Viele Grüße aus der Filterblase … (Kultur-Museo-Talk)

Die Filterblase blubbert vor sich hin: „Die ist voll bekannt, muss man kennen!“ – „Nie gehört, wer soll das nochmal sein?“ – „Bei Instagram hat sie über 10k Follower!“ – „Ach Instagram… Ich benutze lieber Pinterest.“  – „Aber hier schau mal, ihre Facebook-Seite hat über 3.000 Likes!“ – „Kenn ich trotzdem nicht. Guck, bei Twitter hat sie nur 120 Follower.“

Jeder kennt den Effekt der Filterblase: Gleich und gleich gesellt sich gern und so bleibt man oft nur unter sich – ob unter Wissenschaftlern, Reisebloggern oder im Kulturbereich. Manchmal konzentriert sich der eigene Filter sogar nur auf bestimmte Social Media Plattformen und blendet andere Netzwerke aus. Viel zu schnell gerät man in den Sog der Blase, tauscht sich immer mit den selben Menschen und Institutionen aus und bleibt am Tellerrand kleben. Doch es geht auch anders…

Dieser Beitrag ist ein Blog-übergreifendes Projekt, teils publiziert bei MusErMeKu und teils publiziert bei Kultur-Museo-Talk. Die Anfrage von Tanja Praske, sie in der Urlaubszeit in ihrem Blog zu vertreten, gibt mir die Möglichkeit zu einem Experiment: Ein Blogartikel, der sich über zwei Blogs erstreckt. Jeder Beitrag kann auch für sich alleine gelesen werden, die Beiträge sind jedoch so konzipiert, dass sich erst im Blog-übergreifenden lesen der vertiefte Zusammenhang erschließt.

⇒ Teil 1: „Informationsflut vs. Scheuklappen“ bei MusErMeKu

Kategorie Bloggen

Angelika Schoder studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Soziologie und Theaterwissenschaft an der Universität Bayreuth. Im Anschluss an ihr Magisterstudium promovierte sie an der Universität Bayreuth in der Graduate School „Mitteleuropa und angelsächsische Welt – 1300-2000“ und am Lehrstuhl für Politische Soziologie. | Website | Twitter | Facebook | Google+ |

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14 Kommentare

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  7. Liebe Angelika,

    wie lustig, dass dein gewähltes Thema so schön zu unserem neuen Projekt passt und du es auch direkt aufgreifst. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass ich meine Blase verlassen habe. Es gibt eigentlich keine Frau, auch nicht im Museum, die sich nicht auch für Lifestyle etc. interessiert. Und auch all diejenigen, die jetzt aufschreien, sie hätten nichts mit Mode zu tun, haben damit nicht ganz recht. Bereits im Studium habe ich einige Seminare zum Thema Geschichte der Mode, Mode und Kunst etc. besucht und viel über die Zusammenhänge unserer Geschichte und unserer Kultur gelernt. Nun habe ich bloß endlich einen Ort gefunden, wo ich auch mal drüber schreiben kann. MuseumsGlück war immer eher meine Nische, ein kleiner Teil meines täglichen Arbeitsalltags. Letztendlich besteht doch auch die Identität jedes Museumsgängers, Kulturliebhabers, Historikers und und und aus vielen Facetten. Ich finde den Vorwurf der Blase deshalb immer etwas realitätsfern und auch etwas albern. Natürlich bin ich im Büro jemand anderes als abends auf der Couch. Natürlich tausche ich mich mit Bloggern aus, die ähnliche Themen haben wie ich, weil es um Erfahrungen geht. Gerne lese ich aber auch ganz andere Blogs und vernetze mich mit ihren Autoren. Genau wie ich gerne alte Klassiker, aber eben auch Stephen King lese. Wer sich ausschließlich in einer einzigen „Blase“ in seinem Leben bewegt, ist mir fast etwas suspekt, mag ich doch Menschen mit vielen Ecken und Kanten am liebsten. Deswegen fand ich unsere gemischte Bloggerreise nach Basel und Karlsruhe auch ganz wunderbar und anregend. Immerhin gäbe es ohne die dort anwesenden Lifestyle-Blogger heute kein MuseumLifestyle ;-) Auch wenn ich mir schon anhören müsste, dass das alles ziemlich banal wäre. Hauptsache man hat Spaß und die Leser im Idealfall natürlich auch. Und so werde ich wohl weiter durch meine vielen individuellen Blasen hüpfen und über das schreiben, was mir an jeder einzelnen am besten gefällt. Für mehr Vielfalt und so ;-)

    Liebe Grüße
    Michelle

    • Liebe Michelle,
      Inspiration für den Beitrag war tatsächlich euer Projekt mit MuseumLifestyle und rückblickend auch die Begegnung mit Steffen Jost beim stARTcamp in München. ;)
      In jedem Fall ein gutes Schluss-Statement, dem man nichts hinzufügen muss!
      Viele Grüße, Angelika

