Dein München e. V. – Chancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche | #Interview

Elisa Dudda von DEIN MÜNCHEN e. V. kam über mein Blog auf mich und ich bin froh darüber. Sie klärte mich über die Ziele des Vereins auf. Dieser vermittelt benachteiligten Kindern und Jugendlichen über Herzblutprojekte neue Perspektiven für ihr Leben. Das ist mehr als dringend nötig: Es gibt in München viel zu viele junge Menschen in sozialer Notlage. Daran muss sich etwas ändern. Elisa erzählt uns, was Dein München hier unternimmt und wie du helfen kannst!

Jugendliche auf Treppe stehend: Kulturprojekt „Videodreh Fang die Zeit“ von DEIN MÜNCHEN e.V.

Kulturprojekt „Videodreh Fang die Zeit“ von DEIN MÜNCHEN e.V. (Foto).


Bevor es zu den zehn Fragen geht, möchte ich dir die Mission von DEIN MÜNCHEN vorstellen:

„Wir setzen uns dafür ein, dass sich benachteiligte Kinder und Jugendliche am Gemeinschaftsleben in München beteiligen können.“

das unterstütze ich sehr gerne sofort, deshalb also …

… nachgefragt bei Elisa Dudda von DEIN MÜNCHEN e. V.

Liebe Elisa Dudda,
wir kennen uns bislang nur via E-Mail und Telefonat. Du hast mich angefunkt, ob ich Euer Jugend Filmprojekt „NO LIMITS! – Fang die Zeit“ unterstützen und weiterverbreiten könnte. Daraus entstand die Idee, Dich für „DEIN MÜNCHEN e. V.“ zu interviewen. Ich finde es klasse, was Ihr für benachteiligte Kinder und Jugendliche macht – meine Unterstützung habt Ihr!

1. Stelle Dich bitte kurz vor: Wer bist Du? Was ist Dein beruflicher Hintergrund und was machst Du konkret für „Dein München“?

Elisa. 30 Jahre alt. Mit Leib und Seele Münchnerin und mit viel Herzblut bei DEIN MÜNCHEN Ursprünglich habe ich in Holland internationales Freizeitmanagement studiert, habe jedoch recht schnell gemerkt, dass dies nicht der Bereich ist, in dem ich alt werden möchte. So begann ich meine Suche nach meinem beruflichen Glück und fand es im sozialen Bereich. Über ein Praktikum bei der The Walt Disney Company GmbH in der Abteilung Community Affairs führte mich mein Weg zu DEIN MÜNCHEN.

Da wir im Kernteam nur zu Dritt sind, überschneiden sich unsere Aufgabenbereiche sehr häufig. Im Team bin ich jedoch diejenige, die neben dem Projektmanagement die Koordination unserer Sozialpartner übernimmt. Das heißt ich stehe im engen Kontakt mit Erziehern, Pädagogen und den Kindern/Jugendlichen.

Drei Frauen stehend: Team DEIN MÜNCHEN e. V. von links: Elisa Dudda (Projektkoordination), Mara Bertling (Geschäftsführung und Initiatorin), Katja Schubert (Projektkoordination).

Team DEIN MÜNCHEN e. V. von links: Elisa Dudda (Projektkoordination), Mara Bertling (Geschäftsführung und Initiatorin), Katja Schubert (Projektkoordination). Foto: Andreas Reiter, DEIN MÜNCHEN e. V.

2. Seit wann gibt es „DEIN MÜNCHEN e. V.“? Was sind eure Ziele? Wer arbeitet alles mit welchen Aufgaben mit? Warum habt Ihr eine Vision entwickelt und transparent gemacht?

DEIN MÜNCHEN wurde von Mara Bertling im Jahr 2011 zunächst als Initiative gestartet, im April 2014 war es dann soweit und sie konnte den spendenfinanzierten gemeinnützigen Verein DEIN MÜNCHEN gründen.

Das Ziel von DEIN MÜNCHEN ist, junge Menschen am Rande der Gesellschaft zu integrieren und sie nachhaltig zu beteiligen. Die persönliche Herkunft darf nicht automatisch den eigenen Lebensweg bestimmen.

