Lesestoff aus der Museumswelt: bon appétit!

Lesetipp; Lesestoff; WoandersWas passiert in den Museen? Nicht nur führe ich die Museumsblogs bei mir auf, sondern sie bieten mir wunderbaren Lesestoff, wenn ich mal nicht vor Ort sein kann – Blogs als Dependance der Museen im Netz, allzeit für mich bereit, wann immer ich wo mag und Zeit habe, mich in ihnen zu versenken – yeah! Ihre Geschichten jenseits der offiziellen Veröffentlichungen unterhalten, amüsieren oder erstaunen mich. Zukünftig werde ich sonntags aus der Museumswelt Lesestoff zum Frühstück kredenzen: also, bon appétit!

Im Artikel „Kulturvermittlung: schuldig pro Banalisierung der Kunst?“ kündigte ich die neue Serie an. Den Lesestoff findet ihr komprimiert unter „Woanders hingeschaut“. Hier stelle ich zudem Museumsblogs vor: Reinschnuppern und das neue Feuilleton entdecken!

Der 30.9. – Eine Zeitzeugin berichtet“, via Stadtmuseum Stuttgart am 21.5.15

Ein sehr nüchterner Titel, im Regelfall kaum einladend, den Text zu lesen. Wer den „Schwarzen Donnerstag“ in Stuttgart nicht kennt, der klickt wohl weiter. Zeitzeugen-Berichte ziehen mich immer an. Was ich dann las, ließ mich baff zurück. Aus einem Kinder- und Jugendstreik pro Bildung entwickelte sich ein heftiger Schlagabtausch mit der Polizei Wasserwerfer eingeschlossen. Mittendrin die Schüler, die aus Versehen der Eskalation um Baumfällarbeiten im Schlosspark beiwohnten – heftig!

Janis erzählt euch was … über das Dali-Theatermuseum in Figueres“ via family4travel am 21.5.15

Janis schreibt hin und wieder Kinderblogger-Gastbeiträge auf „family4travel“ – das finde ich richtig gut, vor allem dann, wenn er über den Museumsbesuch erzählt. Was ihm gefällt und was nicht, welche Tipps er gibt, und vor allem wie er die Kunst betrachtet, begeistert mich – klarer Lesetipp!

Werkbetrachtung von Paul Gauguins „Vision der Predigt“, 1888 via Fondation Beyeler am 20.5.15

Der Kurator erzählt uns von den zwei Welten: Im Bild verbindet sich die Alltagswirklichkeit mit einer religiösen Vision. Wie gelingt Gauguin dieser Kunstgriff? Eine etwas spröde, doch auch sympathische Bildbetrachtung, die uns zum Kunstwerk zurückführt. Es geht um das Sehen!

Sex sells“ via Deutsches Museum am 20.5.15

Ja, ja … der Titel haschte mich! Tatsächlich geht es hier um das Computerspiel „Leather Goddesses of Phobos“ von 1986. Eine Invasion der Erde soll verhindert werden. Je nachdem was eingestellt wird, ob „zahm“ oder „lüstern“ verändert sich der Erzählstil – hm … spannend! Das Spiel wandert ins Außendepot und wurde vorher begutachtet sowie inventarisiert. Es ist Depotfund des Monats – schönes Format.

Wenn Zivilisation scheitert, fließt Blut“: ein Gedankenaustausch mit Peter Greenaway“ via Bloggerim am 20.5.15

Auch dieser Titel verführte mich zum Klick. Anlässlich der Ausstellung „Gehorsam. Eine Installation in 15 Räumen von Saskia Boddeke & Peter Greenaway“ wird der Künstler und Filmemacher Peter Greenaway interviewt. Thema: Abrahams Opferwille, der gehorsam seinen Sohn für Gott opfern möchte. Geschichte wiederholt sich, wenn ich mir das tagespolitische Geschehen so anschaue – Zeit zur Reflexion. Die Ideen und Gedanken Greenaways animieren dazu.

Ruhe sanft, armes Nashorn!“ via @Albertina am 20.5.15

Das erste Panzernashorn erreichte Europa am 20.5.1515 und war ein Geschenk des portugiesischen Königs Manuel I. für den Papst. Bis dahin berichteten nur antike Schriftquellen über dieses seltsame Tier. Albrecht Dürer hielt es als überhöhtes Kampftier im Holzstich fest. Sein Werk prägte die Vorstellung vom Wesen und Aussehen des Nashorns bis ins 19. Jahrhundert. Wunderbare Hintergründe und Bilder liefert Christof Metzger. Werde wohl immer daran denken, wenn ich das Nashorn im Zoo sehe.

Jetzt wünsche ich schöne Pfingsttage!

Und … hast du geklickt und einen oder mehrere Beiträge aus der Museumswelt gelesen? Was sagst du dazu?


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3 Kommentare

  1. Pingback: Kinder im Museum: Deutsches Museum München

  2. Liebe Tanja,

    Klasse Idee, so eine Leseliste, gerade an Pfingsten und nicht nur weil ein Post von uns dabei ist. Über die überregionale Wirkung hatte ich nie nachgedacht, denn in Stuttgart ist der 30.9. fester Teil der kollektiven Erinnerung.

    Schöne Pfingsten!
    Markus

    • Tanja Praske

      Lieber Markus,

      schön, dich ich wieder begrüßen zu dürfen! Ja, mir war der „schwarze Donnerstag“ so nicht geläufig, wenngleich ich natürlich von den Konflikten der Bahnhofsdiskussion mitbekam. Mir gefiel die Kindersicht, denn die verursachte mir tatsächlich eine Gänseort: Wie verrückt und beschränkt sind wir Erwachsenen eigentlich?!

      Freut mich, wenn dir der Lesestoff gefällt – ein neues Format von mir. Ihr schreibt einfach klasse, so viele spannende Inhalte bietet ihr Museen, genau die möchte ich bei mir stärker visualisieren und hoffe, dass möglichst viele Leser davon profitieren und bei euch schauen!

      Dir auch schöne Pfingsten!

      Herzlichst,
      Tanja