Blogparade pro Kultur – vier auf einen Streich

Blogparade - vier auf einen StreichBlogparaden frohlocken – derzeit gibt es vier Kultur-Blogparaden auf einen Streich. Facettenreich sind die Themen. Sie bieten genügend Stoff für spannende Blogbeiträge. Nach 2013 (Deutsche Museen rufen zur Blogparade auf) ist es nun das zweite Mal, dass gleich zwei Museen zu einer Blogparade aufrufen. Aber auch ein Theater-Thema ist wieder am Start. Das freut mich sehr, nach der tollen Blogparade des Theater Heilbronns. Die vierte Blogparade hat mit der Kultur des Bloggens zu tun und ist für alle Blogger interessant. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Verhalten an.

In letzter Zeit herrschte bei mir im Blog Funkstille. Ich schrieb viel, aber nicht hier, sondern für Vorträge, die anstehen und die, wie kann es anders sein, mit meinem „Lieblings-Thema“ Bloggen zu tun haben. Gerade mein Vortrag für die Tagung „Offene Archive 2.1“ am Donnerstag, den 3. April 2014 – yes, das ist morgen *hibbel* – vereinnahmte mich sehr, weckte aber zugleich das „tapfere Schneiderlein“ in mir. Als dann noch @_Juli_Ka_ mich auf Twitter anfragte, ob es im Netz eine Übersicht zu Kultur-Blogparaden gibt, war klar, ich muss euch diese vier auf einen Streich vorstellen.

1. Museum im Bügeleisenhaus

Was sammelt Ihr und welche Sammlungen kennt Ihr? – bis 21. April 2014
#MiBEHsammelt / @buegeleisenhaus

Gleich zwei Themen werden in einer einzigen Blogparade abgefragt. Ihr müsst nicht beides beantworten, sondern schreibt darüber, was ihr vielleicht selber gesammelt habt oder welche Sammlungen euch nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Ihr seid ganz frei in eurer Themen-Wahl. Die Blogparade findet im Vorfeld der Ausstellung „Hattinger Schätze: Private Sammler stellen aus“ statt, die am 10. Mai eröffnet wird.

Museum im Bügeleisenhaus
 

2. Universalmuseum Joanneum

Welt ohne Zufall? Blogparade zum Thema #Aberglauben – bis 25. April 2014
#Aberglauben / @Joanneum

Stimmt, über diese Blogparade seid ihr schon über meinen Biber-Post „gestolpert“. Bisher sind bereits 14 spannende, höchst unterschiedliche Beiträge zum Thema #Aberglauben eingegangen. Mittlerweile ist auch der Anlass für die Blogparade die Ausstellung „Aberglauben – Aberwissen: Welt ohne Zufall“ im Volkskundemuseum eröffnet. Gleichwohl bleibt euch noch genügend Zeit, über eure Erfahrungen mit Aberglauben oder mulmigen Gefühlen zu berichten. Übrigens kommentiert Christoph Pelzl die einzelnen Beiträge in einer sehr sympathischen und informativen Art und Weise – es lohnt sich also!

Aberglauben - Joanneum
 

3. Favoriten 2014

Aufruf zur Blogparade „Zeitvertreib“ des Theaterfestivals FAVORITEN 2014 – bis 12. April 2014
#Fav14 / @favoritenNRW

Hier müsst ihr euch ranhalten, da die Blogparade bald endet. Im Theater spielt die Zeit jenseits der Alltagserfahrung eine zunehmend wichtigere Rolle. Sie wird unterschiedlich inszeniert und erfahren. Ist Zeit im Theater, im Tanz, in der Vorstellung anders als im Alltag? Was passiert mit Raumzeiterfahrung? Das sind Themen, die sich das Helios Theater in Hamm zusammen mit dem Team von Favoriten 2014 stellen. Die Blogparade fragt konkret danach:

Womit verbringt ihr gern die Zeit? Wie kommt ihr mit anderen zusammen? Spielt die Kunst dabei eine Rolle oder könnte sie eine spielen? Und wie steht es eigentlich um die geteilte Zeit zwischen Kindern und Erwachsenen?