  8. Liebe Angelika,

    herzlichen Dank für Deinen Beitrag, der über die Filterblase hinausgeht. Ja, es stimmt, man verhaftet sehr schnell in seinen Kreisen. Aber es ist schön zu sehen, wie einige andere Blogger Themen oder Medien aufgreifen. Ich finde z. B. Utes Vines absolut großartig!
    Um über den sogenannten Tellerrand zu schauen, finde ich die Hamburger Treffen der Blogger und Twitterati super. Ebenso habe ich Barcamps für mich entdeckt, dort tummeln sich auch viele Blogger mit ganz anderen Inhalten.
    Ich suche immer wieder gern den Bezug zur Kultur, weil es mir einfach Spaß macht, aber hin und wieder lese ich natürlich auch Blogs, die gar nichts mit Kultur am Hut haben. Ich schaue mir gern schöne Fotoblogs an, lerne gern via Social Media meine „Nachbarn“ in Hamburg kennen und versuche mich für neue Themen zu begeistern.
    Das Thema Lifestyle ist für mich ein völlig neues Terrain. Wenn man sich erstmal damit beschäftigt, dann gibt es zig Ausstellungen und Bezüge, die einem den Zugang über diesen Weg deutlich leichter machen. Ich würde mich darüber freuen, wenn es mehr Interessenten für Kultur gibt. Aber sind es wirklich andere Zielgruppe? Sind wir nicht einfach in der nächsten Filterblase? ;)
    Und so bewegen wir uns von Blase zu Blase, tauchen manchmal in sie ein, schnuppern, was bei den anderen so los ist, und kommen doch wieder zu dem zurück, was uns Spaß macht – so ist es zumindest bei mir und stets begrüße ich erneut die Kultur.
    Liebe Grüße,
    Wera

    • Liebe Wera,

      es stimmt dass Bloggertreffen hier eine gute Möglichkeit sind, sich auch über die eigene Filterblase hinaus auszutauschen. In vielen Städten sind es Ironblogger, die die Möglichkeit bieten. In Hamburg haben sich diese ja leider mittlerweile aufgelöst, aber der Bloggerstammtisch HH ist hier ein guter Ersatz. Mir haben die Treffen auf jeden Fall auch den Blick geöffnet auf andere Blogthemen, auf die ich (typisch Filterblase) sonst nie gestoßen wäre – z.B.http://eismacherin.de – super Entdeckung dank Bloggerstammtisch! ;)
      Was MuseumLifestyle angeht: Ich finde spannend, dass Michelle und du dieses Projekt ins Leben gerufen habt – wer weiß, was sich da noch entwickelt!? ;)

      Viele Grüße, Angelika

  9. Hallo Angelika,
    vielen Dank für diesen schönen und interessanten Text, der Freud und Leid der Filterblase treffend beschreibt und mich zu neuem virtuellen Stöbern einlädt.
    Ein wichtiges Thema, dessen man sich immer wieder aufs Neue bewußt werden sollte. Dann kann man auch ganz gut damit umgehen, finde ich. Ein paar Gedanken zum Thema habe ich hier aufgeschrieben: https://notizhefte.wordpress.com/2015/05/27/vernetzung-von-bloggern/
    Viele Grüße
    Norman

    • Hallo Norman,
      danke für dein Feedback. Du sprichst es in deinem Beitrag schon an: Blogparaden sind eine tolle Möglichkeit, sich in der Blogosphäre zu vernetzen und auch in andere Filterblasen hineinzuschauen. Tanja – die „Hausherrin“ dieses Blogs – leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem sie zu Blogparaden einlädt, die besonders die Kulturszene etwas aufwirbeln.
      Viele Grüße, Angelika

    • Tanja Praske

      Hallo Norman,

      jetzt auch endlich von mir mein Feedback zum Thema – bin also aus dem Urlaub zurück, auch wenn ich noch im Slow Motion Modus bin. Merci für deinen Kommentar hier und merci für den Link, habe just auch bei dir kommentiert und ja „virtuelles Stöbern“ ist bereichernd und für mich auch wichtig. Manchmal komme ich sogar aus meiner „üblichen“ Filterblase heraus und das ist gut so. Manchmal wird daraus sogar wieder eine neue Filterblase und ich blubbere gerne mit.

      Vielseitigkeit mag ich, auch wenn vermutlich jede scheinbar andere Filterblase bei mir doch noch einen mehr oder weniger schweren Kultur-Anker erhält. Aber das ist für mich gut so!

      Merci und bis bald!

      Ah und liebe @Angelika: Blogparaden funktionieren nur, wenn andere mitmachen. Davon leben sie und dabie habt ihr beide, auch hier bei mir, schon in der jüngsten Vergangenheit geholfen. Dank euch und den anderen Teilnehmern wird Kultur aufgewirbelt!

      Herzlich,
      Tanja