Storytelling – wie geht das? Nachlese zum #SMCMUC

Storytelling war das Thema des Social Media Clubs München (#SMCMUC) am 21. September 2015. Als Geschichtenerzählerin musste ich da natürlich hin. Interessierte mich doch, wie die Wirtschaft bzw. die Medienbranche bzw. allgemein die Bereiche jenseits der Kultur Storytelling angehen. Brrr … was für ein … Begriff. Wenn dann noch transmedia davor gesetzt wird, dann flößt er dem Laien großen Respekt ein. Tatsächlich ist das Thema an sich einfach wie herausfordernd. Es geht um nichts anderes als gut durchdachtes Geschichtenerzählen. Drei Sprecher beleuchteten genau das aus unterschiedlicher Perspektive. Die Stichworte lauteten: professionell, audiovisuell, emotionalisierend, 1-2-3, Helden und Co. Erhielten wir jetzt das Patentrezept schlechthin für erfolgreiches Geschichtenerzählen im Social Web?

Storytelling; audiovisuelles Storytelling; Uwe Walter; #smcmuc; Social Media Club München

Uwe Walter in Action auf dem #SMCMUC zum Thema Storytelling – Video vor Text


Mitnichten. Dafür ging ich mit ansteckenden Impulsen nach Hause. Professionalisierung ist wichtiger denn je. Eine Professionalisierung, die nicht aalglatt und kalt, sondern mit Ecken und Kanten, im Idealfall mit Persönlichkeit daherkommt. Die Geschichte hat ein klar definiertes Ziel. Sie besitzt eine Botschaft, die eindeutig sein muss. Der Konsument sollte nicht gezwungen werden, zu überlegen, was gemeint ist. Die Geschichte vermittelt Emotionen, nur so funktioniert sie – Binsenwahrheit, gell? Die Geschichte kann auf verschiedenen Kanälen, aber mit einem klaren Duktus übermittelt werden: Wording und Branding sind einzuhalten. Einmal Du oder Sie, immer Du oder Sie! Jetzt bin ich schon mittendrin, aber vielleicht fragst du dich …

… was ist der Social Media Club München eigentlich?

Das ist eine berechtigte Frage für Museumsleute, Wissenschaftler und so manchen anderen Kulturarbeiter. Nun, der Social Media Club München versteht sich als:

„Plattform zur Förderung des Erfahrungsaustauschs rund um Social Media. Unser ehrenamtliches Team organisiert Events, die vorzugsweise Best Practices vorstellen und zeigen, wie Social Media tatsächlich funktioniert.“

Ein hehrer Anspruch. Am Montag stellten nun drei Fachleute ihr Verständnis sowie Strategien zum gelungenen Geschichtenerzählen vor. Sprecher am Abend waren: Tabea Jost, Uwe Walter und Heimo Tscherne.

Ich fasse das für mich Wichtige knapp zusammen. Dabei münze ich, wie schon in „Kommunikation in einer vernetzten Welt – was bleibt?“ getan, das Gehörte auf den Kultsektor um.

Tabea Jost – integrierte Kommunikation in Markenstrategie

Tabea Jost ist Director Marketing & Communications bei Mynewsdesk. Sie ging das Thema entsprechend professionell mit Zahlen belegt an:

  • digitale Leistungsfähigkeit:
    – Deutschland auf Platz 5 (lt. Infratest)
  • Ausgaben für digitale Kommunikation:
    – Großbritannien: 50 %
    – Deutschland: 30 % (bei Museen wohl erheblich weniger, oder? 2-5% – was meinst du?)
Tabea Jost; digitale Kommunikation; PR; Social Media Club München; Storytelling; #smcmuc

Tabea Jost mit Zahlen und Fakten zur Wertigkeit von digitaler Kommunikation

Gleich zu Beginn hinterfragte sie, warum wir das Geschichtenerzählen aus unserer Kindheit vergessen haben. Denn da wussten wir noch, was die Zutaten für packende Erzählungen sind. Meine Tochter zeigt es mir. Die spannendsten Geschichten funktionieren dann, wenn sie zwei Merkmale aufweisen: Emotionen und Reduktion. Die Kernaussage muss eindeutig sein. Hm … auf die Kultur übertragen: Macht es Sinn, unser gesamtes Wissen zum Thema auszubreiten? Wollen das unsere Besucher oder besser unsere Kunden, noch besser unsere Dialogpartner? Oh ja, jetzt schweife ich ab und verweise daher auf „Die wichtigste Nebensache: Texte schreiben für Museen und Ausstellungen„.

Tabea Jost „zwang“ uns zum Selbstversuch, was den Raum umgehend in einen Bienenschwarm verwandelte – wildes Gesumme über Markenkommunikation. Sie gab uns eine Guideline vor. Genau diese sollten sich alle anschauen, die im Netz Geschichten erzählen wollen. Davon können Museen und die Kultur generell lernen. Im Gegensatz zu Wirtschaftsunternehmen, die teils händeringend nach Geschichten suchen, liegen diese im Museum überall herum. Wir stolpern permanent darüber. Fesselnd und spannend sind sie! Die Geschichten nun für das Netz professionell aufzubereiten, ist eine Win-Win-Situation für alle. Deshalb überlege dir vorher die Punkte genau, die du im Tweet siehst.

