Blogparade – Schlüsselerlebnisse digital: das erste Mal oder Faszination Twitter

Der heutige Post steht ganz im Zeichen der Blogparade des Theatercamps (#tchhparade) – mein Schlüsselerlebnis im Social Web: Faszination Twitter. Für mich kein Selbstläufer, denn ich konnte damit anfänglich rein gar nichts anfangen. Twitter – der zwitschernde Vogel … da piept es wohl bei einigen ganz allgewaltig. Wozu braucht frau das denn? Wo liegt der Nutzen Inhalte in 140 Zeichen wiederzugeben? Aha, ein soziales Netzwerk, eine Microblogging-Plattform. Hm … aber was ist eigentlich sozial? Sozial ist doch sich mit Freunden zu treffen, Mails auszutauschen oder zu telefonieren. Social Web, Social Media, Web 2.0, Neue Medien, Facebook, Twitter & all das neumodische Kommunikationskrams waren Anfang 2011 ein Dschungel für mich. Meine Social Media Kenntnisse beschränkten sich auf ein weißes Blatt Papier mit zwei Mini-Punkten darauf. Sie standen für Facebook und Twitter – that was it! Tja … was aber damit machen? Gute Frage …

Nun, Tipp in einer Fortbildung: „Sichert euch euren Namen auf den diversen Social Media Kanälen. Dann kann keiner damit Schmarrn treiben. Die Kontrolle bzw. Moderation gehört euch.“ Okay dachte ich mir, wer weiß wohin das führt, dann mache ich das doch einfach mal, zumindest für Facebook. Gesagt, getan. Als nächstes standen Social Media Tagungen in München und Bremerhaven an. Dort tauchte immer wieder der zwitschernde Vogel auf und mit ihm ein großes Fragezeichen …

Im August 2011 legte ich dann meinen Twitter-Account an – vertraulich, geschlossen, privat. Ich wollte beobachten, schauen, was da wie geschieht. Hashtags waren für mich böhmische Dörfer. Aber #SocialMedia, #Museen und #Kulturvermittlung interessierten mich sehr. Und wie das alles so funktionierte, konnte ich schließlich nachlesen: Das Twitter-Buch lag auf meinem Schreibtisch. Anders als bei Facebook und Blogs las ich es nicht, sondern fing im September an zu zwitschern. Vorher hatte ich jedoch ein Schlüsselerlebnis:

Hilfe, da will jemand Follower werden

Mein Adrenalin schoss in die Höhe als ich eine Follower-Anfrage erhielt. Was will der? Ich mache doch nichts? Wie ist er auf mich aufmerksam geworden? Nun, wahrscheinlich kam er aufgrund meiner Profilbeschreibung: „betreue Web 2.0-Aktivitäten eines Museums“. Es heißt doch immer bei Social Media geht es um Transparenz, Offenheit und Dialog. Wenn ich mich dort tummle, dann muss ich es leben. Also hatte ich meinen ersten Follower. Aber genau so schnell wie er kam, war er auch wieder verschwunden. Schließlich passierte nichts auf meinem Account. Ich wollte ja nur beobachten und folgte spannende Accounts, um zu verstehen, was die da überhaupt warum machen. Die Anfrage hatte bei mir aber einen Denkprozess ausgelöst. Der Vorsatz, alles closed zu halten, bröckelte. Ich brauchte nur noch einen Auslöser …

Vom ersten Mal Twittern zum Tweetup

Der Auslöser war eine analoge Sendung im 3Sat von Scobel über Schwarmintelligenz und „Massenbewegungen im Internet“. Hier zückte ich das erste Mal mein Handy und setzte meinen Twitteraccount auf „öffentlich“. Ich wollte das Netz auf die spannende Sendung aufmerksam machen. Es klappte nicht sogleich, also informierte ich gezielt Personen via Facebook darüber. Ich bekam auch umgehend Hilfestellung bzgl. Twitter angeboten. Das hatte ich so nicht erwartet, fand es aber toll. Mittlerweile hatte ich es aber geschafft: Mein erster Tweet war on. Von nun an verschickte ich Infos rund um Social Media und Kultur per Twitter. Ich experimentierte mit dem für mich neuen Medium. Informationsdichte, nette Kontakte und Dialoge faszinierten mich zusehend.

