#Canaletto erstürmt München – Vorglühen im Advent mit der Alten Pinakothek

#Canaletto erstürmt München. Nicht ganz. Wir erstürmten mit #Canaletto im Gepäck München. Wer sind „wir“? Eine Horde Twitter-Enthusiasten, besser: eine Horde Instagramer auf einem Instawalk. Wir tigerten bewaffnet mit Canaletto-Schablonen im Sauseschritt durch München, auf der ultimativen Suche nach dem ultimativen Foto, bevor wir uns dem Tweetup in der Canaletto-Ausstellung in der Alten Pinakothek hingaben. Krass, schön, genial! Selten, nein, noch nie habe ich solch ein Vorglühen im Advent im Vorfeld eines Tweetups erlebt. Warum?

#Canaletto Instawalk

Waren schon die Tweetups #outofblue und #shrigpin irre, aufsaugend, Adrenalin ausstoßend, so glühten wir bei und für #Canaletto vor, brannten und … verpufften gefühlt. Von 14:30 bis 18:30 drehte sich bei uns alles um #Canaletto – heftig, inspirierend und einnehmend. Dieses Mal sahen, hörten und twitterten wir nicht nur, sondern wir gestalteten mit. Kreativität steigerte sich zunehmend, bevor wir in die eigentliche Welt Canalettos in der Alten Pinakothek eintauchten. Tatsächlich war das für mich die beste Einstimmung auf ein Tweetup!


Wer war Canaletto?

Kunsthistorische Betrachtungen lasse ich außer Acht. Der Instawalk und das Tweetup in der Ausstellung vermittelten uns einen direkten und emotionalen Zugang zum Werk des Künstlers. Bernardo Bellotto genannt Canaletto war ein Vedutenmaler. Er malte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts manipulierte und idealisierte Stadtansichten für den europäischen Adel. Neben Italien führte ihn sein Weg mitunter nach Dresden, Wien, München und Warschau. Seine Bedeutung für München umreißt der Artikel „Gemalte Momentaufnahmen: Bernardo Bellotto zu Besuch in Nymphenburg“ im Blog des Residenzmuseums gut. Lesen!

Vorglühen im Advent mit Canaletto

Die Pinakotheken zusammen mit den Kulturkonsorten heizten den Instawalk richtig ein. Im Vorfeld konnte sich jeder, der wollte, Canaletto-Schablonen ausdrucken, ausschneiden und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Nicht nur wir taten das in München, sondern aus Köln erreichten uns auf Facebook und Instagram ebenso wunderbare Impressionen des Künstlers und seiner „ungewohnten“ Umgebung – die Herbergsmütter mischten ordentlich mit. Eine tolle analog digitale Action, im Netz und vor Ort!

Wie glühten wir vor?

Es war definitiv kein Glühwein dabei. Allein die Action brachte uns zum Glühen. Der Instawalk startete bereits um 14:30 im Gasteig und endete um 18:30 in der Alten Pinakothek, bevor es zum gemütlichen Teil ins Café Klenze ging – ein Mammutprogramm!

Im Gasteig hatten wir eine herrliche Aussicht auf München. Munter hielten wir unsere Canaletto-Schablonen ins Gegenlicht, verfremdeten die Münchner Silhouette mit verfremdeten Instagram-Fotos. Dann teilten wir uns in drei Gruppen auf und stromerten durch die Stadt.

Canaletto erobert das Nymphenburger Schloss und die #NymApp

Gasteig – Nymphenburg – Alte Pinakothek war eine Hausnummer. Zu fünft zog es uns dahin, die einen auf dem Radl, die anderen öffentlich und zu Fuß. Tatsächlich blieb uns wenig Zeit vor Ort. Es reichte gerade einmal für ein paar wunderbare Aufnahmen, bevor wir zum Tweetup weiter mussten.

#canaletto erstürmt das Schloss Nymphenburg #NymApp

Ein von Tanja Praske (@tanjapraske) gepostetes Foto am


Warum ging ich nach Nymphenburg?

Einige unter euch wissen es vielleicht noch nicht: Nymphenburg deshalb, weil ich dort arbeite und weil ich für die App „Schlosspark Nymphenburg. Lustwandeln durch den Garten“ nicht nur über Canaletto „stolperte“, sondern seine Nymphenburg-Ansichten in der #NymApp in drei Stationen integrierte: Ehrenhof, Großes Bassin – hier auch mit einer Animation des Gemäldes – sowie Große Kaskade. Was passiert mit den Nymphenburg-Ansichten, wenn die Ausstellung in der Pinakothek beendet ist?

Und wer Canaletto immer mit sich herumtragen möchte, der lädt sich die #NymApp auf sein Smartphone.