Zeitvertreib - Fav14
 

4. TOUSHENNE the Social Media Gym

Wann und warum kommentierst du einen Blogartikel? – bis 27. April 2014

Wie eingangs angesprochen, berührt dieses Thema die Kultur des Bloggens an sich. Manche kommentieren, viele nicht. Genau die Beweggründe warum oder warum nicht kommentiert wird, möchte Robert Weller erfahren. Richtigerweise geht er davon aus, dass es sich lohnt zu kommentieren. Die Blogparade regt dazu an, unser eigenes Verhalten zu überdenken. Wo bleibt der Austausch, wenn nicht kommentiert wird bzw. ist dieser überhaupt ernst gemeint? Kulturinstitutionen wundern sich vielleicht, warum bei Ihnen relativ wenig kommentiert wird. Dann stellt sich die Gegenfrage: Kommentiert Ihr denn woanders auch? Upps, anderes Thema, oder etwa nicht?

Toushenne
 
Das waren „meine“ vier Kultur-Blogparaden auf einen Streich, jetzt heißt es also, ran an die Tasten, versorgt uns mit euren Gedanken!


Nachtrag – Diskussion

Das Stadtmuseum Stuttgart hat auf google+ einen sehr wichtigen Kommentar und Denkanstoß gemacht. Ich zitiere ihn hier. Was meint ihr dazu?

Danke für die Zusammenstellung. Und vielleicht finde ich auch Zeit an einer der Blogparaden teilzunehmen. Ich würde aber mal die Frage aufwerfen, ob Museen nicht mal Paraden starten sollten an denen auch Ihre Besucher teilnehmen können und sollen? Ich fasse mir da mal an die Nase und versuche so etwas zu initialisieren, wenn eben jene besagte Zeit mir etwas mehr zur Verfügung steht. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

9 Kommentare

  1. Pingback: Museumsblogroll via Social Web: Sichtbarkeit und Vernetzung

  2. Pingback: Bloggen, kommentieren, fragen, diskutieren. Aber ja! | mediaculturablog

  3. Liebe Tanja,

    danke für den Hinweis zur #MuseumsWeek der Bundeskunsthalle, hatte das am Rande mitbekommen, aber die Idee ist sehr gut! Gerade auch um die Reaktionen der ‚Nicht-Digital-Natives‘ ins Netz zu bringen. Muss ich mir merken in jedem Fall…

    Ich plane gerade unsere nächste Ausstellung zur MAGNUM Fotografin Eve Arnold – möchte da in jedem Fall auch online-mäßig mehr machen und dachte (bis heute gibt’s nur wenige Frauen in der Fotoagentur) an eine Art Mitmachaktion, wo gezielt Frauen – also FotografINNEN angesprochen werden sollen und – in Anlehnung an Eve Arnold – Fotografien in den 3 Kategorien Portrait in Aktion – pol. Reportage – Reiseberichte bei uns einreichen können.

    Eine Auswahl soll dann Teil der Ausstellung werden & im Museum auf einem großen Bildschirm präsentiert werden.

    Wie findest du/ ihr die Idee?

    Liebe Grüße,
    Julia

    • Tanja Praske

      Liebe Julia,

      die Idee klingt gut. Ich hoffe, du hast freie Hand, das zu realisieren. Gerade partizipatorische Elemente fehlen heute weitgehend in Ausstellungen. Die zusätzliche Visualisierung über Monitore im Museum ist richtig. Ich frage mich nur, ob es sinnvoll ist, so begrenzt die Aktion laufen zu lassen bzw. ob du ausschließlich „nur“ FotografInnen explizit anspricht, oder es doch einfach weiter fasst, so dass alle sich angesprochen fühlen mitzumachen. Solltest du gezielt Reiseblogger bzw. Fotoblogger adressieren, käme da viel Spannendes heraus und ist bereits dadurch limitiert. Offenheit würde ich auf jeden Fall gewähren.