Das absolute Highlight und damit der Durchbruch für mich war aber die Anfrage vom Aufbruch-Team (Kulturkonsorten), ob das Residenzmuseum ein Tweetup durchführen möchte. Der Museumsleiter und ich beäugten das Twitter-Event neugierig. Am Ende hat es mich überzeugt. Warum könnt Ihr hier nachlesen. Ich erkannte welchen Nutzen Twitter für Kulturinstitutionen bringen kann. Jetzt in der Rückblende bin ich sehr froh, mir die Zeit dafür genommen zu haben. Ein häufiges Killerargument damit überhaupt erst anzufangen, wenngleich es andere Gründe vielleicht kaschiert. Ich freue mich auf jedes Tweetup und jede Initiative mehr dazu, sei es von den Kultup, museup u.a.

Liebes Theatercamp, merci für die Blogparade zu den (Schlüssel-) Erlebnissen mit dem Social Web. Prima Aktion – ich bin schon sehr gespannt auf die Posts dazu!

Jetzt freue ich mich erst einmal auf das stARTcamp Frankfurt (#scf12) und darauf einen meiner liebgewonnenen Twitterkontakte endlich visa vie zu treffen. Liebe Anke, endlich, endlich, endlich …

Nachtrag

Die Faszination Twitter organisiert das @Staedelmuseum neu. Es ruft zur (Micro-) Blogparade zur aktuellen Ausstellung „Schwarze Romantik: von Goya bis Max Ernst“ auf. Bis zum 31.10.12 können Interessierte (und nicht nur Kulturmenschen oder sind wir das am Ende doch alle, die mitmachen?!) via Twitter bzw. Blogpost ihre schwarze Romantik mitteilen. Stichwort: Ich bin ein/e schwarze/r Romantiker/in weil … Daumen hoch – klasse Idee!

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9 Kommentare

  1. Pingback: Hashtags und Twitter - wie funktionieren sie in der Kultur?

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  3. Pingback: Blogparade: (Schlüssel-) Erlebnisse mit dem Social Web | Theatercamp

  4. Pingback: Schüsselerlebnisse im sozialen Raum der Kulturkonsorten : Kulturkonsorten

  5. Pingback: Wie wichtig ist die Präsentation von Kunst? #bfzKunst « Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr – von Frank Koebsch

  6. Danke für den schönen Beitrag – so ähnlich erging es mir auch: Als ich das erste mal eine Twitter-Timeline vor Augen hatte, wusste ich absolut nichts damit anzufangen. Jetzt ist es für mich ein selbstverständliches Kommunikationsmittel geworden. Vor allem aber – und das ist Twitters eigentliche Stärke – ein Informations- und Empfehlungs-Netzwerk!

    • Tanja Praske

      Lieber Hagen,

      vielen Dank! Ja, Twitter war am Anfang die große Unbekannte für mich. Mittlerweile bin ich eine überzeugte Twitterati. Als Kommunikationsplattform ist Twitter unschlagbar. In keinem Social Media Netzwerk ist die Hemmschwelle geringer zu kommentieren oder den Dialog zu beginnen, als bei Twitter. Vielleicht irre ich mich, aber das ist mein Eindruck. Natürlich müssen die Tweets enstsprechend aufbereitet sein, um den Dialog zu fördern. :-)

      Die Blogparade ist eine feine Aktion und sie ruft nach reger Beteiligung!

      Schöne Grüße
      Tanj

  7. Hach, herrlich beschrieben. Eigentlich ging es bei mir ganz genauso. Einfach mal ausprobieren und mit großen stauenden Augen sehen, was passiert. Und toll, dass so viel passiert. Wobei es immer noch Leute gibt (und leider viele Museumsleut), die das irgendwie als eine überflüssige Freizeitbeschäftigung ansehen.
    Umso schöner ist es, sich in einer feinen Runde early adopters so wohl zu fühlen :-) Bis nächste Woche.

    • Tanja Praske

      Liebe Anke,

      vielen lieben Dank – ich bin geehrt bzw. ganz rot … ähm.
      Ja, ich denke, jeden erwischt irgendwann der Twitter Furor, wenn er/sie sich erst einmal auf das Medium eingelassen hat. Faszinierend sind die Potentiale mit anderen ins Gespräch zu kommen. Gerade Kulturinstitutionen, denen es ernst mit Partizipation und Dialog ist, haben mit Twitter ein ideales, ergänzendes Kommunikationsmittel an der Hand. Es müssen einfach nur mehr Aktionen werden wie bsp. die (Micro-) Blogparade des @Staedelmuseums – spannende und tolle Initiative! Und der richtige Weg…

      Herzliche Grüße
      Tanja