Exkurs – was hat der Kultursektor davon?

Das Ziel, die Zielgruppe muss definiert sein. Sie bildet die Basis, bevor es ans Eingemachte geht, an die Vermittlung der Geschichte. Ähnliches, nämlich die Identifizierung von Persona für die Geisteswissenschaften, stellten bzw. übten die Teilnehmer des Barcamps: „#bkw15 – Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften“ (Storify-Tipp für Wissenschaftler und Museumsmenschen) fest (23.9.15). Ich bin auf @Kristin_Oswald-s Blogpost dazu gespannt. Bitte gib mir Bescheid, wenn er on ist.

Ja, wir müssen uns über unsere Besucher/Nutzer Gedanken machen und die Geschichten für sie konzipieren. Der digitale Besucher schaut oft anders aus als der analoge. Im Idealfall schaffen wir Anreize, ihn ins Museum zu bringen. Zumindest aber stolpert er über uns. Wir werden im Netz bekannter (Reputationsaufbau). Hier sind die Strukturen ganz ähnlich wie in der Unternehmenskommunikation. Ersetze Besucher durch Kunden. By the way, amerikanische Kultureinrichtungen behandeln ihre Besucher als Kunden. Liebe #SMCMUC-ler, pardon, wenn ich immer wieder in Eigentümlichkeiten des Kultursektors abdrifte. Wir können von euch lernen, vielleicht gilt es auch andersherum, bitte sagt’s uns!


Jost: Integrierte Markenführung

Dieser Punkt besitzt auch für Kulturinstitutionen Relevanz. Was zählt dazu?

  • Corporate Wording: Ansprache auf den Kanälen muss gleich sein
  • Balance in den Kanälen: kein Zuspammen
  • CI-Richtlinien: einheitliche Markenbotschaft
  • regelmäßiges und einheitliches Erzählen in den Kanälen
  • Shareability der Geschichten in den Kanälen muss gewährt sein. Stichworte #Vernetzung #Viralität

Uwe Walter – fünf Punkte zum audiovisuelles Storytelling

Uwe Walter berät Film-, Fernseh-, Radio- und Medienfirmen.

In seinem Vortrag zeigt uns Uwe Ideen und Beispiele für audiovisuelles Storytelling. Er zeigt, wie mit Bewegtbild- und Livebildinhalten Geschichten erzählt und die Performance verbessert werden kann.

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Die drei R’s bestimmen den Erfolg des visuellen Storytellings: Ruf, Reichweite, Rendite. Videos sind nachhaltiger als Bild und Text. Er war sehr überzeugend. Für mich ist klarer denn je geworden, dass Kulturinstitutionen mit Videos arbeiten sollten, sei es auf Youtube, Vimeo, Instagram, Vine, Twitter oder auch Facebook. Gerade die Bedeutung von Videos auf Facebook nimmt zu. Im Unterschied zu den anderen Kanälen lassen sich diese nicht in andere Kontexte einbetten. Trotzdem steigert sich die Wertigkeit der Facebook-Videos im Microsystem Facebook, will sagen, diese Postings erhalten laut Uwe Walter dort mehr Reichweite. Ist das so? Wer kann das bestätigen? Nutzt das schon das ein oder andere Unternehmen, Museum, Archiv, Theater und Co? Bitte berichtet uns!

Facebook Video; Uwe Walter; audiovisuelles Storytelling; Social Media Club München; #smcmuc

Uwe Walter über Wachstumsrate von Facebook Videos im Vergleich zu Youtube

Das Storify gibt ausführlich Uwes Argumentation wieder. Deshalb halte ich hier nur ganz kurz seine fünf Punkte fest. Er gab uns konkrete Handlungsanweisungen, wie Videos aufbereitet sein müssen, dass sie fesseln und der Geschichte zum Erfolg verhelfen:

  1. Video besser als Foto
  2. arbeitet mit Magic Moments, wie Slomo, Zeitraffer, Filter
  3. Vordergrund macht Bild gesund
    – Weitwinkel vs. Telelinse,
    – Schärfe und Unschärfen sind wichtig
    – leichte Teleobjektive werten Video auf
  4. Ken-Burns-Effekt im Bild, Video einbauen
    – Fahrt ins Bild hinein
  5. Robert Capa-Effekt
    – geh nah ran
  6. Bonus Track-Sequenzprinzip
    Hier ist der 1-2-3-Walzer Effekt einzubauen, d.h. Orientierung geben und diese verbinden mit der Kernaussage. Wie das funktioniert, zeigt Taylor Swift in ihren Videos in Vollendung. Dabei sollte man immer von der Kernaussage rückwärts denken, eben 1-2-3.
Storytelling; Uwe Walter; Social Media Club München; #smcmuc

Warum lohnt sich der Einsatz von Videos fürs Storytelling? Uwe Walter fasst zusammen.

