps "Woanders hingeschaut"Kunstvermittlung – ist sie oder ist sie nicht schuldig für die Banalisierung der Kunst? Diese Frage wird seit dem Zeit-Artikel „Stoppt die Banalisierung“ unter Kulturschaffenden heiß diskutiert. Ich fände es fein, wir kämen aus unserer Filterblase heraus und diskutierten das Thema mit denen, die Kunst ansprechen sollte. Aber wer sind die? Sind das die Kulturinteressierten oder die “aus-Versehen-ins-Museum-Gestolperten”? Wieso bist du denn ins Museum „gestolpert“? Gab es bestimmte Anreize dazu? Welche? Oder sind dir Museen fern? Was hat das nun mit #Lesetipp zu tun?
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11 Tipps für die Disputatio: Vortrag und Diskussion

Seit Anfang des Jahres wird ganz heftig auf meinen Artikel „Disputatio – ein Erfahrungsbericht: Vortrag und Ablauf – reden ist…” zugegriffen. Im März war es der am meisten gelesene Beitrag – Zeit also, etwas zu machen, was es bei mir noch nie gab: einen älteren Artikel zu aktualisieren. Die Tipps sind nach wie vor relevant, vor allem aber bringe ich hier die Diskussion mit ein, die der Artikel auslöste. Tatsächlich lest ihr einen Erfahrungsbericht meiner Disputatio im Fach Kunstgeschichte.

Nach der Disputatio knallen die Champagner-Korken: Lass es krachen!

Nach der Disputatio knallen die Champagner-Korken: Lass es krachen!


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Staub aufwirbeln oder was #kunstputz kunsthistorisch bedeutet

Die Herbergsmütter wirbeln seit einigen Wochen massiv Staub auf mit #Kunstputz – im Netz und am 21. März 2015 um 15:00 mit einer analog digitalen Action – eine Staubführung durch Köln mit dem Gründer des Deutschen Staubarchivs – wie cool ist das denn?! Habe mir nun Gedanken um den #Kunstputz in der Kunstgeschichte gemacht. Als Kunsthistorikerin bin ich immer wieder damit konfrontiert worden und zwar mit der schädigenden Wirkung von Staub, Nässe und saurem Regen. Skulpturen mögen diese Kombination gar nicht, zumal mittelalterliche Skulpturen. Wenn es dann zu heftig ist, die Schäden schon da sind, steht der fachliche #Kunstputz der Restauratoren an – mal gut, mal weniger gut.

#Kunstputz im Marstallmuseum in Nymphenburg -

#Kunstputz im Marstallmuseum in Nymphenburg – “seht her, ich erstrahle bald wieder!” – Ludwig II. wird’s freuen. [Foto: Tanja Praske]

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Das TECHNOSEUM – Herzblut, Tomaten und Ohrenspitzer (6)

Es muss einfach sein: Im heutigen Blog-Steckbrief geht es um das TECHOSEUM in Mannheim. Warum? Erstens fehlt in der Steckbrief-Reihe das Blog eines naturwissenschaftlichen bzw. technischen Museums und zweitens verbindet uns eine schon länger andauernde “Blog-Freundschaft“, vergleichbar mit dem Blog des Stadtmuseums Stuttgarts. Höchste Zeit also, das Blog des TECHNOSEUMS – kurz TECHNOBlog endlich vorzustellen. Digital sind sie ordentlich auf Zack und runden damit ein feines analoges Programm vor Ort ab – Technik kann so prickelnd sein!

Fortbildungen im TECHNOBlog des TECHNOSEUMS angeschlagen - ein Feuilleton der besonderen Art!

Fortbildungen im TECHNOBlog des TECHNOSEUMS angeschlagen – ein Feuilleton der besonderen Art!

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Stadtmuseum Stuttgart – locker, flockig, praktisch und visionär! (5)

Das Stadtmuseum Stuttgart: Gibt es gar nicht, gibt es nicht – wie bitte? Bin ich wieder einmal kryptisch? Recht so, will ja schließlich neugierig machen. Worauf? Auf das famose Blog des Stadtmuseums Stuttgart. Während es das Museum noch gar nicht gibt, gibt es das Blog. Es gewährt Einblicke hinter die Kulisse eines Hauses in der Planungs- und Umsetzungsphase. Ich sage dazu nur: locker, flockig, praktisch und visionär!

Witzig, klarer Duktus und einfach nur wunderbar: das Blog des Stadtmuseums Stuttgart - klare Leseempfehlung!

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Projektmanagement einer Museumsapp: Worauf kommt es an?

Eine gute Frage. Gibt es darauf eine eindeutige Antwort? Nein, denn jede Museumsapp besitzt ihre eigenen Rahmenbedingungen. Genau die müssen definiert werden, um das Projektmanagement einer Museumsapp erfolgreich aufzuziehen. Was muss dabei beachtet werden? Auf welche Technologie wird gesetzt? Wovon hängt das ab? Die Fragen ließen sich beliebig fortführen, wenn es da nicht die eine zentrale Frage gäbe: Was soll denn die App überhaupt bewirken oder anders ausgedrückt – was sind ihre Ziele?

Die vier Hauptkriterien für eine Museumsapp.

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