Bloggen im Museum. Neue Formen der Kommunikation – EDV-Tage Theuern

Theuern„Bloggen im Museum. Neue Formen der Kommunikation“ – so lautete mein Vortrag auf den EDV-Tagen Theuern. Erstmals seit 1998 widmete sich die Veranstaltungsreihe in Theuern explizit dem Einsatz von Social Media für Kulturinstitutionen. Ich referierte über die Erfahrungen mit dem Blog des Residenzmuseums. Warum macht es Sinn für ein Museum zu bloggen? Bedarf es einer Strategie? Wie müssen Ansprache und Stil der Beiträge sein? Was bedeutet Blogger Relation für das Museum? Und wie kann das Blog promotet werden?
 
Diese Fragen beantwortete ich für das Residenzblog und dehnte den Blick auf Museumsblogs im Allgemeinen aus. Der Vortrag richtete sich an ein blogunerfahrenes, aber interessiertes Publikum. Das lag an der Art der Veranstaltung.

Das Publikum der EDV-Tage Theuern

Die EDV-Tage Theuern werden vom Bergbau- u. Industriemuseum Ostbayern, Schloss Theuern, der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und dem Haus der Bayerischen Geschichte seit 1998 alljährlich einmal organisiert. Angesprochen sind vornehmlich bayerische Museen, wenngleich jedes Haus willkommen ist. Die Publikumsstruktur spiegelte das wider. Die Thematik „Social Media“ bedeutete für die Mehrheit der Anwesenden absolutes Neuland. Wenige setzten Social Media für die Vermittlung ihrer Inhalte ein. Skepsis und Neugier gegenüber den Neuen Medien herrschten vor. Vorurteile, dass nur Banalitäten im Social Web kommuniziert werden, für die sich am Ende doch keiner interessiert, gab es anfänglich. Aber bereits im Verlauf des ersten Tages erfolgten ein Umdenken und ein wirkliches Nachdenken über die Potentiale der digitalen Kulturvermittlung. Sympathisch war der Round-Table am Abend. In lockerer Atmosphäre diskutierten alle das Gehörte.
 
Ich konnte nur am ersten Tag teilnehmen. Ein storify dokumentiert die angeschnittenen Themen.

Foto von Sybille Greisinger - danke für die Foto-Action!

Foto von Sybille Greisinger – danke für die Foto-Action!

Bloggen im Museum. Neue Formen der Kommunikation

Der Vortrag richtete sich an den Laien. Grundsatzfragen werden dementsprechend behandelt. Vieles ist stichpunktartig und wurde von mir detailliert im Vortrag anhand von Beispielen ausgeführt. Der wichtigste Punkt für mich, warum sich ein Blog lohnt, ist der, dass darüber Leserbindung erzielt sowie eine Extra-Service Leistung dem Besucher/Interessierten geboten wird. Fakt ist, dass für Ausstellungen viel recherchiert wird, am Ende findet nur ein Bruchteil der Ergebnisse in der Ausstellung Wiederverwendung. Vieles landet auf Nimmerwiedersehen in der Schublade! Ein Blog erlaubt nun genau dieses Wissen, diese Geschichten auszubreiten, in welcher Form auch immer. Wichtig ist hier, dass ein Artikel nur einen Aspekt behandelt. Kürzere Artikel zu schreiben und dafür häufiger zu posten mag Google und das mag am Ende die Sichtbarkeit des Blogs im Netz. Es lohnt sich aus einer größeren Thematik eine Serie zu stricken. Die Neugier und der Wunsch mehr darüber zu erfahren, kann so angeheizt werden. Gleichzeitig wird Zuverlässigkeit geboten: Der Leser weiß, im Blog passiert permanent etwas, ich erfahre Amüsantes, Wissenswertes, Fesselndes, what ever. Dadurch kommt er immer wieder auf das Blog zurück und liest die Beiträge. Darum geht es.