Community-Management

Uwe betonte vor allem die Bedeutung eines gut gelungenes Community-Managements für den Erfolg. Dieses setzt auf microcontent – kleine Geschichten. Hier haben wir wieder die Reduktion von Tabea Jost, aber auch die folgenden Punkte berühren sich mit ihren Aussagen. Sie sind grundlegend, auch für Kulturinstitutionen:

  • Was will ich erreichen
  • Für wen und warum schreibe ich
  • Erzähle, was anderen gut tut, damit geht es dir gut

Heimo Tscherne – Storytelling im Food und Beveragebereich

Heimo Tscherne ist Kommunikationsberater. Welche Welten müssen Marken kreieren, damit sie sich von der Konkurrenz abheben und im Gedächtnis bleiben? Auch sein Vortrag bot Stoff zum Nachdenken. Die zwei Fotos geben die Kernausage wieder.

Heimo Tscherne; Social Media Club München; Storytelling; #smcmuc

Heimo Tscherne über den Aufbau eines guten Storytellings.

Heimo Tscherne; Storytelling; Social Media Club München; #smcmuc

Zutaten eines guten Storytellings laut Heimo Tscherne.

Wer es genauer wissen möchte, der stöbert im Storify zum Storytelling oder liest den Blogpost „Rückblick Social Media Club München„.

Storytelling lohnt sich: Tweetwalk #Lustwandeln für #vsp15 nominiert

Wenn ich mal das Gehörte auf mein letztes Projekt „Lustwandeln“ übertrage, sehe ich, was gut und was weniger gut lief. Fakt ist, digitales Geschichtenerzählen oder Storytelling lohnt sich – warum?

Für die App „Schlosspark Nymphenburg“ setzten wir Storytelling um. Das betraf die inhaltliche Gestaltung UND die Vermarktung. Der Tweetwalk #Lustwandeln ist für den Virenschleuderpreis (#VSP15) in der Kategorie „Kampagne“ nominiert. Der Preis wird auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Darüber berichtete ich schon in „Bloggen – warum mache ich das“ (Punkt 4). Jetzt gilt’s: Bis zum 5.10.15 braucht der Tweetwalk gaaanz viele Facebook-Likes. Deine Stimme zählt! Klicke diesen Link an „Bayerische Schlösserverwaltung: Tweetwalk #Lustwandeln im Englischen Landschaftsgarten“ und dann den Facebook-Gefällt-mir-Button. Über deine Unterstützung (liebe #SMCMUC-ler, bitte helft auch!) freue ich mich sehr, mal schaun‘, wo es hinführen wird. Ich berichte.

Fazit

Der Abend hat sich sehr gelohnt. Ich war zum ersten Mal beim #smcmuc dabei und kann es jedem nur empfehlen, sich aus seiner Filterblase herauszubewegen, zu schauen, wie machen es andere, was lässt sich davon auf die eigenen Projekte übertragen, was ist anders zu machen und vor allem aber lerne ich darüber sehr sympathische Menschen kennen. Der Austausch mit ihnen ist mir wichtig.

Was sagst du nun zum Themenabend des Social Media Clubs Münchens? Bitte ergänze oder berichte von deinen Erfahrungen!

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24 Kommentare

  1. Pingback: 10 Fragen zu Social Media im Museum: Beziehungspflege & Kommunikation | #Interview

  2. Im Zuge dieser spannenden Debatte über museumstaugliche Videoformate, hat sich die Burg Posterstein spontan entschlossen, mit neuen Formaten zu experimentieren: https://vimeo.com/141638061. Der Grundgedanke: Die aktuelle Ausstellung auf sehr kurze, witzige Art ankündigen, ohne Sprecher. Was haltet ihr davon? (Und wie es letztlich ankommt beim Publikum müssen wir ja an den Klickzahlen ablesen)

    Viele Grüße,
    Marlene

    • Tanja Praske

      Liebe Marlene,

      knallig mit krawumms. Musste schon lachen, über die letzten Einblendungen in Kombination mit der Musik – prima!

      Ich denke, es ist richtig, auch ein Video-Mix einzuführen: von kurz knallend zu länger, vielleicht hier auch unbedingt die Besucher in Kurzstatements mal einbinden. Dadurch erreicht ihr Identifizierung, was dem Community-Aufbau helfen wird. Interessant könnten dazu auch mal das Einstreuen von Twitter-Videos sein, die spontan entstehen. Instagram eignet sich ebenso dazu, falls ein Instagram-Konto vorhanden ist. Mir gefällt vom Martamuseum der Einsatz, auch Videoformate für die jeweilige Plattform und Zielgruppe aufzubereiten und nicht auf allen Kanälen zu verheizen. Kann wiederum dem Community-Aufbau förderlich sein.

      Wenn Diskussionen, so wie hier geschehen, gleich als Anregung aufgegriffen und umgemünzt werden, freut sich mein Bloggerherz und ich bin happy über mein Blog. Das funktioniert aber nur, wenn ihr alle mitmacht!