Vor Magnettafel stehen drei Personen, eine Frau (Elisa Dudda) und zwei Jugendliche lächelnd vom Kulturprojekt für DEIN MÜNCHEN e. V.

Bildunterschrift: Kultur, Sport, Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in München! Das ist DEIN MÜNCHEN e. V. Foto: Andreas Reiter.

Unsere Vision: Unsere Stadt soll für ALLE Kinder lebbar und erlebbar sein.

Warum wir eine Vision entwickelt haben? Weil wir hinter die Kulissen der strahlenden Stadt München blicken und auch die Schattenseite kennen.

München ist eine Stadt der Lebensfreude, eine wirtschaftliche und kulturell blühende Metropole mit einer Vielzahl von Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, Weiterbildung und einer erfüllten lebensfrohen Freizeit.

Doch die soziale Notlage vieler Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, verhindert deren Teilhabe am städtischen Leben und Erleben und daher ihre Entwicklung als gleichberechtigte Bürger unserer Stadt. Viele Perspektiven und Lebensplanungen sind durch diesen Ausschluss extrem eingeschränkt und daher in ihrem Scheitern oft vorgezeichnet. Die gesellschaftlichen Rollen werden auf diese Art viel zu früh verteilt.

Deshalb ist ein solidarisches und unterstützendes Handeln notwendig, damit Integration in die Gemeinschaft reale Chancen eröffnen kann und Perspektiven für ein lebenswertes Miteinander erschlossen werden.

3. Ihr wollt benachteiligte Kinder und Jugendliche am Gemeinschaftsleben in München teilnehmen lassen. Wie geht Ihr das an? Was ist Euer Ansatz dabei und in welchen Bereichen setzt Ihr das um?

Unser Ansatz:
1. Projekte in Eigenregie: Wir konzipieren und realisieren eigene Projekte
2. Angebote der Stadt: Zusätzlich greifen wir die bestehenden vielfältige Angebote unserer Stadt auf und schaffen reale und unbürokratische Zugänge für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien.

In den Bereichen:
SPORT..macht stark!
KULTUR…verbindet!
BILDUNG…ändert alles!

Wir sind überzeugt: Nur Kinder, die in allen drei Bereichen gefördert werden und Zugang bekommen, können eine ganzheitliche und positive Entwicklung durchleben.

4. Woher kommen „Eure“ Kinder? Wie werdet Ihr auf sie aufmerksam? Welchen Hintergrund haben sie?

„Eure“ ist sehr passend formuliert, da uns jedes einzelne Kind sehr am Herzen liegt.

Jugendlicher formt mit den Händen ein Herz, wirkte am Kulturprojekt Fang die Zeit von DEIN MÜNCHEN e. V.

DEIN MÜNCHEN e.V. = eine Herzensangelegenheit. Foto: Andreas Reiter.

Wir arbeiten mit festen Sozialpartnern zusammen, mit denen wir langfristige Kooperationen eingehen. Beispiele sind: Das Münchner Kindl Heim, die Mittelschule an der Simmernstraße, die Diakonie Schutzstelle oder die Notunterkünfte der Stadt München.

Die Hintergründe der Kinder/Jugendlichen sind ganz unterschiedlich: alle Kinder und Jugendliche kommen aus einem sozial schwachem Umfeld und sind mit Armut und / oder Perspektivenlosigkeit konfrontiert. Beispiele: Waisenkinder / Hartz IV / Kinder aus Familien mit Drogen- und/oder Alkoholproblemen und/oder körperlicher Gewalt / Wohnungslose Kinder mit Familie (Notunterkünfte).

5. Gib es eine Zahl, wie viele Kinder in München Hilfe bedürfen? Wie vielen habt ihr geholfen? Welchen Weg sind sie eingeschlagen? Wer unterstützt euch dabei? Und wie finanziert Ihr die Projekte?

Es ist nicht einfach hier ganz genaue Zahlen zu nennen, da die Dunkelziffer sehr hoch ist und für uns relevante Daten häufig in Einzelstatistiken auftauchen. Nichts desto trotz kann ich Zahlen nennen, die eine Einschätzung der Situation ermöglichen. Rund ein fünftel unserer Stadtbevölkerung befindet sich aktuell am Rand der Armutsrisikogrenze. Weit mehr als 20.000 Kinder unter 15 Jahren leben in Familien deren Eltern Sozialleistungen beziehen.