Vernetzung, Bewerbung des Museumsblogs …

… wird von Museumsblogs kaum genutzt. Bewerbung auf den eigenen Kanälen schon, aber nicht unbedingt die Vernetzung mit anderen Museumsblogs bzw. mit Bloggern an sich. Wenngleich hier bei einigen Museen ein Umdenken erfolgt, was der #askacurator ans Tageslicht brachte. Das ist richtig und gut, denn gemeinsam sind wir alle stark, die Kultur verankert sich so in der Lebenswelt. Wir können alle voneinander profitieren und lernen. Blogstöckchen und Blogparaden sind hervorragende Anlässe genau das voranzutreiben. Warum, habe ich hier ausgeführt. Und klar, bei mir läuft aktuell eine Blogparade „Mein faszinierendes Kulturerlebnis“ – hier können alle, auch Museen mitmachen, denn die Kultur ist das verbindende Element. Tatsächlich bin ich begeistert über die bisherigen Beiträge und sehr gespannt auf das Kommende.
 
Schaut Euch das Slideshare meines Vortrags an und gebt mir Feedback. Besser noch, setzt es einfach um, einen Museumsblog, die Teilnahme oder Durchführung an einer Blogparade bzw. den tatsächlich gewollten Austausch mit Bloggern und mit Euren Lesern!

Nachtrag – ACHTUNG: Wenn Ihr das Slideshare hier im Blog anklickt, werden Eure Daten getrackt und in Amerika gesammelt. Dagegen kann ich leider nichts tun, aber Ihr habt die Wahl, ob Ihr Euch das Slideshare anschauen wollt, oder nicht.

Nachtrag

Ein vorbildliches Beispiel für die Vernetzung mit den Lesern ist der aktuelle Blogpost von Burg Posterstein: „Vier Tage Südböhmen. Gast-Beitrag zur Bildungsfahrt der Mitglieder des Museumsvereins“ – eine Teilnehmerin schildert ihre Reiseeindrücke in einer lebendigen Art und Weise. Hier wird Mitgestalten groß geschrieben – toll!

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3 Kommentare

  1. Pingback: Bloggen: Museum - neue Formen der Kommunikation...

  2. Liebe Tanja,

    vielen Dank für den wieder einmal spannenden Beitrag zu einem relevanten Thema! Gerade der Punkt, dass für Ausstellungen Vieles recherchiert wird, was dann nur ungesehen in der Schublade verschwindet, ist wirklich wichtig festzuhalten. Auch ganze Sonderausstellungen verschwinden nach Ablauf der Ausstellungszeit praktisch im Archiv des Museums. Das ist Arbeit, die ein Museum per Blog schnell und einfach in zeitloses, frei zugängliches Wissen verwandeln kann – ein Service für das Publikum, ein kleiner Schritt bei der Erfüllung des Bildungsauftrags eines Museums, eine Möglichkeit, die Reputation des Hauses zu steigern!

    Herzliche Grüße,
    Marlene Hofmann

    • Tanja Praske

      Liebe Marlene,

      genau darum dreht es sich: Bildungsauftrag, Service für das Publikum, Reputationsaufbau. Was hier außer Acht bleibt, ist auch das unmittelbare Feedback der Leser, wenn nicht im Kommentar, dann auf der Facebookseite, dem Twitter- oder Pinterestaccount. Hier wird mehr als im Blog gesprochen, deshalb ist ein Monitoring wichtig, aber auch die Bereitschaft in den sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Schon gibt es ihn, den viralen Effekt, die Leser helfen dabei, dass das Blog gefunden wird – Full House Kultur!

      Mein Plädoyer: das Blog muss das Herzstück jeder Social Media Aktivität sein. Von hier aus geht es mit unterschiedlicher Ansprache und unterschiedlichen Storys in die sozialen Netzwerke.

      Danke für den vertiefenden Kommentar!!!

      Herzlich,
      Tanja