      Vielen herzlichen Dank – würde gerne noch mehr schreiben, muss aber meinen Workshop und Vortrag für Abendsburg am 12.10. zu Ende gießen und zwar jetzt, denn in einer Stunde heißt es Familienzeit mit Konfi-Vorbereitungen. Aber das geht mir jetzt alles besser von der Hand. Dank dir, Marlene!

      Herzlich,
      Tanja

      • Hui, da wünsche ich dir viel Erfolg und Spaß bei all den Veranstaltungen! Vielen Dank für dein Feedback, du hast Recht, der Mix wird es machen, um die verschiedenen Zielgruppen zu erreichen.
        Instagram ist noch so ein Thema, da wollen wir hin. Allerdings kämpfe ich noch damit, dass man auf dem Smartphone nicht mehrere Accounts verwalten kann – und da läuft ja schon mein eigener. Ein Museumssmatphone haben wir noch nicht ;-)
        Viele Grüße,
        Marlene

        • Tanja Praske

          Liebe Marlene,

          dann wird es aber absolut Zeit, dass du ein Museumssmartphone erhälst. Funk doch mal den Minister an, der medienwirksam kürzlich bei euch eingefallen ist bzw. das Handy ist tatsächlich ein „MUST HAVE“.

          Hinsichtlich Instagram: Klar, es macht nur Sinn, den Kanal zu öffnen, wenn er auch wirklich bespielt werden soll. So lange bis du ein Firmenhandy hast, wäre der unbequeme Weg, sich immer aus Instagram auszuloggen und mit dem anderen Account einzuloggen.

          Mir fiel im Nachhinein noch auf. Ihr benutzt Vimeo, das ist gut. Habt ihr denn auch einen Youtube-Kanal? Denke hier nur an die potentiell größere Reichweite. Ist Vimeo nicht eher etwas für Image-Filme und Youtube für die größere Community?

          Frage nur nach!

          Herzlich,
          Tanja

  3. Pingback: Storytelling: Ein Abend voller guter Geschichten | Social Media Club München

  4. Heute mal die eben zitierten „Ecken und Kanten“ der Professionalisierung – Storytelling: Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit endlich mal für ein paar Tage im Urlaub, Mitarbeiterin 1 unerwartet erkrankt, Mitarbeiterin 2 hoffnungslos überrollt von Journalistenbesuchen, Presseanfragen und Materialversendungen für die kommende Ausstellungseröffnung (Mark Dion) – dann muss plötzlich der Direktor ran, der eigentlich auch zur Zeit viel unterwegs und wenig im Hause ist; aber das No Go des Nichtreagierens nehmen wir nach wie vor sehr ernst …

    Also ein kurzes Statement zum Video-Einsatz bei Marta Herford: Grundsätzlich verfolgen wir zur Zeit die Strategie, dass jeder digitale Kanal sein eigenes Profil besitzen soll. Wir posten, sprechen und teilen auf Facebook, Pinterest, Blog, Website, Youtube usw. jeweils unterschiedlich und mit überwiegend anderen Inhalten. Das bedeutet erst einmal, dass unsere Videos, Trailer und Spots ihr primäres Umfeld bei Youtube haben. Von hier aus versuchen wir zwar maximale Aufmerksamkeit für die Filme zu erreichen, verlinken aber dennoch eher zurückhaltend und oft mit individueller Erzählung/Ansprache. Denn wenn alles überall läuft, gibt es auch kaum einen Grund, einem spezifischen Stream, z.B. unserem Youtube-Kanal, zu folgen.

    Dass Facebook nun selbst Videos aufnimmt und betreffende Posts maximal pusht ist eine zweischneidige Sache: Es weist, ebenso wie die neuen Newsfeeds, in Richtung Komplettversorgung und das heißt auch Filterung aus einer Hand. In meinen Augen ist das eine Tendenz, die zwar möglicherweise die Arbeitsbelastung einer differenzierten Bespielung unterschiedlicher Kanäle etwas reduziert, zugleich aber die Vielfalt der Vernetzung weiter einschränkt und auf einen Dienst fokussiert. Dennoch werden wir mit dem Museum darauf reagieren müssen, im besten Fall (und daran arbeiten wir zur Zeit) mit einer anderen Art Video, kürzer, unmittelbarer, seltsamer vielleicht auch, oder frecher. Aber letztlich ist das nicht nur eine Sache der strategischen Positionierung, sondern auch eine Frage der (vor allem personellen) Möglichkeiten einer Institution wie der unsrigen.

    Aber auch noch etwas Positives dazu: Dadurch dass die verschiedenen sozialen Netzwerk fortwährend ihre Struktur, ihre Dienste und ihre Bedingungen ändern, sind auch wir zum ständigen Überdenken gezwungen. Denn eines scheint schon klar zu werden: Routine und eingefahrene Wege der Kommunikation funktionieren in diesen Medien nicht bzw. führen in das schleichende Sterben.

