#askacurator: wie, was, warum … Museen antworten

AskacuratorWas fällt mir zum diesjährigen #askacurator ein? Phänomenal, begeisternd, vor dem Computer klebend, fliegende Hände, mehrere Diskussionspartner und -themen zeitgleich, Überraschungen und Erstaunen inklusive. Das Frage-Antwort-Spiel „wie, was, warum, wer nicht fragt bleibt …“ mit den Museen zog mich vollends in den Bann. Ich klebte am Computer und Handy fest. Damit befand ich mich in sehr guter Gesellschaft – anderen erging es genauso, eine Gemeinschaft! Was ist aber der #askacurator und was fragte ich?

Was ist also der #askacurator?

Lest am besten die Definition der Initiatorin @MarDixon:

It’s a way to talk to curators and people who work in cultural venues you normally don’t have access to. #Askacurator ist open to everyone: Museums, galleries, National Trust, Theatres, and more. You can ask anything that you’re curious about or want more information on

Jeder kann also seine Fragen an „sein“ Museum via Twitter unter dem Hashtag (Stichwort) #askacurator stellen. @AskACurator moderierte zudem im Hintergrund. Die Kuratoren beantworten die Fragen mit der Kennzeichnung #askacurator. Der Nachrichtenstrom ließ sich so auf Twitter verfolgen. So weit so gut. Welche Fragen stellte ich?

Stellenwert von Social Media, Bildrechte, Blogger Relation und Ausstellungsfragen

Vier Schwerpunkte schnitt ich an. Einige Museen sprach ich direkt an, andere schalteten sich in die Diskussion mit ein bzw. antworteten auf von mir allgemein in die Runde geworfenen Fragen. Das Feedback begeisterte mich. „Meinen“ #askacurator und die Antworten dokumentierte ich im Storify zum Nachlesen. Hier nun die Fragen:

1. Was bedeutet Museen der Einsatz von Social Media?

Er besitzt einen hohen Stellenwert, begleitet die Pressearbeit, bindet regionales und überregionales Publikum. Museumsblogs zählen dazu und dienen mitunter als nachhaltiges „Bild-Text-Archiv“ für die eigenen Tätigkeiten (@histmus) und wird den beteiligten Museen zunehmend wichtiger. Richtig so, wenn man die aktuelle ARD/ZDF-Studie über die Meinungsbildung in Deutschland hinzuzieht (hier eine Zusammenfassung).

Mit @JewishMuseumAT ergab sich ein sehr spannender Austausch. Nicht nur dass sie ihre Aktivitäten auf den einzelnen Plattformen definierten und eine exakte Guideline dazu besitzen, nein, für alle drei Medien (Facebook, Twitter, Blog) gilt das „Geben“ – wunderbar!


2. Wie steht das Museum zu Bildrechten, Fotografieren und Publizieren im Privatblog?

Bei allen antwortenden Museen ist das Fotografieren im Museum erlaubt. Blogger dürfen diese Fotos in ihren nicht-kommerziellen Blogs verwenden. So verhält es sich auch im Musée du Cluny in Paris, mein Lieblingsmuseum dort. Die Frage scheint nach den Antworten absurd zu sein. Ist sie aber nicht, da in Deutschland die Praxis nicht gang und gäbe ist.

3. Wie stehen Museen zu Bloggern: Stichwort Blogger Relation?

Grundsätzlich sehr aufgeschlossen und begrüßend. Sie werden zu Pressekonferenzen eingeladen, erreichen ein anderes Publikum und besitzen eine „höhere Glaubwürdigkeit“ (@OsthausMuseum). Die Häuser wollen den Austausch fördern. Manche sind selber unter die Blogger gegangen, besitzen ein eigenes Museumsblog. Allen ist klar, dass Blogger Relation noch ausbaufähig ist. Die Wertschätzung gegenüber Bloggern ist sehr groß.


4. Ausstellungsrelevante Fragen

Hier kamen auch schöne Diskussionen zustande, aber lest selbst im Storify nach.