Canaletto – ein Meister der manipulierten Stadtansichten

Der Kurator, Dr. Schumacher, führte uns 1,30 Stunde durch die Ausstellung. Und ja, es lohnt sich häufiger hinzugehen. Anschauen, Führung wahrnehmen, wiederkommen, anschauen, Katalog lesen und erneut hingehen. Der Blick weitet sich stets. Ich war zum dritten Mal in der Ausstellung. Das erste Mal mit der Familie an einem Freitagvormittag, es war rappelvoll. Wir besaßen kaum Vorwissen zum Werk. Einfach nur schauen, überlegen und Fragen beantworten lautete die Devise. Mini fragte mich bei einer Dresden-Ansicht, warum die Kutsche im Vordergrund so stark geneigt sei, als ob sie jeden Moment umkippe. Hm … da wusste ich es noch nicht. Dank Herrn Schumacher weiß ich es jetzt:

Pro Kultur – Kulturinstitutionen arbeiten zusammen

Das zweite Mal war ich in offizieller Mission in der Ausstellung. Leider blieb mir keine Zeit mir die Werke anzuschauen, da meine Kollegen und ich gut von den Besuchern gefordert wurden bei „Nymphenburg zu Gast in der Alten Pinakothek“. Mein Part bestand darin, den Interessierten am Bildschirm die #NymApp vorzustellen. Eine wunderbare Kooperation und ein absoluter Pluspunkt für die Offenheit der Pinakotheken: Synergien mit anderen Kulturinstitutionen werden gesucht und gefunden. Das geschah auch mit dem Gasteig, die beim Instawalk unterstützten – eine ganz hervorragende und vorbildliche Zusammenarbeit pro Kultur! Bitte mehr davon!


Tweetup – Wissen, Augenschmaus und Fotoerlaubnis

Tatsächlich war der kreative Instawalk durch München das beste Vorglühen für den Tweetup. Spielerisch befassten wir uns mit Canaletto. Wie er lieferten wir im Netz Versatzstücke der Stadt, changierten zwischen Realität und Illusion. Anders als der Künstler besaßen wir keine camera obscura. Somit konnten wir nicht wie Canaletto einen weiten Perspektivraum suggerieren, für den er verschiedene Standorte in einem Bild kompilierte.

Sozialstudien, Historien- versus Vedutenmalerei, Wissenstests, Wahrnehmungspsychologie, Manipulation, Idealansichten sind die Stichworte für die Ausstellung. Lest euch das Canaletto-Storify der Pinakotheken durch, schaut euch die Detailaufnahmen an, die seine Kunst provozierte, dann gewinnt ihr einen guten Eindruck von der Wirkung seiner Gemälde. Und ja, wir wurden im Netz beneidet für die einmalige Fotoerlaubnis, die uns die Pinakotheken gewährte. Haben wir euren Appetit auf Canaletto geweckt? Dann nur zu, geht hin und genießt!



Und wie hat euch der #Canaletto-Instawalk-Tweetup gefallen? Vor Ort und im Netz? Oder wenn ihr das Storify lest, was ist euer erster Eindruck?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

8 Kommentare

  1. Pingback: Jahresrückblick 2015: Kultur und Neustart

  2. Pingback: Staub aufwirbeln oder was #kunstputz kunsthistorisch bedeutet

  3. Pingback: Warum ist Content-Marketing für die Kultur wichtig? #cmcb15

  4. Pingback: Sonntagslektüre: #Canaletto, professionelles Bloggen und mehr | museums(t)raum

    • Tanja Praske

      Liebe Sarah Maria,

      ja, echt schade, dass du nicht dabei warst. Ich hätte nur allzu gern einen Post von dir über Canaletto gelesen, nachdem ich just deinen Mandelmenschen-Post las – ich bin auch eine Cashew-Frau :-)

      Vielleicht schaffst du es ja doch einmal nach München. Ich informiere dich gerne rechtzeitig über ein spannendes Kultur-Programm hier. Wäre schön, dich hier zu treffen. Auf jeden Fall bist du jetzt in meinem Feedly, ich mag witzige, humorvolle Posts, wie du sie schreibst!

      Und am 17.12. wird der #Instawalk noch im #eisfrei nachgegoren – auch so ein klasse Kultur-Format, das sogar gestreamt wird: http://eisfrei.net/

      Bis bald!

      Herzlich,
      Tanja

      Herzlich,

    • Tanja Praske

      Liebe Katharina,

      merci beaucoup – hat mich sehr gefreut, dich auf dem Instawalk getroffen zu haben – auf das es noch mehr gemeinsam besuchte Veranstaltungen werden – ich fänd’s gut!

      Mir gefallen die Fotos zum Instawalk bei dir im Blog sehr gut – Spaß hat es gemacht, sich mal anders mit Canalettos zu beschäftigen.

      Vielen Dank für deinen Besuch bei mir hier!

      Schönen Abend,
      Tanja