10 Tipps für die erfolgreiche Durchführung einer Kultur-Blogparade

Gebloggt habe ich schon einiges, auch in letzter Zeit, aber nicht hier. Aha … Warum und wo dann? Die #KBlogparade2013 vereinnahmte mich sehr. Drei Resümees der illustren Kultur-Karawane sind jetzt auf dem Residenzblog (Fazit 1 und Fazit 2) sowie auf dem Blog der Kulturkonsorten erschienen. Sagenhafte 21 Kulturblogs machten mit – die Beiträge sind abwechslungsreich und begeistern. Aber wie läuft überhaupt eine erfolgreiche Blogparade ab? Was muss im Vorfeld getan werden? Was währenddessen? Und was danach?

Das aufzuklären, darum geht es im Folgenden. Die Tipps resultieren aus meinen Erfahrungen in der Durchführung von Kultur-Blogparaden. Bevor Ihr eine derartige Aktion startet, überlegt, ob Ihr einen Kooperationspartner hinzuziehen wollt, wie es das Residenzmuseum mit den Kulturkonsorten getan hat. Dadurch könnt Ihr den Verbreitungsgrad der Parade vergrößern. Bewerbt diese auch grundsätzlich auf den klassischen Vertriebswegen, wie Newsletter, Mailings und auf der offiziellen Website. Die Tipps beziehen sich auf die Blogparade flankierenden Social Media Maßnahmen.

Was ist im Vorfeld zu tun?

1. Was ist das Ziel der Blogparade?

Was möchte ich mit der Blogparade genau erreichen? Klar ist, es soll über das Haus, die Ausstellung oder die Aufführung gesprochen werden. Die Neugier soll geweckt werden, über die Teilnehmer Nachhaltigkeit erreicht und die Reichweite des eigenen Blogs gesteigert werden. Nun, das sind logische Beweggründe. Trotzdem muss das Ziel vorher skizziert werden.

2. Wer ist die Zielgruppe?

Wer soll zur Teilnahme bewegt werden? Institutionen, themenspezifische Blogger oder jeder, der ein Blog hat. Das muss definiert werden. Wenn eine bestimmte Zielgruppe anvisiert ist, wie bei der Kultur-Blogparade 2013 des Residenzmuseums, dann muss das im offiziellen Aufrufpost klargestellt werden. Wenn spezifische Blogger (A-Blogger/Influencer/Spezialisten) auf jeden Fall gewonnen werden sollen, müssen diese im Vorfeld direkt angesprochen (persönliche Ansprache per Mail, Social Media, Anruf/Treffen) und über die geplante Aktion unterrichtet werden.

3. Das Thema muss einen Mehrwert bieten

Für die Leserschaft, aber auch für die potentiellen Teilnehmer. Was haben diese davon, das sie mitmachen? Erstens muss das Thema reizen, d.h. Allgemeingut zieht weniger als ein spezifisches Thema. Das muss trotzdem weit genug gefasst sein, damit sich die Zielgruppe angesprochen fühlt. Eine ausstellungsbegleitende Blogparade kann das Hauptthema auf andere Art näher beleuchten. Beispielhaft sind die Blogparaden des Städel Museums „Ich bin ein/e schwarze/r Romantiker/in, weil, …“(Ausstellung „Schwarze Romantik“) oder der Schirn zur Ausstellung „Privat“. Sie fragten nach den „Vor- und Nachteilen des im Wandel begriffenen Privatsphäre-Begriffs unserer Gegenwart“.
Ein Mehrwert für die Teilnehmer ist aber auch klar zu kommunizieren. Sie möchten wissen, was sie erwartet: z.B. Verlinkung ihres Beitrags im Aufrufpost plus eine evtl. Nachbesprechung – Fazit – wie es das Residenzmuseum, das Städel Museum und das Historische Museum Frankfurt getan haben. Die Postings werden so honoriert. Die Teilnehmer steigern ihren Bekanntheitsgrad.

