„Gold am Obersalzberg“ #Blogparade #KulturEr

Maria Spadt„Gold am Obersalzberg“ von Marion Biesalski erscheint als Gastbeitrag zur Blogparade „Mein faszinierendes Kulturerlebnis“. Die Fotos zeigen Werke der Künstlerin Maria Spadt, die hier mit ihrer freundlichen Genehmigung publiziert werden dürfen. Restauratoren, namentlich Frau Biesalski, sollten viel häufiger Vernissagen eröffnen und darüber berichten. Ich weiß schon, warum ich immer sehr gerne den Austausch mit diesen Experten gesucht habe. Allzu leicht vergalopiert sich eine Kunsthistorikerin, wenn sie nicht in Technik und Zustand eingearbeitet ist. Ein herzliches Dankeschön, sowohl für den wunderschönen Artikel als auch für die „warmen“ Bilder. Lest nun selbst!

„Am Obersalzberg?“ fragte ich mich, als ich gebeten wurde, dort eine Vernissage zu eröffnen. Aber: Ein Berg kann von vielen Seiten betrachtet werden, und dass dieser von seiner Vergangenheit überschattete Ort heute auch ganz und gar gegenwärtige – und – glänzende Aspekte hat, durfte ich an einem Wochenende im Oktober erleben.

Glanz in meinen Augen

Bild von Maria Spadt

Bild von Maria Spadt

Profan, aber es muss erwähnt werden: Das Hotel, das die Ausstellung zeigt und in dem ich anlässlich der Eröffnung absteigen durfte, ist das nobelste, das ich je bewohnt habe. Aber damit nicht genug, die Architektur, außen wie innen modern und dem natürlichen alpinen Umfeld harmonisch eingefügt, bot eine erlesene Kulisse für die gezeigte Tafelmalerei.

Edle Metalle und moderne Kunst

Tafelmalerei – das hört sich aber nicht gerade zeitgemäß an! Ja, die von Garten und Landschaft inspirierten, abstrakten Kompositionen tragen einen ganz klassischen Malschichtaufbau auf Holzplatten: Grundlage sind ein Leim-Kreidegrund und dessen plastische Ausformung zu Reliefs in Pastiglia- und Gravurtechnik. Polimente in den unterschiedlichsten Farbtönen und Blattgold aus Legierungen, die so traumhafte Namen tragen wie „Rosanobel“ oder „Mondgold“, bestimmen den immer wieder individuellen Ausdruck dieser Kunstwerke. Überraschend beeindruckend spiegeln sich hier die unterschiedlichsten Stimmungen aus der Natur und … beeinflussen auf fast geheimnisvolle Weise auch die Sinne des Betrachters.

Bild von Maria Spadt

Bild von Maria Spadt

Warum überraschend? Weil die verwendeten aufwändigen Techniken und Materialien ursprünglich Kirchen und Schlössern vorbehalten waren. Die Aura von Echtgold symbolisierte schon von Urzeiten an Kostbarkeit, Majestät und Heiligkeit. Die überlieferten Werke wertschätzen wir, sie imponieren uns, sie lassen uns den Atem vergangener Epochen spüren – aber sie sind doch eindeutig Zeugen einer anderen Zeit.

Bild von Maria Spadt

Bild von Maria Spadt

Diese Tafelmalerei bedient sich der effektvollen Methoden alter Meister, transportiert aber andere Botschaften – nicht Glanz und Gloria von Göttern und Herrschern sollen wir erleben, sondern letztendlich unsere eigenen Stimmungen reflektieren – und das ist neu!

Glanz in den Augen der Gäste

Was erzählt die da von Kreide und Kram? Nun, ich bin Restauratorin und es ist mein Job, die technische Seite von Kunst zu verstehen und manchmal auch Laien zu erklären. Und es freut mich immer wieder zu erleben, wie interessierte Zuhörer plötzlich eine neue Dimension in den besprochenen Werken erkennen, wie sie sich mit den etwas anderen Informationen im Kopf der Kunst zuwenden und entdecken, dass da eine Geschichte unter der Oberfläche steckt, die auch das Offensichtliche noch mal in einem anderen Licht erscheinen lässt!

Bild von Maria Spadt

Bild von Maria Spadt

Dass sich mein faszinierendes Kulturerlebnis auch noch an einem absolut goldenen Herbstwochenende ereignete, versteht sich fast von selbst…

Alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Maria Spadt – www.maria-spadt.de

Bild von Maria Spadt

Bild von Maria Spadt

Tafelbilder von Maria Spadt – Garten und Landschaft

Immerwährende Veränderung des immer Gleichen
noch bis zum 10.01.2014 im Intercontinental Berchtesgaden Resort

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