      Ich habe mich nicht mit der Künstlerin auseinandergesetzt, deshalb kann ich dir nicht ganz mit der Beschränkung zustimmen. Was euch wohl fehlt für solch eine Aktion wäre ein Museumsblog, um das Ganze rückzubinden und nachhaltig zu dokumentieren. Überlegenswert wäre hier sicherlich zumindest ein Projektblog, ruhig auf tumblr, ähnlich wie es die Fondation Beyeler mit dem Max Ernst Blog unternahm. Noch heute erscheint dieses auf der ersten Seite von Google, wenn man nach dem Ausstellungshaus sucht. Sorry, kann es einfach nicht lassen, auf Blogs zu pochen *seufz*.

      Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg für das Projekt. Schön wäre es, hier weitere Stimmen einzufangen. Also, nur zu, liebe Blogleser #Followerpower #Crowdsourcing ist gefragt!

      Schöne Grüße
      Tanja

  4. Liebe Tanja,
    glückwunsch zu diesem Streich, wahrlich eine gemeisterte Herausforderung ;-)

    Eine Anmerkung möchte ich gern hinsichtlich deines Absatz‘ zu meienr Blogparade machen: wie sich so langsam herauskristallisiert, kommentieren doch mehr als gedacht, nur eben nicht direkt im Blog. Das wirft bei mir wieder die Frage nach Social Comments auf, aber die werden bisher auch nicht besser angenommen. Vielleicht müssen wir uns mit einer dezentralen Kommunikation einfach abfinden, dafür sind letztlich auch die einzelnen Plattformen da.

    Viele Grüße,
    Robert

    • Tanja Praske

      Lieber Robert,

      merci, war tatsächlich eine Kraftanstrengung *hihihi* …

      Stimmt, es wird kommentiert, nicht unbedingt in den Blogs, sondern auf den anderen Kommunikationskanälen. Das bietet Impulse für den Blogschreiber sowie für die Community der einzelnen Plattform. Manche Diskussionen sind aber einfach sehr wichtig und verpuffen dort, da sie kaum wiederauffindbar sind, deshalb ist es gut, wenn diese Diskussion im Blogpost zumindest zusammengefasst wird. Dadurch werden Denkanstöße noch viel später geboten. Genau darum werde ich wichtige Punkte im jeweiligen Blogpost widerspiegeln. So wie ich das auch hier im Nachtrag getan habe. Julia reagierte direkt darauf.

      Social Comments sind wichtig und gehören für mich im Blogpost integriert. Bei mir gährt es gerade, vielleicht schaffe ich es doch noch bei dir mitzumachen.

      Merci für deinen Besuch hier, so funktioniert es!

      Herzlich,
      Tanja

  5. Liebe Tanja,

    vielen Dank für die Übersicht!
    Interessant auch die #blogparade von Robert Weller – das wird dann wohl meine nächste werden ;-)

    Was die Frage des Stadtmuseums betrifft: Ich finde die Idee gut – gerade auch bei Themenausstellungen interessant, um die BesucherInnen direkt anzusprechen und einzubinden. Ggf. könnte man im Anschluss ein Tablet im Museum anbringen, auf dem man die Beiträge der Blogparade nachlesen kann…

    Liebe Grüße,
    Julia

    • Tanja Praske

      Liebe Julia,

      schön, dass du bei mir wieder fündig wurdest. Bin neugierig auf deinen Blogpost über das Kommentieren in Blogs. Gehst hier mit vorbildlichen Eifer voran, bitte mehr davon!

      Ja, es stimmt, die Idee, die Besucher einzubinden ist gut, setzt aber gute Vorbereitung und Planung voraus. Dass so etwas funktionieren kann, hat ja die Initiative der Bundeskunsthalle in Bonn zur #MuseumWeek gezeigt, organisiert/betreut von openmuseum. Besucher ließen ihre Kommentare via Post-Its im Museum und das Twitter-Team verschickte diese ins Netz. Eine Blogparade für Besucher ist da umfänglicher, aber sehr reizvoll. Die Idee, diese direkt im Museum zu visualisieren, ist richtig und gut.

      Bin gespannt, ob es bald neue Formate dazu geben wird. So, jetzt mache ich Schluss, da ich noch ein letztes Mal meinen Vortrag für morgen #Archive20 durchgehen möchte.

      Bitte diskutiert hier weiter und zwar pro Kultur!

      Herzlich,
      Tanja