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht (vor allem auch wie wir die Referenzen auf das Analoge der Ausstellung weiterentwickeln) …

    Herzliche Grüße
    Roland Nachtigäller

    • Tanja Praske

      Lieber Herr Nachtigäller,

      diese Ecken und Kanten der Professionalisierung finde ich grandios! Wunderbar, dass Sie trotz der Engpässe und der Arbeitsflut die Zeit sich nahmen, hier für alle Ihre Sichtweise auf und Nutzung von Videos für Ihr Haus darzulegen. Damit können Sie anderen helfen und so funktioniert das nun mal mit dem Social Web: ein Geben und ein Nehmen. Zuhören, inspirieren und reagieren bieten Chancen! Und klar, der Umfang hängt natürlich von den Ressourcen ab.

      Das @joanneum sowie das @museumstuttgart antworteten zur gestellten Frage auf Twitter: Konsens: die Angebote werden von den „Persona“ angenommen und gerne möchte man mehr Videos drehen, was aber aufgrund der gewünschten Qualität aufwändig ist und am fehlenden Personal scheitert. Da haben wir wieder den Hauptgrund, weshalb es in vielen Museen nur sehr schleppend vorangeht mit der digitalen Kulturvermittlung. Ein Posten von Veranstaltungstipps ist kein gutes Geschichtenerzählen und berührt die Menschen im Web nicht.

      Deshalb finde ich es umso besser, dass Sie hier kurz Ihre digitale Kommunikationsstrategie umreißen: Jeder Kanal benötigt eine eigene Ansprache, eine eigene Geschichte, die ein Mosaiksteinchen im Großen und Ganzen ist. Eine Plattform führt dann diese Steinchen zum großen Bild zusammen – das sind die Website bzw. besser noch das Blog. Genau hier sind Sie mit Ihrem Museum sehr gut dabei und vorbildhaft und genau deshalb sprach ich Sie via Twitter gezielt an, damit Sie anderen von Ihrem Tun berichten.

      Ja, digitale Kommunikation ist weder eine Einbahnstraße – kein Sender-Empfänger-, sondern ein Rückkanalmodell – noch funktionieren stereotype Handlungsweisen dauerhaft. Bewegung und Lernen ist gefordert. Und ja, die Rückkopplung vom Digitalen zum Analogen ist die große Herausforderung. Sie kann gelingen. Dazu fällt mir immer wieder die Aussage von Daniele Turini vom Historischen Museum Basel ein, der definitiv sagen kann, dass durch die Tweevenings auch Leute aus dem Netz zum realen Besucher des Museums werden.

      Fakt ist aber auch, Kurzfristdenken hilft nicht, weil ich einmal oder für eine kurze Zeit etwas Digitales gemacht habe, heißt das noch lange nicht, dass umgehend die Digitalen real das Museum erstürmen. Aber das ist uns klar. Ein langer Atem ist gefordert, der sich am Ende auszahlt und ja, über Prioritäten in der Kommunikation ist nachzudenken, wenn das Personal nicht aufgestockt werden kann. Oder aber das Museum überlegt sich eine andere Strategie, um Geld für eine solche Stelle, die @Christian weiter unten angesprochen hat, einzuwerben.

      Und bevor ich jetzt einen neuen Blogpost schreibe, schließe ich den Roman, zu dem Sie mich, Herr Nachtigäller, inspiriert haben.

      Vielen herzlichen Dank und sonnige Grüße hoch in den Norden,

      Tanja Praske

  5. Pingback: Virenschleuderpreis 2015 - Stimme fürs #Lustwandeln!KULTUR – MUSEO – TALK

  6. Hallo Tanja,

    mal ganz kurz meine Erfahrungen zu Facebook-Videos: Facebook bevorzugt auf jeden Fall die im eigenen System hochgeladenen Videos durch gewisse Funktionen, zum Beispiel durch Autoplay (man bekommt FB-Videos ja automatisch beim Scrollen durch den Newsfeed abgespielt, nur ohne Ton, das verführt aber zum weiterschauen). Die Facebook-Videos bekommen auch höhere Abspielzahlen/Reichweite als etwa auf Facebook gepostete YouTube-Videos, die Zahlen sind aber meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen: Autoplays werden mit eingerechnet, das sieht dann auf den ersten Blick immer super aus, aber man muss sich die Zahlen schon genau anschauen. Die beeindruckendste Zahl in der Video-Auswertung sind die Videoaufrufe, die allerdings so definiert werden:

    „Die Anzahl der Häufigkeit, die dein Video mindestens 3 Sekunden angesehen wurde.“

    Und das dürfte sehr häufig dem Autoplay geschuldet sein. Facebook bietet aber inzwischen sehr detaillierte Video-Auswertung an, man kann sich schon ein realistisches Bild machen.

