Elternzeit Kultur – Mit dem Baby ins Museum | #KultTrip

Elternzeit Kultur bedeutet Laut sein erlaubt und das im Stadtmuseum Berlin. Claudia Wasow-Kania berichtet über das neue Vermittlungsprogramm für Eltern mit Babys im Museum. Es freut mich sehr, dass die Kategorie „Kinder & Kultur“ dank der famosen Gastbeiträge immer bunter wird. Was macht wohl der „Live-Speaker“? SAVE THE DATE: Die nächste Elternzeit Kultur findet am 26.7.16 und 23.8.16 statt – nix wie hin!!

Elternzeit Kultur im #Ephraim-Palais in Berlin. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Martin Schäfer. #KultTrip

Elternzeit Kultur im #Ephraim-Palais in Berlin. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Martin Schäfer. #KultTrip

Junge Eltern oder Großeltern mit Baby gehören selbstverständlich zum Berliner Stadtbild. Parks, Spielplätze, Kindercafés sind gern frequentierte Orte, selbst Kinderwagenkinos gibt es. Aber wie gestaltet sich ein Besuch mit Baby im Museum? Bisher waren junge Eltern mit Baby als Museumsgäste eher die Ausnahme. Entsprechende Erfahrungen sind mir in lebhafter Erinnerung. Mehr geduldet als gern gesehen, gestaltete sich ein Ausstellungsbesuch mit Baby sehr umständlich. Dies ändert sich gegenwärtig zum Positiven.

Elternzeit Kultur: Neue Zielgruppen aktiv ansprechen

Inzwischen öffnen Museen erfreulicherweise immer selbstverständlicher ihre Pforten auch für diese neue Zielgruppe. Als Bildungs- und Begegnungsort mit Inklusionsauftrag beziehen sie heute alle Generationen ein, vom Kleinstkind bis ins hohe Alter. So auch das Stadtmuseum Berlin: Unter dem Motto „Elternzeit Kultur“ bekommen dort junge Eltern mit speziell zugeschnittenen Formaten, wie derzeit im Ephraim-Palais zur Ausstellung „Berlin – Stadt der Frauen“, den Vortritt – regelmäßig einmal im Monat, bei freiem Eintritt!

Went to an exhibit about badass women from Berlin for munchkin's first museum visit #mommyslittlefeminist #stadtderfrauen

Ein von Morgan Reed-Parker (@_morgandorffer_) gepostetes Foto am

Entspannt und ohne Druck von außen können sich die BesucherInnen mit ihrem Baby auf einen Rundgang durch die Ausstellung begeben. Dabei ist der Aufenthalt im Museum auf die persönlichen Bedürfnisse der jungen Mütter, Väter oder Großeltern mit ihren Kleinstkindern abgestimmt, vieles wird erleichtert. Ein abgeschirmter Raum bietet Platz und Ruhe, um die Kinder zu stillen oder mit dem Fläschchen zu füttern. Selbstverständlich ist für einen Wickeltisch gesorgt. In der Ausstellung empfiehlt es sich ein Tragetuch oder anderes Tragesystem für Babys zu verwenden, ein Fahrstuhl steht aber auch für Buggys und Kinderwagen zur Verfügung. Das Personal steht hilfsbereit zur Seite.

Jenni Fuchs mit Sohn Alfred in der Ausstellung. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Martin Schäfer #KultTrip, Elternzeit

Jenni Fuchs mit Sohn Alfred in der Ausstellung. Elternzeit Kultur. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Martin Schäfer. #KultTrip

Ein kleines Extra obendrauf: der „Live-Speaker“

Gerade das Format des „Live-Speakers“ eignet sich besonders, weil es sehr flexibel ist. Das Sprechen und der Aufenthalt unter Leuten hat sowohl für Mutter und Vater als auch für das kleine Kind wohltuende Wirkung. Wenn sich zwischendurch manchmal die Babys mit ihren Bedürfnissen melden, besteht die Möglichkeit, das Gespräch zu unterbrechen oder in kleineren Blöcken jeweils auf die Fragen und Interessen Einzelner einzugehen. Das Thema der Ausstellung spricht vor allem heutige junge Mütter an. Da die gesellschaftlichen Verhältnisse der Frauen von damals vergleichsweise schwieriger und deren Rechte noch sehr beschränkt waren, werden die Biographien der Berliner Frauen als positive und kraftvolle Vorbilder wahrgenommen.

Gemeinsam Neues entdecken

Viele junge Eltern kennen sich schon aus Schwangerschafts- oder Pekipkursen und kommen gemeinsam in die Ausstellung. Die Beschäftigung mit Kunst, Kultur, Geschichte, Gesellschaft kommt im Alltag oft zu kurz. Dass sie sich in vergleichbaren Lebensphasen befinden, ist ein nützlicher Aspekt, denn auch die Kinder sind ungefähr gleichaltrig. Die besondere Akustik der Babys, wie Weinen und Schreien, wird in der Ausstellung nicht als störend gewertet. Im Gegenteil, die Babys können hier voneinander Notiz nehmen und haben soziale Kontakte auf ihrer Ebene. Die Mischung verschiedener Generationen empfinden die BesucherInnen als anregend.

Durch positives Feedback bei Gesprächen innerhalb der Ausstellung entstand mein persönlicher Eindruck, dass dieses neue Format sehr gut angenommen wird.

Übrigens: Die „Elternzeit Kultur“ ist der #KultTrip des Stadtmuseums Berlin im Rahmen der Blogparade „Mein Kulturtrip für dich im Sommer“. Wenn Ihr mit dem Baby am 26. Juli oder 23. August in der Hauptstadt seid, dann solltet Ihr unbedingt vorbeikommen.

Auch ohne Baby seid Ihr herzlich willkommen. Die Ausstellung „Berlin – Stadt der Frauen“ lauft noch bis zum 28. August 2016.

Autorin: Claudia Wasow-Kania M.A., Kunsthistorikerin, Kuratorin, freie Journalistin, Vermittlerin. Sie arbeitet unter anderem als freie Museumspädagogin für das Stadtmuseum Berlin und ist einer der „Live-Speaker“ bei „Elternzeit Kultur“.

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