4. Zeitplan aufstellen

Wie lange soll die Parade laufen? Zumeist laufen sie mindestens vier Wochen. Ferienzeiten sind zu berücksichtigen, weil dann naturgemäß weniger gelesen und weniger mitgemacht wird. Plant ein Überziehen der Dauer ein. Erfahrungsgemäß kommen nach Ablauf weitere Beiträge hinzu. Termine für Ankündigungspost, offizieller Aufruf und Fazit sind festzulegen.

5. Ankündigungs-, Aufrufpost und Fazit

Empfehlenswert ist ein Ankündigungspost zu lancieren, denn dann können potentielle Teilnehmer sich schon einmal vorab überlegen, ob und wie sie teilnehmen wollen. Thema, Hashtag und Dauer der Blogparade müssen genannt werden.
Der Aufrufpost definiert den Ablauf der Blogparade und gibt Beispiele. WICHTIG: Stellt klar, dass die Beiträge mit dem Aufrufpost verlinkt werden sollen UND das die URL zur Sicherheit als Kommentar angegeben wird. Manchmal funktioniert nämlich die Trackback-/Pingbackfunktion nicht.
Ob Ihr ein Fazit schreibt, ist eine Strategieentscheidung. Vorteil einer Nachlese ist die erhöhte Aufmerksamkeit und die Nachhaltigkeit der Aktion im Netz. Es ist Eure Analyse, Ihr gewichtet.
 

Was ist währenddessen zu tun?

6. Verlinken im Aufrufpost und kommentieren

Verlinkt umgehend eingehende Beiträge im Aufrufpost. Legt dafür eine Kategorie, wie „Aktualisierungen“ am Ende des Aufrufs, an. Hier werden die Beiträge chronologisch bzw. nach Aktualität aufgelistet und verlinkt. Kommentiert die Artikel der Teilnehmer, bedankt Euch und nehmt Bezug auf den Inhalt, denn das zeigt, dass Ihr Euch mit dem Beitrag auseinandergesetzt habt.

7. Bewerben und kommentieren der Eingänge

Sobald verlinkt und kommentiert wurde, informiert auf Euren Social Media Plattformen über den Neuzugang. Nutzt alle Kanäle, die ihr pflegt (Facebook, Twitter, google+, Pinterest). Dadurch erhöht Ihr die Viralität. Verwendet grundsätzlich den propagierten Hashtag. Falls ihr ein Monitoring Tool geschaltet habt (Bsp. Mention), lässt sich so die Viralität messen. Bei Twitter könnt ihr den Hashtag tracken und eventl. für ein storify verwenden. Wenn Ihr den Fremdbeitrag auf Eurer Facebookseite postet, dann gebt zusätzlich die URL des Aufrufposts an. Damit verweist Ihr grundsätzlich auf Eure Seite.
Sollten die Teilnehmer ihre Beiträge via Social Media bewerben, retweetet, kommentiert und liked diese. Es ist äußerst sinnvoll eine Pinnwand auf Pinterest für die Blogparade einzurichten, somit könnt Ihr via Twitter jeden Neuzugang als Update erneut bewerben. Die Aufmerksamkeit bleibt so konstant hoch.

8. Kontinuierliche Bewerbung der Blogparade

Informiert Facebookgruppen und Communitys auf google+ über den Start der Blogparade. Benutzt hierzu den Aufrufpost. Ihr könnt Neuzugänge hier durchweg als Kommentar einpflegen = Aktualisierungen.
Animiert via Twitter zur Teilnahme, in der Art „schon X Beiträge, da geht doch noch mehr“. Sprecht per direct messages auf Twitter gezielt gewünschte Teilnehmer an, ob sie teilnehmen wollen. Bewerbt kontinuierlich den Aufrufpost.

Was ist nach der Blogparade zu tun?