    Insgesamt würde ich FB-Videos auf jeden Fall empfehlen – sie werden von Facebook bevorzugt behandelt und haben dadurch größere Reichweiten. Trotzdem nutzen wir (=SCHIRN) immer und auf jeden Fall auch unseren seit Jahren gepflegten YouTube-Kanal. YouTube bleibt allein schon als Quelle zum Einbetten auf allen anderen Seiten unverzichtbar und bietet dem, der bewusst nach Filmen sucht, eine meiner Meinung nach viel angenehmere Umgebung zum Filme anschauen als Facebook.

    – Jetzt ist es doch kein so kurzer Kommentar geworden :)

    Beste Grüße aus FFM
    Fabian

    • Tanja Praske

      Lieber Fabian,

      wunderbar, klasse, dass du deine Einschätzung mit uns teilst! Die simultane Nutzung von Facebook-Videos und Youtube finde ich richtig, nachdem, was ich nun von dir lese. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass man nicht allein auf ein Pferd setzt, sondern tatsächlich gemäß der Zielsetzung.

      Es gibt eine für Facebook, ganz klar. Seitdem meine Posts jetzt auch auf FB zu teilen sind, bekomme ich tatsächlich mehr Traffic darüber aufs Blog. Um die Reichweite des Museums auf FB zu erhöhen, würde ich auch die Nutzung von FB-Videos empfehlen. Deine transparente Ausage dazu, die Einschränkung der Nutzungsdauer (= Autoplay) finde ich sehr wichtig – merci dafür!

      Klar ist aber auch, wie du sagst, Youtube-Videos lassen sich in andere Kontexte, bei anderen einbetten, deshalb genau richtig, diesen Medien- und Kanal-Mix voranzutreiben.

      Vielen herzlichen Dank und gerne hättest du noch viel länger schreiben können. Für Museen, aber auch für andere, die ein Markenbranding vorantreiben wollen, sind deine Aussagen sehr wertvoll!

      Sonnige Grüße aus München,

      herzlich, Tanja

  7. Liebe Tanja,
    das ist interessant einmal in andere Branchen zu schauen, denn in der Kulturbranche kann man Inspiration durchaus gebrauchen – auch wenn nicht alles übernommen werden kann und sollte. Interessant finde ich immer wieder die Statistiken, wie toll Videos doch sein sollen. Ich mag meine digitalen Hilfsmittel am liebsten lautlos und mich stört es, wenn ungefragt irgendein Ton oder Video angeht und mich vom Textlesen abhält. Wenn es nur ein Video gibt, klick ich enttäuscht wieder weg. Aber ich scheine da ja atypisch zu sein und lasse mich gern korrigieren.
    Beim Museum Burg Posterstein haben wir durch einen freundlichen TV-Journalisten, der uns seine Videos teilen lässt, immer viel Filmmaterial, das wir auf Website und Blog sowie Facebook und Twitter teilen. Allerdings haben die Videos selten eine große Reichweite. Das könnte jetzt entweder daran liegen, dass die News-Videos nicht den Nerv der Netzcommunity treffen. Oder, dass unsere Netzbesucher auch lieber Text lesen. Ich werde das beobachten.

    Viele Grüße,
    Marlene

    • Tanja Praske

      Liebe Marlene,

      ein ganz dickes Dankeschön für die Rückmeldung aus deiner museologischen Praxis hinsichtlich des Einsatzes von Videos. Hm … das ist die Frage, liegt es an der Art der Aufbereitung, das die Reichweite eurer Videos nicht so hoch ist? Ein News-Charakter ist vielleicht nicht so ansprechend, wie ein emotionalisierendes, auch irritierende Video. Das kann gut sein. Ich lese dann auch eher. Es sei denn, das Video fesselt mich, das tut es nur, wenn es mich überrascht.

      Hier wäre es klasse von anderen Museen mehr dazu zu erfahren. Schätzt ihr den Einsatz von Videos ähnlich ein wie Marlene, oder habt ihr doch andere Erfahrungen damit? Gerne mit Beispielen.

      Tatsächlich ist das Museum Burg Posterstein in einigen Belangen, vor allem in den Social-Web-Aktivitäten vorbildhaft. Sie zeigen, dass sich ein doch kleines Museum, Gehör im Netz verschafft. Hier kommt auch @Christians Forderung zu tragen: Das Museum Burg Posterstein hat eine, ich glaube Teilzeitstelle, für die digitale Kommunikation geschaffen, oder Marlene? Das zeigt die Wertigkeit davon, ihr habt die Chancen erkannt und ergriffen.

      Ich drücke dir weiterhin fest die Daumen für Burg Posterstein!

      Herzlich,
      Tanja

      • Hallo Tanja,
        du hast recht, im Moment ist es eine halbe Stelle, aber bei zwei vollen und zwei halben insgesamt ist das schon eine ganze Menge. Gestern haben wir viel Lob vom Thüringer Kulturminister bekommen, der auch über Twitter auf uns aufmerksam geworden und sich das Museum nun vor Ort angeschaut hat. Leider bewegt sich nur ein kleiner Teil der Thüringer Museen in sozialen Medien, da ist noch eine Menge Potential.
        Zur Video-Nutzung: Ich freue mich sehr über Erfahrungsberichte aus anderen Museen. Sicher ist es auch je nach individueller Zielgruppe / Besuchergruppe unterschiedlich. Aber ein erster Schritt ist ja, verschiedene Video-Formate zu testen, auf verschiedenen Plattformen zu teilen (gibt es Vime und Instagram-Erfahrungen mit superkurzen Filmchen?) und dann auszuwerten, welche gut ankommen und welche nicht.