Wie war nun die Resonanz am #askacurator?

Phänomenal! Am 18. September 2013 beteiligten sich 622 Museen aus 37 Ländern. 24 deutsche, fünf österreichische Museen und ein schweizer Museum machten mit. Die komplette Liste der Teilnehmer könnt Ihr hier einsehen. Interessant ist dabei, dass einige Museum aus dem letzten Jahr dieses Mal nicht mitmachten, dafür neue hinzukamen. Verpasste Chance für die Aussteiger? Ja, vielleicht. Das Rauschen auf Twitter war enorm, die Diskussionen sehr dynamisch und der Austausch mit den „Laien“ sehr rege. Wie war nun das …

… Verhältnis #askacurator, Nachhaltigkeit und Partizipation

Mehr Rauschen bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Zufallsleser, die über das massive, weltweite Auftreten des Hashtags stolpern, können mit erwischt werden. Neugier auf und Bindung an das Haus können dadurch erzielt werden. Dazu brennt die Aktion nach. Storifys, Blogposts wie beispielsweise dieser hier, der Museumspost von @MFNBerlin oder von Jenni Fuchs in ihrem Blog Museums Diary bieten Vertiefungen für danach. Sie werden auf Twitter, Facebook und Co. beworben und zirkulieren im Netz. @MarDixon sammelt diese Dokumentationen hier. Die Nachhaltigkeit ist so gewährt. Nicht nur das der #askacurator angeheizt, durchgeführt und kurz danach noch besprochen wird, nein, die verschiedenen Dokumentationen bleiben im Netz, sind sichtbar, können zur Inspiration herangezogen werden. Und vielleicht hat so manches teilnehmendes Museum Hausaufgaben bzw. Ideen von dem spannenden Tag mitgenommen und setzt sie noch um. Das wäre dann genial – Partizipation und Kuratierung via Crowd, via den Fragern und Diskussionspartnern – hervorragend!

Das Schönste für mich …

… ist das Einlassen auf Kunst und Kultur. Ich habe sehr spezifische Fragen gestellt, die die digitale Kulturvermittlung betrafen. Das war aber nicht der allgemeine Schwerpunkt an dem Tag. Ausstellungskonzepte wurden hinterfragt, Fragen zu bestimmten Werken, den witzigsten Objekten (siehe Blogpost zur „Coco de Mer“) kamen auf. Nächstes Jahr mache ich wieder mit, dann aber mit Fokus auf Kunst und Kultur. Schön, dass es einen komprimierten Tag für das Frage-Antwort-Spiel mit Museen gibt – einfach eine tolle Chance, die Spaß macht!

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3 Kommentare

  1. Liebe Tanja !

    Ich habe erst heute – via #AskaCurator – deinen Beitrag hier entdeckt, der mir für mein Projekt für den Lehrgang Kulturmanagement, den ich übermorgen beginne (freue mich schon so darauf !) ganz toll weiterhilft.

    Liebe Grüße
    Alexandra

    • Tanja Praske

      Liebe Alexandra,

      prima! Seit 2013 hat sich einiges getan. Waren damals ganz wenige deutsche Museen dabei, so zwitschern heute über 50 – also, eine prima Entwicklung. Meine Versuchsballons allgemeine Fragen zum Aufgreifen ins Web zu werfen, hat auch funktioniert. Einige Museen in D, AU und CH reagierten darauf und tatsächlich entwickelte sich ein Dialog – prima!

      Ich hätte den #askaCurator heute fast vergessen, wenn es die Ludwiggalerie nicht gegeben hätte: Sie pingten mich an – sehr fein!

      Viele Erfolg für dein Projekt!

      Herzlich,
      Tanja

      P.S.: Bei mir gibt es bestimmt noch weitere Blogperlen, werde mal recyclen ;)

  2. Pingback: Tipps für erfolgreiche Blogger Relations im Kultursektor #bpbr13