Verheerend ist auch die Situation der Alleinerziehenden, denn mit mehr als einem Kind fallen 60 Prozent von ihnen in die Kategorie der Armutsgefährdeten. Rund 6000 Menschen leben derzeit in Münchner Notunterkünften, weil sie ihren Wohnraum verloren haben, davon über 1500 Kinder! Fakt ist: Immer mehr Münchner Kinder und Jugendliche stehen aus finanziellen Gründen oder aufgrund familiärer Schieflagen am Rande unserer Gesellschaft oder gleich draußen. Sie haben nur beschränkten oder gar keinen Zugang zu Bildung, Kultur oder Sport – und das prägt für das ganze Leben.

Wer in jungen Jahren kein Fundament legt, kann später nichts darauf aufbauen. Deswegen setzen wir uns für junge Menschen ein und zeigen ihnen, wie sie es schaffen können ihr Leben in die Hand zu nehmen, unabhängig ihrer sozialen Herkunft. Das ist ganz wichtig.

Wir sind stolz darauf, dass zwischenzeitlich schon über 5.000 Kinder und Jugendliche an unseren Projekten teilgenommen haben. Rund 170 Projekte haben wir in den letzten Jahren schon realisieren können und da steckt viel harte Arbeit, Herzblut, Energie und eine große Portion Optimismus mit drinnen. Fakt ist auch: Wir sind mit allem was wir tun auf die Hilfe und Unterstützung möglichst vieler Münchner Bürgerinnen und Bürger und engagierter Unternehmen angewiesen. DEIN MÜNCHEN finanziert sich ausschließlich über Spenden und Fördermittel!

6. „NO LIMITS – Fang die Zeit“ ist ein Videoprojekt von Jugendlichen für Jugendliche in Kombination mit Musik. Wie und wann seid ihr auf die Idee gekommen? Waren die Jugendlichen am Konzept mitbeteiligt? Was haben sie für sich daraus gewonnen?

Der Song wurde im Rahmen unseres Bildungsprojektes „NO LIMITS. Entdecke Deine Chancen!“ von dem Musikerduo Katrin Sofie F. und der Däne geschrieben. In dem Projekt geht es darum Mittelschülern (Hauptschülern) die mit Perspektivenlosigkeit, Schubladendenken und Desinteresse ihres Umfeldes zu kämpfen haben, Mut zu machen, ihren eigenen selbstbestimmten und glücklichen Weg zu finden und zu gehen.

Der Song greift diese Thematik auf und beschreibt mit welchen Herausforderungen, Vorurteilen und Problemen viele Jugendliche in unserer Stadt konfrontiert werden.
Und was ist ein Song ohne Video!

Es ging hierbei nicht nur um Kreativitäts-und Talentförderung, sondern auch darum den Projektteilnehmern die Chance zu geben neue spannende Berufsfelder zu entdecken.

Jugendliche sitzend vom Kulturprojekt Videodreh fang die Zeit von DEIN MÜNCHEN e. V.

Kulturprojekt „Videodreh Fang die Zeit“ von DEIN MÜNCHEN e. V. (Foto).

7. Um eure Projekte voranzubringen nutzt ihr neben der tatsächlichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen Social Media, um darüber zu informieren. Welchen Stellenwert haben die „neuen Medien“ innerhalb Eurer Kommunikation? Warum und wie nutzt Ihr Facebook? Wie Youtube? Nutzen die Jugendlichen diese Kanäle? Lernt Ihr von Ihnen?

Die sozialen Medien spielen natürlich auch für uns eine große Rolle. Sie sind einfach nicht mehr wegzudenken und zu einer zentralen Kommunikationsplattform geworden. Das Informationsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren einfach vollkommen verändert. Es gibt ja kaum noch jemanden ohne Smart Phone als stetigen Begleiter. Immer online auf Facebook, Instagram oder Youtube.

Natürlich ist es wichtig in der „Online-Welt“ vertreten und präsent zu sein, wir legen jedoch auch sehr viel Wert auf persönliche Kontakte und Printmedien. Ich denke ein guter Mix ist hilfreich, um mehr Aufmerksamkeit für unser Thema zu erlangen.