9. Schnelldurchlauf via Twitter

Schaltet nach Ablauf der Blogparade erneut einen Schnelldurchlauf via Twitter, in der Art: „Durchlauf #Parade 1/20: …“ mit zeitlichen Abstand. Dadurch fühlen sich alle Teilnehmer angesprochen, retweeten, liken, kommentieren #Werbetrommel. Weiterhin wird die Neugier auf diesen häufig gesetzten Hashtag geweckt, „Zufallsleser“ können dadurch generiert werden.

10. Fazit schreiben

Das abschließende Fazit geht entweder allgemein auf die Parade ein mit erneuter Auflistung und Verlinkung der Beiträge (Städel Museum), resümiert diese unter bestimmten Kriterien (Historisches Museum Frankfurt) oder stellt die Quintessenz des einzelnen Artikels vor (Residenzmuseum). Wenn die Blogparade sehr umfänglich geworden ist, überlegt, ob Ihr die Nachbesprechung teilt, denn die Leser lesen keine extrem langen Blogposts.

Werft dann ein letztes Mal die digitale Werbetrommel mit aller Wucht an!

Eine Blogparade durchzuführen ist spannend und macht aus mehreren Gründen Sinn. Über die Motivation und Sinnhaftigkeit einer derartigen Aktion habe ich hier schon geschrieben. Die Tipps richten sich an Initiatoren einer Blogparade. Was gilt es aber zu beachten, um möglichst erfolgreich an einer solchen teilzunehmen? Dazu erfahrt Ihr im nächsten Post mehr.

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12 Kommentare

  1. Pingback: 10 Tipps für die erfolgreiche Teilnahme an einer Blogparade » KULTUR - MUSEO - TALK

  2. Danke für den leicht und fröhlich geschriebenen Beitrag, den ich mir gerade zur Planung einer Blogparade hernahm und Punkt für Punkt abarbeitete. Schön, wenn man nicht das Rad selber erfinden muss und von den Erfahrungen anderer profitieren kann und darf.

    • Tanja Praske

      Liebe Karin,

      sehr gerne geschehen! Das freut mich sehr, wenn Dir das geholfen hat. Informiere mich doch mal via Twitter über die Blogparade. Ich bin neugierig. Die Gericht auf deinem Blog sehen leckerschmecker aus!
      Viel Erfolg!

      Schöne Grüße,
      Tanja

  3. Pingback: Ideen für Blogparaden von Regionen | Kristine Honig

  4. Pingback: Blogparade: Meine Bloggeschichte – eine Herzensangelegenheit » KULTUR - MUSEO - TALK

  5. Hallo!

    Ich habe auch grad überlegt, ob ich denn nicht irgendwann mal etwas über das Initiieren von Blogparaden schreiben soll. Ich hab ein wenig gegoogelt und bin auf deiner Seite gelandet. Das sind ja wirklich sehr schöne Tipps!

    Vor allem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei einem Blog, der noch nicht so bekannt ist – vielleicht sogar erst neu gestartet wurde – nicht schaden kann, themenrelevante blogs per Mail anzuschreiben. Viele sind durchaus dankbar für den Hinweis. So war schon meine erste Blogparade mit 30 Teilnehmern sehr erfolreich und auch meine jetzige, die noch bis Freitag läuft (ich glaub ich hab 26 gezählt).

    Die zweite wichtige Erfahrung, die ich gemacht habe ist, dass das Thema nicht zu eng sein sollte. Es sollten sich möglichst viele angesprochen fühlen (sofern möglichst viele mitmachen sollen, kommt ja auch auf`s ziel drauf an).

    Liebe Grüße
    Martin

    • Tanja Praske

      Lieber Martin,

      vielen herzlichen Dank für deine Tipps! Ich stimme dir zu, dass themenrelevante Blogs schriftlich über eine Blogparade informiert werden und dass das Thema weit gefasst sein sollte. Ich wäre auch dankbar für solch einen Hinweis. Wenn der Zeitfaktor passt, ist das grundsätzlich eine sehr gute Art und Weise sich mit anderen zu vernetzen.