        Viele Grüße,
        Marlene

  8. Danke für Deine Zusammenfassung der Veranstaltung, sie enthält eine Vielzahl guter Tipps. Ich möchte ganz gerne Deine Aussage aufgreifen, Kultureinrichtungen hätten den Vorteil, dass sie mit Geschichten arbeiten, also auf ein großes Reservoir zugreifen können.

    Diese Aussage ist zweifellos zutreffend, birgt aber auch ein Problem in sich. Die Geschichte, die in Form einer Oper, einer Ausstellung, etc. erzählt wird, hat nichts mit der Geschichte der jeweiligen Kultureinrichtung zu tun. Mag die Geschichte, die auf der Bühne oder in den Vitrinen erzählt wird, auch noch so spannend sein, die Geschichten, die Kultureinrichtungen über sich erzählen, sind es meist nicht.

    Das hat auch damit zu tun, dass Kulturbetriebe oft nicht wissen, welche Ziele sie mit ihren Geschichten erreichen möchten. Und es fehlt andererseits auch am entsprechenden Handwerkzeug, um Geschichten passend zu konstruieren. Dazu braucht es entsprechendes Handwerkzeug, das aber gar nicht überall vorhanden ist. In einem Museum zum Beispiel erzählen, die Kuratoren, die Vermittler, die Marketing- und die PR-Verantwortlichen ganz unterschiedliche Geschichten.

    Wo aber sitzt derjenige, der darauf achtet, dass alle diese Geschichten zusammenpassen? Wer gibt vor, welche Geschichten überhaupt erzählt werden, um der Marke gerecht zu werden, deren Geschichte ja nicht vergessen werden darf?

    Ich behaupte, dass sich der Kulturbetrieb schwerer tut als Wirtschaftsunternehmen, weil die Tatsache, dass das Produkt schon eine Story ist, uns vermeintlich der Pflicht enthebt, die passende Story rund um das Produkt zu kreieren.

    • Tanja Praske

      Lieber Christian,

      ja, deine Aussage, dass sich Kulturbetriebe schwerer darin tun, spannende Geschichten zu erzählen als Wirtschaftsunternehmen, verstehe ich nur allzu gut. Genau deshalb fasste ich die Quintessenz und die Handlungsweisen zur professionellen digitalen Kommunikation zusammen und münzte sie auf den Kultursektor um. Wir können lernen von professioneller Unternehmenskommunikation und Markenbildung, die auch mit Visionen einhergeht. Auch etwas, was nicht so üblich ist im Kultursektor.

      Jemand, der die Geschichten in enger Absprache mit den verschiedenen Abteilungen koordiniert ist sehr wichtig und wünschenswert für Kulturinstitutionen. Es geht auch nicht darum das oktroyiert wird, aber ein so weiterwurschteln, oft von Volontären oder Praktikanten oder befristeten Stellen, entbehrt den Aspekt der Nachhaltigkeit. Genau daran appelliert der Artikel: Professionelle Kommunikationsstrategien mit Zielsetzungen müssen etabliert werden, wenn der Erfolg kommen soll. Das setzt aber ein Umdenken voraus, das in Ansätzen in einigen wenigen Häusern da ist (sie werden auch mehr). Ansonsten kämpft jedes Haus mit Verknappung in jeglicher Hinsicht: Geld, Personal.

      Mehr Wertigkeit für die digitale Kommunikation birgt große Chancen. Hier kann ich einige Museen nur ermuntern weiterzumachen, wie das Archäologische Museum Hamburg, das Joanneum, Burg Posterstein, Stadtmuseum Stuttgart, Historische Museum Basel und weitere Häuser. Es gibt sie schon und es funktioniert auch. Sprecht sie an, eure Kollegen, tauscht euch mit ihnen aus und aktiviert die Museumsleitung dafür.

      Merci und herzlich,
      Tanja

      • Danke für Deine ausführliche Antwort, Tanja. Am Ende wird auch der Kulturbereich nicht umhin kommen, eine neue Stelle zu schaffen, in dem es um Contentstrategien geht und der auf der Führungsebene oder in direkter Nähe angesiedelt ist.

        • Tanja Praske

          Lieber Christian,

          yep – das wäre die angesprochene Professionalisierung und genau der richtige Weg umzusetzen. Tatsächlich wird die digitale Kommunikation immer wichtiger. Sie ist ein großes Zahnrad im Getriebe.