8. Was steht bei euch als Nächstes an? Können die Leser dabei unterstützen? Wenn ja, wie?

Viel!! Wir sind stolz darauf, dass unser Angebot stetig wächst und wir unsere Konzepte Jahr für Jahr verbessern, perfektionieren und bedarfsgerecht anbieten können. Dies würde nicht ohne die Hilfe unserer Unterstützer gelingen.

Wie schon erwähnt sind wir zu 100% auf Spenden und Sponsoren angewiesen, daher sind wir auf die finanzielle Unterstützung unserer Mitmenschen angewiesen. Denn es geht nicht darum kurzfristige Effekte zu erzielen, sondern darum eine langfristige Perspektive für junge Münchner zu schaffen!

9. Du bist über das Kulturprojekt „NO LIMITS“ auf meinen Blog gestoßen, da muss ich Dir natürlich meine obligatorische Museumsfrage stellen: Könntet Ihr Euch die Zusammenarbeit mit einem Museum vorstellen? Was wäre mit den Jugendlichen machbar und wie könnte Euch das Museum dabei unterstützen?

Aber klar! Museumsbesuche haben auch zu meiner Kindheit gehört und ich finde: Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, je nach Interesse, Museen zu durchstöbern und sich im kulturellen Bereich weiterbilden zu können. Kunst und Kultur fördern nicht nur nachhaltig das kreative Potenzial, sondern auch das gesellschaftliche Verständnis und die Sensibilität und Toleranz von Kindern und Jugendlichen.

Wir haben auch schon Aktionen/Projekte im Museum realisiert, sind natürlich aber offen für neue Möglichkeiten und Kooperationen für unseren KULTUR-Bereich. Ideen wie man uns als Museum unterstützen kann gibt es viele: kostenloser Eintritt, Führungen und Workshops für die Kinder und Jugendlichen / gerne auch neu konzipierte Projekte in Kooperation mit DEIN MÜNCHEN.

Uns geht es vor allem darum, eine nachhaltige Wirkung bei Kindern zu erzielen, daher sind regelmäßige Angebote für die positive Entwicklung des Kindes am effektivsten.

10. Was ist dein Lebensmotto für den Leser hier?

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“ Wilhelm Busch

Frauenporträt, Blondine, Elisa Dudda von DEIN MÜNCHEN e. V.

Elisa Dudda Projektkoordinatorin DEIN MÜNCHEN e.V.

Liebe Elisa,
ein ganz dickes und vor allem herzliches Dankeschön für dieses sehr wichtige Montagsinterview. Ich wünsche euch viel Geduld und Unterstützung, dass ihr den benachteiligten jungen Leuten neue Wege aufzeigt und ihnen dabei helft – merci für Euer Engagement für eine hoffentlich noch nicht verlorene Generation!

Kontaktdaten:

DEIN MÜNCHEN e. V.
Kunigundenstraße 61, Rgb.
80805 München

Elisa Dudda
FON: +49 (0)89 – 18 93 459-10
FAX: +49 ( )089 – 18 93 459-29
MAIL: e.dudda@dein-muenchen.org
www.dein-muenchen.org

Social Media
Facebook | Youtube

Spendenkonto DEIN MÜNCHEN
IBAN: DE90701900000002010020
BIC: GENODEF1M01
Münchner Bank

Sitz des Vereins: München
Vorstand: Mara Bertling, Claudia Rieff
AG München: VR 205378
FA für Körperschaften München
StNr. 143/212/41949

Liebe LeserInnen,
egal was dein Hintergrund ist, bitte unterstütze DEIN MÜNCHEN e. V. – es ist eine sehr gute und wichtige Initiative für „Unsere“ Kinder. Ob du eine Einzelperson bist, einem Unternehmen oder einer Kulturinstitution angehörst, es gibt vielfältige Möglichkeiten Dein München zu helfen. Vielleicht kannst du das über eine Spende hinaus auch ganz konkret mit und in Projekten tun. Kontaktiere dazu Elisa, berichte dann hier gerne und „spread the word“ von Dein München!

Also, frag Elisa, was du von ihr Wissen möchtest. Sie antwortet dir hier sehr gerne!

 
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