      Es freut mich sehr, über den Artikel Dein Blog kennengelernt zu haben. Ich schaue mir Deine Blogparade an und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und einen prima Austausch!

      Grüße, Tanja

      P.S.: Ostern verlangsamte den Alltag – jetzt ist alles gefunden ;-)

      • Hallo Tanja,

        die meisten waren auch dankbar für den Hinweis. Nur bei meiner ersten Blogparade habe ich ein paar böse Worte von zwei Bloggerinnen bekommen. Aber das muss man aushalten.

        Am Montag starte ich bereits wieder eine neue Parade. Kannst gerne vorbeischauen (und natürlich auch teilnehmen ;) )

        Liebe Grüße
        Martin

        • Tanja Praske

          Hallo Martin,

          stimmt, das ist das Los, das eventuell auch negative Antworten kommen. Ist mir im musealen Bereich bisher nicht passiert. Hier entwickelt sich die Bloglandschaft noch, worüber ich sehr froh bin.

          Erstaunlich und prima finde ich aber die Zahl der Blogger, die bei deinen Blogpararden mitgemacht haben – sehr gute Resultate! Absolut phänomenal ist das Ergebnis der just abgelaufenen Blogparade von @sinnundverstand über neue Berufsbilder: http://www.sinnundverstand.net/2013/04/02/fast-hundert-berufsbilder-in-blogparade/#more-2077

          Vielleicht hast du Zeit und Lust zum stARTcamp in München am 20. April 2013 zu kommen, dort halten @tinowa und ich, wenn das Auditorium es annimmt, eine Session über das Bloggen im Museum. Ein Austausch/Diskussion mit dir wäre klasse. Infos dazu findest du hier: http://kulturkonsorten.de/camps/startcamp-munchen-tickets

          Bin gespannt, was für eine Blogparade du am Montag lancierst.

          Herzlich, Tanja

          • Hallo!

            Ja ich bin auch sehr zufrieden mit der Beteiligung. An der Blogparade von sinnundverstand.net habe ich übrigens selbst auch mitgemacht: http://1001erfolgsgeheimnisse.com/2013/02/26/ich-verkaufe-drogen/

            Zum stARTcamp nach München werd ich allerdings nicht kommen, auch wenn ein Austausch sehr interessant wäre. An diesem Tag kann ich gar nicht, weil ich schon anderweitig in Wien einem Vortrag lauschen werde. Wünsch dir jedenfalls eine Schöne Zeit beim stARTcamp :)

            Liebe Grüße
            Martin

  6. Danke! Eine sehr gute Anleitung zur Durchführung einer Blogparade! Auf diese werde ich gelegentlich zurückkommen … :-)

    • Tanja Praske

      Lieber Dave,

      merci und gerne geschehen! Das „gelegentlich zurückkommen“ gefällt mir außerordentlich gut! Ja, mach‘ das. Die Zeit wäre auch überreif für eine Musik-Blogparade mit spezifischer Fragestellung.
      Bekannt sind mir hier die Blogparaden:
      – der Duisburger Philharmoniker (DaCapo) von 2011 http://bit.ly/13VdiBz (Das Blog gibt es leider nicht mehr), Thema: Das Konzert der Zukunft
      – „Musik des Jahres 2010/2011/2012
      – „Konsum und Archivierung von Musik“ von @HagenKohn http://bit.ly/Zlth6v

      Vielleicht kennst du weitere, vielleicht aber formiert sich bei dir schon ein Thema. Das wäre jedenfalls klasse.

      Merci für deinen Kommentar, denn nur so bin ich auf deine lesenswerte Auswertung deiner Blogparade: „Facebook ist nicht das Internet“ http://bit.ly/14ViwJC gekommen. Freue mich auf weiteren Austausch!

      Verschneite Grüße (wo bleibt der Frühling??)

      Tanja