          LG, Tanja

    • Das sind bestimmt zutreffende Beobachtungen! Um das zu komplettieren, wäre sicherlich noch der folgende Satz von Marshall Mc Luhan zu ergänzen: „Das Medium ist die Botschaft“. Und der trifft eben nicht nur auf das Fernsehen, sondern auch auf alle anderen Kultureinrichtungen zu: Die Medien in ihrer Vielfältigkeit wirken auf unsere Sinne. Und dahinter verschwinden dann die inhärenten Geschichten ganz schnell im Hintergrund, einerlei ob sie „Shakespeare“ oder „Troja“ oder „Van Gogh“ heißen.

      Viele liebe Grüße,
      Johannes Arnold

      • Tanja Praske

        Lieber Johannes,

        vielen Dank für die ergänzenden Beobachtungen. Ja, Marshall Mc Luhan hat es in sich und ich muss ihn definitiv genauer noch lesen. Wobei auf Medium und Geschichte hier vielleicht nochmals genauer zu schauen ist.

        Ein Kunstwerk ist ein Medium, damit eine Botschaft. Nur ist es vielleicht nicht so einfach, genau das zu fassen. Vielleicht bedarf es einer Geschichte, um neugierig zu werden und sich ggfs. mehr damit auseinanderzusetzen.

        Dein Kommentar passt so treffend zu den Kommentaren in einem aktuellen Blogpost über den Nicht-Museumsbesucher. Da schreibt Volker, dass Museen grandios vermeiden, Geschichten zu schreiben und deshalb Kunstwerke wie ein Einheitsbrei erscheinen können. Meine etwas freie Übersetzung dazu.

        Hier der Artikel dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Mit-dem-Nicht-Besucher-Forscher-im-Museum,museum1032.html

        Nochmals danke für deinen Kommentar und pardon für die verspätete Antwort. Das #Lustwandeln vereinnahmt gerade alles bei mir.

        Herzlich,
        Tanja

  9. Liebe Tanja,
    ich war schon auf deinen Beitrag zum Storytelling gespannt (gutes Storytelling :-))
    Es ist wieder viel Input mit tollen Anregungen, wie man eine gute Geschichte erarbeiten sollte.
    Ich finde es sehr wichtig, dass man sich diese Leitlinien anschaut. Und dann kommt der Punkt, sich zu fragen, wie fange ich an? Das ist ja immer das Schwierigste. Und du hast ganz richtig gesagt, dass man verstehen muss, dass man nicht ALLES zu einem Thema sagen muss. Da sitzt für mich der eigentliche Knackpunkt. Die Frage der didaktischen Reduktion, um es mal mit meinen Vermittlerinnenjargon auszudrücken.
    Und über diesen Schatten müssen die Kulturwahrer nun mal dringend springen.
    Man kann nur eine Botschaft auf einmal vermitteln! Auch so ein Leitsatz, der oft ignoriert wird.
    Das Bedeutungsgeflecht der Kunst ist bisweilen schwer zu entwirren und man mag dann lieber alles auflisten, als sich für einen Aspekt entscheiden zu müssen.
    Hier plädiere ich für ein kreatives Ausprobieren und freue mich über frische neue Formate, die tatsächlich Geschichten erzählen.
    Es ist ein weiter Weg, bis das klappt und es gut wird. Aber es lohnt sich, wenn man weiter sichtbar bleiben will.
    Super, wenn durch deinen Beitrag möglichst viele Museen und Kultureinrichtungen motiviert werden, es einmal zu versuchen mit dem Storytelling – oder meinetwegen auch Geschichten erzählen :-)
    Herzliche Grüße von Anke

    • Tanja Praske

      Liebe Anke,

      merci für deinen Kommentar, den ich sofort unterschreibe. Emotionen und Reduktion, Ziele, Zielgruppen waren die für mich wichtigsten Schlagworte des Abends. Hinzukommen noch Zielsetzung, Dialoggruppen bestimmen plus die konkreten Handlungsanweisungen.

      Das ist ein Artikel von mir zwischen den Welten und ja, wir Kulturschaffende sollten experimentieren. Wenn ich Führungen im Museum früher hielt, habe ich alles mögliche über das Thema recherchiert. Das Meiste verwarf ich dann vor Ort, da ich die Teilnehmer zum Sehen animieren wollte. Tatsächlich fand dann eine Reduktion auf das Wesentliche für den Besucher statt. In der App hätten wir noch weitaus mehr Aspekte der einzelnen Station ausbreiten können. Aber was wäre dann davon im Gedächtnis geblieben. Selbst hier hätten wir vermutlich noch mehr kürzen können.

      Den Artikel habe ich bislang noch nicht in einschlägigen Museums-Facebook-Gruppen geteilt. Sollte ich noch tun. Das Echo auf die Nachlese ist jedoch gigantisch, eben weil hier mehrere Welten miteinander verbunden wurden. Wie gesagt, der Blick über den Tellerrand ist inspirierend.

      Und ja, Geschichtenerzählen wird nun mal im Fachjargon als „Storytelling“ bezeichnet. Ich verwende ihn so auch, trotzdem …

      Merci, Anke!

      Sonnige Grüße aus München
      Tanja

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